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Tansania
ist mit einer Gesamtfläche von 945.000 km² gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Das ostafrikanische Land liegt unterhalb des Äquators am Indischen Ozean. Im Norden hat es gemeinsame Grenzen mit Kenia
und Uganda
, die teilweise durch den Viktoriasee
, dem größten See Afrikas, verlaufen. Im Nordwesten grenzt Tansania an Ruanda
und Burundi
. Die Grenze zum Kongo
(Kinshasa) verläuft im Westen durch den Tanganjikasee, dem zweitgrößten und tiefsten See Afrikas. Im Südwesten grenzt Tansania an Sambia und Malawi
sowie im Süden an Mosambik
.
Die Vereinigte Republik Tansania
umfasst neben dem Festland (Tanganyika) auch den teilautonomen Landesteil Sansibar
und besteht insgesamt aus 30 Regionen
, die sich wiederum in Distrikte unterteilen. Die Hauptstadt ist Dodoma
, das wirtschaftliche Zentrum und Sitz der Regierung ist jedoch Daressalam.

Sansibar
wird auch die 'Nelkeninsel' genannt, weil hier einmal der Großteil der Weltproduktion an Gewürznelken hergestellt wurde. Sansibar hat ein eigenes Parlament und einen eigenen Präsidenten. Seit der Einführung des Mehrparteiensystems gibt es auf den zu Sansibar gehörenden Inseln Unguja und Pemba erhebliche Konflikte.
Mit dem politischen Pluralismus ging in den 1990er Jahren die wirtschaftliche Liberalisierung einher. Nachdem Tansania aus der planwirtschaftlichen 'Vollnarkose' erwacht ist, haben sich die wirtschaftlichen Daten
verbessert: Die Inflation konnte drastisch gesenkt werden und die Wirtschaftswachstumsraten liegen seit Jahren über 5 %. Auch wenn die Erfolge durch das Bevölkerungswachstum (2 bis 3 %) relativiert werden und die Herausforderungen nach wie vor erdrückend erscheinen mögen: Die statistischen Grunddaten der Weltbank
oder auch der Vereinten Nationen
zu Tansania zeigen, dass sich das Land in die richtige Richtung bewegt.

Mehr Fotos z.B. unter:
Obwohl in den (Kern-)Tropen gelegen, herrscht in Tansania aufgrund der Höhenlage (ca. 1.100m) ein gemäßigtes Klima
(weitere Details finden Sie hier: Klima in Ostafrika
). Ausnahmen bilden der teilweise vergletscherte Kilimanjaro
(5.895 m), der höchste Berg Afrikas, sowie das feucht-heiße Küstentiefland. Dort liegt auch Daressalam
, wo ganz andere Temperatur- und Regenverhältnisse herrschen als beispielsweise in Mwanza
(zweitgrößte Stadt Tansanias, am Viktoriasee gelegen), das klimatisch eher dem Landesdurchschnitt entspricht. Die Niederschläge sind während der Regenzeiten durch eine sehr hohe Variabilität gekennzeichnet, was die Bevölkerung, die zu über 80 % von der Landwirtschaft lebt, immer wieder vor existentielle Probleme stellt. Die typische Vegetationsform des Naturraums
in Tansania ist die Trockensavanne, daneben kommen aber auch andere Savannenformen (Dornbusch-, Feuchtsavanne), Mangrovensümpfe (Küste) und vereinzelt Wald
vor.
Tansania hat mehr als ein Viertel seiner Landfläche als Schutzgebiete
ausgewiesen: In den Nationalparks
erlebt man die weitgehend unberührte Urlandschaft der Menschheit, die eine große Anziehungskraft auf Besucher aus aller Welt ausübt. Vier Schutzgebiete wurden in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen: Kilimanjaro National Park
(1987), Ngorongoro Conservation Area
(1979), Selous Game Reserve
(1982) und Serengeti National Park
(1981).
Unter dieser Oberfläche befinden sich in Tansania zahlreiche Bodenschätze
, deren bergbauliche Nutzung
, v.a. von Diamanten und Gold, in den vergangenen Jahren sehr stark an Bedeutung gewonnen hat.
Da die Urbanisierung immer weiter voranschreitet, vermehren sich die ökologischen Probleme in den Ballungszentren, wo Luft- und Wasserverschmutzungen z. Tl. gravierende Ausmaße annehmen. Aber auch auf dem Land gibt es große Umweltprobleme
, insbesondere durch Abholzung und Überweidung, die eine große Herausforderung für die nationale Umweltpolitik
darstellen. Zu den "hausgemachten" ökologischen Herausforderungen kommt der globale Klimawandel. Der Schwund von Eis und Schnee auf dem Kilimandscharo, dem Wahrzeichen Tansanias, ist für viele Klimaforscher
ein Resultat davon.

Tansania ist zwar relativ dünn besiedelt und verfügt über eine vergleichsweise große landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Weil die Bevölkerungszahl aber durch die Nutztierpopulation noch übertroffen wird, kommt es zu einer Konkurrenz zwischen Ackerbauern (Humus), Viehhirten (Futter) und Haushalten (Brennmaterial) um die spärlich verfügbare Biomasse. Da es keine echten Eigentumsrechte an landwirtschaftlichen Flächen gibt, versucht jeder von den Ressourcen des Gemeindelandes so viel wie möglich für sich zu beanspruchen - ungeachtet der ökologischen Folgen. Überweidung, Abholzung
und Bodendegradation
sind demnach auch die größten Umweltprobleme, denen das Land ausgesetzt ist. Der Erfolg von angepassteren Landnutzungsformen und Aufforstungsbemühungen
wird daher auch davon abhängen, ob das Bodenrecht
und die Bodenordnung wirkungsvoll reformiert werden und ob weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Desertifikation
greifen.
Der Viktoriasee
ist durch Abwässer und illegale Fischfangmethoden, durch die Aussetzung des Nilbarsches und die Vermehrung der Wasserhyazinthe
, großen Belastungen ausgesetzt. Ähnliche Umweltprobleme bestehen an der Küste des Indischen Ozeans (Verschmutzung durch Siedlungs- und Industrieabfälle, Zerstörung der Mangroven).
Die "hausgemachten" Umweltprobleme werden von globalen Phänomenen, wie dem Klimawandel, noch verstärkt. Ausgerechnet am Wahrzeichen des Landes, dem Kilimandscharo, zeigt sich dies besonders eindrücklich am Abschmelzen der Gletscher
.

In Tansania leben etwa 44 Millionen Menschen
. Nach 10 Jahren soll Ende 2012 wieder eine Volkszählung
stattfinden. Das Land ist mit 40 Einwohnern pro km² erheblich dünner besiedelt als Deutschland (230 Einwohner pro km²).
Im Vergleich zu Deutschland, mit seinem 230.000 km langen Straßennetz, verfügt Tansania über eine extrem schlechte Infrastruktur
: Alle wichtigen Verkehrsstraßen
zusammengenommen sind nur etwa 20.000 km lang und davon sind nur 4.000 km geteert.
Der Schienenverkehr
, historisch von großer Bedeutung für Ostafrika, ist teilweise vollständig zum Erliegen gekommen. Die beiden nicht miteinander kompatiblen Eisenbahnsysteme sind in einer schweren Krise und die Tanzania Railways Corporation
, deren Schienennetz in der deutschen Kolonialzeit entstand, hat ihren Betrieb nach der revidierten Teilprivatisierung sogar zeitweilig ganz eingestellt.
Tansania verfügt über drei internationale Flughäfen (Daressalam, Kilimandscharo, Sansibar) sowie zahlreiche weitere Landepisten und Flughäfen für den Inlandsverkehr
. Die Teilprivatisierung (Beteiligung von South African Airways) der Air Tanzania Company Ltd. (ATCL)
wurde, ähnlich wie bei der Tanzania Railways Corporation, wieder rückgängig gemacht, der Betrieb zeitweise eingestellt, inzwischen aber wieder aufgenommen. Der privaten Precision Air
kommt landesweit die größte Bedeutung im Flugverkehr zu und sie operiert zuverlässig. Daneben gibt es einige weitere Airlines
.
Im Bereich der Telekommunikation
werden gute Fortschritte gemacht, insbesondere der Mobilfunksektor
wächst seit Jahren nahezu exponentiell.
Die 10 größten Städte
sind Daressalaam
, Mwanza
, Sansibar
, Arusha
(s. auch Pressespiegel Tansania-Information
), Mbeya
, Morogoro
, Tanga
, Dodoma
, Kigoma
und Moshi
. Noch ist die der in Städten lebenden Bevölkerungsanteil mit 26 % vergleichsweise gering. Die Urbanisierung
schreitet aber schnell voran: Wenn sich das derzeitige Wachstum von jährlich 4,7 % verstetigt, wird sich die Stadtbevölkerung in nur 15 Jahren verdoppeln. Die Herausforderungen, die sich daraus für die städtische Infrastruktur ergeben, sind gewaltig. Die Wasserversorgung
ist hierfür ein gutes Beispiel. Sie ist auch ein Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit
in Tansania.

Die wichtigsten Symbole von nationaler Bedeutung sind im Staatswappen (Nembo) Tansanias vereinigt: Die Flagge ist das Kennzeichen des freien Tansania. Sie besteht aus 5 diagonalen Streifen, die das Land (grün), das Wasser (blau), die Menschen (schwarz) und den Reichtum an Rohstoffen (gold) symbolisieren. Mit Speer, Sichel und Axt wird die Nation aufgebaut und verteidigt. Die Stoßzähne sind Sinnbild für die reichhaltige lebendige Natur des Landes. Ein Baumwoll- und ein Kaffeezweig stehen stellvertretend für die Landwirtschaft, das Rückgrad der Wirtschaft. Der Gipfel des Kilimanjaro ist der höchste Punkt Afrikas und Wahrzeichen Tansanias ("Land of Kilimanjaro"). Ein Mann und eine Frau stehen für Freiheit (Uhuru), Einheit (Umoja) und Gleichheit.
"Gott segne Afrika": Die Melodien der tansanischen und der südafrikanischen Nationalhymnen
sind übrigens identisch (seit der Überwindung der Apartheid in Südafrika). Der textliche Inhalt
der tansanischen Hymne ist selbstverständlich ein anderer.

Die Fackel ('Uhuru Tourch') gibt "den Verzweifelten Hoffnung, den Verletzten Würde, und jenen, die voller Hass sind, Frieden".

Leiter des Referats "Afrika, Nahost" einer Stiftung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der internationalen Forschungszusammenarbeit. Nebenberuflich Einsätze als Internationaler Wahlbeobachter und Landeskundetutor der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2013 aktualisiert.
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