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T-shirt mit Logo 50 Jahre Unabhängigkeit © Otto Frick

Geschichte, Staat und Politik

BeschreibungInhalt
Tag der Unabhängigkeit:27. April 1960
Staatsoberhaupt:Präsident Faure Essozimna Gnassingbé
Regierungschef:Premierminister Kwesi Arthème Séléagodji Ahoomey-Zunu
Politisches System:präsidiales Mehrparteiensystem 
Demokratie Status- Index (BTI):Rang 92 (von 128)
Korruptionsindex (CPI):Rang 128 (von 176)

Togo

Landesflagge Togo

Geschichte

Besonderheiten

Togo, das künstliche Segment eines geografischen Großraumes, verdankt seine Form und seine Grenzen kolonialer Willkür: an der Küste gut 50 km breit, erstreckt es sich als schmaler Streifen etwa 550 km nach Norden, mit einer Breite, die zwischen 45 und 140 km variiert. Von 1884 - 1914 war Togo deutsche Kolonie und wurde in seiner kurzen Geschichte nacheinander von drei Kolonialmächten regiert.

Vorkoloniale Zeit

Archäologische Funde belegen, dass Teile von Togo schon vor über 3000 Jahren besiedelt waren. Erst relativ spät, gegen Ende des 17. Jhs. entstanden auf dem Gebiet des heutigen Staates ein paar kleine regionale Reiche, wie das "Königreich" der GuinÖffnet externen Link in neuem Fenster (Glidji/Aného), das Tschaoudjo-Reich der TemÖffnet externen Link in neuem Fenster (Kparatao/Sokodé) und das Reich der Anoufo von Sansanné-Mango. Sie lagen in einer Pufferzone zwischen den mächtigen Königreichen der Ashanti, der Mossi und von Dahomé.

Getreidespeicher in den Grotten von Nano (Nok), die im 17. - 19. Jhdt. errichtet wurden © Otto Frick
Getreidespeicher in den Grotten von Nano (Nok), die im 17. - 19. Jhdt. errichtet wurden © Otto Frick

Viele der heute in Togo ansässigen Völker und Volksgruppen sind in den vergangenen Jahrhunderten aus verschiedenen Nachbarregionen in das heutige Territorium eingewandert. Die EwéÖffnet externen Link in neuem Fenster kamen aus der Region von Oyo im heutigen Nigeria über die historischen Stationen Ketou (Bénin), TadoÖffnet externen Link in neuem Fenster, Notsé, um sich dann zwischen den Flüssen Volta und Mono anzusiedeln. Die Fante und Ga (Mina/Guin)Öffnet externen Link in neuem Fensterkamen aus dem heutigen GhanaÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Tem/KotokoliÖffnet externen Link in neuem Fenster aus Burkina Faso u. a. Sahelländern, die Anoufo aus der Elfenbeinküste.

 

Der atlantische Handel

Gedenktafel in Glidji, die an die Einwanderung der Guin erinnert © Otto Frick
Gedenktafel in Glidji, die an die Einwanderung der Guin erinnert © Otto Frick
Wooldhomé, ehemaliges Sklavenhaus in Agbodrafo  © Otto Frick
Wooldhomé, ehemaliges Sklavenhaus in Agbodrafo © Otto Frick

Ab 1471 landeten portugiesische Seefahrer, später auch andere Europäer an der Küste Oberguineas und der Handel zwischen Westafrika und Europa nahm seinen Anfang, der im transatlantischen Sklavenhandel einen traurigen Höhepunkt finden sollte. Das Küstengebiet Togos ist Teil eines von den Europäern Sklavenküste genannten Gebietes, das sich von der Voltamündung bis zum Nigerdelta erstreckte. Der einzige Handelsplatz zu jener Zeit war Popovi (Kleinpopo, 1905 in Anecho umbenannt). Die aus Elmina und Accra zugewanderten afrikanischen Händler zeichneten sich nicht nur durch den Besitz von Feuerwaffen aus (deshalb Poupou = Bumbum), sie waren auch im Umgang mit Europäern erfahrene Händler. Die europäischen Sklavenkäufer zogen deshalb von Popovi nach Ouidah weiter, wo sie die dortigen noch unerfahrenen Afrikaner im Handel leichter übervorteilen konnten. Von Ouidah, dem Hafen des Reiches Dahomey, exportierten sie Menschen nach Amerika en gros; in Popovi kauften Europäer nach ihren individuellen Wünschen Menschen bestimmten Alters und Geschlechts, die ihnen die afrikanischen Zwischenhändler in Popovi im "stillen Sklavenhandel" aus dem Landesinnern beschafften. 1807 verbot die britische Regierung den transatlantischen Sklavenhandel. Aber da die Sklaverei in Amerika noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fortbestand, wurden weiterhin Menschen - nunmehr illegal - dorthin verschifft. 1835 wurde an der Togoküste der zweite Platz des atlantischen Handels gegründet: Porto Seguro (heute Agbodrafo) mit den fünf Ursprungsdörfern auf dem Plateau über der Lagune, das so den Sammelnamen Togo (siehe Seite 1) erhielt.

Einen Aufsatz zum SklavenhandelÖffnet externen Link in neuem Fenster mit einer kritischen Einschätzung der Moderne und der gesamten postkolonialen Entwicklung publizierte der Historiker Steven Hahn. Der Anthropologe Philip de Barros publizierte einen ausführlichen Konferenzbeitrag zum Sklavenhandel in Togo,Öffnet externen Link in neuem Fenster den Sie als PDF-Datei lesen und herunter laden können.

Briefmarke zum 100-jährigem Jubiläum der Unterzeichnung des Schutzvertrages © Sammlung Otto Frick
Briefmarke zum 100-jährigem Jubiläum der Unterzeichnung des Schutzvertrages © Sammlung Otto Frick

Kolonialzeit

Polizeitruppe © Sammlung Otto Frick
Polizeitruppe © Sammlung Otto Frick
Strafgefangene beim Straßenbau in Atakpamé © Sammlung Otto Frick
Strafgefangene beim Straßenbau in Atakpamé © Sammlung Otto Frick
Baumwolltransport © Sammlung Otto Frick
Baumwolltransport © Sammlung Otto Frick

Ab 1847 begannen die ersten Missionsaktivitäten der Bremer MissionÖffnet externen Link in neuem Fenster im Ewé-Gebiet. Später ließen sich Kaufleute mehrerer europäischer Nationen in den Küstenorten nieder, darunter der Hamburger Reeder Woermann und das Bremer Handelshaus Vietor. Am 2. Juli 1884 landete Gustav NachtigalÖffnet externen Link in neuem Fenster mit dem Kanonenboot Möwe an der Küste und ging auf das Angebot der Vertreter von mehreren Dörfern an der Lagune ein, mit dem Deutschen Reich Verträge abzuschliessen, um sich dadurch Handelsvorteile vor der einheimischen Konkurrenz in Popovi zu sichern. Nachtigal unterzeichnete am 5. Juli in Baguida eigenmächtig und entgegen den Instruktionen von Reichskanzler Bismarck mit mehreren Dorfvorstehern einen Schutzvertrag. Da das spirituelle Oberhaupt der Togo-Dörfer, Mlapa, bereits verstorben war, unterzeichneten Stabträger Plakko sowie die beiden Enkel Mlapas, Coodayce und Okloo, den Protektoratsvertrag mit Nachtigal, in dem posthum Mlapa zum "König", nicht nur von Togo[ville], sondern eines fiktiven regionalen Reiches an der Küste erhoben wurde, um die Bedeutung der Verträge international zu unterstreichen.
Da der Küstenstreifen, der noch nicht von anderen Kolonialmächten besetzt war, sehr schmal war, versuchten die Deutschen dies durch das Vordringen tief ins Landesinnere zu kompensieren. In den beiden Nordbezirken Togos wohnte die Mehrheit der auf fast eine Million geschätzten Einwohner. Die Kolonialverwaltung nutzte die Nordbezirke als Reservoir zur Rekrutierung von Arbeitskräften für den Süden und Soldaten und suchte den Norden von europäischen Einflüssen wie Missionaren abzuschotten.

Die schottische Version einer Karte von Hugo Zöller, der bereits 1884 Togo bereiste und darüber ein Buch veröffentlichte. © Wikipedia Commons - PD-old-100.
Die schottische Version einer Karte von Hugo Zöller, der bereits 1884 Togo bereiste und darüber ein Buch veröffentlichte. © Wikipedia Commons - PD-old-100.

Historische Persönlichkeiten

Sémassi - unbesiegbarer Soldat, Bild von Idrissou Morou © Sammlung Otto Frick
Sémassi - unbesiegbarer Soldat, Bild von Idrissou Morou © Sammlung Otto Frick

Zu den historischen Persönlichkeiten Togos gehört Foli Bébé,Öffnet externen Link in neuem Fenster der etwa 1680 aus Accra kommend, die Stadt Glidji und das Königreich der GuinÖffnet externen Link in neuem Fenster gründete. König AgokoliÖffnet externen Link in neuem Fenster von Notsé verpflichtete seine Untertanen zu grausamer Zwangsarbeit um eine Stadtmauer zu errichten. Bruce Chatwin setzte Felix Francisco de Souza ein literarisches Denkmal als Vizekönig von Ouidah und sein Enkelsohn Pa Augustino de SouzaÖffnet externen Link in neuem Fensterwar Präsident der ersten politischen Partei, dem CUT, Comité d'Unité Togolais. Ouro Djobo Boukari (gestorben 1898), das Oberhaupt der Tem aus Kparatao/Sokodé verstand geschickt mit den Deutschen zu paktieren und war durch seine Reiterarmee, den Sémassi, bekannt geworden. Octaviano OlympioÖffnet externen Link in neuem Fenster, Spross einer afro-brasilianischen Familie, war erfolgreicher Kaufmann und Unternehmer, aktiv am wirtschaftlichen Aufschwung Lomés beteiligt und einer der einflussreichsten Bürger der Stadt während der deutschen Kolonialzeit. Pastor Andreas AkuÖffnet externen Link in neuem Fenster war der erste Afrikaner, der in der presbyterianischen Ewé-Kirche ein führendes Amt bekleidete. Agbanon IIÖffnet externen Link in neuem Fenster, König von Glidji (1929-1972) schrieb 1934 eine Geschichte von Pétit-Popo und des Volkes der Guin, die eine der ersten Monographien eines Togoers über Togo war. Persönlichkeiten, die im Kampf um die Freiheit und UnabhängigkeitÖffnet externen Link in neuem Fenster hervortraten, wurden von der Parti des Travailleurs zum 50 jährigen Jubiläum in einer Folge von Biografien gewürdigt. 2007 wurden in Lomé einige Straßen umbenannt, um Politiker, wie beispielsweise Sylvanus Olympio zu würdigen.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Entstehung und Entwicklung des heutigen Staates

Die Mandatszeit

Der Erste Weltkrieg wurde auch in den Kolonien Afrikas ausgetragen, so auch in Togo. Schon nach wenigen Tagen mussten die Deutschen kapitulieren und Togo wurde von der britischen und französischen Administration in zwei „Okkupationszonen“ der Länge nach zu etwa gleichen Teilen geteilt. Die deutschen Kolonien wurden 1919 als Mandatsgebiete dem Völkerbund übertragen, der seinerseits Kolonialmächte als Verwalter einsetzte. 1920 wurde erneut geteilt: etwa ein Drittel für England und zwei Drittel entfielen an Frankreich. Diese zwei Drittel bilden den heutigen Staat Togo. Nach 1946 wurden die beiden Teile Togos als Treuhandgebiete der VN von beiden Mächten verwaltet mit dem Ziel, das Gebiet der jeweiligen Nachbarkolonie anzugliedern. Unter Aufsicht der VN entschied sich die Bevölkerung des britischen Treuhandgebietes am 9. Mai 1956 für eine Union mit dem 1957 unabhängig werdenden Ghana. Das französische Treuhandgebiet wurde am 24. August 1956 eine autonome Republik innerhalb der 'Französischen Union' und Nicolas Grunitzky ihr MinisterpräsidentÖffnet externen Link in neuem Fenster. Frankreich behielt jedoch weiterhin die 'Verantwortung' für die Außenpolitik, Verteidigung, Währung sowie für die öffentliche Ordnung und die Justiz. Die entscheidenden, von den VN überwachten Wahlen am 27. April 1958 gewann zur Überraschung Frankreichs Sylvanus OlympioÖffnet externen Link in neuem Fenster, der neuer Ministerpräsident des sich selbstverwaltenden TogoÖffnet externen Link in neuem Fensterwurde. Sein Verdienst war zweifelsohne die Gründung eines selbständigen StaatesÖffnet externen Link in neuem Fenster, indem er sich weitgehend auf die Bundesrepublik und die USA stützte. Am 27. April 1960 konnte er als Präsident die Parole Ablode - FreiheitÖffnet externen Link in neuem Fensterverkünden und Togo war unabhängig. Das französische Institut national de l'audiovisuel (INA) hat FilmclipsÖffnet externen Link in neuem Fenster von den Feiern am Tag der Unabhängigkeit TogosÖffnet externen Link in neuem Fenster zusammengestellt.

Die Unabhängigkeit

Briefmarkenblock zum 50 jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit mit den Porträts der Präsidenten © Foto Otto Frick
Briefmarkenblock zum 50 jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit mit den Porträts der Präsidenten © Foto Otto Frick

Präsident Sylvanus OlympioÖffnet externen Link in neuem Fenster, ein Vertreter der Handelsbourgeoisie des Südens, erließ 1962 ein Verbot der Oppositionsparteien. Unzufriedenheit im Volk, hervorgerufen durch unpopuläre Wirtschaftsmaßnahmen, die Vernachlässigung des Nordens und die Weigerung, die von der französischen Kolonialarmee entlassenen Soldaten in das togoische Heer zu integrieren, trugen zu seinem gewaltsamen SturzÖffnet externen Link in neuem Fenster am 13. Januar 1963 bei. Es war der erste blutige Staatsstreich in den gerade unabhängig gewordenen Staaten Afrikas. Die putschenden Militärs setzten eine ZivilregierungÖffnet externen Link in neuem Fenster unter Nicolas GrunitzkyÖffnet externen Link in neuem Fenster ein. Die verbotenen Parteien wurden wieder zugelassen. Ende November 1966 kam es zu einem erneuten Putsch und am 13. Januar 1967Öffnet externen Link in neuem Fenster übernahm die Armee definitiv die Macht. Unter dem neuen Präsidenten Eyadéma wurden die bestehenden Parteien wieder verboten und 1969 wurde die Einheitspartei RPTRassemblement du Peuple Togolais gegründet.

Die jüngere Geschichte Togos

Bronzestatue von Gnassingbé Eyadéma in Sarakawa © Otto Frick
Bronzestatue von Gnassingbé Eyadéma in Sarakawa © Otto Frick

Die jüngere Geschichte Togos ist geprägt durch die 38-jährige Herrschaft (1967-2005) von Präsident Eyadéma. Wie in anderen afrikanischen Ländern auch, geriet das autoritäre Regime Togos unter dem Eindruck von Mitterrands Discours de la BauleÖffnet externen Link in neuem Fenster und dem Zusammenbruch der Diktaturen des Ostblocks zu Beginn der 1990er Jahre ins Wanken. Massenproteste, die auf eine Demokratisierung zielten, führten zur Bildung einer NationalkonferenzÖffnet externen Link in neuem Fenster, der Aufgabe des Einparteiensystems, dem Referendum über eine neue Verfassung und Parlaments- wie Präsidentschaftswahlen. Diese Schritte in Richtung Demokratisierung wurden mit Unterstützung des Eyadéma untergebenen Militärs systematisch hintertrieben. Begründet mit der desolaten Menschenrechtslage kam es 1993 zu einem Bruch zwischen dem togoischen Staat und den internationalen Gebern, die - bis auf wenige Ausnahmen - ihre Unterstützung bis zum Ende der Amtszeit Eyadémas (und teilweise darüber hinaus) aussetzten. Die ökonomischen Folgen dieser Entwicklung waren für das Land außerordentlich schwer und sind bis heute nicht überwunden. 
Der Übernahme der Macht durch Eyadémas Sohn Faure Gnassingbé im Zuge der umstrittenen Wahl von 2005 war mit schweren Unruhen verbunden. Inzwischen hat sich die Lage durch die Öffnung Faures zur traditionellen Opposition entspannt. Die letzten Parlamentswahlen 2007 waren die ersten, deren Ergebnisse international ohne größere Einschränkungen akzeptiert wurden. Die Entwicklungszusammenarbeit seitens der westlichen Länder ist durchweg wieder aufgenommen.
Der ivorische Schriftsteller Ahmadou KouroumaÖffnet externen Link in neuem Fenster schilderte in seinem preisgekrönten Roman Die Nächte des großen JägersÖffnet externen Link in neuem Fenster eine Innenansicht der teilweise sehr okkulten Machtverhältnisse des Regimes von Eyadéma. Der Essay Togo: Ein Lehrstück fehlgeleiteteter DemokratieÖffnet externen Link in neuem Fenster analysiert die Herrschaft Eyadémas und beschreibt die Übergangsphase nach seinem Tod. Auch die Geberländer, die dieses Regime unterstützten, werden kritisch in ihre Verantwortung genommen. Speziell BayernÖffnet externen Link in neuem Fensterbetonte stets die besonderen Beziehungen zu Togo. Eine ausführliche Geschichte der GewaltÖffnet externen Link in neuem Fenster in der Politik von der Kolonialzeit bis in die heutigen Tage publizierte das Online-Magazin Letogolais. Die Zeitschrift Jeune Afrique stellte eine Chronologie der wichtigsten politischen EreignisseÖffnet externen Link in neuem Fenster von 1960 bis heute zusammen. 

Staat

Präsident Faure Essozimna Gnassingbé auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Präsident Faure Essozimna Gnassingbé auf einem Wahlplakat © Otto Frick

Togo hat ein präsidiales Mehrparteiensystem mit Staatspräsident Faure Essozimna GnassingbéÖffnet externen Link in neuem Fenster(RPT/UNIR) an der Spitze des Staates. Er wurde am 4. März 2010 für fünf Jahre wiedergewählt.

Verfassung und Gewaltenteilung
Mit der VerfassungÖffnet externen Link in neuem Fenster vom 14. Oktober 1992, am 30. Dezember 2002 revidiert, wurde der rechtliche Rahmen für eine Demokratie mit Gewaltenteilung, Mehrparteiensystem (bereits 1991) und allgemeinen Bürger- und Menschenrechten installiert. Der Staatspräsident hat die exekutive Gewalt inne und ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er wird für fünf Jahre gewählt und kann sich unbegrenzt wiederwählen lassen, nachdem im Dezember 2002 eine Verfassungsnovelle für den Präsidenten maßgeschneidert wurde, bei der u. a. das Mindestalter für einen Präsidentschaftskandidaten auf 35 Jahre herabgesetzt wurde. PremierministerÖffnet externen Link in neuem Fensterund RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster werden vom Präsidenten eingesetzt, der PremierministerÖffnet externen Link in neuem Fenster wird von der Mehrheitsfraktion der Assemblée Nationale Öffnet externen Link in neuem Fenstergestellt, deren 81 Abgeordnete ebenfalls für fünf Jahre gewählt werden.

Verwaltungsstruktur und Dezentralisierung

Nach französischem Vorbild ist die Verwaltungsstruktur Togos zentralistisch auf die Regierung ausgerichtet. Togo ist in fünf Regionen, 35 Präfekturen und in eine Kommune (Lomé) gegliedert. Die Präfekten werden von der Regierung eingesetzt. Ein DezentralisierungsprozessÖffnet externen Link in neuem Fenster ist seitens der Regierung vorgesehen und wird von den VNÖffnet externen Link in neuem Fenster, internationalen Organisationen und deutschen politischen StiftungenÖffnet externen Link in neuem Fensterunterstützt. Bei diesen Reformen soll mit internationaler Beteiligung den Kommunen geholfen werden, zu mehr Autonomie und einer nachhaltigen Entwicklung zu gelangen. Die DezentralisierungÖffnet externen Link in neuem Fenster war bei den Re­gie­rungs­ver­hand­lungen, die Deutschland mit der togoischen Re­gie­rung im Juni 2012 führte, einer der drei Schwer­punkte der Zu­sam­men­ar­beit, die beim jüngsten Besuch des togoischen Premierministers in Berlin erneut bekräftigt wurden.

Recht und Justiz

Durch die Verfassung ist die Unabhängigkeit der Justiz garantiert, faktisch war die Rechtssprechung jedoch auch politischem Einfluss unterworfen. Das RechtssystemÖffnet externen Link in neuem Fensterwurde durch französisches (Code Civile/Napoléon) und afrikanisches Recht geprägt. Höchste Instanz ist der Cour ConstitutionelleÖffnet externen Link in neuem Fenster (Verfassungsgericht). Die TodesstrafeÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde am 28. 5. 2009 abgeschafft. Wichtige GerichtsinstanzenÖffnet externen Link in neuem Fensterfür Zivil- und Strafverfahren sind der Cour Suprême (Oberster Gerichtshof), zwei Berufungsgerichte, Gerichte erster Instanz und der Cour de Sûreté de l'Etat (Gericht für Staatssicherheit)Seit 2009 gibt es einen RechnungshofÖffnet externen Link in neuem Fenster, der zwar schon in der Verfassung von 1992 vorgesehen war, aber erst 2009 installiertÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde. Gesetzestexte finden Sie auf den Seiten der amerikanischen Law Library of CongressÖffnet externen Link in neuem Fenster. Mit Hilfe vom Programme des Nations Unies (PNUD) konnte im November 2009 ein juristisches Multimedia DokumentationszentrumÖffnet externen Link in neuem Fenster der Öffentlichkeit übergeben werden. Im ländlichen MilieuÖffnet externen Link in neuem Fenster existiert weiterhin die traditionelle Rechtsprechung, bei der der DorfchefÖffnet externen Link in neuem Fenster oder Ältestenrat befugt ist, über kleinere strafrechtliche oder zivilrechtliche Fälle zu urteilen. Auch Fälle von Selbstjustiz können gelegentlich vorkommen, wenn z. B. Marktdiebe auf frischer Tat ertappt werden. Nach französischem Vorbild gibt es zwei Exekutivorgane, die dem Innenministerium zugeordnete PolizeiÖffnet externen Link in neuem Fenster und die GendarmerieÖffnet externen Link in neuem Fenster unter Hoheit des Verteidigungsministeriums.

Die traditionellen Oberhäupter der Präfektur Tchaoudjo mit ihrem Chef Supérieur © Otto Frick
Die traditionellen Oberhäupter der Präfektur Tchaoudjo mit ihrem Chef Supérieur © Otto Frick

Parteien 
Die Regierungspartei Union pour la République (Unir)Öffnet externen Link in neuem Fenster, die Nachfolgepartei der am 14. April 2012 von Präsident Faure Gnassingbé aufgelösten Rassemblement du Peuple Togolais (RPT)Öffnet externen Link in neuem Fenster ist mit 50 Sitzen im ParlamentÖffnet externen Link in neuem Fenster vertreten. Die stärkste Oppositionspartei, die Union des Forces de Changement - UFCÖffnet externen Link in neuem Fenster ist erstmalig seit Mai 2010 mit fünf Ministern an der Regierung beteiligt und in der neuen Regierung Ahoomey-Zunu vom Juli 2012 stellt sie sieben MinisterÖffnet externen Link in neuem Fenster. Dieser Schritt führte im Oktober 2010 zu einer Abspaltung der radikaloppositionellen Kräfte um den Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Fabre und zur Neugründung der Partei Alliance Nationale pour le Changement (ANC).Öffnet externen Link in neuem Fenster                                                           
Das Comité d’Action pour le Renouveau - CARÖffnet externen Link in neuem Fensterist die zweitstärkste OppositionsparteiÖffnet externen Link in neuem Fenster. Andere Oppositionsparteien, die nicht im Parlament vertreten sind: Convention Démocratique des Peuples Africains – CDPA (Léopold M. Gnininvi), Alliance des Démocrates pour le Développement Intégral – ADDI, Parti des Forces du Changement (PFC), Organisation pour Batir dans l'Union un Togo Solidaire (OBUTS)Öffnet externen Link in neuem Fenster, Union Démocrates Socialistes du Togo – U.D.S.-Togo. Weitere ParteienÖffnet externen Link in neuem Fenster sind auf der Regierungs-Website aufgelistet. 

Militär
Das MilitärÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Forces Armées Togolaises - FAT Öffnet externen Link in neuem Fensterhatte in der Vergangenheit – wie schon während der deutschen Kolonialära – keine Gefahren von Außen abzuwehren, wurde aber wiederholt zur "Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit" vom Regime Eyadémas eingesetzt. Der etwa 8 500 Mann umfassende Militärapparat wird von Kabyé dominiert und die ranghöheren Offiziere und Entscheidungsträger stammen zum großen Teil aus Pya, dem Heimatort von Gnassingbé Eyadéma. Das Heer besteht aus ca. 8 100 Mann (andere Quellen sprechen von rund 13 000 Soldaten)die Marine aus 200 Personen und die Luftwaffe zählt etwa 250 Mann. Dazu kommen paramilitärische Verbände, wie die etwa 750 Mann starke Gendarmerie und MilizenÖffnet externen Link in neuem Fenster, die sich aus Soldaten und Zivilpersonen zusammensetzen. Togo ist mit der CEDEAO in Gewaltverzichts- und Kooperationsvereinbarungen eingebunden. Togoische Soldaten nahmen auch an verschiedenen Auslandseinsätzen und UN-Missionen teil. Bei der von der CEDEAO geführten Militärmission Mission internationale de soutien au Mali - MISMA stellt Togo ein Kontigent von knapp 500 Soldaten.Öffnet externen Link in neuem Fenster
Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete mehrere Seminare über StaatsbürgerkundeÖffnet externen Link in neuem Fenster mit höheren Offizieren der FAT. Im Januar 2008 verabschiedete der Conseil des ministres mehrere Dekrete zu einer Reform der Armee und der Gendarmerie. Nach dem versuchten Putsch auf den PräsidentenÖffnet externen Link in neuem Fenster wurden innerhalb der Führungsspitze der Armee mehrere Personen ausgetauscht oder degradiert. Beim Besuch des Generalstabs der FAT in den USA wurde der Ausbau der militärischen ZusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster vereinbart. Die Deutsche Welle berichtete über einen 'Tag der offenen Tür'Öffnet externen Link in neuem Fenster der togoischen Streitkräfte, die offenbar bemüht sind, für ein besseres Image in der Bevölkerung zu sorgen. 

Innenpolitische Themen

Wahlen

Die Präsidentschaftswahlen 2005Öffnet externen Link in neuem Fenster verliefen sehr gewalttätig und kosteten in den Tagen vor und nach der Wahl über 500 Personen das Leben, forderten Tausende von Verletzten und lösten einen Massenexodus aus, bei dem circa 30 - 40 000 Bürger in die Nachbarländer Ghana und Bénin flohen, die inzwischen wieder zurückgekehrt sind. Im Oktober 2006 wurde eine unabhängige Wahlkommission (CENI) aus Regierungspartei und verschiedenen Oppositionsparteien und Vertretern der Zivilgesellschaft eingesetzt, die die Parlamentswahlen 2007 vorbereiten sollte. Die Parlamentswahlen vom 14. Oktober 2007 verliefen nach Berichten von internationalen Wahlbeobachtern trotz einiger Probleme insgesamt relativ gut. Die Friedrich Ebert StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster kommentierte die Ergebnisse als Eine demokratische Wahl macht noch kein demokratisches Land.

Werbegeschenk bei den Präsidentschaftswahlen © Sammlung Otto Frick
Werbegeschenk bei den Präsidentschaftswahlen © Sammlung Otto Frick
Jean-Pierre Fabre, der Kandidat der UFC bei den Präsidentschaftswahlen auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Jean-Pierre Fabre, der Kandidat der UFC bei den Präsidentschaftswahlen auf einem Wahlplakat © Otto Frick

Das Verfassungsgericht modifizierte das WahlgesetzÖffnet externen Link in neuem Fensterim März 2009, womit bereits eine relative Mehrheit im ersten Wahlgang für einen Sieg ausreichte. Die Opposition forderte eine Wahl mit zwei DurchgängenÖffnet externen Link in neuem Fensterund einer einfachen Mehrheit sowie einer Rückkehr zur Verfassung von 1992, was u.a. eine Beschränkung der bisher unbegrenzten Anzahl der Amtsperioden des Präsidenten beinhaltet hätte, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. So konnte die RPT schon im Vorfeld der WahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster ihre Vorteile nutzen und ausbauen, während der Opposition diverse Hürden in den Weg gelegt wurden.  
Die PräsidentschaftswahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster am 4. März 2010 verliefen ohne gewaltsame Übergriffe, allerdings fiel die Wahlbeteiligung mit 65 % eher gering aus. Es standen sieben Kandidaten zur Wahl, darunter auch, erstmalig in der Geschichte Togos, eine Frau. Wahlsieger wurde erwartungsgemäß der Amtsinhaber Faure Gnassingbé mit 60,88 % der Stimmen, während Jean-Pierre Fabre von der UFC 33,93 % erhielt. Jean-Pierre Fabre weigerte sich, die Wahlergebnisse anzuerkennen und reklamierte in Demonstrationen den Wahlsieg für sich. Im November 2010 fand eine Volkszählung statt, die u.a. auch als Grundlage für ein neues Wählerverzeichnis diente. Das neue Wahlgesetz sieht eine Veränderung der Wahlbezirksgrenzen vor, zum Vorteil der Regierungspartei UNIR. Dagegen protestierten die verschiedenen Oppositionsgruppen und im Juni wurden eine Reihe von Oppositionspolitkern und Anhänger des Collectif Sauvons Le Togo (CST)Öffnet externen Link in neuem Fenster verhaftet. Die DemonstrationenÖffnet externen Link in neuem Fenster der verschiedenen Oppositionsbündnisse, die auch den Rücktritt des Präsidenten fordern, hielten weiter an. Im November 2012 sollten ParlamentswahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster stattfinden, sie wurden jedoch verschoben, da sich Regierung und Opposition nicht einigen konnten. Für die zunächst für den 24. März 2013 vorgesehenen Wahlen  konnte eine Einigung der wichtigsten ParteienÖffnet externen Link in neuem Fenster um das Wahlverfahren erzielt werden, ein Termin wurde bislang noch nicht bekannt gegeben.

Wichtige politische Entscheidungen

Nach mehreren Gesprächen und Verhandlungsrunden konnte am 20. August 2006 zwischen Regierung, Oppositionsparteien – jedoch ohne die wichtigste Oppositionspartei UFC!  – und einigen Organisationen der Zivilgesellschaft ein Accord Politique GlobalÖffnet externen Link in neuem Fensterabgeschlossen werden. Am 16. September ernannte Präsident Faure Gnassingbé den oppositionellen Rechtsanwalt Yawowi Agboyibo zum Premierminister und beauftragte ihn mit der Bildung einer Übergangsregierung der Nationalen Einheit.Öffnet externen Link in neuem Fenster Das waren die notwendigen Voraussetzungen, die der Wiederaufnahme der suspendierten Beziehungen mit der EU den Weg ebneten. Profitierend von der wachsenden internationalen Hilfe unternimmt die togoische Regierung gezielte Anstrengungen, ReformenÖffnet externen Link in neuem Fenster in sozialen Schlüsselsektoren einzuleiten: Gesundheit, Erziehung sowie Entwicklung der Infrastruktur, der Verwaltung und der Justiz. Die im September 2008 erfolgte Ernennung von dem parteilosen Premierminister Gilbert Houngbo, dem früheren Afrika Direktor des UNDP in Dakar war sicher eine wichtige Entscheidung, um frischen Wind in diese Reformbemühungen zu bringen, die mittlerweile einige sichtliche Ergebnisse brachten. Diplomatische AktivitätenÖffnet externen Link in neuem Fenster ergänzen und sichern die Reformen ab.
Die neue Regierung, die nach der Präsidentenwahl am 28. Mai gebildet wurde, ermöglichte erstmals in der Geschichte des Landes eine Regierungsbeteiligung der UFC, die sieben Ministerposten erhielt, darunter das Außenministerium. Allerdings wird diese Entscheidung innerhalb der UFC vom radikaloppositionellen Flügel um Fabre abgelehnt und den UFC-Ministern und Olympio, der diesen Deal mit der RPT ausgehandelt hatte, wurde zunächst der Parteiausschluss erklärt. Dieser Schritt führte im Oktober zu einer Spaltung der UFC und zur Neugründung der Partei Alliance Nationale pour le Changement (ANC). Am 11. Juli 2012 erklärte Premierminister Gilbert HoungboÖffnet externen Link in neuem Fenster überraschend seinen RücktrittÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Der Bertelsmann-Transformations-IndexÖffnet externen Link in neuem Fenster (BTI) informiert über den Demokratisierungsprozess und die marktwirtschaftlichen Reformen. In dem vom amerikanischen Freedom HouseÖffnet externen Link in neuem Fenster veröffentlichten Ranking Freiheit in der Welt von 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster nimmt Togo den Platz 4,5 ein (auf einer Skala von 1.0 - 7.0) und fällt in die Kategorie der teilweise freien Länder.

Politische Auseinandersetzungen und Machtkämpfe

Bei den politischen Auseinandersetzungen und Machtkämpfen seit Beginn der 1990er Jahre schienen sich zwei unversöhnliche Machtblöcke gegenüberzustehen: Norden versus Süden, die RPT und die UFC, das Militär und die Kaufleute, zwei Familien und ihre Söhne im Dauerclinch. Der verstorbene Präsident versuchte die traditionelle Oppositionspartei UFC mit ihrem Vorsitzenden Gilchrist Olympio mit allen Mitteln von einer Regierungsbeteiligung fernzuhalten. Erst unter der Regierung von Faure konnte ein entspannteres Verhältnis zwischen diesen beiden PolitikernÖffnet externen Link in neuem Fenster entstehen. Während der Präsident und der UFC-Vorsitzende Olympio offensichtlich ihren Kompromiss gefunden haben, ist es eher die etwas militantere OppositionÖffnet externen Link in neuem Fenster wie ANC und das Collectif Sauvons le Togo (CST), die eine Einladung zum Dialog mit der Regierung kategorisch verweigern. Um Herausforderungen zu begegnen, wie beispielsweise der maroden Wirtschaft zum Aufschwung zu verhelfen und den Staat neu aufzubauen, versucht der Präsident alle Parteien und Gruppen der Gesellschaft einzubinden, um das Land attraktiv für Investoren und als Sitz wichtiger Banken und anderer 'global players' zu gestalten.
Ostern 2009 wurde Kpatcha GnassingbéÖffnet externen Link in neuem Fenster, ein Halbbruder des Präsidenten und weitere 30 Personen wegen eines PutschversuchsÖffnet externen Link in neuem Fenster festgenommen und im September 2011 wegen versuchten Staatsstreichs vom Obersten Gerichtshof zu 20 Jahren Haft verurteilt. 
Am 10. und 12. Januar 2013 gingen die großen Märkte in Lomé und Kara in FlammenÖffnet externen Link in neuem Fenster auf. Es wird Brandstiftung vermutet, möglicherweise politisch motiviert. Inzwischen sind mehrere OppostionspolitikerÖffnet externen Link in neuem Fenster der Mittäterschaft bei der Zerstörung öffentlichen Eigentums und der Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt.

Zivilgesellschaft

Erst im Zuge der Demokratisierungswelle zu Beginn der 1990er Jahre wurde es möglich, zivilgesellschaftliche Organisationen in größerem Umfang aufzubauen. Zuvor gab es allein die nationalen Vertretungen internationaler Verbände (wie Pfadfinder, CVJM, INADES etc.) und kirchlicher Strukturen. Danach kam es zu einer Vielzahl von Vereins- und Verbandsgründungen. In den Jahren der offiziell suspendierten Zusammenarbeit mit dem togoischen Staat waren es fast ausschließlich zivilgesellschaftliche Organisationen, mit denen der vor Ort gebliebene DED kooperierte. Nach den Regierungsverhandlungen im Juni 2012 sieht das neue Engagement der BundesrepublikÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo auch die Stärkung der Zivilgesellschaft vor. Alle großen internationalen Institutionen und Organisationen haben die Unterstützung der Zivilgesellschaft auf ihrer Agenda, wie z. B. die Weltbank.Öffnet externen Link in neuem Fenster Heute existieren überall in Togo eine beinahe unüberschaubare Anzahl von Organisationen der Zivilgesellschaft. Einige von ihnen haben sich in Dachverbänden zusammengeschlossen, wie z. B. der Concertation Nationale de la Société Civile au Togo.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Medien

Zeitungsverkaufsstand © Eckehard Mewes
Zeitungsverkaufsstand © Eckehard Mewes

Presse

Zwar wurde 2004 ein neues Pressegesetz eingeführt, die unabhängige Berichterstattung hat sich unter dem neuen Präsidenten Faure Gnassingbé deutlich verbessert, doch bleibt sie weiterhin durch staatliche Restriktionen bedroht. Auf der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Weltrangliste für PressefreiheitÖffnet externen Link in neuem Fenster konnte sich Togo nach dem Tod von Eyadéma deutlich verbessern und steht auf Platz 83 von 179. Das amerikanische FreedomhouseÖffnet externen Link in neuem Fenster sieht das jedoch anders und im 2012 Freedom of the Press World RankingÖffnet externen Link in neuem Fenster steht Togo zusammen mit Irak und Kirgisistan nur auf Platz 155 von 197.

Die Presselandschaft bietet ein vielfältiges Angebot an Printmedien, die alle in Französisch erscheinen. Sie zeichnen sich jedoch durch geringe Auflagen aus und finden außerhalb von Lomé und einigen anderen Städten, vorwiegend im Süden, kaum Verbreitung. Die staatliche Togo-PresseÖffnet externen Link in neuem Fenster, die einzige Tageszeitung, hat auch je eine Seite mit Nachrichten in Ewé und Kabyé. Daneben gibt es die ebenfalls staatliche Presseagentur AtopÖffnet externen Link in neuem Fenster und mittlerweile die erste private Presseagentur Savoir NewsÖffnet externen Link in neuem Fenster. Reporter ohne GrenzenÖffnet externen Link in neuem Fenster zeigte sich besorgt über die Verstärkung der Macht der Haute Autorité de l’audiovisuel et de la communication (HAAC)Öffnet externen Link in neuem Fenster. Berichte von Zensur und VerbotenÖffnet externen Link in neuem Fenster der privaten togoischen Presse seitens der HAACÖffnet externen Link in neuem Fenster erscheinen immer wieder. Am 19. Februar 2013 verabschiedete die Assemblé Nationale ein neues Organisationsgesetz,Öffnet externen Link in neuem Fenster das der Haute Autorité de l’Audiovisuel et de la Communication (HAAC) – in verfassungswidriger Weise - weitreichende Vollmachten einräumt (Zeitungen verbieten, Suspendierung von Radio- und Fernsehprogrammen, Entzug der Bewilligung für audiovisuelle Medien), was, gestützt auf die togoische Verfassung, allein Sache der Gerichte ist. 

TV und Radio

Neben dem staatlichen Fernsehsender TVTÖffnet externen Link in neuem Fenster mit Stationen in Lomé und Kara gibt es mehrere kleine private Sender und das südafrikanische Pay-TV DStv mit Multichoice Togo. Radio LoméÖffnet externen Link in neuem Fenster ist auch im Internet mit Nachrichten präsent und Radio Kara versorgt den Norden mit Nachrichten und Unterhaltung. Der private Sender FM LibertéÖffnet externen Link in neuem Fenster unterhält Büros in Lomé und in Kara. Einen Überblick über die Radiosender TogosÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt es bei Radio World.

Online Nachrichten-Magazine und Internet

Das kanadische Medienportal ABYZÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet Links zu Magazinen an, die regelmäßig über Togo berichten. Die staatliche Republicoftogo.comÖffnet externen Link in neuem Fenster hat sich zu einem professionell gemachten und durchaus interessanten Magazin entwickelt und präsentiert sich seit Dezember 2009 in neuer Gestalt und bietet Nachrichten auch als Video-Filme an. Die RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster nutzt die sozialen Netzwerke wie FacebookÖffnet externen Link in neuem Fensterund TwitterÖffnet externen Link in neuem Fenster. Neben dem der Oppositionsparteien UFCÖffnet externen Link in neuem Fenster und ANCÖffnet externen Link in neuem Fenster, gibt es mehrere Online-Magazine, die sich selber als oppositionell und/oder unabhängig bezeichnen. Einige davon sind letogolaisÖffnet externen Link in neuem Fenster, icilomeÖffnet externen Link in neuem Fenster, TogocityÖffnet externen Link in neuem Fenster, TogoTodayÖffnet externen Link in neuem Fenster und EtiameÖffnet externen Link in neuem Fenster. Das neue Online Magazin TogozineÖffnet externen Link in neuem Fenster hat seine Berichterstattung eher auf gesellschaftliche Themen fokussiert. Im Juni 2011 gab es rund 325 000 Internetbenutzer, das entspricht ca. 5,4 % der Bevölkerung. Damit liegt Togo weit unter dem afrikanischen Durchschnitt von 12 %. Anfangs Dezember 2009 erhielt Togo eine eigene DomainÖffnet externen Link in neuem Fenster von Google: Google.tgÖffnet externen Link in neuem Fenster, mit der Option Französisch oder Ewé. Eine ausführliche Studie über die Unterstützung von Interessensgruppen bei einem öffentlich geführten, internetunterstützten PolitikdialogÖffnet externen Link in neuem Fenster mit Erfahrungen aus Togo veröffentlichte das International Institute for Sustainable Development.

Menschenrechte
Die Menschenrechtslage hat sich seit 2006 deutlich verbessert, was auch von verschiedenen unabhängigen Beobachtern anerkannt wurde. Präsident Faure Gnassingbé setzte seinen Reformkurs entschlossen fort. Im Jahresbericht von 2012 von Amnesty InternationalÖffnet externen Link in neuem Fenster wird die exzessive Gewaltanwendung der Sicherheitskräfte beim Auflösen von politischen Kundgebungen und Demonstrationen der Opposition sowie  bei Demonstrationen der Studenten kritisiert. Informationen über die Arbeit der vom Staat eingesetzten MenschenrechtskommissionÖffnet externen Link in neuem Fensterin Togo finden Sie auf ihrer Website.  Berichte der United Nations Commission on Human Rights über Togo finden Sie auf der Länderseite TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie Berichte über die vom Haut Commissariat des Nations Unies aux Droits de l’Homme (HCDH)Öffnet externen Link in neuem Fenster organisierten nationalen Beratungen. Das U.S. Department of State veröffentlichte den 2011 Human Rights Report: TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster. Einen ausführlichen Bericht über die MenschenrechteÖffnet externen Link in neuem Fenster, das Justizsystem und die Sicherheit in Togo stellte die Schweizerische Flüchtlingshilfe ins Netz. Die NRO ecoi.net - European Country of Origin Information NetworkÖffnet externen Link in neuem Fenster sammelt asylrelevante Informationen der entsprechenden Herkunftsländer. In der Suchmaske "Togo" eingeben und Sie finden zahlreiche Berichte von Religionsfreiheit, Pressefreiheit bis zu Menschenhandel, kurz eine sehr informative Linkliste. Das von den VN unterstützte Integrated Regional Information Networks, IRIN berichtete über unerträgliche Zustände in den GefängnissenÖffnet externen Link in neuem Fenster des Landes.
Die universellen Menschenrechtserklärungen wurden inzwischen auch in die Landessprachen EwéÖffnet externen Link in neuem Fenster und KabyéÖffnet externen Link in neuem Fenster übersetzt. 2010 fand zum vierten Mal in Lomé das internationale Dokumentarfilmfestival der MenschenrechteÖffnet externen Link in neuem Fenster statt. Im Mai 2009 nahm die neugegründete staatliche Kommission für Wahrheit, Gerechtigkeit und VersöhnungÖffnet externen Link in neuem Fenster unter Vorsitz des Bischofs von Atakpamé ihre Arbeit auf. Sie soll die politisch motivierten GewalttatenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo während der Herrschaft des 2005 verstorbenen Präsidenten Eyadema aufklären. 
Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Markus Löning, war im November 2012 in Togo und eröffnete ein Regionalseminar für MenschenrechteÖffnet externen Link in neuem Fenster in Lomé. Auch die deutsche Botschaft in Lomé unterstützt die Alliance internationale pour les droits fondamentaux de l’homme (AIDFH)Öffnet externen Link in neuem Fenster bei einer Sensibilisierungskampagne.

 

Korruption
Auf dem von Transparency International veröffentlichten tabellarischen Korruptionswahrnehmungsindex 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster steht Togo an 128. Stelle von 176 Ländern. Die RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster und selbst der Präsident sagten der Korruption den Kampf anÖffnet externen Link in neuem Fenster. Le Monde berichtete über die AbsahnerÖffnet externen Link in neuem Fensterin Togo. Am 1. September 2012 wurde der frühere Minister Pascal BodjonaÖffnet externen Link in neuem Fenster festgenommen. Ihm wird der Vorwurf der Mittäterschaft an einer Betrügerei, in deren Verlauf ein Geschäftsmann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten um 48 Millionen Dollar gebracht wurde.

Außenpolitische Themen

Präsident Faure Gnassingbé und Bundespräsident Horst Köhler am 16. Juni 2009 in Berlin © Otto Frick
Präsident Faure Gnassingbé und Bundespräsident Horst Köhler am 16. Juni 2009 in Berlin © Otto Frick

Die außenpolitischen Beziehungen TogosÖffnet externen Link in neuem Fenster richteten sich in der Vergangenheit auf die EU, die VN und die verschiedenen afrikanischen Organisationen und Bündnisse. Zu allen drei Nachbarstaaten hat Togo ein gutes und spannungsfreies Verhältnis. Nachdem die westlichen Geberländer 1993 ihre Zusammenarbeit aufgekündigt hatten, suchte Togo nach neuen Partnern und intensivierte die Beziehungen zur arabisch-islamischen Welt und auch zur VR China.
Togo ist Mitglied der Vereinten Nationen und ihren Sonderorganisationen, der UA - Union AfricaineÖffnet externen Link in neuem Fenster, der CEDEAO/ECOWAS und der UEMOA (siehe Wirtschaftsteil), OHADAÖffnet externen Link in neuem Fenster - Organisation pour l’Harmonisation en Afrique du Droit des Affaires, OIC - Organization of the Islamic ConferenceÖffnet externen Link in neuem Fenster, ist durch die Lomé- und Cotonou-Abkommen mit der EU assoziiert und Mitglied der FrankophonieÖffnet externen Link in neuem Fenster. Neben Frankreich ist Deutschland wichtigster PartnerÖffnet externen Link in neuem FensterTogos in Europa. Bei seinem Besuch am 11./12. Februar 2008 in Togo verkündete der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Ende der SanktionenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Im Dezember 2011 war Bundesminister Dirk Niebel in TogoÖffnet externen Link in neuem Fensterund stellte eine erste Zusage in Höhe von 27 Millionen Euro in Aussicht. Vom 15. - 19. Juni 2009 war Präsident Faure GnassingbéÖffnet externen Link in neuem Fensterauf Staatsbesuch, der togische Premierminister Gilbert Houngbo im Mai 2011 und der neue Premierminister Arthème Ahoomey-Zunu vom 31. Januar - 1. Februar 2013 in Deutschland. Zum aktuellen Stand der deutsch-togoischen Beziehungen äußerte sich Joseph Weiß, der deutsche BotschafterÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo in einem Interview.

Togo trat immer wieder bei innerafrikanischen Konflikten als Schlichter und VermittlerÖffnet externen Link in neuem Fensterauf und auch der jetzige Präsident Faure Gnassingbé führt diese Rolle fort. Auf der Website der Regierung werden Togos außenpolitische BeziehungenÖffnet externen Link in neuem Fenster skizziert: zur EU, zu Frankreich und Deutschland, aber auch zur arabischen Welt, zu IsraelÖffnet externen Link in neuem Fenster und dem Iran, zu Asien und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie zu diversen internationalen Organisationen, wie den Vereinten NationenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Im Oktober 2011 ist TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster als nicht ständiges Mitglied für zwei Jahre in den Sicherheitsrat Öffnet externen Link in neuem Fensterder Vereinten Nationen gewählt worden. Togos diplomatische MissionenÖffnet externen Link in neuem Fenster sind hier in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet und ebenso die ausländischen diplomatischen Missionen in TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Autor

Otto Frick arbeitete neun Jahre in Togo und leitete ein Atelier für visuelle Kommunikation und war in mehreren Projekten der EZ tätig. Er erstellte Publikationen zu landeskundlichen Themen Togos und zur Kunst und Kultur Afrikas.

Mitarbeit am Lehrstuhl für Afrikanische Kunst der FU, Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung, in der Medien- und Organisationsberatung, in interkulturellen Projekten und als Kurator.

Über Ihr Feedback freue ich mich.

 

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2013 aktualisiert.

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