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Abu Dhabi: Scheikh-Zayed-Moschee © A.Walther

Gesellschaft, Kultur und Religion

BeschreibungInhalt
Amtssprache(n):Arabisch; Englisch (Handelssprache)
Regionalsprachen:Sprachen der Arbeitsimmigranten
bedeutendste Religion:Einheimische: Islam  96 % (80 % Sunniten, 16 % Schiiten)
weitere bedeutende Religionen:Ausländer: Muslime 80 %, Hindus 10 %, Christen 4%
Städtische Bevölkerung:84 % (2010)
Lebenserwartung:77 Jahre (Schätzung 2012)

V. A. Emirate

Landesflagge Vereinigte Arabische Emirate

Die Bevölkerung der Emirate: ein Überblick

Ein Phänomen aller Staaten am Golf, also auch der VAE, ist das hohe Wachstum ihrer Bevölkerung. Allerdings ist es nicht die eigene Bevölkerung ("nationals/locals"), die rasant wächst, sondern es sind die Arbeitsimmigranten ("expatriates"), die in Scharen ins Land kommen, angelockt durch den enormen Bedarf an Arbeitskräften. Seit der Gründung der VAE 1971 ist die Einwohnerzahl von einst ca. 180.000 auf reichlich 5,06 Mio. (UAE Yearbook 2010)Öffnet externen Link in neuem Fenster angestiegen. Andere Quellen geben sogar 8,19 Mio.Öffnet externen Link in neuem Fenster an. Davon sind 80 % Ausländer und nur 20 % Staatsangehörige der VAE. 78 % aller Einwohner leben in Städten, die gleichzusetzen sind mit den jeweiligen Hauptstädten der Emirate. Einzige weitere Großstadt ist al-AinÖffnet externen Link in neuem Fenster (ca. 470.000) im Emirat Abu Dhabi an der Grenze zu Oman.

Altersstruktur

Im Gegensatz zu den meisten anderen arabischen Staaten liegt der Anteil der Altersgruppe unter 14 Jahren (der Locals!) bei nur 20,4 %, der 15-64 Jährigen bei 78,7 % und ab 65 Jahren bei 0,9 % (alle Angaben für 2010). Die Lebenserwartung entspricht europäischen Verhältnissen und beträgt statistisch 76,32 Jahre (Männer 73,75, Frauen 79,01).

Verhältnis: Stadt - Land

Der weitaus größte Teil der Bevölkerung lebt in StädtenÖffnet externen Link in neuem Fenster: 84 % (2010), d.h. in den jeweiligen Hauptstädten der Emirate, sowie in der Oasenstadt al-Ain. Die Verstädterung wird weiter zunehmen, da sowohl in Abu Dhabi als auch in Dubai neue Großsiedlungen errichtet werden. Dennoch ist nur reichlich 1 % der Gesamtfläche des Landes besiedelt. 

Vielfalt an Ethnien und doch Harmonie

Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist sehr heterogen, so dass die Bezeichnung "multikulti"Öffnet externen Link in neuem Fenster voll zutrifft, denn neben den Einheimischen leben Menschen aus mehr als einhundert Ländern in den VAE, vor allem im Emirat Dubai. Nachstehend eine Aufzählung der wichtigsten Herkunftsländer, 2008:

  • Indien  1,1 Millionen
  • Pakistan  750.000
  • Bangladesch  400.000–500.000
  • Iran  300.000–400.000
  • Jordanien  200.000
  • Philippinen  200.000
  • Sri Lanka  150.000 
  • Großbritannien  120.000
  • Nepal: 70.000–80.000
  • Libanon  60.000
  • USA  28.000
  • Kanada  12.000
  • Frankreich  10.000
  • Deutschland  8.000

 

Das Gros der Staatsangehörigen sind Araber (70 %, darunter 10 % Nomaden), von denen wiederum die meisten "echte Emiratis", d.h. in den VAE geborene, sind. Sie gehören vor allem einem der großen Stammesverbände an, den Bani YasÖffnet externen Link in neuem Fenster (Abu Dhabi/Dubai) und den Qawasim (Sharjah/Ras al-Khaimah). Während die ersteren sich auf die Traditionen des Beduinenlebens vor dem Erdölboom berufen, führen die anderen ihre Herkunft auf die Seefahrer und Küstenbewohner der einstigen "Piratenküste" zurück. Trotz Einzug der Moderne sind für sie die Stammeszugehörigkeit und deren traditionelle soziale Netzwerke nach wie vor lebendig und relevant. Selbst das politische (und auch das ökonomische) System der VAE wird stark von tribalen StrukturenÖffnet externen Link in neuem Fenster beeinflusst. Davon und von den zahlreichen Errungenschaften bzw. Vorzügen des Wohlfahrtsstaates profitieren in erster Linie die Einheimischen.

Inzwischen besitzen auch Iraner, Inder und andere die VAE-Staatsangehörigkeit. Die Gesetze gestatten normalerweise keine Einbürgerung. Nicht wenige Ausländer leben seit vielen Jahren in den Emiraten, und deren Kinder wurden bereits dort geboren. In solchen Fällen kann eine Einbürgerung erlaubt werden. Im Emirat Dubai ist eine Einbürgerung für Ausländer ab dem 30. Lebensjahr unter bestimmten Bedingungen eher möglich, vorausgesetzt, sie sind dort geboren. Andererseits erhalten Ausländer eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis und können sich somit auf Dauer im Land niederlassen.

Bunt gemischt ist insbesondere die große Masse der ausländischen Arbeitsimmigranten, bei denen der Männeranteil 72,3 % beträgt. Sie halten sich zumeist zeitlich begrenzt auf und sind überwiegend in den Großprojekten beschäftigt, meist im Niedriglohnbereich. Den größten Teil ihres Einkommens transferieren sie an die Familien in den Heimatländern.

Bildungssystem

Schulbus einer Privatschule
Schulbus einer Privatschule © H. Walther

Schulbildung

Die VAE verfügen über ein umfassendes, gut entwickeltes BildungssystemÖffnet externen Link in neuem Fenster, das für alle Staatsangehörigen kostenlos ist. In der vorschulischen Stufe, den Kindergärten, gehen Jungen und Mädchen gemeinsam (koeduktiv), wohingegen in den allermeisten Schulen eine geschlechtergetrennte Ausbildung erfolgt. Schulpflicht besteht bis zur neunten Klasse. Gegen Gebühr ist seit einigen Jahren (Schuljahr 2006/2007) auch ausländischen Kindern der Besuch von staatlichen Schulen erlaubt. 2005 lag die Analphabetenrate bei 8,8 % (Einheimische) und 9,1 % (Arbeitsimmigranten). Auf 15 Schüler kommt in den VAE ein Lehrer, weltweit vorbildlich. Die weitere Entwicklung und Verbesserung des Bildungssystems gehört zu den Hauptaufgaben, sowohl der Förderationsregierung wie auch der einzelnen Emirate. 2008 waren für das Bildungswesen 34 % des förderalen Gesamthaushalts vorgesehen.

In den 721 Schulen werden die Schüler oft von ausländischen Lehrern bzw. Lehrerinnen (arabische wie nichtarabische) unterrichtet. Mit dem Projekt "Lehrer für das 21. Jahrhundert" soll der Anteil der einheimischen Lehrer und Lehrerinnen auf 90 % erhöht werden. Zu dessen Realisierung werden in den nächsten Jahren 10.000 neue Lehrer/Lehrerinnen ausgebildet. Daneben existieren viele kostenpflichtige Privatschulen, sowohl für die Kinder der Einheimischen als auch von Ausländern. Wer Glück hat, bei dem übernimmt der entsendende Auftraggeber die Kosten.

Nationalbibliothek in Sharjah-Stadt
Nationalbibliothek in Sharjah © H. Walther

Hochschulen und Universitäten

Die bedeutendste staatliche Hochschulbildungseinrichtung ist die UAE UniversityÖffnet externen Link in neuem Fenster in der Oasenstadt Al-Ain (1976 gegründet). Sie umfasst zehn Fakultäten mit reichlich 18.000 Studierenden (davon 77 % Frauen! - 2011/12) und etwa 600 Lehrkräften. Die seit 1988 bestehenden 12 Higher Colleges of TechnologyÖffnet externen Link in neuem Fenster (HCT) bieten - getrennt nach Geschlechtern - an 16 Standorten in den VAE ihren 19.500 Studierenden (2011/12) über 75 akademische Abschlüsse an. 1998 wurde zudem die staatliche Zayed UniversityÖffnet externen Link in neuem Fenster (ZU) für Frauen gegründet, mit je einem Campus in Abu Dhabi und Dubai. Seit 2010 ist sie auch männlichen Studierenden zugänglich.

Weiterhin existieren private Universitäten mit internationalem Profil, so z.B. die Abu Dhabi UniversityÖffnet externen Link in neuem Fenster (seit 2003), sowie Ableger von ausländischen Universitäten, darunter die American University in DubaiÖffnet externen Link in neuem Fenster (seit 1995) und die American University of SharjahÖffnet externen Link in neuem Fenster (seit 1997). Im Oktober 2006 eröffnete  die Pariser SorbonneÖffnet externen Link in neuem Fenster als erste ausländische Universität einen Campus in Abu Dhabi. Bis zum Herbst 2010 folgten diesbezüglich u.a. die Michigan State UniversityÖffnet externen Link in neuem Fenster und die New York UniversityÖffnet externen Link in neuem Fenster. Bereits 2003 wurde in Dubai das Dubai Knowledge VillageÖffnet externen Link in neuem Fenster eröffnet, das der Dubai Internet CityÖffnet externen Link in neuem Fenster angeschlossen ist und u.a. modernste Methoden des E-Learnings vermittelt. 

Allen Hochschulen und Universitäten ist gemeinsam ihr Bestreben, mit ausländischen Spitzenuniversitäten zu kooperieren. Im Schulbereich wird mittels verstärkter Privatisierung und der Integration einheimischer Kinder in internationale Schulen - so u.a. in die Deutsche Schule Abu DhabiÖffnet externen Link in neuem Fenster - ein höheres Niveau in der Ausbildung angestrebt. In der Berufsbildung wird der Weg einer Mischung von staatlichen Investitionen und internationaler Zusammenarbeit gegangen, was letztlich eine Verbesserung des Ausbildungsniveaus zum Ziel haben soll. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bietet seit 2008 im Auftrag des Emirats Abu Dhabi in al-Ain und Madinat Zayed eine gewerblich-technische Berufsausbildung für VAE-Staatsangehörige an. In den Kursen sind wiederum erstaunlich viele Frauen eingeschrieben.

Soziale Sicherungssysteme

Medizinische Versorgung

Die VAE sind ein Land mit einem umfassenden und hochentwickelten Gesundheitswesen, das zu den qualitativ besten der Region gehört. Für emiratische Staatsangehörige ist es kostenfrei. Seit 1. Juni 2008 besteht jedoch für sie im Emirat Abu Dhabi Versicherungspflicht. Dubai hat Gleiches für seine Staatsbediensteten eingeführt. Perspektivisch ist ein landesweites Pflichtversicherungssystem für Einheimische und  Ausländer geplant. Momentan sind letztere über ihre jeweiligen Krankenversicherungen abgesichert (in Abu Dhabi obligatorisch), ansonsten müssen sie die Behandlungen bezahlen.

Im Zeitraum 1996 bis 2003 wurden mehr als 400 Mio USD in die Entwicklung des Gesundheitswesens investiert. Gegenwärtig sind knapp 3% des BSP für diesen Bereich vorgesehen. Auf 100 000 Einwohner kommen 181 Ärzte. Die meisten ansteckenden Krankheiten, die früher in den VAE weit verbreitet waren, sind ausgetilgt, darunter Kinderlähmung (seit 1993), Masern (seit 1999) und Malaria (seit 2002). Große Bedeutung kommt der Mutterschaftsfürsorge zu. 99% aller Entbindungen erfolgen unter direkter ärztlicher Aufsicht in Hospitälern. Die Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen konnte auf 5,5 pro 1000 gesenkt werden, die Kleinkindersterblichkeit auf 7,7 pro 1000. 2004 sank die Müttersterblichkeitsrate auf 0,01 pro 100 000 Geburten. Die Lebenserwartung bei Geburt liegt bei 78,3 Jahren, was dem Niveau Europas und Nordamerikas entspricht. 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen inzwischen nahezu ein Drittel aller Sterbefälle aus. Andere wichtige Gründe sind angeborene Krankheiten, aber auch Verkehrsunfälle und Diabetes und FettleibigkeitÖffnet externen Link in neuem Fenster - gewissermaßen "Zivilisationskrankheiten".

Die Sheikh Khalifa Medical CityÖffnet externen Link in neuem Fenster (SKMC) in Abu Dhabi wurde inzwischen zu einem medizinischen Komplex erster Klasse entwickelt. Zu den neuesten Einrichtungen gehören eine Entbindungs- und gynäkologische Abteilung, eine C4-Einheit für intermediäre Betreuung und plastische Chirurgie sowie ein hochspezialisiertes Zentrum für Diabetesbehandlung.

Aufgabe der 2002 gegründeten Dubai Healthcare CityÖffnet externen Link in neuem Fenster (DHCC) ist es, einen wichtigen Beitrag in der Gesundheitsfürsorge und der medizinischen Ausbildung bzw. Forschung zu leisten, sowohl innerhalb der VAE als auch in der gesamten Golfregion.

Soziale Absicherung

1977 wurde eine umfassende Sozialgesetzgebung eingeführt, zunächst aber nur für VAE-Staatsangehörige. Ausländer, insbesondere ArbeitsimmigrantInnen, mussten von Anfang an bei Krankheit oder Verlust der Arbeit selbst dafür Sorge tragen, um diese Situation finanziell zu überstehen.  Bisher existiert noch keine Arbeitslosen- und Rentenversicherungspflicht, deshalb muss jeder Arbeitnehmer selbst privat vorsorgen.

Religion

König-Faisal-Moschee in Sharjah
König-Faisal-Moschee in Sharjah © H. Walther

Die überwiegende Mehrheit der Staatsangehörigen sind Sunniten (96 %), eine Minderheit von 16 % bekennt sich zum schiitischen Islam. Der Islam ist offizielle Staatsreligion der VAE und auch Teil der Gesetzgebung, z.B im Familienrecht. Die im Lande lebenden Ausländer sind zu 80% Muslime (Araber, Inder, Pakistaner, Afrikaner). 10 % sind Hindus und lediglich 4 % Christen, (Tendenz: steigend)Öffnet externen Link in neuem Fenster. Toleranz gegenüber nichtmuslimischen Glaubensrichtungen ist typisch für die VAE. Einwohner anderer Glaubensrichtungen- so z.B. Christen -  können ihre religiösen Pflichten praktizieren und sich zu gemeinsamen GottesdienstenÖffnet externen Link in neuem Fenster zusammenfinden. Verboten sind jedoch offene religiöse Aktivitäten, wie etwa die Missionierung oder auch die Verteilung bzw. der Verkauf missionarischer Schriften, wie der Bibel. Es existieren Kirchen (inzwischen ca. 30) in Abu Dhabi, Dubai und in Sharjah (u.a. eine russisch-orthodoxe KircheÖffnet externen Link in neuem Fenster). Weitere Kirchen Öffnet externen Link in neuem Fensterwerden gebaut. Als Pfarrer für die deutsche evangelische Gemeinde in DubaiÖffnet externen Link in neuem Fenster zu arbeiten ist durchaus realistisch.

Besuche von Moscheen für Nichtmuslime zu festgelegten Zeiten sind möglich, von offizieller Seite durchaus erwünscht und in jeder Hinsicht - schon allein wegen der Architektur - lohnenswert, so u.a. der Jumairah-MoscheeÖffnet externen Link in neuem Fenster in Dubai oder der Großen Sheikh-Zayed-MoscheeÖffnet externen Link in neuem Fenster in Abu Dhabi. Die älteste Moschee der VAEÖffnet externen Link in neuem Fenster befindet sich in Bidya  (Emirat Fujairah), wahrscheinlich im 15. Jh. erbaut. Auch diese kann man besuchen. Wichtig: An die entsprechende Bekleidung vor Betreten jeder Moschee denken!

Älteste Moschee der VAE in Bidya (Emirat Fujairah)
Älteste Moschee der VAE in Bidya © H. Walther
Große Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi
Große Sheikh-Zayed-Moschee in Abu Dhabi © A. Walther

Kultur

Aus kleinen Siedlungen in den Oasen oder an den Küsten haben sich die VAE mit dem dem Eintritt ins Erdölzeitalter und deren Einnahmen auch im Bereich der Kultur regelrecht in die Moderne katapultiert. Museen, Kinos, Theater, Bibliotheken wurden vor allem in Dubai, aber auch in Abu Dhabi und Sharjah gebaut.

Das Emirat Sharjah setzt ohnehin auf die Rückbesinnung und Bewahrung der traditionellen Kultur. Zahlreiche themenbezogenen MuseenÖffnet externen Link in neuem Fenster vermitteln ein hervorragenden Einblick in die Archäologie, Geschichte, Architektur und Lebensweise des Emirats. 1998 wurde es zur Kulturhauptstadt der arabischen WeltÖffnet externen Link in neuem Fenster ernannt und 2014 soll es Hauptstadt der islamischen Kultur werden. Der Herrscher von Sharjah Sheikh Dr. Sultan Bin Mohammed Al Qasimi hat großen Anteil an dieser Entwicklung.

Auch im Emirat Abu Dhabi soll zukünftig viel für die Kultur getan werden. Die östlich der Hauptstadt vor der Küste gelegene Insel SaadiyatÖffnet externen Link in neuem Fenster soll zu einer "Kulturinsel" ausgebaut werden, u.a. mit Ablegern weltberühmter Museen, wie das Guggenheim Museum New YorkÖffnet externen Link in neuem Fenster  oder des Louvre Abu DhabiÖffnet externen Link in neuem Fenster. Kostenpunkt für das gesamte Projekt: ca. 27 Mrd. USD! 

Nicht zu vergessen Dubai: Kulturelle und sportliche Aktivitäten spielen dort seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in den zahlreichen ehrgeizigen Projekten. Neben dem "Heritage Village"Öffnet externen Link in neuem Fenster, ein original nachgebautes traditionelles Wohnviertel im Stadtteil Shindaghah existieren viele Museen und Sportanlagen. In einigen "Shopping Malls" von Dubai, wie u.a. im Deira City CenterÖffnet externen Link in neuem Fenster oder der Dubai MallÖffnet externen Link in neuem Fenster am Burj Khalifah, gibt es mehrere Kinos, wohingegen in der Mall of the EmiratesÖffnet externen Link in neuem Fenster sogar Skilaufen möglich ist.

Im Heritage Village von Sharjah
Im Heritage Village von Sharjah © H. Walther

Film

Seit 2004 wird in Dubai jährlich im Dezember das Dubai International Film FestivalÖffnet externen Link in neuem Fenster  veranstaltet, auf dem immer wieder auch große Stars aus der Welt des Films anwesend sind. Finanzielle und technische Möglichkeiten erlauben es, dass nicht wenige der arabischen, vor allem ägyptischen Soap Operas in den VAE gedreht werden.

Andererseits bleiben die vielen ausländischen ArbeitsimmigrantInnen, vor allem aus Indien, Pakistan oder Bangladesh, von dieser Kultur ausgeschlossen. Sie bewahren und praktizieren ihre eigene auch in den VAE, d.h. sie besuchen Filme u.a.m. ihres Kulturkreises - allein schon wegen der Sprache. Auch dafür gibt es Kinos.

Musik

Wie überall in der arabischen Welt hören die Menschen auch in den Abu Dhabi, Dubai oder andernorts in den VAE gern die arabischen "Klassiker" des 20. Jahrhunderts: allen voran Umm KulthumÖffnet externen Link in neuem Fenster (Ägypten), Farid el-AtracheÖffnet externen Link in neuem Fenster (Syrien) oder FairuzÖffnet externen Link in neuem Fenster (Libanon). Darüber hinaus sind besonders bei jungen Leuten Pop-Sänger, auch Sängerinnen, aus dem Irak (Kadhem SaherÖffnet externen Link in neuem Fenster) oder aus Saudi-Arabien, wie Mohammed AbduÖffnet externen Link in neuem Fenster, dessen bekanntestes Lied "il-Amaakin"Öffnet externen Link in neuem Fenster ist, gefragt. Beliebt sind aber auch Sänger aus der arabischen Golfregion selbst, allen voran Abdallah ar-RowaishidÖffnet externen Link in neuem Fenster (Kuwait). Bei Familienfesten werden gern Lieder beduinischer Herkunft gespielt und gesungen, begleitet von der Doppelflöte, einer kleinen Trommel oder dem OudÖffnet externen Link in neuem Fenster, von dem einst unsere Laute abstammte. Aber auch zu offiziellen Anlässen, wie dem Nationalfeiertag am 2. Dezember, werden Musik und Tanz aus der beduinischen Tradition bevorzugt.

Die in den VAE lebenden Ausländer, ob aus Iran, Indien, Pakistan oder Bangladesh, ziehen natürlich ihre eigene Musik vor, wie Mohammed Reza ShejarianÖffnet externen Link in neuem Fenster (Iran) - Harmonie also auch in Sachen Musik in den VAE.

Insbesondere in Dubai treten des öfteren internationale Musikstars auf. Bekannt ist dafür das Dubai Desert Rock FestivalÖffnet externen Link in neuem Fenster, das viele Gäste aus den VAE und dem Ausland anzieht.

Folkloregruppe in Dubai
Folklore zum Nationalfeiertag am 2.12. © H. Walther
Mohammed Abdu (Saudi-Arabien)
Mohammed Abdu (CD-Label)

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal am 19. März 2013 aktualisiert.

Über den Autor

Heiner Walther, studierte Orientalistik, Islamwissenschaft und Iranistik, arbeitete nach dem Studium als Arabisch-Dolmetscher. Von 1978 bis 1992 unterrichtete er Arabisch und Persisch an der Universität Leipzig.

Seither freiberuflich, organisiert und leitet Studienreisen in arabische Länder, u.a. in die VAE. Seit 1994 arbeitet er auch als Tutor für Landesanalyse VAE, Jemen, Oman sowie Saudi-Arabien und als Arabisch-Sprachlektor bei der GIZ (AIZ) in Bad Honnef. Er hat diverse Arabisch-Lehrbücher und touristische Sprachführer zu verschiedenen arabischen Dialekten verfasst.

Fragen, Kommentare, Anregungen

Lesetipps und Links

  • Meyer, Günter: Internationale Arbeitsmigration in den Golfstaaten .... (in: Die Arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie, ZeFaw, 2004, S. 433-441)


  • Buch-Empfehlung: Schindhelm, Michael: Dubai Speed (lesenswerte Einblicke eines Europäers in die Kultur-Utopie Dubais) Außerdem bloggt der Autor unter www.dubai-speed.deÖffnet externen Link in neuem Fenster

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