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Folkloretänzer „Intore“, Foto: ORTPN

Gesellschaft, Kultur und Religion

BeschreibungInhalt
Amtssprache(n):Kinyarwanda, Englisch
Regionalsprachen:Keine
bedeutendste Religion:Christentum (überwiegend röm.kath.) ca. 90 %
weitere bedeutende Religion:Islam 5 %
Städtische Bevölkerung:ca. 17 %
Lebenserwartung:55,4 Jahre

Ruanda

Landesflagge Ruanda

Soziale Struktur

Ethnizität

Das Land wird von drei ethnischen Gruppen bewohnt. Den BahutuÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Schätzungszahlen nach 80-90 % der Bevölkerung ausmachen, den BatutsiÖffnet externen Link in neuem Fenster (ca. 10-20 %) und den BatwaÖffnet externen Link in neuem Fenster mit circa 1%. Die Bezeichnung "Ethnie" für die ruandischen Bevölkerungsgruppen  ist wissenschaftlich nicht korrekt. Bei "Hutu" oder "Tutsi" handelt es sich auch nicht um verschiedene Stämme, wie es in zahlreicher Literatur zu lesen ist. Sie sprechen die gleiche BantuspracheÖffnet externen Link in neuem Fenster, "Kinyarwanda", bilden eine gemeinsame Sozialstruktur, teilen religiöse Überzeugungen. Sie haben die gleiche Kultur und eine gemeinsame Geschichte. Ein bestimmtes Territorium wird auch keiner der drei Gruppen zugeordnet. Alle wohnen auf den Hügeln Grundstück an Grundstück, Tür an Tür, Eheschließungen zwischen Hutu- und Tutsifamilien sind auch keine Seltenheit. Tatsächlich ist jedoch im Laufe der Geschichte ein "ethnisches" Bewusstsein und eine Identifikation mit einer der Gruppen entstanden.

Sprache

Muttersprache nahezu aller Ruander ist die Bantusprache KinyarwandaÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die weit überwiegende Mehrheit der Einwohner beherrschen ausschließlich diese Sprache. Weitere offizielle Amtssprachen waren seit der belgischen Kolonialzeit Französisch und seit 1994 zunehmend Englisch. Französisch und Englisch wurden im Jahr 1994 gleich gestellt. Im Oktober 2008 hat, durch einen Regierungsbeschluss, Englisch die Oberhand als AmtsspracheÖffnet externen Link in neuem Fenster gewonnen und Französisch aus allen offiziellen Sprachbereichen verdrängt. Seitdem wird in staatlichen Schulen und Hochschulen nur noch Englisch als erste Fremdsprache eingesetzt.

Die ruandische Regierung begründet die Umstellung der offiziellen Landessprache von Französisch auf Englisch mit wirtschaftlichen VorteilenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Integration des Landes in einer globalisierten Weltwirtschaft wird dadurch erleichtert. Insbesondere wird die Sprachumstellung als logische Folgerung des Beitritts Ruandas Mitte 2007 zur Ostafrikanischen Staatengemeinschaft (EAC), deren ursprüngliche Mitglieder Uganda, Tansania und Kenia englischsprachig sind, angesehen. Ruanda, sowie das zweite Beitrittsland Burundi, hoffen als kleine, dichtbesiedelte Binnenstaaten, von einer EAC-Zollunion - einer geplanten politischen Föderation einschließlich eines gemeinsamen Marktes für die Region, mit einer Bevölkerung von ca. 120 Millionen Menschen -  zu profitieren.

Die praktische Umsetzung dieses Vorhabens bleibt jedoch mit Schwierigkeiten verbunden da die meisten Lehrkräfte traditionell frankophonÖffnet externen Link in neuem Fenstersind. Ferner wurde in diesem Zusammenhang eine potenzielle Gefährdung des sozialen Friedens hervorgerufen: Viele - mehrheitlich in Ruanda ausgebildete - frankophone Ruander sehen sich gegenüber einer kleinen, im englischsprachigen ugandischen Exil aufgewachsen, Elite benachteiligt sowohl auf dem zunehmend englisch-dominierten privaten Arbeitsmarkt als auch im Wettbewerb um entscheidungsrelevante Posten im Staatsdienst.

Die Zurücksetzung der französischen Sprache wird auch als Konsequenz von eher schwierigen BeziehungenÖffnet externen Link in neuem Fenster zwischen Frankreich und Ruanda nach 1994 angesehen welche von der Rolle Frankreichs als Hauptverbündeter des früheren Regimes vor und während des Völkermords geprägt wurden. Mit dem Beitritt zum CommonwealthÖffnet externen Link in neuem Fenster im Jahr 2009 hat Ruanda die Orientierung zur Staatengemeinschaft mit englischem Einfluss verstärkt.

In den Handelszentren wird auch das ebenfalls zu den Bantusprachen gehörende regional verbreitete KiswahiliÖffnet externen Link in neuem Fenster gesprochen.

Gruppenidentität

Die Auseinandersetzung mit der Umgangssprache und Begriffen aus der ruandischen Sprache der GegenwartÖffnet externen Link in neuem Fenster stellt fest, dass zusätzlich zu den Bezeichnungen Hutu und Tutsi heute weitere Begriffe die soziale Realität widerspiegeln.

Die durch den Völkermord hervorgerufenen Flüchtlingsströme haben die Bildung neuer Solidargemeinschaften, entlang der bestehenden Ethnien, innerhalb der ruandischen Gesellschaft zur Folge. Ein gemeinsamer Leidensweg erweist sich dabei als Bindeglied innerhalb der jeweiligen Bevölkerungsgruppe. So unterscheidet man zwischen Alt- und Neuflüchtlingen, Rückkehrern und Daheimgebliebenen. Als Altflüchtlinge bezeichnet man die aus den Nachbarländern zurückgekehrten Langzeitflüchtlinge, überwiegend aus dem Jahr 1959 und danach. Diese sind zwar alle Tutsi-Rückkehrer, werden aber, nach Herkunftsgastland (Uganda, Burundi und Kongo), in drei Untergruppen identifiziert.

Bei den Neuflüchtlingen handelt es sich um Hutu-Flüchtlinge aus dem Jahr 1994. Besondere Aufmerksamkeit bekamen jene die infolge des Einmarsches der ruandischen Armee ins damalige Zaire im Jahr 1996 aus dem Ost-Kongo zurückgeführt wurden. Diese relativ große – nicht homogene Gruppe – wurde unter der umgangssprachlichen Bezeichnung „Abatingitingi“ (genannt nach der geographischen Lage eines großen Flüchtlingslagers in Ost-Kongo) bekannt.

Die zahlenmäßig größte Bevölkerungsgruppe stellen Ruander die nicht oder nur innerhalb des Landes vertrieben worden sind. Sie wurden, insbesondere in den ersten Jahren, unmittelbar nach dem Völkermord mit dem -umgangssprachlichen Begriff- „Abasopecya“ in Anlehnung an eine während des Massakers von April bis Juli 1994 wochenlang als einzige in Kigali noch funktionierende Tankstelle bezeichnet. Durch diese Benennung, die mit negativen Ressentiments behaftet ist, wurden Angehörige dieser Kategorie identifiziert und entsprechend mit Misstrauen bedacht da sie pauschal mit einer Beteiligung an dem Völkermord in Verbindung gebracht wurden. 

Stadt-Land-Verhältnis

Die Bevölkerung lebt überwiegend, ungefähr zu 90%, in ländlichen Gebieten. Die städtischen Familien, deren Zahl infolge der Landflucht kontinuierlich zunimmt, leben in einer ungesicherten Existenz. Nur wenige Männer (noch seltener Frauen) haben eine festen Arbeitsplatz im Dienstleistungssektor (vor allem Behörden und Banken) oder im Bausektor und in den Fabriken. Der Traum vom geregelten Einkommen und bequemen Wohnen endet für viele Familien in den Notunterkünften der städtischen RandzonenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Zur Steuerung des UrbanisierungsprozessesÖffnet externen Link in neuem Fenster formuliert die ruandische Regierung ihre Pläne in der “National Urban Housing PolicyÖffnet externen Link in neuem Fenster

Zahlen zu ArbeitslosigkeitÖffnet externen Link in neuem Fenster liegen nicht vor und hätten in einem nach wie vor großen nicht-monetären Produktionsbereich auch keine Aussagekraft.

Familie / Frauen

Baby wird von der Schwester auf dem Rücken getragen
Baby wird von der Schwester auf dem Rücken getragen © C. Nkulikiyinka

Im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens steht immer noch die Großfamilie mit Solidarstrukturen, die für die ärmeren Bevölkerungsschichten einen Schutz vor Verelendung und Hunger bilden.

Eine ruandische FamilieÖffnet externen Link in neuem Fenster hat im Durchschnitt fünf Kinder. Kinder gelten traditionel als Segen und Glück und tragen zum Ansehen der Frau in der Gesellschaft bei. Sie sind unerlässliche Arbeitshilfe im Haushalt und in der Landwirtschaf. Sie werden aber auch als Altersvorsorge verstanden.

Männer, Frauen und Kinder teilen sich die Arbeit im bäuerlichen Familienbetrieb. Der größte Anteil der Arbeit in Haus und Hof - entfällt auf die Frauen. Sie müssen Lebensmittel erwirtschaften und sind für die Kindererziehung zuständig.

Frauen gehörten in der traditionellen Gesellschaft Ruandas nicht in die Öffentlichkeit. Bis auf Ausnahmefälle ist die ruandische Frau ihrem Mann oder Vater unterstellt und darf sich nicht in Anwesenheit von Männern zu Wort melden. Ihre Stellung in der Gesellschaft war und bleibt noch stark von Traditionen geprägt. Ihr Einflussbereich und ihre Macht liegen in der Familie.

 

Oberbürgermeisterin von Kigali empfängt den " UN habitat schroll of honor award 2008"
Die Oberbürgermeisterin von Kigali empfängt den " UN habitat schroll of honor award 2008"

Der Genozid von 1994 hinterließ hunderttausende von Witwen und Waisenkindern. Das hat die Rolle der FrauenÖffnet externen Link in neuem Fenster in der ruandischen Gesellschaft verändert.Viele Frauen mussten, da ihre Männer und Väter getötet worden waren oder im Gefängnis saßen, plötzlich die Aufgaben des Familienoberhaupts übernehmen. Frauen konnten früher nicht erben oder Familienoberhaupt werden. Diese Regelung wurde mittlerweile durch die neue Gesetzgebung aufgehoben. Auch in anderen Bereichen ist der Staat seitdem bemüht, den Frauen gleiche RechteÖffnet externen Link in neuem Fenster wie Männer einzuräumen. Die neue Verfassung aus dem Jahr 2003 weist deutlich frauenfreundliche Züge auf. 30 Prozent aller Posten in Entscheidungsgremien müssen an Frauen vergeben werden. So beträgt heute beispielsweise der Frauenanteil im Parlament 56 Prozent, womit Ruanda weltweit an der ersten Stelle steht. Auch in der Wirtschaft ist die BedeutungÖffnet externen Link in neuem Fenster der Frauen entsprechend gewachsen.

 

Bildungswesen

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde unter dem Einfluss der überwiegend katholischen Missionare ein Schulsystem aufgebaut, das sich noch bis in die 70er Jahre am europäischen Schulwesen orientierte. Lernziele und Unterrichtsmethoden basierten auf dem belgischen Schulsystem. Mit der 1979 durchgeführten Schulreform hat der Staat die Schulhoheit übernommen und die allgemeine Schulpflicht für alle Kinder zwischen 7 und 15 Jahren eingeführt.

Das ruandische BildungswesenÖffnet externen Link in neuem Fenster gliedert sich in eine eher rudimentäre Vorschulerziehung, eine für alle Kinder verpflichtende Primarschulbildung auf der das Sekundarschulwesen und schließlich die HochschulbildungÖffnet externen Link in neuem Fenster aufbauen.

Die Einschulungsrate liegt inzwischen über 90%. Die Schulbaumaßnahmen laufen ständig hinter der Bevölkerungsentwicklung hinterher. Überfüllte Klassenräume sind eine der Ursachen für schwache Schulabschlüsse den doch geringen Erfolg der Schulbildungsanstrengungen.

Klassenraum einer Sekundarschule
Klassenraum einer Sekundarschule © J. Nshimyumukiza

Auf dem HochschulsektorÖffnet externen Link in neuem Fenster ist die "Université Nationale du Rwanda"Öffnet externen Link in neuem Fenster in Huye (früher Butare) ist die einzige Hochschule mit einem breiteren Spektrum an Fachbereichen. Weitere staatliche Hochschulen sind; die technische Hochschule, Kigali Institut of Science and Technology (KIST)Öffnet externen Link in neuem Fenster und die für das Lehramt zuständige Hochschule, Kigali Institut of Education (KIE). Einige private HochschulenÖffnet externen Link in neuem Fenster sind in den letzten Jahren mit minimalen Einrichtungen gegründet worden. Nahezu alle studienberechtigen Ruander streben nach einem Hochschulabschluss. So bieten die ausgebuchten privaten HochschulenÖffnet externen Link in neuem Fenster Unterrichtsbetrieb in zwei Schichten, sodass zahlreiche Angestellte einem Studium während ihrer Freizeit nachgehen. Die Bildungsqualität leidet natürlich stark vor allem unter unzureichend qualifizierten Lehrkräften.

Gesundheitswesen

Die Hauptprobleme des ruandischen GesundheitswesensÖffnet externen Link in neuem Fenster sind die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser, die Senkung der hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit sowie die durch Mangel- und Fehlernährung bedingten Krankheiten.

Infektions- und parasitäre Krankheiten treten in erheblichem Umfang auf; sie verursachen die meisten Sterbefälle. MalariaÖffnet externen Link in neuem Fenster ist weit verbreitet, gefolgt von Grippe, Masern, Erkrankungen der Atemwege, Hautinfektionen sowie Magen- und Darmerkrankungen.

Zahlreiche staatliche Bemühungen der Letzten Jahre haben landesweit zu signifikante ErgebnisseÖffnet externen Link in neuem Fenster in der Bekämpfung von MalariaÖffnet externen Link in neuem Fenster geführt. Mit gezielten Strategien insbesondere durch massive Verteilung von mit Insektiziden behandelten Moskitonetzen konnte man innerhalb kurzer Zeit Malaria verursachte Todesfälle deutlich reduzieren (von ca. 60 auf 7% nach Angabe des Gesundheit Ministerium)

Die HIV-PrävalenzÖffnet externen Link in neuem Fenster an der Gesamtbevölkerung wird mit 3% angegeben; sie ist in in den sexuell aktiven u. städtischen Bevölkerungsteilen jedoch sehr viel höher.

Zur Grundversorgung der Bevölkerung dienen 30 Krankenhäuser. Es gibt drei zentrale Krankenhäuser in Kigali, Butare und Ruhengeri.

Jeder Distrikt verfügt über ein regionales Krankenhaus, deren Einzugsbereich ca. 250.000 Einwohner umfasst. Heute bestehen in fast jedem Sektor ein bis zwei Gesundheitszentren, die ca. 20.000 Menschen versorgen müssen.

Literatur, Musik und Kunst

traditioneller Paartanz vom Nationalballett
traditioneller Paartanz vom Nationalballett © ORTPN

Musik, Tanz und Poesie in einheimischer Sprache sind wichtige Kunstformen in Ruanda. Der wohl bekannteste Schriftsteller Ruandas ist das 1981 verstorbenen Multitalent Alexis KagameÖffnet externen Link in neuem Fenster. Historiker, Ethnologe, Dichter und Philosoph, er hat in vieler Hinsicht den Ruandern eine lange Liste wertvoller Werke hinterlassen. Seine literarische Umsetzung der mündlichen Überlieferungen der Geschichte bleibt eine der wichtigsten Schriftwerke Ruandas. Auch seine wissenschaftliche Analyse in "La Philosophie Bantu rwandaise de l'être" über Religion, Kultur und Weltanschauung der alten Ruander ist von unschätzbarem Wert.

Traditionelle TanzmusikÖffnet externen Link in neuem Fenster wird heute bei Familienfeiern und feierlichen offiziellen Anlässen von Tanzgruppen, begleitet von Gesang, Klatschen, Trommeln und Schellen vorgeführt. Den Höhepunkt stellt oft der beeindruckende Tanz der Krieger "IntoreÖffnet externen Link in neuem Fenster" sowie die unverwechselbare Trommlergruppe dar. Die ruandische Popmusik verbindet gern traditionelle mit modernen Musikelementen. Einige ruandische Musiker, wie beispielsweise Cecile KayirebwaÖffnet externen Link in neuem FensterJean Paul SamputuÖffnet externen Link in neuem Fenster oder Ben Rutabana, schaffen den internationalen Durchbruch nur zum Teil. Außerhalb der eigenen Diaspora sind sie kaum bekannt.

Handgeflochtene Körbe als landestypische Kunsthandwerke
Handgeflochtene Körbe als landestypische Kunsthandwerke © ORTPN

Theater und bildende Künste sind traditionell weniger ausgeprägt. An Kunsthandwerk sind zum Teil sehr fein ausgearbeitete Flechtarbeiten typisch. Eine bedeutende Sammlung dazu bietet das Nationalmuseum in Butare unter anderem an. In jüngerer Zeit werden auch Werke von Malern verbreitet.

Religion

Geschmückter Altar einer kath. Kirche
Die Bevölkerung Ruandas ist mehrheitlich katholisch. Sonntagsgottesdienste sind gut besucht © C. Nkulikiyinka

Schon seit der deutschen, vor allem aber seit der belgischen Kolonisation nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land christlich missioniert, was zu einer Dominanz des in Belgien vorherrschenden KatholizismusÖffnet externen Link in neuem Fenster führte, dem kurz vor dem Völkermord etwa zwei Drittel der Bevölkerung angehörten. Wegen ihrer umstrittenen RolleÖffnet externen Link in neuem Fenster im Völkermord wird die katholische Kirche bis heute oft kritisiert. Deren Anhänger werden gegenwärtig auf 55% geschätzt.

Protestanten sind mit rund 38 % durch verschiedene Kirchen vertreten (Anglikaner, Presbyterianer, Adventisten, Methodisten und Baptisten). Zum Islam bekennen sich rund 5 % der Ruander, hauptsächlich aus städtischer Bevölkerung. Aufgrund seines vorbildlichen solidarischen Verhaltens während des Genozids genießt der IslamÖffnet externen Link in neuem Fenster mehr Ansehen in der Gesellschaft als vor 1994.

Betende Gläubiger einer Freikirche auf dem Land
Zusammenkünfte von Gläubigern einer Freikirche finden auch in improvisierten Hallen statt © J. Nshimyumukiza

Auch charismatische Gruppen und viele neue Freikirchen (Wiedergeborene Christen und Erweckungskirchen) konnten sich seit dem Völkermord ausbreiten.

Ursprünglich herrschte der AhnenkultÖffnet externen Link in neuem Fenster. Es handelt sich dabei um eine monotheistische Religion mit einem Schöpfergott -Imana - und einer großen Persönlichkeit - Ryangombe-, der, ähnlich wie beim Christentum, ein Mittler und irdischer Repräsentant Gottes war. Wegen dieser Ähnlichkeit waren die Ruander leicht für den christlichen Glauben zu gewinnen. Heute tritt der traditionelle einheimische Ahnenkult öffentlich kaum mehr in Erscheinung.

Der Autor

Jacques Nshimyumukiza

ist Architekt und in seinem Fachgebiet, Umwelt- und Raumplanung, als Consultant tätig. Nebenberuflich organisiert und leitet er Projekt- und Studienreisen nach Ruanda, hauptsächlich im Rahmen der langjährigen Länderpartnerschaft zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit 2002 ist er als Landesanalyse-Tutor für Ruanda und Burundi bei der GIZ tätig.

Auf Anregungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2012 aktualisiert.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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