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Aktuelle Grunddaten zur palästinensischen Wirtschaftsentwicklung liefern z.B. The Portland Trust
, Germany Trade Invest (GTAI
), Ghorfa
- Arab-German Chamber of Commerce and Industry e.V., der International Monetary Fund (IMF
) und das Palästinensische Zentralbüro für Statistik (PCBS
).
In den Jahren der vollständigen israelischen Besatzung war die palästinensische Wirtschaft ein reiner Zulieferbetrieb für Israel, eine eigenständige Wirtschaftsentwicklung gab es nicht. Auch nach Schaffung der Palästinensischen Autonomiebehörde blieb die wirtschaftliche Entwicklung von Israel abhängig. Bis heute sind alle Exporte und Importe von der Zustimmung und Genehmigung der israelischen Behörden abhängig. Dennoch ging es in den Jahren von 1994 bis zum Herbst 2000 wirtschaftlich bergauf.
Mit dem Ausbruch der Zweiten Intifada geriet die palästinensische Wirtschaft
in eine schwere Krise. Seit 2007 gibt es nun wieder wirtschaftlich bergauf. 2010
wuchs das BIP in den palästinensischen Gebieten insgesamt um 9,3% im Vergleich zum Vorjahr, das BIP pro Kopf um 6,1% auf 1.502,4 US Dollar. Der Bausektor wuchs 2010 am stärksten und verzeichnete einen Zuwachs von 35,6% im Vergleich zum Vorjahr. Und auch in den ersten drei Quartalen 2011
nahm das BIP um 10,5% (5,8% im Westjordanland und 25,7% im Gazastreifen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Das BIP pro Kopf stieg in diesem Zeitraum um 7,2%. Die höchste Wachstumrate hatte erneut die Baubranche mit 32,5%.
Was die Arbeitsmarktsituation
angeht, so lag die Arbeitslosenquote nach ILO Standards
im 4. Quartal 2012
bei 22,9% (18,3% = 139.000 im Westjordanland und 32,2% = 121.000 im Gazastreifen). Bei Männern betrug die Arbeitslosenquote 20,7% und bei Frauen 31,7%. Am stärksten von der Arbeitslosigkeit betroffen waren junge Menschen zwischen 20 und 24 Jahren (39,5% waren hier ohne Arbeit) und Frauen mit 13 oder mehr Jahren Ausbildung (hier sind 42,7% arbeitslos). Die Erwerbsquote betrug 43,9% (46,1% im Westjordanland und 40,0% im Gazastreifen). Der Frauenanteil an den Beschäftigten lag bei 17,9%.
Das Wachstum wurde durch eine Kombination aus Geberunterstützung (36,5% der Gesamteinnahmen der PA 2010
, d.h. rund 1,310 Mrd. US Dollar, waren Zuschüsse und Hilfszahlungen), der Umsetzung der Regierungsreformen der Palästinensischen Behörde, die das Vertrauen der Investoren vergrößert haben, und die Lockerung von einigen israelischen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit erreicht. In erster Linie ist es jedoch geberfinanziert.
2011 erhielt die PA jedoch mehr als 500 Mio. US Dollar weniger aus dem Ausland als erwartet und notwendig. Die PA lieh sich das fehlende Geld von lokalen Banken und der privaten Wirtschaft. Die Finanzkrise
setzt sich auch 2012 fort. Von den erwarteten 1,1 Mrd. US Dollar Budgetdefizit - trotz Anstrengen der PA zur Erhöhung der Einnahmen und Verringerung der Ausgaben- sind erst 610 Mio. US Dollar durch Geberzusagen abgedeckt. Dies gefährdet die Bereitsstellung von Basisdienstleistungen durch die PA. Am 3. Juli 2012
erklärte Finanzminister Nabil Qasis, dass sich die Auszahlung der Juni-Gehälter für die mehr als 180.000 Bediensteten der Palästinensischen Behörde um eine Woche verzögern werde.
Nach Anhebung der Kosten für Kochgas Anfang September 2012 um 12 Prozent, Benzin um 6,12 Prozent und Diesel um 2,9 Prozent sowie wegen der generell hohen Lebenshaltungskosten kam es in verschiedenen Städten des Westjordanlandes zu Demonstrationen
, bei denen auch die Aufhebung des Pariser Protokolls von 1994 gefordert wurde, das die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und den besetzten Palästinensischen Gebieten festlegt. In Hebron verlangten die Demonstranten den Rücktritt von Salam Fayyad. Am 10. September 2012 fanden im Westjordanland weitere Demonstrationen statt und es wurde ein Transportstreik
durchgeführt. An diesem Tag fuhren keine Busse, Taxis und Lastwagen. In Bethlehem wurde einer der Hauptverkehrsknotenpunkte mit Traktoren und andere große Fahrzeugen blockiert, in Tulkarem die Hauptstraße durch Fahrzeugen abgesperrt.
Ebenfalls Anfang September 2012
zündete sich im Gazastreifen ein junger arbeitsloser Mann
an, um gegen die schlechte wirtschaftliche Situation im Gazastreifen zu protestieren. Wenig später erlag er seinen Verbrennungen.
Wachstum im Bereich der Privatwirtschaft ist für eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Palästina entscheidend. Diese Verbesserung wird jedoch weiterhin behindert durch die insbesondere in den palästinensischen C-Gebieten existierenden Einschränkungen des Personen- und Güterverkehrs, die Abriegelung der Gebiete nach außen, die Behinderung von Ex- und Import, Zerstörung der palästinensischen Infrastruktur sowie Inbesitznahme von palästinensischem Land für den (Aus-)Bau israelischer Siedlungen. Nach UN-Angaben lag die Zahl der Hindernisse und Kontrollpunkte
innnerhalb des Westjordanlandes im Juli 2012 bei 540 (59 ständig und 26 zeitweise mit Personal ausgestatttete Kontrollpunkte und 455 Hindernisse ohne Personal wie Erdwälle, Aufschüttungen, Absperrungen, Straßenblockaden und Gräben). Außerdem gab es 343 "Flying Checkpoints"
.
Mit 20,9% haben die privaten Dienstleistungen 2010 den größten Anteil am BIP in Palästina, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung und Sicherheit mit einem Anteil von 13,9% am BIP. 38,3% aller Beschäftigten sind in diesem Bereich tätig (30,0% im Westjordanland und 60,0% im Gazastreifen), das bedeutet 271.000 Personen.
Im öffentlichen Dienst sind 22,9% (im Gazastreifen 38,0%, im Westjordanland 16,3%) aller Erwerbstätigen beschäftigt.
Die große Mehrheit der Unternehmen sind kleine Unternehmen mit bis zu vier Mitarbeitern (mehr als 90%). Weniger als 1% der Unternehmen haben mehr als 20 Beschäftigte.
Wichtige Sektoren
sind die Stein- und Marmorindustrie, der Bekleidungs- und Textilsektor und die Lebensmittelindustrie.
2010 lag der Anteil des Produktionssektor am gesamten BIP bei 12,3%. 73.000 Arbeiter sind in diesem Bereich tätig und erhalten im Durchschnitt pro Tag einen Lohn von 80,1 NIS (Neue Israelische Schekel).
Die palästinensische Landwirtschaft leidet u.a. unter Wassermangel, Verschlechterung der Wasserqualität, eingeschränktem Zugang
zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen, Einschränkungen bei der Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten, der Konfiszierung von Land und Wasser durch israelische Behörden sowie der Aneignung von Wasserquellen
durch israelische Siedler.
Die wichtigsten Anbauprodukte der palästinensischen Landwirtschaft
sind Oliven, Weintrauben, Mandeln und Zitrusfrüchte, wobei die Olivenbäume ganz klar vorne liegen. 48% des kultivierten Landes sind mit 8 Millionen Olivenbäumen bepflanzt. Sie erwirtschaften 14% der landwirtschaftlichen Einnahmen und tragen zum Lebensunterhalt von ungefähr 80.000 Familien bei.
Daneben werden Weizen, Gerste, Klee, Kichererbsen, Tomaten, Gurken, Auberginen, Bohnen und Kürbis angebaut.
Außerdem werden Schafe, Ziegen, Bienen, Geflügel und Rinder gehalten.
2010 war der Anteil der Landwirtschaft am BIP des Gazastreifen 9,4% und am BIP des Westjordanlandes 5,3% und in den gesamten palästinensischen Gebieten 6,2%.
11,8% aller Beschäftigten über 14 Jahre waren 2010 in der Landwirtschaft tätig.
Arbeiter in der Landwirtschaft erhalten die niedrigsten Löhne in Palästina: im 3. Quartal 2012 betrugen sie im Durchschnitt 64,5 Schekel pro Tag (allgemeiner Durchschnitt ohne die Löhne in Israel und den israelischen Siedlungen: 80,7 Schekel (87,5 NIS im Westjordanland und 66,1 NIS im Gazastreifen).

Der Handelssektor
leidet unter der israelischen Kontrolle über die Bewegung von Gütern und Diensten, einer schwachen Exportkapazität wegen einer unterentwickelten industriellen Basis, einem Mangel an natürlichen Ressourcen, relativ hohen Löhnen und der israelischen Abriegelungspolitik.
Der Anteil des Groß- und Einzelhandel am BIP lag 2010 bei 11,1%.
Israel ist mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner für Palästina. 2011
betrug der wertmäßige Anteil des Güterimports aus Israel am gesamten registrierten Import 69,6 % (2.939 Mio. US Dollar von 4.221 Mio. US Dollar). 2010 lag er bei 72,6% (2.873,3 Mio. US Dollar von 3.958,5 Mio US Dollar insgesamt).
Der Anteil des Güterexports nach Israel lag 2011 bei 85,8% (618 Mio. US Dollar von 720 Mio. US Dollar insgesamt) des gesamten registrierten Exports von Gütern. 2010 betrug dieser Anteil 84,9% (488,4 Mio US Dollar von 575,5 Mio. US Dollar insgesamt).
Das Nettohandelsbilanzdefizit stieg 2011 um 3,5% im Vergleich zum Vorjahr und erreichte 3.503 Mio. US Dollar.
Die 10 wichtigsten Produkte 2009, die Palästina einführt und alle aus Israel stammen, sind Dieseltreibstoff, Benzin, Futterballen, Zement, Erdgas, Weizen, Medikamente, Wasser, Mineralwasser und mit Gas versetztes Wasser sowie Papiererzeugnisse.
Die 10 wichtigsten Ausfuhrprodukte sind Steinblöcke, Marmor, Plastiktüten, Schaumstoffmatratzen, Zigaretten, Schuhe, Holzpaletten, Holzmöbel für Schlafzimmer, Aluminium und Eisenschrott.

Im Zwischenbericht 2010
des Palästinensischen Ministeriums für Planung und Administrative Entwicklung (MoPAD) zu den Millenniumsentwicklungszielen heißt es, dass trotz großer Anstrengungen von Seiten der Palästinensischen Behörde bei andauernder israelischer Besatzung das Ziel der Halbierung von extremer Armut und Hunger bis 2015 in Palästina nicht erreicht werden wird.
Eine Zäsur stellte der Ausbruch der Zweiten Intifada im September 2000 dar. Vorher nahm die Armutsrate rapide ab und danach kehrte sich dieser Trend vollständig um und die Armutsrate stieg rasant an, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Laut PCBS
lebten 2011 25,8% der palästinensischen Bevölkerung in Armut (17,8% im Westjordanland und 38,8% im Gazastreifen) und 12,9% in tiefer Armut (7,8% im Westjordanland und 21,1% im Gazastreifen).
UNDP/PAPP
(United Nations Development Programme /Programme of Assistance to the Palestinian People) und MoPAD halten wegen des eingeschränkten Zugangs zu und der eingeschänkten Kontrolle über das Land und die Bodenschätze (hier inbesondere das Wasser) sowie der eingeschränkten Bewegungsfreiheit außerdem die Erreichung der Entwicklungsziele
Verringerung der Kindersterblichkeit (MDG 4), Verbesserung des Umweltschutzes (MDG 7) sowie die Erreichung des Aufbaus einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft (MDG 8) in Palästina bis 2015 unter den gegebenen Bedingungen der Besatzung für unwahrscheinlich. Ohne Fortschritte auf der politischen Ebene und ohne die Beseitigung der Zugangs- und Mobilitätseinschränkungen für die Palästinenser würden sich die Bedingungen eher verschlimmern als verbessern.
Der Nationale Entwicklungsplan (National Development Plan (NDP
) 2011-2013, Establishing the State, Building our Future) der Palästinensischen Behörde setzt den Palestinian Reform and Development Plan (PRDP
) 2008-2010 fort und entwickelt ihn weiter. Wie der vorhergehende Plan setzt er Schwerpunkte in vier Schlüsselbereichen:
1) Regierungsführung, d.h. Stärkung von Polizei, Justizwesen, Rechtsstaatlichkeit und öffentlicher Verwaltung und insbesondere kommunalen Strukturen, Sicherstellung von öffentlicher und nationaler Sicherheit, bürgernähere öffentliche Dienstleistungen, Erlangung von finanzieller Unabhängigkeit und wirtschaftlicher Stabilität sowie Förderung von Palästinas souveräner Präsenz in der internationalen Gemeinschaft.
2) Soziale Angelegenheiten: Unterstützung und Stärkung von armen und anderen schutzbedürftigen Bürgern und ihren Familien, Verbesserung des Gesundheits- und Bildungswesen (einschließlich Berufsausbildung und Sportförderung), Bewahrung und Wiederbelebung des palästinensischen Erbes und der palästinensischen Kultur, Förderung von Frauen und jungen Menschen.
3) Wirtschaft: Sicherstellung eines positiven Investitionsklima in Palästina, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von palästinensischen Produkten und Dienstleistungen, Förderung des Tourismus und der Landwirtschaft insbesondere in ländlichen Gebieten und hier im Jordantal, Förderung des Zugangs zu ausländischen Märkten, Gewährleistung eines dynamischen Arbeitsmarktes und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, Stärkung des Verbraucherschutzes
4) Infrastruktur: Entwicklung eines ganzheitlichen, nachhaltigen, qualitativ hochwertigen, bezahlbaren und sicheren Infrastrukturnetzes, Sicherstellung der Energie- und Wasserversorgung sowie der Abwasser- und Abfallentsorgung, Schutz der Umwelt, Gewährleistung des Zugangs zu sicherem, angemessenem und erschwinglichem Wohnraum.
Zur Überwindung der Schwachpunkte des PRDP führte die Palästinensische Behörde 240 Gespräche mit insgesamt über 2.000 Vertretern der Zivilgesellschaft, des Privatsektors, der Körperschaften der Kommunalverwaltung und internationaler Organisationen.
Bei der Vorstellung des neuen Plans im April 2011 räumte der damalige Planungsminister Ali Jarbawi ein, dass ein großes Hindernis für die Umsetzung dieses Plans die die israelische Besatzung und interne Spaltung in Westjordanland und Gazastreifen sei.
Eingebettet in das Regionalkonzept Nahost/Nordafrika des BMZ
konzentriert sich die deutsche staatliche Entwicklungszusammenarbeit
in Palästina
auf drei Schwerpunktbereiche, die mit der palästinensischen Seite vereinbart wurden:
Im Wassersektor ist Deutschland größter bilateraler Geber in den Palästinensischen Gebieten.
Darüber hinaus stellt die deutsche Bundesregierung auch noch Geld für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung. Aufgrund der unsicheren politischen Situation werden verstärkt schnell umsetzbare Programme der Beschäftigungsförderung zum Ausbau der sozialen Infrastruktur unterstützt.
Da Entwicklung und Frieden untrennbar miteinander verbunden sind, unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit seit 1999 durch den Zivilen Friedensdienst
(ZFD
) staatliche und gesellschaftliche Akteure bei der gewaltfreien Konfliktbearbeitung, friedenspädagogischen Maßnahmen und der Begleitung und Intensivierung innergesellschaftlicher, zwischengesellschaftlicher und grenzüberschreitender Dialogprozesse. In den Palästinensischen Gebieten unterhält der ZFD sein weltweit größtes Programm. Ende 2009 waren hier 19 Friedenfachkräfte tätig.
Seit 2004 arbeiten in Ramallah die Durchführungsorganisationen der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit im sog. Deutschen Haus am selben Ort: die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Entwicklungsbank
) sowie die seit 1. Januar 2011 unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ
) arbeitenden Organisationen Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und Deutscher Entwicklungsdienst (DED).
Wenn man die Leistungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf die Zahl der Einwohner umrechnet, steht Palästina mit an der Spitze der Empfängerländer. Insgesamt wurden bislang mehr als 600 Millionen Euro zugesagt. 2010 hat die Bundesregierung die Palästinensischen Gebiete auf bi- und multilateraler Ebene mit mehr als 140 Mio. Euro unterstützt. Für das Jahr 2011 hat die Bundesregierung der Autonomiebehörde insgesamt 42,5 Millionen Euro zugesagt.
Zur Unterstützung des Aufbaus effektiver staatlicher Strukturen in den Palästinensischen Gebieten haben die Bundesregierung und die Palästinensische Behörde im Mai 2010 in Berlin einen Deutsch-Palästinensischen Lenkungsausschuss
eingerichtet. Ende Oktober 2010 tagte dieser Ausschuss in Ramallah das erste Mal auf Expertenebene. Bei den Gesprächen ging es schwerpunktmäßig um die bestmögliche Umsetzung entwicklungspolitischer Vorhaben und den Aufbau staatlicher Strukturen. U.a. im Bereich Polizeiaufbau, im Wassersektor und im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung wurde eine weitere enge Zusammenarbeit vereinbart und in diesem Zusammenhang eine Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in Ramallah eingerichtet. Deutsche und palästinensische Unternehmer sollen dadurch zusammengebracht und die wirtschaftlichen Beziehungen gestärkt werden. Am 28. März 2012
fand in Berlin die zweiten Sitzung statt.
Im Januar 2008 wurde durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Premierminister Salam Fayyad die gemeinsame Initiative „Zukunft für Palästina“
ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen in Palästina, um die palästinensische Bevölkerung für die Unterstützung des schwierigen Friedensprozesses zu gewinnen. Zu diesem Zweck sollen schnell umsetzbare, deutlich sichtbare und relativ kleine Projekte durchgeführt werden.
Seit Beginn der Initiative konnten bereits mehr als 30 Vorhaben
umgesetzt werden. Die Schwerpunkte der Projekte liegen in den Bereichen Bildung, Kultur, Wirtschaftsförderung und Gesundheit.
Im Rahmen dieser Initiative wurde die erste Schauspielschule in Palästina
realisiert. Die Drama Academy Ramallah
nahm im Oktober 2009 ihren Lehrbetrieb auf.
Ein weiteres Projekt ist das Cinema Jenin
. das nach 23 Jahren im August 2010 wiedereröffnet werden konnte. Zum Kino gehören u.a. eine Filmschule mit Workshops und Untertitelungsstudio, ein Kaffeehaus, ein Open-Air-Kino mit Platz für Filmdiskussionen und eine Bühne.
Am 26. Oktober 2011 wurde in Jiftlik im Jordantal der Grundstein für eine Klinik
gelegt mit Notfallambulanz, Schwesternzimmer, Röntgenraum, Labor, Warteraum sowie drei Behandlungszimmern zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bewohner des Dorfes und der umliegenden Nachbardörfer.
Die Initiative versteht sich als Ergänzung der klassischen deutschen EZ und soll nicht nur von den beiden Regierungen, sondern auch der Zivilgesellschaft getragen werden. Sie wird unterstützt durch namhafte deutsche Unternehmen, Verbände und Stiftungen.
Weitere deutsche Organisationen und Institutionen, die in Palästina Projekte durchführen, sind:
Die nationale Koordination
der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ist beim palästinensischen Ministerium für Planung
angesiedelt.
Die größten multilateralen Partner Palästinas in der Entwicklungszusammenarbeit sind die Europäische Union
(wichtige Informationen zur Politik der EU in Palästina und zur Förderung von Entwicklungsprojekten gibt es bei der EU-Delegation
im Westjordanland und Gazastreifen), das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP
und die Weltbank
.
Einen umfassenden Überblick über die in Palästina tätigen Organisationen und Institutionen liefert das Directory of Development Organizations
.

Petra Schöning, M.A., Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Soziologie mit Schwerpunkt Naher Osten, seit 1995 Mitglied bei amnesty international in der Koordinationsgruppe Israel/ Besetzte Gebiete/ Palästinensische Autonomiegebiete, 27monatige Tätigkeit in Jerusalem als Zivile Friedensfachkraft, seit 2006 freiberufliche Trainerin und Beraterin mit dem Schwerpunkt Israel/Palästina.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Anregungen!
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2013 aktualisiert.
Palästinas.
.
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mit und in Palästina.Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
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