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Laut vorläufigem Ergebnis der Volkszählung von 2011
hat Serbien aktuell 7.120.666 Einwohner (ohne Kosovo)- ein Verlust von fast 380.000 Einwohnern gegenüber der Volkszählung von 2002
. Mit 40,7 Jahren Durchschnittsalter gehört die serbische Bevölkerung zu den ältesten der Welt, 17,4 % sind über 65 Jahre alt, die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 71 Jahre bei Männern und 76 Jahre bei Frauen.
Serbien ist trotz der Folgen der ethnischen Kriege der 1990er Jahre und des Verlust des mehrheitlich albanisch besiedelten Kosovo ein Vielvölkerstaat geblieben. Die Volkszählung von 2002 ergab folgende ethnische Struktur - 82,86 % der Bevölkerung bezeichneten sich als Serben
. Der überwiegende Teil des Rests bezeichnet sich als zu einer der Minderheiten zugehörig, die zahlenmäßig größten darunter sind: Ungarn - 3,91 %, Bosniaken
(v.a. in der Region Sandschak
)- 1,82 %, Roma - 1,44 %, Jugoslawen - 1,08 %, Kroaten – 0,94%, Albaner (überwiegend: Südserbien) – 0,82 %. In der Provinz Vojvodina gibt es die größte Anzahl ethnischer Minderheiten, über 25. Sie machen rund ein Drittel der Bevölkerung aus. Die größten Gruppen sind: Ungarn – 14,28%, Slowaken – 2,79%, Kroaten – 2,78%, Jugoslawen – 2,45%, Montenegriner – 1,75%.
Die serbische Gesellschaft hatte sich in der sozialistischen Phase der Modernisierung in eine moderne Industriegesellschaft entwickelt. Entstanden war eine breite sozialistische Mittelschicht
, der Anteil an bäuerlicher Bevölkerung, an in der Landwirtschaft hauptberuflich Beschäftigen sank auf ein Westeuropa vergleichbar niedriges Niveau während der Anteil an Personen mit Fachausbildung und Hochschulabschluss insbesondere ab den 1960er Jahren kontinuierlich anstieg. Während der Herrschaft von Slobodan Milošević kam es zum einem radikalen Wandel der Gesellschaftsstruktur: die ehemalige Mittelschicht verschwand ökonomisch fast vollständig, eine drastische soziale Ausdifferenzierung zwischen 90% verarmter Bevölkerung und 10% Reichen (die zum Regime gehörenden Eliten) fand statt. Ein größerer Teil der Jugend emigrierte im Kriegsjahrzehnt, geschätzte 100.000 junge Männer flüchteten vor dem Militärdienst ins Ausland, viele, vor allem sehr gut ausgebildete folgten ihnen. Diese Gesellschaftsstruktur „normalisiert“ sich nur langsam seit dem letzten Jahrzehnt, noch immer gibt es einen starken Braindrain
von jungen Leuten, weil die soziale Mobilität der jüngeren Generationen blockiert und die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist. Durch die Ereignisse der 1990er Jahre, in denen in Serbien Kriegsgewinnler und Kriegsverbrecher zu Vorbildern und Volkshelden aufstiegen, ist das bestehende Wertesystem zusammengebrochen bzw. wurde auf den Kopf gestellt. Zugleich ist es zu einer Retraditionalisierung in der serbischen Gesellschaft gekommen durch die enge Verflechtung von Politik und Religion, von serbisch-orthodoxer Kirche
in den Kriegsjahren.
Das hat sich vor allem auf die Geschlechterverhältnisse ausgewirkt. In der sozialistischen Industriegesellschaft Jugoslawiens waren Frauen von einem traditionellen sozialen Milieu rasch aufgestiegen zu gewisser Emanzipation, v.a. auch durch einen den Männern nahezu gleichen Beschäftigungsgrad - Berufstätigkeit wurde der Normalfall. Vom parallelen Prozess von wirtschaftlichen Zusammenbruch und Retraditionalisierung waren in den 190er Jahren vorwiegend die Frauen betroffen. Während es Frauen waren, die als erstes die Arbeit verloren, drängte die Kirche gestützt von Staat und nationalistischer Ideologie stark in den öffentlichen Raum und propagierte die Rückkehr zum traditionellen Familienmodell mit der Frau als Mutter und Hausfrau. Während es real vielfach die Frauen waren, die die Familien in Zeiten zusammenhalten mussten, in denen Männer in den Kriegen teils im Militärdienst waren, waren und sind sie vermehrt Opfer von häuslicher Gewalt, eine Langzeitfolge der Kriegstraumatisierung der Soldatengeneration.
Die Hauptamtssprache in Serbien ist Serbisch
, das faktisch überall im Land gesprochen wird. In der nordserbischen Provinz Vojvodina sind neben Serbisch auch Ungarisch, Kroatisch, Russinisch
, Slowakisch und Rumänisch als Amtssprachen anerkannt. In Teilen Südserbiens (Preševo-Tal) wird Albanisch
gesprochen.
Nach der im November 2006 in Kraft getretenen Verfassung wird die serbische Sprache in Serbien offiziell in kyrillischer Schrift
geschrieben, wobei in Medien und im Alltag parallel auch die lateinische Schrift verwendet wird – vor allem in Belgrad und in der Vojvodina, weniger in Zentralserbien und im Süden.
Serbien hatte im Sozialismus ein gutes Bildungssystem – ein gutes Schulsystem, entwickelte Hochschulen mit der Universität Belgrad als einer der ältesten Universitäten auf dem Balkan und einem im Sozialismus entwickelten Sektor für Erwachsenenbildung, mit dessen Hilfe die Mitte des 20. Jahrhunderts hohe Analphabetenrate erfolgreich bekämpft worden war. Infolge der politischen Ereignisse hat das Bildungssystem in den 90er Jahren einen Niedergang erlitten. Es war betroffen von wirtschaftlichem Niedergang, internationaler Isolation und Brain Drain und von einer ideologischen (nationalistischen) Indoktrinierung, die durch das Bildungswesen realisiert wurde.
Im vergangenen Jahrzehnt seit dem Regimewechsel ist eine Reform und Modernisierung des Bildungswesens eingeleitet worden. Die Ausgaben für Bildung, u.a. für Grund- und weiterbildende Schulen sind erhöht worden. Die Modernisierung der Berufsbildung ist begonnen worden.
Im Rahmen des Bologna-Prozesses hat die Modernisierung des Hochschulbereichs
eingesetzt, der vom Niedergang des Bildungssektors besonders stark betroffen gewesenen war. In Serbien gibt es fünf staatliche Universitäten – in Belgrad
, Novi Sad
, Niš
, Kragujevac
und Novi Pazar
-, daneben existieren eine Reihe von Fachhochschulen. Außerdem hat sich im zurückliegenden Jahrzehnt ein paralleler privater Hochschulsektor entwickelt mit mittlerweile 12 privaten Universitäten.
Ein besonderes Problem stellt das weitgehende Verschwinden von Grund- und Weiterbildungsprogrammen für Erwachsene dar.
Das Gesundheitswesen ist wie der Rest der Sozialsysteme in Serbien seit den 1909er Jahren stark unter ökonomischen Druck geraten. Serbien hatte von Jugoslawien ein staatliches Gesundheitswesen übernommen, in dem alle Arbeiter und Angestellte sowie ein Großteil der Selbstständigen eine fixen Anteil ihres Lohns (12,3%) in den staatlichen Gesundheitsversicherungsfonds einzahlten, aus dem die kostenlose Bereitstellung medizinischer Versorgung für die Bevölkerung finanziert wurde. Infolge des wirtschaftlichen Niedergangs wurde das System instabil, mit 2 Millionen Beitragszahlern und 7 Millionen Versicherten. Der Gesundheitsfond häufte ein großes Defizit an, die nicht aufrecht zu erhaltende Finanzierung kostenloser Dienste wurde zunehmen ergänzt durch unmittelbare Bezahlung von Leistungen durch die Versicherten. Gehälter im Gesundheitswesen fielen drastisch, Investitionen blieben aus, Mangel an Medikamenten und medizinischen Artikeln verbreitete sich, Bestechung und Korruption wurden systemisch und es kam zu einer Verlagerung von Patienten und medizinischer Ausrüstung in einen wachsenden, unkontrollierten und von der Versicherung nicht abgedeckt privaten medizinischen Sektor.
In der ersten Hälfte des zurückliegenden Jahrzehnts hat die serbische Regierung mithilfe der Weltbank eine Reform des Gesundheitswesens in Angriff genommen. So wurde die Transparenz im Gesundheitssystem, insbesondere im privaten Sektor wesentlich erhöht. Die Ausgaben des Versicherungsfonds konnten stabilisiert werden. Ein modernes Medizinkonzept, das den Schwerpunkt auf Vorsorge und Präventivmedizin setzt, wurde eingeführt. Die Strukturprobleme des serbischen Gesundheitswesens sind allerdings geblieben. Das bezieht sich v.a. auf die steigende Finanzierungslücke durch das öffentliche Krankenversicherungssystem, das zurückgeht auf eine alternde Bevölkerung und eine niedrigen Beschäftigungsgrad.
In Serbien waren 2009 4.900 HIV-Infizierte
registriert.
Die Kultur Serbiens gilt als eine der vielfältigsten der slawischen Völker, die im 6. / 7. Jahrhundert auf die Balkanhalbinsel kamen. Sie entwickelte sich zunächst unter dem Einfluss der byzantinischen Kultur. Die ersten Zeugnisse der serbischen Literatur gehen auf die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts zurück und sind mit der Tätigkeit der Brüder Kyrill und Method
und ihren Schülern eng verbunden, die die kyrillische Schrift
entwickelten und in die Gebiete des heutige Serbien brachten.
Die mittelalterliche Literatur trug, vergleichbar jener in anderen Teilen Europas, überwiegend religiösen und didaktischen Charakter. Zu den herausragenden Werken dieser Zeit zählen das Miroslav-Evangelium aus dem 12. Jahrhundert sowie die Werke des Heiligen Sava
von Serbien, der neben Heiligenviten auch das erste serbische Gesetzbuch verfasste. Einen wichtigen Platz in der mittelalterlichen Literatur nahmen heroische Werke ein, die entweder die Herrscher dieser Epoche glorifizierten und/oder über die Kämpfe gegen die Osmanen berichteten. Die osmanische Eroberung Serbiens 1459 bildete die zentrale Zäsur im Kulturschaffen des Landes. Während nach der osmanischen Eroberung ältere literarische Formen die serbische Literatur dominierten, kam es im 18. Jahrhundert zur so genannten Wiedergeburt des literarischen Schaffens.

Ein großer Aufklärer dieser Zeit war Dositej Obradović
(um 1739-1811), dessen Tätigkeit wegweisend für die künftige Entwicklung war. Auf zahlreichen Reisen erwarb sich Obradović eine europäische Bildung und konnte so seinem Volk ein neues weltlich-bürgerliches Bildungsideal und -programm vermitteln. Er war Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Volksaufklärer und Gründer der Universität Belgrad. Er gehörte zu den beachtenswertesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der serbischen Kultur im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelten sich durch den Einfluss Europas zahlreiche literarische Strömungen in Serbien (Klassizismus, Empfindsamkeit, Realismus), am bedeutendsten war jedoch die Romantik, in der die Ideen und das Wirken von Vuk Stefanović Karadžić
(1787 - 1864) einerseits und der Befreiungskampf gegen die Osmanen andererseits prägend waren. Vuk Karadžić war ein serbischer Philologe, Sprachreformer der serbischen Schriftsprache, Ethnologe, Dichter und Übersetzer. Die Serbischen Aufstände zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachten Serbien schrittweise seine Eigenständigkeit zurück. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich eine Rückkehr zum Realismus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch modernistische Tendenzen ersetzt wurde (Symbolismus, Expressionismus, Surrealismus).

Während der Nachkriegszeit folgte ein Teil der Schriftsteller den Forderungen des Kritischen Realismus, andere hingegen entwickelten ihre individuelle Note in der Literatur, wie zum Beispiel Miodrag Pavlović (*1928). Einen herausragenden Beitrag leistete der Romancier, Erzähler, Dichter und Essayist Ivo Andrić (1892 - 1975)
, der ein jugoslawischer Schriftsteller, Diplomat und Politiker war. Für seine literarischen Verdienste erhielt Andrić zahlreiche Ehrungen durch den jugoslawischen Staat. Andrić wurde 1961 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Heute wird er sowohl von Serbien als auch von Bosnien und Herzegowina (Geburtsland) und Kroatien gewürdigt, obwohl sein politisches Wirken beziehungsweise die politische Instrumentalisierung seines Werks nicht immer unumstritten ist.
<xml> </xml>Zu den bedeutendsten serbischen Gegenwartsautoren (bekannt auch im deutschsprachigen Raum) zählen: Miloš Crnjanski (1893–1977)
, Danilo Kiš (1934–1989)
, Bogdan Bogdanović (1922–2010)
, Sreten Ugričić (*1961), László Végel (*1941)
und Biljana Srbljanović (*1970)
.
Alljährlich im Januar wird die prominenteste Literaturauszeichnung, der sog. NIN-Preis (Ninova nagrada) vergeben. 1954 wurde dieser vom Belgrader Wochenmagazin NIN etabliert. Eine aus prominenten Autoren zusammengesetzte Jury vergibt den Preis an den als besten im Vorjahr veröffentlichten serbischen Roman.
Ebenfalls jährlich findet die Belgrader Buchmesse
statt, eine der ältesten und bedeutendsten Buchmessen der Region. In den Hallen der Belgrader Messe präsentieren auf 30.000 qm Verlag aus Serbien und den Nachbarländern ihre neuesten Veröffentlichungen.
Serbien verfügt über eine lange und reiche Theater-Tradition mit zahlreichen On- und Off-Theatern in Belgrad und anderen Städten. Zu den prominentesten und ältesten Schauspielhäusern
in Serbien und der weiteren Region zählt das Serbische Nationaltheater, das im Jahr 1861 begründet wurde. Auf zahlreichen Festivals präsentiert sich das serbische und internationale Theater.
Das prominenteste unter ihnen, das Belgrade International Theatre Festival
(BITEF) wurde bereits im Jahr 1967. Es gehört damit zu den ältesten Festivals weltweit und hat sich über die Jahre zu einem der bedeutendsten und größten Theaterfestivals in Europa entwickelt. Eine noch längere Tradition hat das seit 1956 in Novi Sad jährlich stattfindende Theaterfestival Sterijino pozorje
.

Die Musik in Serbien kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. Die ältesten musikalische Zeugnisse gehen auf rituelle Lieder und Tanzmelodien der Slawen
zurück, die im 7. Jahrhundert auf den Balkan
kamen. Seit dem 10. Jahrhundert prosperierte die geistliche Musik, die überwiegend durch die byzantinische Kunst beeinflusst wurde. Im Hochmittelalter verbreitete sich die epische Dichtung, die von umherreisenden Minnesängern an fürstlichen Höfen dargebracht wurde. Die klassische Musik entstand in Serbien im 19. Jahrhundert, nicht zuletzt Dank der Tätigkeit des Komponisten Stevan Stojanović Mokranjac (1856-1914)
, der die europäischen Traditionen mit kirchlicher Musik und Volksmelodien vereinte. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte ein Umschwung in Richtung Modernismus mit den jungen Komponisten Petar Konjović (1883-1970)
und Stevan Hristić (1885-1958)
. In Serbien gibt es eine lange Folklore-Tradition, die besonders in der Form der Blasmusik unter dem Namen Balkan Brass
(auch: Gypsy Brass) international bekannt geworden ist und deutliche Einflüsse der jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich zeigt. Balkan Brass entstand im 19. Jahrhundert vor allem aus österreichischer und türkischer Militärmusik sowie serbischer und Roma-Volksmusik. Häufig werden auch Einflüsse anderer Musikrichtungen, wie z. B. Klezmer
integriert. Diese Einflüsse sind auch im Turbo Folk hörbar, der in Serbien und anderen Gebieten des ehemaligen Jugoslawien die Populärmusik mitbestimmt. In traditionalistischer serbischer Musik findet v. a. das Akkordeon Verwendung. Für die traditionelle, insbesondere rurale Musik werden hauptsächlich Nationalinstrumente wie z.B. die Gusle verwendet.
In Serbien eine reichhaltige „Independent-Musikszene, die an die Jugendszenen im ehemaligen Jugoslawien anknüpfen kann, die zur Zeit des Miliošević-Regimes zurückgedrängt worden waren. Darunter befinden sich Electronica-Acts wie Darkwood Dub oder Indierock-Combos wie die Partibrejkers. Die größten jährlich stattfindenden Musikfestivals in Serbien sind das Trompeten-Festival
„Dragačevski sabor trubača“ in Guča und das „Pop-Festival Exit
“ in Novi Sad. 2007 belegte Serbien den 1. Platz bei dem Eurovision Song Contest
mit dem Lied „Molitva“ (Das Gebet) von Marija Šerifović. Einen Erfolg mit 2. Platz erzielte schon der Einheitsstaat Serbien und Montenegro im Jahr 2004 in diesem Wettbewerb mit dem Lied „Lane moje“ (Mein Lämmchen) von Željko Joksimović. Bekannte serbische Sänger und Sängerinnen sind unter anderem Đorđe Balašević, Lepa Brena, Željko Joksimović und Ceca.

Die Architektur in Serbien spiegelt die vielfältige Geschichte des Landes wider. Bedeutend ist die byzantinische Baukunst, vor allem in den zahlreichen serbischen Klöstern, von denen einige in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurden. Als wichtigsten Mäzenen der Architektur traten insbesondere die Mitglieder der mittelalterlichen Nemanjiden Herrscherdynastie auf. Seit der Errichtung der Grabeskirche des dynastischen Gründers Stefan Nemanja im Kloster Studenica
wirkten alle weiteren serbischen Könige als Förderer der Künste und insbesondere der religiösen Architektur. Ein großer Teil der serbischen Klöster wurde im Mittelalter erbaut. Neben religiösen Bauwerken ragen zahlreiche Wehrbauten heraus, die mit den Festungen Golubac
und Smederevo
, der Stadtmauer von Kotor und der Festung von Belgrad
zu den herausragenden Wehrbauten der Zeit zählen. Weitere vorherrschende Baustile in Serbien sind der Barock im Norden des Landes und der orientalische Baustil in Sandschak. Vor allem in der Hauptstadt Belgrad finden sich auch zahlreiche Bauten der Zwischenkriegszeit im Stile der Moderne, insbesondere des Art Deco
.
Die serbische Küche
wird zur so genannten Balkanküche gezählt. Das markanteste Merkmal dieser zum großen Teil ländlich geprägten Küche ist die große Auswahl von Grill- und anderen Fleischgerichten. Wesentlich beeinflusst wurde die serbische Küche von der griechischen, türkischen, österreichischen, ungarischen und italienischen Küche. Gerichte wie die Serbische Bohnensuppe (serb. Pasulj Čorba) bzw. Bohnen (Pasulj), Sarma (gefüllte Krautrouladen), das serbische Reisfleisch (serbisch: Đuveč), das Spanferkel (serb. Pečeno Prase) oder Ćevapčići sind zwar im ganzen Balkan in vielen Varianten anzutreffen, vor allem im deutschsprachigen Raum werden sie jedoch vereinfacht als Teil einer serbischen Kochkultur anerkannt.
Es gibt zahlreiche serbische Biere und Weine. Besonders groß ist die Vielfalt bei Schnäpsen und anderen hochprozentigen Getränken.
Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Serbiens sind Christen
. Etwa 6,3 Millionen (ca. 84%) der Einwohner bekennt sich zur serbisch-orthodoxen Kirche
, ferner gibt es noch religiöse Minderheiten, insbesondere Katholiken, Protestanten und einige wenige neuapostolische Christen. Etwa 3 % der Einwohner sind Muslime. Sie leben im südserbischen Sandschak, wo sie eine knappe Mehrheit bilden.
Dr. Azra Dzajic-Weber
studierte und promovierte in Germanistik und Slawistik an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie war an verschiedenen Universitäten in der Lehre tätig. Danach war sie viele Jahre in der Entwicklungsarbeit zu Südosteuropa, Osteuropa und dem Kaukasus für die Heinrich-Böll-Stiftung tätig. Unter anderem war sie als Leiterin der Regionalbüros Südosteuropa für die Stiftung in Sarajevo. Zur Zeit arbeitet sie als Trainerin für Interkulturelles, Diversitymanagement und Landeskunde sowie als Beraterin für Projektentwicklung. Bei der GIZ ist sie als Trainerin für Landeskunde tätig. Sie lebt in Berlin.
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Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2012 aktualisiert.
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