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Ein Kartographieprojekt hat erstmals modernen Ansprüchen genügende Karten der einzelnen Regionen (mit dem Stand von 2002, d.h. 11 Regionen anstelle der heutigen administrativen Aufteilung in 14 Regionen) des gesamten Nationalterritoriums im Maßstab 1:200 000 hervorgebracht. Eine grobe Ansicht
gibt es auch im Internet. Der Vertrieb in der detaillierten Papierversion erfolgt über die Direction des travaux géographiques et cartographiques, auf deren Homepage
sich weitere Karten finden.
Einige Stadtpläne und Satellitenansichten finden sich auch hier
.
Auf einer interaktiven Karte
(wahlweise Satelliten- oder klassische Ansicht) lassen sich unterschiedliche thematische Suchen (Kultstätten, Naturparks, Sehenswürdigkeiten, Unterkunftsmöglichkeiten, u.a.) durchführen. Die FAO
bietet verschiedene thematische Karten so wie auch diese prinzipiell sehr informative Homepage
und das Institut de Recherche pour le Développement
.
Der Senegal
ist an der westlichsten Spitze des afrikanischen Kontinents gelegen und wird oft als das Tor zu Afrika bezeichnet.
Im Westen grenzt das Land mit einer etwa 500 km langen Küstenlinie an den Atlantischen Ozean, im Norden an Mauretanien, im Osten an Mali
und im Süden an Guinea und Guinea-Bissau. Die ehemalige britische Kolonie Gambia bildet eine Enklave, die den südlichen Landesteil Casamance vom Rest des Landes trennt.
Die Hauptstadt Dakar ist durch ihre exponierte Lage auf einer Halbinsel von schwerwiegenden Verkehrs- und Raumproblemen geplagt.
Fotos und mit Fotos ausgestattete Reiseberichte aus dem Senegal finden sich in einer großen Vielzahl im Internet, z.B.
Bilderseiten
,
Tourismusseiten
,
thematisch
geordnet
oder geografisch
geordnet
Diese Seite bietet einige „Rundumansichten“
(360°) verschiedener senegalesischer Orte und Lokalitäten.
Indikatoren der menschlichen Entwicklung
Laut dem Human Development Index 2011
des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen UNDP nimmt der Senegal lediglich den 155. Rang unter 187 Nationen ein.
| Durchschnittliche Lebenserwartung in Jahren | 59,3 (2011) |
| Bevölkerungswachstum pro Jahr | 2.6% (2011) |
| Öffentliche Bildungsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes | 5,6% (2010) |
| Bevölkerungsanteil, dem weniger als 2 USD pro Tag zur Verfügung steht | 60,3% (2000-2007) |
| Analphabetenrate der über 15-Jährigen | 49,7% (2000-2011) |
| Analphabetenrate Männer | 47,9% |
| Analphabetenrate Frauen | 67,1% |
| Primäreinschulungsrate | 86,2% (2000-2011) |
| Wahrscheinlichkeit, zum Zeitpunkt der Geburt nicht älter als 60 Jahre alt zu werden | 40,2% (2005-2010) |
| Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten) | 93 (2009) |
| Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten) | 980 (2006) |
| Anteil der unterernährten Kinder jünger als 5 Jahre | 17% (2000-2006) |
| Anteil der Bevölkerung ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser | 23% (2006) |
| HIV/AIDS-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren) | 0,9% (2009) |
Quellen: Human Development Report und Worldbank Development Indicators
Weitere detaillierte Daten (die sich teilweise nach der Art der Berechnung auch unterscheiden) sind beim AA
, auf den CIA World Factsheets
, der Weltbank
, dem BBC
und dem Population Reference Bureau
zu finden.
Einen Überblick über nationale Statistiken gibt die Nationalagentur für Statistik und Demographie
.
Der Senegal ist ein flaches Land
, in der Regel liegen die Plateaus nicht höher als 130 Meter über dem Meeresspiegel. Nur im Südosten, wenn man sich dem guineischen Gebirgsmassiv des Fouta Djalon nähert, wird das Land hügeliger. Dort findet man auch die höchste Erhebung des Senegals mit 581 Metern.
Von Osten nach Westen durchziehen 4 große Flussläufe das Land:
Der Senegalfluss
(1790 km) stellt über weite Strecken die Grenze nach Mauretanien dar und mündet bei St. Louis ins Meer. Seit 1988 der Staudamm von Manantali in Mali in Betrieb genommen wurde, ist eine ganzjährige Regulierung des Wasserpegels und dadurch gesteuerte Landwirtschaft, Gemüse- und Reisanbau im Flusstal möglich. Allerdings kam es dadurch zu einer sprunghaften Vermehrung der lokalen Schilfart typha australis, die sich zu einem echten ökologischen Problem entwickelte. Initiativen zur Valorisierung von Typha (zum Beispiel bei der Erzeugung von Biokohle
) kommen kaum in Gang. In der Organisation pour la mise en valeur du fleuve Sénégal
wird an einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (Guinea, Mali, Senegal und Mauretanien) gearbeitet.
Der Gambia-Fluss
(ca. 1120 km lang) entspringt im Fouta Djalon Massiv, wo auch der Senegalfluss und der Niger ihren Ursprung nehmen und mündet in einem breiten Delta auf gambischem Staatsgebiet in den Atlantik. Auch zu seiner Nutzung gibt es eine regionale Organisation
.
In den zahlreichen Flussläufen (Bolongs) des Casamance-Flusses im Süden (300km) wird Reis angebaut, allerdings kommt es durch Rückstau des Meerwassers zu einer immer größeren Versalzung. Wiederaufforstungsversuche der Mangrovenwälder und kleine Staudämme sollen dem Problem Abhilfe schaffen, allerdings bislang nur mit mäßigem Erfolg.
Das Delta des Saloumflusses
nördlich der gambischen Grenze mit seiner Mangrovenwäldern und zahlreichen Inseln ist ein wichtiges Fischfang- und Tourismusgebiet. Auch hier ist das Ökosystem durch Versalzung stark gefährdet.
Grob lassen sich 3 Vegetationszonen
unterscheiden:
Die Sahelzone im Norden mit einer vorherrschenden Steppenlandschaft, deren Grasteppich ab spätestens November verdorrt ist. Die vorherrschenden Baumarten sind Akazienarten und Baobabs, in der Trockenzeit ohne Laub anzutreffen.
Nahe der Grenze zu Guinea-Bissau schließlich, der sogenannten Basse Casamance trifft man auf Ausläufer der guineischen Vegetationszone, die durch dichte Wälder, Kapokbäume, Ölpalmen und im Flussgebiet durch Mangrovenwälder gekennzeichnet ist.
Unter der Rubrik écosystèmes finden sich hier Fotos der verschiedenen Landschaftsformen
so wie auch unter dem folgenden Link
.
Der Senegal liegt in einer Übergangszone
von Sahelzone und subtropischem Klima. Es gibt im wesentlichen 2 Jahreszeiten: eine Regenzeit mit heißen Monsunwinden aus dem Süden von Mai bis Oktober und eine Trockenperiode von November bis Mai.Im Norden
regnet es zumeist nur in den Monaten Juli bis September. Der Norden Senegals liegt während des größten Teils des Jahres im Einfluss eines trockenen heißen Nordostpassatwinds, zu dessen Hauptzeit, von November bis März, ein trockener Wind aus der Sahara, der Harmattan, Wolken roten Sands mit sich trägt.
Das Klima in Südsenegal
wird während einiger Monate des Jahres vom regenreichen feuchtwarmen Südwest- bis Westmonsun bestimmt. Die höchsten Temperaturen werden dort im April gemessen. Die niedrigsten Temperaturen gibt es im Dezember/Januar und liegen bei etwa 17 °C.
Die jährliche Niederschlagsmenge variiert von 1.500 mm im Süden bis 500 mm im Nordosten. Die Temperatur in Dakar
bewegt sich zwischen 18–26° C im Januar und 24–32,5° C im Juli.
Die jeweils aktuellen Wetterwerte
aus dem Senegal finden sich auf der Homepage der meteorologischen Nationalagentur.
Die Fauna
des Senegals ist im Gegensatz zu Ostafrika oder den waldreichen Küstenländern in Äquatornähe nicht sehr augenfällig aber dennoch von einer bemerkenswerten Vielfalt. Die Migrationsroute zahlreicher europäischer Vogelarten führt durch den Senegal, viele von ihnen verweilen im Nationalpark Djoudj
als erster Raststation nach der Sahara.
Auf dem gesamten Staatsgebiet ist eine Vielzahl von Reptilien verbreitet. Auch die Meeres- und Süßwasserfauna ist trotz Überfischung und Zerstörung natürlicher Lebensräume immer noch relativ reichhaltig. Im Allgemeinen jedoch ist die Fauna außerhalb (und oft auch innerhalb) der Nationalparks
großem anthropogen Druck ausgesetzt. Große Säugetiere wie Elefanten, Nilpferde, Löwen oder große Antilopen sind ausgerottet oder finden sich nur mehr vereinzelt im Nationalpark Niokolo Koba
im Südosten des Landes.
Seit langer Zeit werden Phosphate abgebaut, die wichtig für den Export, v.a. nach Indien, sind.
Vor der Küste Senegals werden beträchtliche Erdölvorkommen vermutet, die allerdings noch nicht erschlossen sind. Im Südosten des Landes, in der Region von Tambacounda, gibt es Bodenschatzvorkommen wie Gold, Eisenerz und Kupfer.
Seit dem 15. Januar 2001 besitzt der Senegal ein eigenes Umweltgesetz
, im selben Jahr wurde auch das Umweltministerium
gegründet.
Trotz der relativ fortschrittlichen Legislatur gibt es landesweit unzählige umweltschädliche Praktiken
: für die breite Bevölkerung liegt der tägliche Überlebenskampf näher als der Gedanke an zukünftige Generationen, Unternehmen, Tourismusanlagen und Industrie denken in der Regel zunächst an den eigenen Profit und selbstverständlich ist der Senegal von globalen Phänomenen, wie dem Klimawandel
, betroffen.
Abholzung
(laut FAO verschwinden im Senegal jährlich 40.000 ha Wald), Auslaugung der Böden durch jahrzehntelangen Erdnussanbau
, extensive Pestizidbenutzung und Versalzung der Böden zerstören die Bodenressourcen, sodass weite Landstriche von Desertifikation betroffen sind.
Bis heute stellen fossile Brennstoffe (Holz und Holzkohle) die wichtigsten Haushaltsenergieträger dar, sie werden in erster Linie zum Kochen verwendet. In weiten Landstrichen ist die Versorgung heute defizitär, im waldreichen Süden erschwert u.a. der Casamancekonflikt
eine wirksame Kontrolle. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt in einem Programm
die dauerhafte Versorgung mit Haushaltsbrennstoffen, die Verbreitung verbesserter Herde und die gemeinschaftliche Nutzung von Wäldern für eine dauerhafte Versorgung mit Feuerholz.
Allgegenwärtig
in Stadt und Land sind Müllberge, besonders problematisch dabei sind die Massen von Plastik. In den Küstengegenden werden Abwässer in der Regel ohne Klärung direkt ins Meer geleitet und die Millionenstadt Dakar wird bis heute von offenen Kanälen durchquert, die sich ins Meer ergießen. Dakar ist zusätzlich von einer starken Luftverschmutzung betroffen, es gibt Bemühungen, dem entgegenzuwirken und langsam den veralteten Fuhrpark (Sammeltaxis und Taxis) zu erneuern.
Mit mehr als 500 km Küstenlinie ist der Senegal akut vom Ansteigen der Meeresspiegel bedroht. Gleichzeitig wird diese bedrohliche Entwicklung durch die intensive (illegale) Extraktion von Meeressand an den Stränden verstärkt, sodass heute manche Vororte Dakars akut vom Vordringen des Meeres bedroht sind.
Die afrikanische Forschungsinitiative Africa talks Climate
musste in einer Untersuchung im Senegal feststellen, dass sich die Bevölkerung zwar der Tatsache des Klimawandels und der Degradation ihrer Lebensumstände bewusst ist, sie jedoch nicht über die Ursachen Bescheid weiß.
Heute herrscht allgemeiner Konsens darüber, dass Afrika vom Klimawandel
besonders betroffen sein wird.
Bei der letzten Volkszählung 2002 wurden 9.855.000 Einwohner im Senegal gezählt, für das Jahr 2013 projiziert das Nationale Statistikamt eine Bevölkerungszahl von 13,57 Millionen mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von rund 2,5%. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt.

Die größten Städte sind Dakar
(geschätzte Einwohnerzahl im Großraum ca. 2,6 Mill. Ew.), Diourbel (ca. 891.000 Ew.), Thies (ca. 873.000 Ew.), die „heilige“ Stadt der muslimischen Bruderschaft der Mouriden Touba
(ca. 500.000 Ew.), Kaolack
(ca. 243.000 Ew.), Mbour
(ca.200.000 Ew.), St. Louis
(ca. 280.000 Ew.) und Ziguinchor
(ca. 372.000 Ew.).
Der Senegal ist traditionell ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt
zwischen Afrika, Europa und Amerika. Fast 40 Fluglinien fliegen den Dakarer Flughafen Léopold Sédar Senghor
an und täglich gibt es Direktflüge in mehrere europäische und afrikanische Hauptstädte.
Etwa 50km außerhalb von Dakar bei Diass entsteht zur Zeit der neue internationale Flughafen Blaise Diagne
. Betrieben wird der neue Flughafen für die nächsten 25 Jahre von einem Konsortium unter der Leitung der deutschen Fraport AG. Nach einer längeren Unterbrechung des senegalesischen Binnenflugverkehrs nach dem Konkurs der nationalen Fluglinie Air Senegal bietet heute die Fluglinie Senegal Airlines
erneut Flüge
in die Casamance und nach West- und Zentralafrika an.
Der Dakarer Hafen
ist einer der wichtigsten der Region, auch er untergeht zur Zeit einer zukunftsweisenden Sanierung.
Die Zugstrecke des legendären Dakar-Niger-“Express“
, der die beiden Hauptstädte Dakar und Bamako verbindet, wurde im frühen 20. Jhdt. von der französischen Kolonialmacht fertig gestellt. In der Regel benötigte der Zug, der noch auf Schmalspurbreite geführt wird, für die etwa 1.000 km lange Strecke zwischen 24 und 36 Stunden. Dennoch war die Zugverbindung für den (Individual-)handel in der Region enorm wichtig. Die Übernahme durch das frankokanadische Konsortium Transrail ließ die Menschen befürchten, dass der Personenverkehr stark eingeschränkt würde und zur Zeit ist der Zugverkehr eingestellt.

Das Straßennetz
ist schlecht ausgebaut und in schlechtem Zustand, sein Ausbau und Instandsetzung ist eine Priorität der Regierung und einiger Geber. Im Vorfeld des islamischen Gipfels 2008 entstanden in Dakar neue Straßen, Brücken und Tunnels, die den innerstädtischen Verkehr erleichtern.
Eine 34 km lange Mautautobahn
soll das Cap Vert, die ehemals grüne Halbinsel, auf der Dakar
liegt, dem Rest des Landes wieder besser zugänglich machen, denn noch ist die Halbinsel nur mittels eines einzigen Verkehrsweges erreichbar und eine Fahrt in die Hauptstadt ist oft mit stundenlangen Staus verbunden.
Die senegalesische Flagge hat 3 vertikale Streifen in den Farben grün-gold-rot, inmitten des mittleren Streifens findet sich ein kleiner grüner Stern als Zeichen für Hoffnung und Freiheit.

Das senegalesische Wappen zeigt links einen Löwen als Symbol für Macht und Stärke, auf der rechten Seite den landestypischen Baobabbaum.

Das Landesmotto lautet: "Un Peuple – Un But – Une Foi" - "Ein Volk - ein Ziel – ein Glaube".
Genauere Erläuterungen zur nationalen Symbolik
finden sich auf der Homepage der senegalesischen Regierung. Der Text zur Nationalhymne
wurde vom „Dichterpräsidenten“ Léopold Sédar Senghor verfasst.
Claudia Hrubesch, Jahrgang 1972, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Französisch und Deutsch als Fremdsprache in Wien und Paris. Schwerpunkt: Geschichte und Literaturen Afrikas, Postcolonial Studies und interkulturelle Kommunikation.
Lebt seit über 10 Jahren im Senegal. Tätigkeiten beim Goethe-Institut Dakar, der GIZ, ECO Consult und als freiberufliche Beraterin im Kultur- und Kommunikationsbereich. Landestutorin bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ.
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Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2013 aktualisiert.
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