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Palästina verfügt über keinerlei Souveränitätsrechte, was die Einreise und den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländer betrifft. Allein zuständig für die Erteilung von Visa ist der Staat Israel.
Deutschen und Angehörigen zahlreicher weiterer Staaten wird in der Regel bei der Einreise ein drei Monate gültiges Touristenvisum
ausgestellt. Wichtig dabei ist aber, dass der Reisepass
noch mindestens 6 Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig ist.
Nur vor dem Jahr 1928 geborene Deutsche müssen einen Visumsantrag stellen. Das Antragsformular
ist auf der Website der israelischen Botschaft zu finden.
Ein normales Touristenvisum kann in der Regel nur durch erneute Aus- und Einreise verlängert werden.
Jahrespraktikant/inn/en können über anerkannte Träger in West-Jerusalem ein Jahresvisum beantragen. Für Entsandte der Entwicklungszusammenarbeit ist in der Regel die bundesdeutsche diplomatische Vertretung
bei der Beantragung des Visums behilflich. Arbeitsvisa für mitausreisende Ehepartner/innen sind nicht garantiert, aber möglich.

Guter Wohnraum, für den Ausländer recht hohe Preise zahlen müssen, steht in ausreichendem Maße in Palästina zur Verfügung, sei es in Jerusalem
, Ramallah/Al-Bireh/Betunia
, Bethlehem
, Hebron
, Nablus
, Jericho
, Jenin
oder anderswo. Als Mieter sind Ausländer gern gesehen, weil sie in dem Ruf stehen, pünktlich zu zahlen, und sie nach Ende der Dienstzeit auch problemlos wieder ausziehen.
Wohnungen mit Zentralheizung gibt es nicht so häufig (eine Heizung wird ja auch nur ca. drei Monate im Jahr gebraucht), sind aber auch verfügbar. Auch kleine Wohnungen sind nicht so zahlreich zu finden. In Palästina wohnt man nicht alleine.
Mit gelegentlichen Stromausfällen - auch in Ost-Jerusalem - insbesondere im Winter, sollte man rechnen. Und in einigen Regionen gibt es auch Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung.
Alle gängigen Nahrungsmittel sind - zumindest in West-Jerusalem – erhältlich. Nur in den kleineren Orten des Westjordanlandes und im Gazastreifen wird man nicht alles bekommen. Einschränkungen in der Versorgung gibt es außerdem beim Alkohol. In der Regel wird er nur von christlichen Händlern verkauft.


Die Versorgung mit Bargeld ist in Jerusalem sowie in den größeren Städten Palästinas kein Problem, entsprechende Geldautomaten stehen vielfach zur Verfügung.
Der Transfer auf palästinensische Konten dauert relativ lange und ist mit hohen Gebühren verbunden.
Überweisungen in US-$ werden in den Vereinigten Staaten automatisch geprüft und unter Umständen nicht ausgeführt.
Sehr praktisch ist ein eigenes deutsches Girokonto mit EC-Karte, mit deren Hilfe die Versorgung mit Schekel problemlos möglich ist.
Die Bezahlung mit ausländischen Kreditkarten ist in Palästina nicht so üblich, in den gehobenen Hotels ist diese jedoch kein Problem.
Die am weitesten verbreitete Währung in Palästina ist der Neue Israelische Schekel (NIS). Im Westjordanland ist daneben auch der Jordanische Dinar (JD) im Gebrauch. Jedoch wird er fast nur im Großhandel verwendet. Eine eigene palästinensische Währung gibt es nicht. Den aktuellen Wechselkurs
kann man im Internet an vielen Orten abfragen.

Die "Palestinian Initiative for Responsible Tourism" (PIRT) hat einen Verhaltenskodex
für gerechten Tourismus im Heiligen Land herausgegeben. Zu diesem Netzwerk gehört auch die in Beit Sahour bei Bethlehem ansässige Alternative Tourism Group
, die verantwortungsvolle und gerechte Reisen und Begegnungen in Palästina organisiert und einen Reiseführer
über Palästina herausgebracht hat. Weitere Mitglieder sind u.a. der Holy Land Trust
in Bethlehem, die Arab Hotel Association
in Jerusalem und das Siraj Center
for Holy Land Studies in Beit Sahour. Ein weiteres Netzwerk ist NEPTO
(Network for Experiential Palestinian Tourism Organization), das sich zum Ziel gesetzt hat, mit dem Tourismus lokale Gemeinden zu unterstützen, das kulturelle Erbe zu bewahren, die Umwelt zu schützen, palästinensische Kultur und Politik den Gästen zu vermitteln, und Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung zu ermöglichen.
Es werden organisierte Fahrradtouren
und Wanderungen
durch das Westjordanland
angeboten und auch Bücher
mit Wanderrouten sind erhältlich.
Bei der Planung einer Reise durch Palästina halten die Websites Travel Palestine
und Visit Palestine
sehr viele Informationen
über das Land, Reiseagenturen und Hotels bereit. Eine schön gestaltete und aktuelle Internetpräsenz hat auch das Visitor Information Center in Bethlehem
.
Grundsätzlich gilt, dass man in Palästina und in Israel niemals das Haus verlassen sollte ohne Pass. Jederzeit sollte man darauf vorbereitet sein, ihn vorzuzeigen. Immer sollte man darüber hinaus ein geladenes Mobiltelefon bei sich haben, um bei einem Zwischenfall erreichbar zu sein oder auch mitteilen zu können, dass man später kommt. Außerdem ist es ratsam, eine Flasche Wasser mit sich zu führen für den Fall, dass die Reise länger dauert als geplant.
Öffentliche Verkehrsmittel sind in Palästina sehr günstig, fahren jedoch in der Regel nur bis zum frühen Abend. Hat man es eilig, ist dieses Verkehrmittel ebenfalls weniger zu empfehlen. Straßensperren und israelische Kontrollen können dazu führen, dass man für eine kurze Strecke lange unterwegs ist.
In Ost-Jerusalem gibt es in der Nähe des Damaskus-Tores drei große Busbahnhöfe: einen an der Nablus Road vor dem Jerusalem Hotel, einen zwischen Damaskus-Tor und Herodes-Tor und einen neuen, dritten, der sich vom Damaskus-Tor kommend hinter dem Kreisel links befindet. Die Busse in Richtung Norden haben eine grüne Aufschrift und die Busse in Richtung Süden eine blaue Aufschrift.

Beim Autofahren in Palästina reicht es nicht aus, eine Straßenkarte
zu besitzen. Nur eine genaue Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort wird einen ans Ziel bringen, wenn man woanders hin möchte als von Jerusalem nach Ramallah oder Bethlehem. Wichtig ist, sich im Vorfeld zu erkundigen, welche Straßen durch Erdwälle, Betonblöcke, Schranken oder sonstige Barrieren blockiert sind, an welchen Kontrollpunkten man lange warten muss und wo man am schnellsten durch kommt. Oder man fragt die Leute auf der Straße, wobei hier Arabischkenntnisse von Vorteil sind.

Bei dem Mieten eines Wagens ist zu berücksichtigen, dass man mit dem Mietwagen eines israelischen Unternehmens nicht in die besetzten Gebiete fahren darf. Hat man dies vor, sollte man sich ein Auto einer palästinensischen Firma aus Ost-Jerusalem nehmen. Mit diesem darf man sich sowohl in Israel als auch in den besetzten Gebieten bewegen. Adressen finden sich im PASSIA Diary
.

Das Auswärtige Amt veröffentlicht laufend Reise- und Sicherheitshinweise für Palästina. Auf seiner Website
und auch der des Vertretungsbüros der Bundesrepublik Deutschland
in Ramallah kann und sollte man sich über die aktuelle Situation und die diesbezüglichen Ratschläge informieren.
Beim deutschen Vertretungsbüro in Ramallah wird eine Krisenvorsorgeliste
- die sogenannte "Deutschenliste" - geführt. Die Eintragung
erfolgt mittlerweile passwortgeschützt im Online-Verfahren. Die Botschaft rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit sie in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen schnell Kontakt zu den im Land lebenden Deutschen aufnehmen kann. Im Not- oder Krisenfall bekommt man dann vom Vertretungsbüro aktuelle Sicherheitsempfehlungen per Mail oder auch per Telefon. Auch für einen Kurzzeitaufenthalt, z.B. als Tourist(in) oder Geschäftsreisende(r), kann man sich registrieren lassen. Dies geht frühestens 10 Tage vor Beginn des Aufenthalts.
Grundsätzlich wird empfohlen, die Berichterstattung in den Medien über sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu verfolgen.

Reisenden nach Palästina stellt das Centrum für Reisemedizin
umfangreiche und aktuelle Informationen und Empfehlungen zur Verfügung. Bei Reisen durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen und Langzeitaufenthalten werden hier neben den Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender (Tetanus und Diphtherie) auch Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut empfohlen. Auch wird empfohlen, rechtzeitig (ungefähr 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen, da im Einzelfall die unterschiedlichsten Aspekte berücksichtigt werden müssen.
Palästina ohne Mobilfunk ist schon seit langem nicht mehr denkbar, inzwischen geht der eindeutige Trend zum Zweithandy.
Nicht alle Netzanbieter bieten alle Dienstleistungen in alle anderen Netze an, dies gilt besonders für SMS. Grundsätzlich sind die Dienste im Vergleich zu Deutschland günstiger, werden aber auch noch intensiver genutzt als hierzulande.
Israelische
Netzanbieter
haben in manchen Gegenden Palästinas, besonders dann wenn, was durchaus nicht sehr häufig vorkommt, einmal keine Siedlung in der Nähe liegt, Empfangsprobleme
. Es gibt aber zwei palästinensische Anbieter: Jawwal
, der seit mittlerweile mehr als dreizehn Jahren auf dem Markt ist und nach eigenen Angaben mehr als 2,5 Millionen Kunden hat, sowie Wataniya Mobile
, der am 1. November 2009 von den israelischen Behörden Frequenzen frei geschaltet bekommen hat.
Wenn man vor Ort viel mobil telefoniert, kann es auch aus finanziellen Gründen sinnvoll sein, sich zwei lokale Mobiltelefonnummern (d.h. eine israelische und eine palästinensische) zuzulegen, da Anrufe innerhalb eines Netzes günstiger sind als Anrufe von einem Netz zum anderen und die Gebühren bei Nutzung von lokalen Prepaid-SIM-Karten häufig günstiger sind als die Roaming-Gebühren bei Nutzung einer deutschen SIM-Karte.
Internetzugang gibt es in zahlreichen öffentlichen Internetcafes, die oft auch in kleineren Gemeinden zu finden sind. Bei der Anmietung von Wohn- bzw. Büroräumen sollte auf das Vorhandensein eines Netzanschlusses geachtet werden, da Neuinstallationen zu einer Odyssee werden können.




3, Daniel Frisch Street
Tel Aviv 64731
Tel: +972 (0)3 6931 313
Fax: +972 (0)3 6969 217
E-Mail: info(at]tel-aviv.diplo.de

und Migration (hier gibt es den Interkulturellen Kalender u.a. mit den jüdischen, muslimischen und christlichen Feiertagen des Jahres)
(sowie Englisch-Arabisch und Spanisch-Arabisch)
sowie Israel
2013
Petra Schöning, M.A., Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Soziologie mit Schwerpunkt Naher Osten, seit 1995 Mitglied bei amnesty international in der Koordinationsgruppe Israel/ Besetzte Gebiete/ Palästinensische Autonomiegebiete, 27monatige Tätigkeit in Jerusalem als Zivile Friedensfachkraft, seit 2006 freiberufliche Trainerin und Beraterin mit dem Schwerpunkt Israel/Palästina.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Anregungen!
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2013 aktualisiert.
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