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Die Ein- und Ausreise nach bzw. aus Serbien in Richtung Westeuropa erfolgt in der Regel über den Luftweg, über den Flughafen Belgrad sowie über den Landweg – entweder über eine der Autobahnen bzw. autobahnähnlichen Straßenverbindungen, die das Land mit Kroatien und Ungarn im Norden bzw. Westen verbinden, oder alternativ mit dem Zug. Daneben gibt es Busverbindungen nach Westeuropa. Für deutsche Staatsbürger besteht keine Visumspflicht und seit 2010 ist auch die Einreise mit Personalausweis möglich. Damit besteht ein Aufenthaltsrecht von 3 Monaten. Für längere Aufenthalte oder die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ist die Beantragung eines Einreisevisums bei einer der serbischen diplomatischen Vertretungen vor Reiseantritt notwendig. Ausländer müssen innerhalb von 24 Stunden ihren Aufenthaltsort polizeilich anmelden, bei Hotelaufenthalten wird dies vom Hotel übernommen.
Nähere und tagesaktuelle Informationen zu Einreise-, Zollbestimmungen und Sicherheitshinweise finden sich auf der Landesseite des Auswärtigen Amts
sowie der Website der Konsularvertretungen der Republik Serbien in Deutschland.
Arbeitszeiten
Die Regelarbeitszeit in Serbien ist von 8 bis 16 Uhr.
Behörden arbeiten i.d.R. von 8 bis 15 oder 16 Uhr.
Begrüßung
Begrüßt wird in Serbien mit einem dreifachen Wangenkuss, der abwechselnd links und rechts gegeben wird – beginnend mit der linken Seite.
Einkaufen
Einkaufen ist in Serbien, insbesondere in den größeren Städten kein Problem. Zahlreiche Lebensmittel- und Drogerieketten haben in den letzten Jahren nach Serbien expandiert. In den Großstädten entstehen immer mehr riesige Einkaufszentren.
Geschäfte haben in den größeren Städten durchgehend Montag bis Freitag von 8-19 Uhr und Sa 8-16 Uhr auf, Lebensmittelgeschäfte öffnen oft schon um 6 Uhr und schließen erst um 21 Uhr abends. In Kleinstädten haben Geschäfte in der Regel mittags für mehrere Stunden geschlossen. Die großen Einkaufszentren in den Metropolen sind i.d.R. durchgehend geöffnet.
In den meisten Städten gibt es neben Geschäften auch Lebensmittelmärkte, auf denen die Bauern der Umgebung ihre Produkte anbieten.
Feiertage
Datum | Bezeichnung | Serbischer Name | Anmerkung |
1. Januar & 2. Januar | Neujahr | (Kalendarska) Nova Godina | Neujahr nach dem Gregorianischen Kalender |
7. Januar | Weihnachten | Božić | Orthodoxes Weihnachten; 25. Dezember nach dem Julianischen Kalender |
13. Januar & 14. Januar | Serbisches Neujahr | Srpska Nova Godina | Orthodoxes Neujahr- Arbeitstag |
15. Februar | Nationalfeiertag | Dan državnosti Srbije | 1835: erste Verfassung Serbiens |
Beweglicher Feiertag | Ostern | Uskrs (kirchlich: Vaskrs) | Arbeitsfrei von Freitag bis Dienstag |
1. u. 2.Mai | Tag der Arbeit | Praznik rada |
|
9. Mai | Tag des Sieges | Dan pobede | Ende des Zweiten Weltkrieges 1945- Arbeitstag |
28. Juni | St. Veitstag | Vidovdan | Tag der für das Vaterland gefallenen Serben- Arbeitstag |
Wenn ein staatlicher Feiertag auf den Samstag oder Sonntag fällt, ist der nächste Arbeitstag frei. Neben den arbeitsfreien Feiertagen gibt es noch andere kirchliche und nationale Feiertage, die nicht arbeitsfrei sind.

Offizielle Währung in Serbien ist der Dinar (RSD)
. Es gibt Banknoten zu 10, 20, 50, 100, 200, 500, 1.000 und 5.000 Dinar. Münzen sind seit 2008 nicht mehr im Umlauf. Der Umrechnungskurs
liegt bei etwa 100 Dinar pro Euro. Der Euro ist in Serbien nicht als Zahlungsmittel zugelassen
Kreditkarten können in größeren Geschäften und internationalen Ketten Als Zahlungsmittel verwendet werden. Die Geldversorgung
über EC-Karte ist in den mittleren und Großstädten und in touristisch erschlossenen Gebieten gewährleistet. Darüber hinaus ist zu empfehlen, ausreichend Bargeld mit sich zu führen.
Banken haben in der Regel von Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr und Samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
Kinder
Serbien ist eine kinderfreundliche Gesellschaft. Familien mit Kindern werden daher überall bevorzugt behandelt.
In der Hauptstadt Belgrad gibt es eine deutsche Schule
, welche einen Kindergarten, eine Vor- und Grundschule sowie ein Gymnasium umfasst.
Kommunikation
Das Telefon- und das Mobilfunknetz sind gut ausgebaut. Die Mobilfunkerreichbarkeit umfasst nahezu das ganze Land. Die beiden großen Mobilfunkanbieter sind Telenor
(GSM 900/1800) und Telekom Srbija a.d
(GSM 900http://w).
Derzeit gibt es Roamingverträge mit Anbietern in Serbien von E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone.
Wichtige Telefonnummern: Notruf: 112, Polizei: 92, Feuerwehr: 93,
Rettungsdienst: 94, ADAC-Auslandsstation in Serbien: (011) 42 27 07,
Telefonauskunft (national): 988 oder 011988 (für die Region Belgrad) oder 011989,
Landesvorwahl von Deutschland nach Serbien: +381
Landesvorwahl von Serbien nach Deutschland: +49
Das Internet ist auch in Serbien, insbesondere unter der jüngeren Generation mittlerweile weit verbreitet. Das Länderkürzel in Serbien ist „.rs“ (alt: .yu). |
Medien:
In Serbien gibt es eine Vielzahl an Fernseh- und Radiosendern sowie an überregionalen und lokalen Tages- und Wochenzeitungen. Verschiedene elektronische Medien bieten in den späten Abendstunden Nachrichten in englischer Sprache an.
Deutsche und englischsprachige Sender sind über Satellit überall zu empfangen.
In den großen Städten sind deutsche und andere internationale Tages- und Wochenzeitungen erhältlich.
Nachrichten und andere Informationen bieten diverse Internetmedien. Einige bieten auch einen englischsprachigen Nachrichtendienst an – so etwa der Radio- und Fernsehsender B92
.
Medizinische Hilfe
Eine medizinische Versorgung in Serbien entspricht im Schnitt nicht dem deutschen Standard. Auch Krankenhäuser verfügen oft nicht über die adäquate Ausstattung oder können nicht alle Krankheitsbilder angemessen medizinisch versorgen. Die Hygiene ist unzureichend. Die Ausnahme bilden in der Hauptstadt Belgrad wie in einigen anderen Großstädten (Novi Sad, Nis) eine Zahl an öffentlichen und privaten Kliniken und Praxen.
Serbische Einrichtungen erheben für die Behandlung von Ausländern erheblich höhere Gebühren als für Einheimisch. Eine kostenlose Behandlung auf Auslandskrankenschein („JU-6“) ist nur in staatlichen Krankenhäusern möglich.
Das Auswärtige Amt empfiehlt vor Antritt einer Reise nach Serbien Impfungen
gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über vier Wochen oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut.
Nachtleben
Serbien hat in den letzten Jahren einen Ruf durch sein Nachtleben gemacht. Die Hauptstadt Belgrad und Novi Sad locken durch ihr vielfältiges kulturelles Angebot. Zum Magnet für die Jugend der Nachbarländer (Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina) sind die beiden Städte aber vor allem durch die Klub- und Musikszene geworden, sowie durch verschiedene Festivals.
Sicherheit
Serbien ist ein relativ sicheres Reiseland für Ausländer. Allerdings ist es angebracht, gewisse Grundregeln
zu beachten. So sollten Fahrzeuge wegen häufiger Diebstähle und Aufbrüche möglichst nur in verschlossenen Garagen oder auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Im geparkten Fahrzeug sollten keine Reisedokumente oder Wertsachen oder anderes Gepäck zurückgelassen werden.
Polizisten in Serbien sprechen in der Regel weder Englisch noch Deutsch, so dass es bei Bedarf notwendig sein wird, einen Dolmetscher hinzuzuziehen.
Eine angespannte Sicherheitslage gibt es lediglich im Süden Serbien, an der Grenzen zum Kosovo. Angesichts der Spannungen und gewaltsamen Konflikte insbesondere im Nordkosovo
rät das Auswärtige Amt zur Zeit von Reisen in diese Gegend dringend ab.
Sport
Serbien ist eine sportbegeisterte Nation. Volkssport Nummer eins ist der Fuball mit seinen beiden Traditionsklubs Roter Stern Belgrad und Partisan Belgrad. Tennis ist in den letzten Jahren Dank des Weltranglistenersten Novak Đoković
zur zweitbeliebtesten Sportart aufgestiegen. Andere beliebte Sportarten, in denen serbische Sportler und Mannschaften internationale Konkurrenz standhalten sind Basketball, Handball und Leichtathletik.
Sprache
Amtssprache in Serbien ist Serbisch, es gilt das kyrillische und das lateinische Alphabet. Um sich in der Hauptstadt Belgrad und in Zentral- und Südserbien zumindest orientieren zu können, empfiehlt es sich bei längeren Aufenthalten, sich das kyrillische Alphabet anzueignen. In den großen Städten wird in Hotels und Restaurants Englisch gesprochen. Vor allem die jüngere Generation spricht Englisch. Aufgrund der Arbeitsmigration nach Deutschland, Österreich und die Schweiz seit den 1960er Jahren sprechen viele Menschen auch Deutsch.
Stromversorgung
Die Stromversorgung ist in Serbien in allen Landesteilen stabil. Standard sind 220 V und 50 Hz, sowie die in Deutschland üblichen Stecker- und Steckdosentypen F
(„Schuko“-Stecker) und C
(Eurostecker).
Verkehr
Reisen durch Serbien mit öffentlichen Verkehrsmitteln
sind sowohl mit Bahn als auch Bus möglich. Bahnnetz
und Züge sind zum Großteil veraltet. Der Bau einer Schnellbahntrasse ist geplant. Wesentlich besser und komfortabler augebaut ist das Busnetz. Lokale/regionale Busse fahren in Serbien praktisch jedes Dorf an. Besonders bei überregionalen Reisen bieten sich die Langstreckenbusse an, die komfortabler und in der Regel schneller sind als die Bahn.
Serbien hat ein gut ausgebautes Straßennetz. Eine Autobahn durchzieht das Land von der kroatischen Grenze über Belgrad in den Süden bis fast zu serbisch-mazedonischen Grenze. Weitere Autobahnausbauten, etwa von Belgrad über Novi Sad bis zur ungarischen Grenze im Norden, sind geplant oder bereits im Bau. Daneben gibt es autobahnähnlich ausgebaute Straße Straßen. Die Benutzung dieser beiden Straßenformen ist Mautpflichtig. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte oder Bargeld (Dinar und – mit erheblichem Aufschlag – auch in Euro). Nachtfahrten durch Serbien erfordern höchste Aufmerksamkeit, da aufgrund der schlechten Qualität von Straßenbelags sowie Straßen- und Kfz-Beleuchtung ein erhöhtes Risiko besteht.
Für ausländische Autofahrer in Serbien wird dringend empfohlen, sich strikt an die Straßenverkehrsregeln zu halten und insbesondere die Geschwindigkeits-begrenzungen und Überholverbote zu beachten. Die geltenden Höchstgeschwindigkeiten sind auf Landstraßen 80 km/h und auf Autobahnen 120 km/h. Die Promillegrenze in beträgt 0,5. Verstöße gegen die Verkehrsordnung werden abhängig von der Schwere des schuldhaften Verhaltens mit empfindlichen Strafen bis hin zu mehrjährigem Freiheitsentzug geahndet. Bei jedem Unfall muss in Serbien die Polizei gerufen werden, die ein Schadensprotokoll anfertigt, das für Versicherungszwecke und ggf. Zollverfahren bei der Ausreise unerlässlich ist. Deutsche Autofahrer können in Serbien fahren mit einem nationalen deutschen Führerschein in den bestehenden drei Ausführungen (grauer Pass, rosaroter Ausweis oder Führerschein im Kartenformat). Der Besitz eines internationalen Führerscheins ist nicht erforderlich. Benötigt wird für deutsche Fahrzeuge die grüne Versicherungskarte; auf dieser muss die Länderangabe “SRB“ auf der Karte eingetragen sein.
Wasser
Die Wasserversorgung ist in den Großstädten und allermeisten kleineren Städten normal. Aufgrund des veralteten Zustand der Wasserleitungen und der schlechten Wasserqualität wird jedoch dringend davon abgeraten, Leitungswasser zu trinken. Mineralwasser ist überall käuflich erhältlich.
Zoll
In Serbien bestehen für folgende Warengruppen Mengenbeschränkungen bei der zollfreien Einfuhr: Alkoholika - 2 l Wein oder 1 l Spirituosen über 22%, Tabakwaren - 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Rauchtabak, 1 Parfum oder Eau de Toilette.
Haustiere dürfen nur mit gültigem Gesundheits- und Impfnachweis eingeführt werden.
Devisen dürfen unbegrenzt eingeführt und bis zu einem Betrag von 10.000.- Euro wieder ausgeführt werden. Beträge von über 10.000,- Euro sind bei der Einreise unbedingt beim Zoll anzumelden; der entsprechende Beleg ist bis zur Ausreise aufzubewahren. Nicht angegebene Devisen werden bei der Ausreise beschlagnahmt. Dinare dürfen bis zu einem Gegenwert von 10.000.- Euro ein- und ausgeführt werden, eine größere Summe darf nur eingeführt werden, wenn sie bei einer ausländischen Bank gekauft und dies durch Belege nachgewiesen werden kann.
Botschaft
der Bundesrepublik Deutschland
Belgrad
Neznanog junaka 1 a, 11040 Belgrad
Tel.: +381 11 3064-300
Fax: +381 11 3064-303
Öffnungszeiten:
08.00 - 16.00 Uhr (freitags 08.00 bis 14.00 Uhr)
Rechts- und Konsularreferat
(auch Visastelle)
Birčaninova 19a, 11000 Belgrad
Tel.: +381 11 3064-400
Fax: + 381 11 3064-402
Botschaft der Republik Serbien
Taubertstr. 18, 14193 Berlin
Tel.: 030 8957700
Öffnungszeiten:
08.30 - 16.30 Uhr
Dr. Azra Dzajic-Weber
studierte und promovierte in Germanistik und Slawistik an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie war an verschiedenen Universitäten in der Lehre tätig. Danach war sie viele Jahre in der Entwicklungsarbeit zu Südosteuropa, Osteuropa und dem Kaukasus für die Heinrich-Böll-Stiftung tätig. Unter anderem war sie als Leiterin der Regionalbüros Südosteuropa für die Stiftung in Sarajevo. Zur Zeit arbeitet sie als Trainerin für Interkulturelles, Diversitymanagement und Landeskunde sowie als Beraterin für Projektentwicklung. Bei der GIZ ist sie als Trainerin für Landeskunde tätig. Sie lebt in Berlin.
Über
Kommentare und Anregungen freue ich mich.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2011 aktualisiert.
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Hannover, B.G: Serbien: Unterwegs zu verborgenen Klöstern und Kunstschätzen, Berlin 2009
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