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Bananenstauden auf dem Markt © Otto Frick

Wirtschaft und Entwicklung

Alle wichtigen Strukturdaten zu Wirtschaft und Entwicklung
BeschreibungInhalt
geschätztes BIP:3,814 Mrd. US-$ (2012)
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität):1051 US-$ (2014)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI):Rang 159 von 187 (2012)
Anteil Armut (unter 2  $ pro Tag):52,7 % (2014)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient):39,3
Anteil alphabetisierte Erwachsene:57,1 %

Inhalte dieser Seite

Das LIPortal

Togo

Wirtschaftsstruktur

Verladung von Phosphat in Kpemé © Goethe-Institut Lomé
Verladung von Phosphat in Kpemé © Goethe-Institut Lomé
Marmorbrüche in Pagala © Otto Frick
Marmorbrüche in Pagala © Otto Frick

Die Wirtschaftsstruktur Togos ist immer noch durch die aus der Kolonialzeit resultierenden Disparität zwischen dem entwickelteren Süden und dem weitgehend auf der Basis traditioneller Subsistenzwirtschaft lebenden Norden gekennzeichnet. Togo ist, abgesehen von den Phosphatvorkommen (in geringeren Mengen auch Kalkstein, Marmor u. a. Bodenschätze), ein rohstoffarmes, tropisches regenabhängiges Agrarland.

Die Bevölkerung findet ihr Auskommen größtenteils in der Landwirtschaft, in der etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten. Die Selbstversorgung mit den Grundnahrungsmitteln ist gewährleistet, allerdings sehr fragil. Dürre oder Überschwemmungen können schnell zu ernsten Versorgungsengpässen führen. Im Süden werden Mais, Maniok und Ölpalmen gepflanzt, im Dreieck Kpalimé, Atakpamé und Badou werden Kaffee und Kakao kultiviert während in der Zentralregion Baumwolle und Jams die wichtigsten Kulturen sind und weiter im Norden der Anbau von Hirse/Sorghum und die Rinderhaltung eine größere Rolle spielen.

Die relativ bescheidene industrielle Produktion beruht hauptsächlich auf dem Abbau und der Verarbeitung von Phosphat, der Zementproduktion, die inzwischen die Exporterlöse des Phosphats überrundet hat und dem vor einigen Jahren wieder aufgenommenen Abbau von Eisenerz. Daneben sind es Betriebe der lebensmittelverarbeitenden Industrie und der Produktion einfacher Industriewaren (Plastikartikel, Baustoffe), die größtenteils im Lande verbleiben und zu etwa einem Drittel in die CEDEAO-Staaten exportiert werden.

Phosphatabbau - Phosphate Mining at SNPT (Societe Nouvelle des Phosphates de Togo), 2007-12-02. Licensed under CC-BY-SA by permission of the author, Alexandra Pugachevsky
Phosphate Mining at SNPT (Societe Nouvelle des Phosphates de Togo), 2007-12-02. Licensed under CC-BY-SA by permission of the author, Alexandra Pugachevsky
Verkäuferin von Beignets d'haricot © Otto Frick
Verkäuferin von Beignets d'haricot © Otto Frick

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist der informelle Sektor, in dem ca. 20 - 25% der Bevölkerung beschäftigt sind und in dem etwa 20% des BIP erwirtschaftet werden. Um diesen Bereich besser zu organisieren, wurde 2008 per Dekret die DOSI - Délégation à l'Organisation du Secteur Informelgegründet, die dem Premierminister untersteht.

Ein wichtiger Sektor im Wirtschaftsleben Togos ist der Handel, wobei der Transithandel vom Hafen Lomé in die Sahelländer von großer Bedeutung ist. In der in Hafennähe eingerichteten Freihandelszone SAZOF haben sich bislang über 60 Unternehmen, meist mit ausländischer Kaptitalbeteiligung, niedergelassen.

Die Banque de France stellt im Rapport Zone franc – 2011 ein detailliertes Wirtschafts- und Finanzprofil Togos vor, während das CIA World Factbook eine aktuelle Tabelle mit den wichtigsten Wirtschafts- und Finanzindikatorenund Index Mundi  die wichtigsten Daten und Zahlen zum Wirtschaftsprofil Togosveröffentlichte. Die Afrika relevanten Wirtschaftsmagazine sind Les Afriques, CommodAfrica und African Manager,auch IZF.net- 'Investir en zone franc' enthält Wirtschaftsnachrichten zu Togo.

Wirtschaftssektoren

Baumwollfeld mit Baobab-Bäumen © Thoralf Spiess
Baumwollfeld mit Baobab-Bäumen © Thoralf Spiess
Kaffeepackung © Otto Frick
Kaffeepackung © Otto Frick
Ölpalmkerne © Otto Frick
Ölpalmkerne © Otto Frick
Verbotsschild an einem Nationalpark © Otto Frick
Verbotsschild an einem Nationalpark © Otto Frick

Landwirtschaft und Tierhaltung

Die Landwirtschaft Togos wird durch kleinbäuerliche Betriebe dominiert. Der Anbau geschieht im Familienverband mit fast ausschließlich traditionellen Anbaumethoden, ohne Mineraldünger oder Maschinen, und gewährleistet in der Regel die Eigenversorgung mit Grundnahrungsmitteln. Die demografische Entwicklung erhöhte den Bevölkerungsdruck auf die knappen Landressourcen, dem letztlich nur durch eine Erhöhung der Erträge zu begegnen ist. Gartenbau wird im ländlichen Milieu häufig von Frauen betrieben, die in der Regel auch über die erzielten Einnahmen selbst verfügen können. Der Musiker Diez Khete't wirbt in seinem Clip Doumevi für die lokalen Produkte der Landwirtschaft und des Gartenbaus.

Als Cash crops werden Baumwolle, Kaffee, Kakao und Ölfrüchte angebaut. Für den Eigenbedarf werden Jams, Maniok, Mais, Hirse/Sorghum, Reis, Bohnen, Erdnüsse, Zuckerrohr und eine Reihe von weiteren Feldfrüchten, bzw. Obstpflanzen kultiviert. Laut Statistik der FAO (Commodities by country + "Togo") sind Jams, Kakao-Bohnen, Mais und Maniok die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte. Die Speiseölfabrik NIOTO - Nouvelle Industrie des Oléagineux du Togo produziert auch aus Baumwollkernen Speiseöle. Togo steht mit seinem Anteil an der Weltproduktion (Country rank in the world, by commodity + "Togo") von Jams an 5. Stelle, mit Karité-Früchten an 7. Stelle und mit Kakao-Bohnen an 8. Stelle. Togo ist Mitglied in der COPAL – Cocoa Producers' Alliance sowie bei WARDA - dem Africa Rice Center. Die Regierung möchte die Produktion von Kaffee und Kakao wieder ankurbeln, nachdem für Rohstoffe wieder bessere Preise erzielt werden können. Beim deutschen Import von Kakao steht Togo nach der Elfenbeinküste mit 16,4 % an zweiter Stelle der Herkunftsländer.

Mit PNI­A­SA, dem Na­tio­na­len In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm für die Land­wirt­schaft, einem ambitionierten Programm zur Ernährungssicherungwill die Regierung die landwirtschaftliche Produktion, inklusive Viehhaltung und Fischzucht, mit Subventionen steigern. Unterstützt wird die Finanzierung durch den IFAD - In­ter­na­tio­na­ler Fonds für land­wirt­schaft­li­che Entwick­lung. Erste Erfolge werden gemeldet, so konnten Togos Kleinbauern gute Ernteerträge erzielen. Im Oktober 2012 wurde in Lomé offiziell CountrySTAT, ein internetbasiertes Informationstechnologie-System für Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsstatistiken auf der nationalen und regionalen Ebene eingeführt.  

Die Tierhaltung ist weniger als Zucht- oder Mastbetrieb ausgerichtet, sondern wird extensiv betrieben. Es handelt sich hierbei um Hühner, Ziegen, Schweine, Schafe und im Norden auch Rinder. Das wohl beliebteste, aber auch teuerste Fleisch stammt vom Grasnager oder Agouti (Aulacode), dessen Domestizierung erst vor wenigen Jahrzehnten begonnen hat. Der Fischfang erfolgt eher mit traditionellen Methoden, wie das Filmbeispiel zeigt. Togo muss zusätzlich Fleisch und Fisch importieren, um den eigenen Bedarf zu decken. Daher interessiert sich Togo und mehrere Nachbarländer für ein Fischzuchtprojekt, um den Nilbarsch (Tilapia) zu züchten.

 

Forstwirtschaft 

Die togoische Forstwirtschaft ist, gesamtwirtschaftlich gesehen, von geringerer Bedeutung. Die wichtigsten Bäume der Aufforstungsprogramme und der Pflanzungen sind Teak- und Eukalyptus-Bäume. Das französische Aufforstungsprojekt in Eto soll die Stadt Lomé mit Brennholz aus Eukalyptus-Bäumenversorgen (Projektbericht mit vielen Tabellen und Fotos). 
Aus den Früchten des Karité-Baumes wird die Karité- oder Shea-Buttergewonnen, die als Speisefett, aber auch in der Bio-Kosmetik Verwendung findet. Auch der Neem-Baum kann vielseitig genutzt werden, so finden die wirkstoffreichen Pflanzenteile Verwendung in der traditionellen Medizin, in der Landwirtschaft als Insektizide und Pestizide und das aus den Samen gewonnenen Öl dient u. a. als Basis für die Seifenherstellung.
In Togo gilt vor allem im ländlichen Bereich das traditionelle Boden-Nutzungsrechtneben dem von der Kolonialverwaltung eingeführten Katasterwesen, das sich hauptsächlich im städtischen Milieu durchgesetzt hat. Manchen Landnutzern (Pächtern) ist es nicht erlaubt, Bäume zu pflanzen, da sich daraus Besitzansprüche ableiten können. Entsprechend den Traditionen sind Frauen in Nordtogo durch das patrilineare Erbrecht benachteiligt. Eine Studie beschäftigt sich mit Landtransaktionen im Südwesten Togos und schildert die Probleme, die beim zunehmenden Wettbewerb um Böden und Ressourcen entstehen. 

Energie

Geschäft für Solarpanele in Lomé © Eckehard Mewes
Geschäft für Solarpanele in Lomé © Eckehard Mewes

Togo kann nur einen Teil des benötigten Strombedarfs selber produzieren und ist von Stromimporten aus Ghana und der Elfenbeinküste abhängig. Stromist immer noch für einen großen Teil der Bevölkerung, vor allem auf dem Land, ein ferner Luxus. Etwa 60 % der Togoer haben keinen Zugang zur Stromversorgung, dafür ist der Anteil an Festbrennstoffen entsprechend hoch: über 80% des Energiebedarfs werden über Holz, bzw. Holzkohle abgedeckt. 

Ein 30-minütiger Werbefilm der Hochtief von 1988 zeigt eindrucksvoll den Bau des Nangbeto Staudamms, der gemeinsam mit Bénin zur Elektrizitätsgewinnung betrieben wird. Ein weiterer Staudamm zur Energiegewinnung ist am Unterlauf des Mono, in Adjarala projektiert. Die VR China wird dieses Vorhaben finanziell unterstützen. Ein neues Wärme-Kraftwerk mit 100 MW Leistung, finanziert durch die US-amerikanische OPIC wurde 2010 in Betrieb genommen und wird die Stromerzeugungskapazität Togos verdoppeln.
In den ersten Jahren waren es eher Nichtregierungsorganisationen und private Initiativen, darunter einige von Togoern, die in Deutschland leben, die in Togo Solarenergie einführten. In den letzten Jahren etablierten sich auch togoische Betriebe und Unternehmen, die Solarpanele sowie die entsprechenden solarbetriebenen Geräte und Serviceleistungen anbieten. Togocel, der größte Mobilfunkanbieter, konnte mit einem Hybridstromsystem (bestehend aus Solaranlage, einem Dieselaggregat und einer Notstrombatterie) seine betrieblichen Gesamtaufwendungen bereits um 60 % senken. Auch die Regierung fördert mittlerweile erneuerbare Energien und beauftragte im April 2012 die französische 'Delta Wind Togo' zum Betrieb eines Windparks im Sumpfgebiet des Zio nordöstlich von Lomé bei Kagomé. Für die nächsten zwei Jahre sind 24 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 24 MW geplant. 

Industrie und verarbeitendes Gewerbe

Im internationalen Vergleich war dieser Sektor bislang eher von geringerer Bedeutung. Auf dem ersten Platz bei den Exporterlösen steht die Zementproduktion, die von den Firmen Wacem und Heidelberg-Zement betrieben wird. Letztere will mit 250 Millionen US-Dollar ein Klinkerwerk in Tabligbo und eine Zementmahlanlage in Dapaong errichten. Die Inbetriebnahme der beiden Werke ist für 2015 geplant. Im etwa 30 km südöstlich von Dapaong gelegenen Nayega ließ sich die australische Ferrex die Lizenz zu 85 % für den Abbau von Manganerzen sichern. 
Im Jahr 2006 bekam MM Mining, eine indische Firma mit Sitz auf den Bahamas, die Genehmigung, Eisenerz in Banjeli in Nordtogo abzubauen. So wird nach über 80-jähriger Pause das Eisenerz industriellgefördert. Die Phosphatproduktion, die noch in den 1990er Jahren mehr als die Hälfte der Exporterlöse erzielte, wurde zwar 2002 teilprivatisiert, Missmanagment und Verfall der Weltmarktpreise führten jedoch das Unternehmen in die Krise. Im Mai 2007 wurde die Société Nouvelle des Phosphates du Togo (SNPT) gegründet. Bei der Suche nach neuen Investoren kam die australische Balamara Resources (ehemals Sultan Corporation) in die engere Auswahl. Über die Neustrukturierung von maroden Betrieben und Gesellschaften, wie z. B. der Baumwollgesellschaft SOTOCO, die im Januar 2009 in die Nouvelle Société Cotonnière du Togo (NSCT) überging berichtete n.a. Jeune Afrique. Die Lebensmittel verarbeitende und Getränke  produzierende Industrie besteht u. a. aus einer Getreidemühle, Speiseölfabrik, Brauerei, einer Fabrik, die Palmwein in Flaschen abfüllt, Zuckerraffinerie, Betrieben zur Verarbeitung von Milchprodukten, Tiefkühlprodukten wie Hühnern, Schalentieren und Fischen, Fleischproduktion und Bio-Trockenfrüchten. Viele dieser Betriebe ließen sich in der 1989 gegründeten Freihandelszone  Société d’Administration des Zones Franches (SAZOF)nieder. Mit rund 4000 Beschäftigten ist die koreanische Fabrik für Kunsthaar, Amina, der größte Arbeitgeber der Freihandelszone. Im Mai 2012 wurde der neue Informationsservice eRegulations Togo für die Freihandelszone gegründet.

Angebote eines Immobilienmaklers in Lomé-Doumassessé © Otto Frick
Angebote eines Immobilienmaklers in Lomé-Doumassessé © Otto Frick

Auf dem Immobilienmarkt gibt es einige ehrgeizige Bauprojekte für zukünftige Luxuswohnungen in exklusiven Stadtvierteln - Wellbeing City, Ville Nouvelle - Lomé/Togo - für die noch um Investoren geworben wird, wie dem Filmclip und den Prospekten zu entnehmen ist.

Kleinhandel und informeller Sektor

Warenangebot eines Schuhverkäufers © Otto Frick
Warenangebot eines Schuhverkäufers © Otto Frick

Der französische Reiseführer Le Routard hat sich auf den Märkten Lomésumgesehen und präsentiert neben den Texten auch einige schöne Fotos. Der Tiermarkt im gleichnamigen Stadtteil Gbossimé vermittelt eine Stimmung der Sahelzone, da viele der muslimischen Händler aus dem Norden stammen. Auf allen Märkten in Lomé begegnen wir  jungen Mädchen, die als Lastenträgerinnenarbeiten.

Als Beispiel der Mikroökonomie publizierte das Wirtschaftsmagazin Brand Eins das Kurzporträt eines Kaufmanns in Togo. In einem Film berichten selbstständige Unternehmer, die als Zeltverleiher bei Beerdigungen und anderen Veranstaltungen ihre Dienste anbieten. 
Viele der kleineren Handwerksbetriebe, wie Schreiner, Schmiede, Schlosser oder Maurer sind Einmannbetriebe, die allerdings mit einer relativ großen Zahl an Lehrlingen arbeiten, die wiederum Lehrgeld bezahlen müssen. Der Filmclip Une entreprise togolaise präsentiert einen kleinen Polstereibetrieb und seine Mitarbeiter. Ein kurzer Artikel schildert die Nöte und Sorgen der "kleinen Leute", die keiner geregelten Arbeit nachgehen und "irgendwie zurechtkommen" müssen.

 

Tourismus

Lehmburg  ('Takienta', auch 'Tata') in der Koutammakou-Region (Pays Tamberma) in Nord-Togo © Otto Frick
Lehmburg ('Takienta', auch 'Tata') in der Koutammakou-Region (Pays Tamberma) in Nord-Togo © Otto Frick
Eintrittskarte zum Wasserfall von Woamé bei Kpalimé © Otto Frick
Eintrittskarte zum Wasserfall von Woamé bei Kpalimé © Otto Frick

Der Tourismus kam in den 15 Jahren der suspendierten Kooperation fast gänzlich zum Erliegen, sieht man von den wenigen Geschäftsleuten ab, die sich in Togo aufhielten. Togo hat touristische Potentiale (siehe Kapitel 5), die einem gehobeneren Individualtourismus gerecht werden könnten und die Regierung sucht nach Partnern, auch im Luftverkehr, um den Tourismus wieder anzukurbeln. Bei einem Treffen der Tourismus-Experten der CEDEAO-Länder verriet der togoische Minister für Tourismus, dass auf die Länder der CEDEAO gerade mal 4,2 % der Einreisen auf den afrikanischen Kontinent entfallen, nämlich 2,1 Millionen Touristen im Jahr 2012 und der Tourismus innerhalb der Staatengemeinschaft sich noch in einem embryonalen Stadium befindet.

Außenhandel und regionale Integration

Exporte während der französischen Mandatszeit © Sammlung Otto Frick
Exporte während der französischen Mandatszeit © Sammlung Otto Frick

Außenhandel

Seit der Gründung von Popovi/Aného im 17. Jh. und von Lomé 1877 ist die Küste Togos Teil des atlantischen Handels, was die Mentalität des Südens bis heute prägt. Ohne den Handel hätte es wohl auch keine Togo-Kolonie gegeben. 
Egal ob im informellen Bereich Zigaretten en detail verkauft werden oder ob im großen Stil Waren aus Übersee importiert und in die Nachbarländer exportiert werden: der Handel generell ist einer der wichtigen Sektoren der Wirtschaft. Togo ist seit 1995 Mitglied der WTO. Die Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD - United Nations Conference On Trade And Development veröffentlichte eine Reihe von Berichten und Dokumenten, darunter auch den World Investment Report 2014mit einem Datenblatt zu Togo. Das International Trade Center veröffentlichte sehr detaillierte interaktive Tabellen der togoischen Exportesowie der Importevon 2012.

Der Hafen in Lomé, der in den 1960er Jahren mit deutscher finanzieller Hilfe als moderner Tiefseehafen ausgebaut wurde, ist von großer Bedeutung für Togo als Transitland im Warenverkehr mit Mali, Burkina Faso und Niger. Auch im Handel zwischen den wirtschaftlich bedeutenden Produzenten wie Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste spielt Togo eine wichtige Rolle als Transitland. Aber auch der informelle Handel mit den Nachbarländern spielt eine nicht unwesentliche Rolle, wie den beiden Artikeln über den Schmuggel an der Grenze Ghana-Togo und an der Grenze Togo-Bénin zu entnehmen ist. Togo scheint auch Drehscheibe im internationalen Drogenschmuggel zu sein, wie in dem Filmclip gezeigt wird. Die Regierung greift hart durch, da in den letzten Jahren auch immer mehr Togoer involviert sind. Der Hafen ist einer der größten Umschlagplätze der Region für Gebrauchtfahrzeuge aus Europa. Durch die immense Erhöhung der Einfuhrsteuer überlegen jedoch einige der Importeure auf die Häfen der Nachbarstaaten auszuweichen.

Stoffhändlerinnen in Lomé © Jürgen Richter
Stoffhändlerinnen in Lomé © Jürgen Richter

Eines der "Wahrzeichen" von Lomé sind die legendären Nana Benz, die Stoffhändlerinnen mit dem Auto als Statussymbol, die als Grossistinnen die Pagnes genannten Stoffe vorzugsweise in den Niederlanden bestellen und von ihren Lagern in Lomé aus an ein gut funktionierendes Netz von Zwischenhändlerinnen in Togo und in den Nachbarländern weiterhandeln. Die holländische Firma Vlisco, Produzent der teuren und hochwertigen und hochgeschätzten Wax-Stoffe(als Statussymbol in etwa mit unserer früheren "Aussteuer" vergleichbar) bedient heute eine wohlhabende Klientel. Zum Schutz vor preisgünstigeren asiatischen Nachahmungen und Fälschungen, die zunehmend den Markt überschwemmen, unterzeichnete die Firma Vlisco Anfang Juni 2013 eine Vereinbarung mit der togoischen Zollbehörde. Zwei der erfolgreichen und bekannten Händlerinnen, Dédé Rose Creppy und Maggy Lawsonberichten über das unternehmerische Vermächtnis der Nana Benz und wie die neue Generation der Stoffhändlerinnen Geschäfte mit China betreibt, um konkurrenzfähig zu bleiben. 

Regionale Integration

Karte der ECOWAS-Staaten © (ECOWAS Mitgliedsstaaten GNU-FDL)
Karte der ECOWAS-Staaten © (ECOWAS Mitgliedsstaaten GNU-FDL)
Die Geldscheine der Westafrikanischen Francs-Zone © Fotos Otto Frick
Die Geldscheine der Westafrikanischen Francs-Zone © Fotos Otto Frick

Togo ist Mitglied der CEDEAO - Communauté Économique des États de l'Afrique de l'Ouest, der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (in Englisch ECOWAS), der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEOMA mit der Zentralbank BCEAO. Die gemeinsame Währung, der Franc-CFA - Communauté Financière Africaine, ist im festen Verhältnis (1 € = 655,957 Francs CFA) an den Euro gebunden. Bei der 50-jährigen Jubiläumsfeier der BCEAO am 3. November in Dakar wurde ein neuer 500 Franc Schein vorgestellt, der seit dem 30. November 2012 in Umlauf ist. Er ersetzt die bisherige 500 Franc Münze, die sukzessiv eingezogen werden wird. Togo gehört der Bourse Régionale des Valeurs Mobilières (BRVM) an, der Regionalbörse der UEOMA, ist Mitglied der African Development Bank Group und der BOAD, der westafrikanischen Entwicklungsbank mit Sitz in Lomé. Der Fonds de GARI - Garantie des Investissements Privés en Afrique de l'Ouest mit Sitz in Lomé hat das Ziel, die Privatwirtschaft in den Ländern der CEDEAO finanziell zu unterstützen und zu fördern. Im Internetportal IZF- investir en zone franc, das von der UEOMA betrieben wird, finden interessierte Investoren wichtige Informationen und Adressen zum Geschäftsleben in Togo. Das Réseau des Systèmes d'Information des Marchés en Afrique de l'Ouest - RESIMAO ist ein Informationsnetzwerk der landwirtschaftlichen Märkte der CEDEAO-Länder mit dem Ziel, zur Lebensmittelsicherheit und zur Armutsminderung beizutragen. Togo ist Mitglied im Conseil de l'Entente, dem auch Bénin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste und Niger angehören. Doch scheinen diese Integrationsanstrengungen noch nicht an der Basis angekommen zu sein: Journalisten berichteten ernüchternd von Tracasseries (Schikanen) durch die Polizei, die sie bei einer Transit-Reise durch die drei CEDEAO-Staaten Bénin, Togo und Ghana erlebten.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Ghana, Bénin und Nigeria sollen durch die 2009 gegründete Zone d'alliance de la co-prospérité - COPAZ intensiviert werden. Mit Bénin existiert bereits im Energie-Sektor die gemeinsam betriebene Communauté Electrique du Bénin (CEB). Die Pipeline des West African Gas Pipeline (WAGP) Projectwurde 2007 fertiggestellt und versorgt Bénin, Togo und Ghana mit nigerianischem Erdgas.

Wirtschaftspolitik und Entwicklungspotential

Das wichtigste Ziel von Präsident Faure Gnassingbé war, die suspendierte Kooperation mit der EU wieder aufzunehmen, was Ende 2007 auch gelang. Im Rahmen des 10. Europäischen Entwicklungsfonds (10. EEF) wurde Togo finanzielle Hilfe zugesagt (siehe w. u. Internationales Engagement). Neben den Beziehungen zur EU, dem IWF und der Weltbank versuchte Togo auch die wirtschaftlichen Beziehungen zur VR ChinaJapan und einigen arabischen Staaten sowie jüngst zu Israel zu intensivieren. Auf der Website des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen finden Sie Nachrichten und weiterführende Links zu den wirtschaftsrelevanten Institutionen des Landes. Togo ist Mitglied in der Extractive Industries Transparency Initiative - EITI – ITIE (Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft) und gehört zu den Ländern, die ihre Zahlungsströme offenlegten

Der Bertelsmann Transformations-Index informiert über die politische und wirtschaftliche Entwicklung und Transformation der letzten Jahre. Auf der Togo-Seite des Index der wirtschaftlichen Freiheit 2014, einem Jahrbuch des Wall Street Journal's und der Heritage Foundation, nimmt Togo Rang 150 von 161 Ländern ein, in der Kategorie "repressed". Auch im Ranking der Weltbank Doing Business 2013, das den Zeitraum bis Juni 2013 erfasst, nimmt Togo einen Platz 157 von 189 Ländern ein und gehört somit zu den schwierigsten Ländern der Welt. Droit-Afrique bietet Informationen zur rechtlichen Situation im Wirtschaftsbereich und  zu den internationalen Organisationen mit denen Togo verbunden ist. 

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Armut und Armutsbekämpfung

Togo gehört zu den ärmsten Länder der Welt. Im HDI Ranking der VN von 2013 nimmt Togo Platz 166 von 187 ein. Die Weltbank beziffert im Länderprofil Togo das BIP 2010 mit 4 %. 2011 stieg es auf 4,9 % an, 2012 waren es es 5,9% und 2013 sind es 5,1%. African Economic Outlook bietet einen guten Überblick mit Statistiken zu den verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Kriterien und Entwicklungen und den ausführlichen Country Report Togo 2013 gibt es als PDF-Downlod. Der IWF spricht in seinem neuesten Strategy Paper zur Armutsbekämpfung von über 60 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. In den ländlichen Gebieten sind 3 von 4 Haushalten arm, im Gegensatz zu 2 von 4 im städtischen Milieu. Am härtesten betroffen sind die Savannenregion mit 92,4 %, die Zentralregion mit 84 % und die Region der Kara mit 80 %. Zudem geht die Armut mit Unterernährung einher, so dass 64,2% dieser in Armut lebenden Menschen unterernährt sind.
Die tabellarische Übersicht zeigt, dass Togo keines der Millenniumsziele auch nur annähernd verfolgt oder gar erreicht hat. Auf der interaktiven Länderseite finden Sie weitere Informationen zu den Millenniumszielen. Ein Jahr vor Ablauf der Frist, die sich die Vereinten Nationen gesetzt hatten, zeigt die Bilanz, dass nicht alle Ziele erreicht wurden und im nächsten Jahr sollen neue, nachhaltige Entwicklungsziele die alten Millenniumsziele der Vereinten Nationen ersetzen.
Die Rahmenbedingungen der VNfür die Entwicklungshilfe in Togo (UNDAF 2008 – 2012) finden Sie im vollen Wortlaut unter der Devise "Sich den Herausforderungen der Millenniumsziele zu stellen". Nach Ansicht der togoischen NRO Visions Solidaires verfügen Migranten über ein bedeutendes Potential bei der Armutsbekämpfung, jedoch wurde diese Gruppe bislang von der MDG-Agenda übersehen.
Im April 2009 verabschiedete die Regierung die endgültige Fassung der Armutsbekämpfungsstrategie (DSRP) und beschloss ein Prioritäres Aktionsprogramm (PAP). Das Secrétariat Technique du DSRP - Document de Stratégie de Réduction de la Pauvreté verfügt seit Dezember 2012 über eine eigene Website. Entwicklungsanstrengungen im Bereich der Landwirtschaft zeigten Erfolge und Togo konnte einen Überschuss in der Getreideproduktionvermelden. Der in den USA lebende togoische Designer Mansour Ourasanah entwarf einen Behälter für die Küche, um Heuschrecken als Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion zu züchten und erhielt dafür den Prix Vilcek 2014. Der togoische Unternehmer und Erfinder Kodjo Afate Gnikou entwickelte aus alten Computerteilen einen 3D-Drucker.

 


Nationale Entwicklungsanstrengungen

Die Anstrengungen der Regierung unter Faure Gnassingbé um die Wiederaufnahme der EZ mit der EU waren erfolgreich, und die EU nahm im November 2007 die volle Zusammenarbeit mit Togo wieder auf. Die langfristigen nationalen Entwicklungsstrategien Togos, die auf Grundlage der Millenniumsziele geplant wurden, sind in dem Bericht Le Togo se mobilise autour des OMDdargelegt und im Januar 2014 wurde der vierte Bericht bestätigt. In Togo investieren, so lautet die Aufforderung der SAZOFder Freihandelszone, die 1989 gegründet wurde, um ausländische Investoren ins Land zu holen. Mittlerweile haben etwa 60 Unternehmen ihre Produktion aufgenommen und weitere 30 sind dabei, sich niederzulassen. 'In Togo investieren' ist auch die Parole, mit der die togoische Regierung versucht, der Wirtschaft wieder zum Aufschwung zu verhelfen, wie diverse Aktivitäten und Veranstaltungen zeigen, auch in Deutschland. 2011 fand in der IHK München unter Teilnahme vom damaligen Premierminister Houngbo ein Wirtschaftstag zur Republik Togo statt. Der Dachverband Fucec Togoist ein Zusammenschluss von genossenschaftlichen Sparkooperativen und vergibt seit über drei Jahrzehnten Kredite an seine 285 000 Mitglieder.
Togo ist Mitglied in der OHADA, einem Zusammenschluss 17 vorwiegend westafrikanischer Staaten mit dem Ziel der Etablierung einer einheitlichen Rechtsordnung innerhalb der Region, um ein freundliches Investitionsklima zu schaffen und das afrikanische Rechtssystems zu stärken. Nach diesen Kriterien wurde ein 'Guide faire des affaires et investir au Togo'veröffentlicht.
Im September 2014 startete die Regierung das neuartige Instrument eines 'partizipativen Budgets', bei dem die Bürgerinnen und Bürger drei Wochen lang Vorschläge und Wünsche für das Staatsbudget 2015 einreichen konnten.
Doing Business veröffentlichte die interessante Seite Dealing with Licenses in Togo, die in einer Tabelle zeigt, wieviel Zeit und welche Kosten aufgewendet werden müssen, um ein Warenlager zu bauen. Nachdem sich Togo zu vielfältigen Reformen verpflichtete, wurde im Februar 2008 das Secrétariat Permanent pour le suivi des Politiques de Réformes et des Programmes Financiers (SP-PRPF) ins Leben gerufen. Der Eintritt ins Rentenalter bei den Angestellten im öffentlichen Dienst wurde im Hinblick auf Finanzeinsparungen von 55 Jahren auf 60 Jahre heraufgesetzt. Um der hohen Arbeitslosigkeit begegnen zu können, wurde 2009 die nationale Stellenvermittlung, die Agence nationale pour l'emploigegründet. Auch eine private Initiative bietet übers Internet Stellen und diverse Dienstleistungen an. Das Ministère du Développement à la Base, de l'Artisanat, de la Jeunesse et de l'Emploi des jeunes hat die Jugendarbeitslosigkeit als wichtige Aufgabe in den Fokus gerückt.

Internationales Engagement

Togoisch-chinesisches Landwirtschaftszentrum in Lomé © Eckehard Mewes
Togoisch-chinesisches Landwirtschaftszentrum in Lomé © Eckehard Mewes

Die Beziehungen der EU mit Togo werden hier kurz skizziert. Im 10. Europäischen Entwicklungsfonds gehört auch Togo zu den Empfängerländern. Die Délégation de la Commission Européenne auprès de la République Togolaisehat auf ihrer Homepage Nachrichten und Berichte, auch als PDF-Dateien. Das Portal der Vereinten Nationenund Unterorganisationen, die in Togo vertreten sind, informiert über die Projekte und bietet Berichte als Downloads an. Das Welternährungsprogramm der VN (WFP)leistete in den vergangenen Jahren Nahrungshilfe bei den Opfern der Flutkatastrophen und in den Flüchtlingslagern. Die Weltbank re-engagierte sich 2008 in Togo, nachdem Forderungen an die International Development Association (IDA) geklärt wurden. Sie hat die Togo - Interim strategy note for the period FY12-FY113 für 2012-2013 vorgelegt. Im Juni 2009 gewährte sie eine Hilfe von 26,82 Mio. Dollarfür die Sanierung der Infrastruktur und der Stromversorgung. Togo durchlief seit 1979 mehrere Strukturanpassungsprogramme, deren soziale Folgen sich durch Einsparungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung bemerkbar machten. 
Japan lieferte im September 2012 11.000 Tonnen Weizen als Nahrungsmittelhilfe an Togo, wobei in den Medien der Verdacht aufkam, dass es sich um verseuchten Weizenhandelt, wobei die Regierungversicherte, dass diese Weizenlieferung einwandfrei nicht verstrahlt wäre. Weitere wichtige Partner Togos im Bereich der EZ sind Frankreich, China, Japan, einige arabische Staaten der Golfregion und auch Israel.
Auf der interaktiven Website des Pariser Clubs sind mehrere Dokumente versammelt, die die Verschuldungen Togos aufzeigen. Am 12. Juni 2008 wurde Togo ein Schuldenerlass in Höhe von 347 Mio. Dollar und am 22. Januar 2009 von weiteren 22 Mio. Dollar gewährt. Einen guten allgemeinen Überblick zur Logik der Schuldenerleichterung für die ärmsten Länder bietet der IWF in deutscher Sprache. Im Dezember 2009 erließ Deutschland Togo einen Teil der Schulden, 2011 erfolgte dann ein weiterer Schuldenerlass, so dass Togo nun Deutschland gegenüber völlig schuldenfrei ist. Die Europäische Investitionsbank sagte Togo ebenfalls einen Schuldenerlass zu.
Der Geldtransfer von Togoern aus dem Ausland ist nicht unerheblich. Laut einer Studie, die die gtz im Auftrag des BMZ 2007 durchführte, wurden im Jahr 2006 allein aus Deutschland neun Millionen Euro nach Togo transferiert. Der neuesten Regierungsmeldung zufolge, leben zwei Millionen Togerinnen und Togoer außerhalb Togos, die im Jahr 2012 etwa 330 Millionen US-Dollars nach Togo überwiesen.

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen

Das GIZ-Büro in Kpalimé © Otto Frick
Das GIZ-Büro in Kpalimé © Otto Frick

Die Suspendierung der Kooperation der EU mit Togo von 1993 bis Ende 2007 reduzierte auch die Projekte vor Ort drastisch. Von den Personalentsendeorganisationen war der DED, der 2011 mit der GTZ und Inwent zur GIZ fusionierte, die einzige deutsche Organisation, die in Togo blieb und mit einem verkleinertem Team in den Programmbereichen der Aids-Prävention und der Demokratieförderung zur Stärkung der Zivilgesellschaft weiterarbeitete. Nachdem Bundesminister Niebel bei seinem Besuch in Togo im Dezember 2011 der Regierung die Wiederaufnahme der deutschen EZ erneut bestätigte, und nach den Regierungsverhandlungen 2012 mit Togo, wurde die GIZ mit neuen Projekten beauftragt und so entstanden seit 2013 mehrere neue Projekte der deutschen EZ in Togo. Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2013 zog der deutsche Botschafter in Togo, Herr Weiß, Bilanz und veröffentlichte einen Jahresrückblick über die deutsch-togoischen Beziehungen.Im September 2013 stattete Günter Nooke, Persönlicher G8-Afrika-Be­auf­trag­ter der Bun­des­kanz­le­rin im BMZ Togo einen Besuch ab und interessierte sich u. a. für Wirtschafts­in­ves­ti­tio­nen und Infra­struk­tur­pro­jek­te.
Die Hanns-Seidel-Stiftung arbeitet in den Bereichen Sensibilisierung und Fortbildung der Zivilgesellschaft sowie der Förderung der Dezentralisierung. Der Freiwilligendienst Weltwärts entsendet über verschiedene Organisationen junge Freiwillige auch zu Projekten in Togo. Im Internet finden sich eine ganze Reihe von Blogs mit subjektiven Berichten zum Einsatz in Togo. Das Projekt 'Offene-Entwicklungshilfe.de - Open Aid Data' zeigt in einer grafischen Darstellung anschaulich die Ausgaben der staatlichen deutschen EZ der letzten elf Jahre in Togo. 

Das Goethe-Institut, das im April 2005 durch einen Brandanschlag stark beschädigt wurde, konnte nach Schadensersatzleistung durch die togoische Regierung seit September 2006 seine Arbeit wieder uneingeschränkt aufnehmen. Neben dem Deutschunterricht und dem Kulturprogramm betreut es die togoischen Deutschlehrer und drei deutsche PASCH-Partnerschulen. Der DAAD fördert finanziell eine Germanistik-Lektorin aus Deutschland, die in der Deutschabteilung der Université de Lomé lehrt und die Studien- und Stipendienberatung für togoische Studenten und Wissenschaftler aller Fakultäten durchführt, die in Deutschland studieren oder forschen möchten.

'Hilfe zur Selbsthilfe' - Hinweistafel einer deutsch-togoischen NRO © Otto Frick
'Hilfe zur Selbsthilfe' - Hinweistafel einer deutsch-togoischen NRO © Otto Frick
Werbetafel einer deutsch-togoischen NRO am Friedhof von Togoville © Otto Frick
Werbetafel einer deutsch-togoischen NRO am Friedhof von Togoville © Otto Frick

Andere Organisationen, die im Gesundheitsbereich, in sozialen und karitativen Einrichtungen tätig sind und mit einheimischen NRO zusammenarbeiten, waren in Togo oft nur mit einer Person vertreten oder entsendeten temporäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die SOS-Kinderdörfer unterhalten in Lomé, Kara und in Dapaong Kinderdörfer und andere Einrichtungen, während Plan-International in allen Regionen vertreten ist. Die Norddeutsche Mission"Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst", die katholische AGEH - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe und das Deutsche Rote Kreuz unterstützen Projekte im Bereich der Zivilgesellschaft. Die mit der Evangelischen Kirche verbundene Seemannsmission unterhält in Lomé das Foyer des Marins (Seemannsheim). Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHWunterhält mehrere Projekte in Togo.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im September 2014 aktualisiert.

Autor

Otto Frick arbeitete neun Jahre in Togo und leitete ein Atelier für visuelle Kommunikation und war in mehreren Projekten der EZ, auch in Benin tätig. Er erstellte Publikationen zu landeskundlichen Themen Togos und Benins und zur Kunst und Kultur Afrikas.

Mitarbeit am Lehrstuhl für Afrikanische Kunst der FU, Referent und Tutor in der Erwachsenenbildung, interkultureller Trainer, Tätigkeiten in der Medien- und Organisationsberatung und als Kurator.

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Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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