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Einkauf am Büdchen in Bethlehem © Petra Schöning

Alltag & praktische Informationen

Währung:NIS am weitesten verbreitet
Wechselkurs:4,70 pro € (15.05.2013)
Zeitzone:UTC +2
Landesvorwahl (Telefon):+970, in einigen Gebieten +972
Klima (für Hauptstadt):mediterran (heiße, trockene Sommer, kurze, nasskalte Winter)
Internationaler Flughafen (IATA):GZA (Gaza) (seit 2001 geschlossen)

Palästina

Flagge Palästina

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Palästina verfügt über keinerlei Souveränitätsrechte, was die Einreise und den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländer betrifft. Allein zuständig für die Erteilung von Visa ist der Staat Israel.

Deutschen und Angehörigen zahlreicher weiterer Staaten wird in der Regel bei der Einreise ein drei Monate gültiges TouristenvisumÖffnet externen Link in neuem Fenster ausgestellt. Wichtig dabei ist aber, dass der ReisepassÖffnet externen Link in neuem Fenster noch mindestens 6 Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig ist.

Nur vor dem Jahr 1928 geborene Deutsche müssen einen Visumsantrag stellen. Das AntragsformularÖffnet externen Link in neuem Fenster ist auf der Website der israelischen Botschaft zu finden.

Ein normales Touristenvisum kann in der Regel nur durch erneute Aus- und Einreise verlängert werden.

Jahrespraktikant/inn/en können über anerkannte Träger in West-Jerusalem ein Jahresvisum beantragen. Für Entsandte der Entwicklungszusammenarbeit ist in der Regel die bundesdeutsche diplomatische VertretungÖffnet externen Link in neuem Fenster bei der Beantragung des Visums behilflich. Arbeitsvisa für mitausreisende Ehepartner/innen sind nicht garantiert, aber möglich.

Wohnen und Versorgung

Haus in der Altstadt von Nablus
Haus in der Altstadt von Nablus © Petra Schöning

Guter Wohnraum, für den Ausländer recht hohe Preise zahlen müssen, steht in ausreichendem Maße in Palästina zur Verfügung, sei es in JerusalemÖffnet externen Link in neuem Fenster, Ramallah/Al-Bireh/BetuniaÖffnet externen Link in neuem Fenster, BethlehemÖffnet externen Link in neuem Fenster, HebronÖffnet externen Link in neuem Fenster, NablusÖffnet externen Link in neuem FensterJerichoÖffnet externen Link in neuem Fenster, JeninÖffnet externen Link in neuem Fenster oder anderswo. Als Mieter sind Ausländer gern gesehen, weil sie in dem Ruf stehen, pünktlich zu zahlen, und sie nach Ende der Dienstzeit auch problemlos wieder ausziehen.

Wohnungen mit Zentralheizung gibt es nicht so häufig (eine Heizung wird ja auch nur ca. drei Monate im Jahr gebraucht), sind aber auch verfügbar. Auch kleine Wohnungen sind nicht so zahlreich zu finden. In Palästina wohnt man nicht alleine.

Mit gelegentlichen Stromausfällen - auch in Ost-Jerusalem - insbesondere im Winter, sollte man rechnen. Und in einigen Regionen gibt es auch Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung.

Alle gängigen Nahrungsmittel sind - zumindest in West-Jerusalem – erhältlich. Nur in den kleineren Orten des Westjordanlandes und im Gazastreifen wird man nicht alles bekommen. Einschränkungen in der Versorgung gibt es außerdem beim Alkohol. In der Regel wird er nur von christlichen Händlern verkauft.

Markt in Hebron
Markt in Hebron © Petra Schöning

Geld und Geldtransfer

israelische 10-Schekel-Münze
israelische 10-Schekel-Münze © Petra Schöning

Die Versorgung mit Bargeld ist in Jerusalem sowie in den größeren Städten Palästinas kein Problem, entsprechende Geldautomaten stehen vielfach zur Verfügung.

Der Transfer auf palästinensische Konten dauert relativ lange und ist mit hohen Gebühren verbunden.

Überweisungen in US-$ werden in den Vereinigten Staaten automatisch geprüft und unter Umständen nicht ausgeführt.

Sehr praktisch ist ein eigenes deutsches Girokonto mit EC-Karte, mit deren Hilfe die Versorgung mit Schekel problemlos möglich ist.

Die Bezahlung mit ausländischen Kreditkarten ist in Palästina nicht so üblich, in den gehobenen Hotels ist diese jedoch kein Problem.

Die am weitesten verbreitete Währung in Palästina ist der Neue Israelische Schekel (NIS). Im Westjordanland ist daneben auch der Jordanische Dinar (JD) im Gebrauch. Jedoch wird er fast nur im Großhandel verwendet. Eine eigene palästinensische Währung gibt es nicht. Den aktuellen WechselkursÖffnet externen Link in neuem Fenster kann man im Internet an vielen Orten abfragen.

Reisen, Transport und Verkehr in Palästina

Palästinensisches Sammeltaxi im Westjordanland
Palästinensisches Sammeltaxi im Westjordanland © Petra Schöning

Die "Palestinian Initiative for Responsible Tourism" (PIRT) hat einen VerhaltenskodexÖffnet externen Link in neuem Fenster für gerechten Tourismus im Heiligen Land herausgegeben. Zu diesem Netzwerk gehört auch die in Beit Sahour bei Bethlehem ansässige Alternative Tourism GroupÖffnet externen Link in neuem Fenster, die verantwortungsvolle und gerechte Reisen und Begegnungen in Palästina organisiert und einen ReiseführerÖffnet externen Link in neuem Fenster über Palästina herausgebracht hat. Weitere Mitglieder sind u.a. der Holy Land TrustÖffnet externen Link in neuem Fenster in Bethlehem, die Arab Hotel AssociationÖffnet externen Link in neuem Fenster in Jerusalem und das Siraj CenterÖffnet externen Link in neuem Fenster for Holy Land Studies in Beit Sahour. Ein weiteres Netzwerk ist NEPTOÖffnet externen Link in neuem Fenster (Network for Experiential Palestinian Tourism Organization), das sich zum Ziel gesetzt hat, mit dem Tourismus lokale Gemeinden zu unterstützen, das kulturelle Erbe zu bewahren, die Umwelt zu schützen, palästinensische Kultur und Politik den Gästen zu vermitteln, und Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung zu ermöglichen. 

Es werden organisierte FahrradtourenÖffnet externen Link in neuem Fenster und WanderungenÖffnet externen Link in neuem Fenster durch das WestjordanlandÖffnet externen Link in neuem Fenster angeboten und auch BücherÖffnet externen Link in neuem Fenster mit Wanderrouten sind erhältlich.

Bei der Planung einer Reise durch Palästina halten die Websites Travel PalestineÖffnet externen Link in neuem Fenster und Visit PalestineÖffnet externen Link in neuem Fenster sehr viele InformationenÖffnet externen Link in neuem Fenster über das Land, Reiseagenturen und Hotels bereit. Eine schön gestaltete und aktuelle Internetpräsenz hat auch das Visitor Information Center in BethlehemÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Landschaft in der Nähe von Bir Zeit ® Petra Schöning
Landschaft in der Nähe von Bir Zeit ® Petra Schöning

Grundsätzlich gilt, dass man in Palästina und in Israel niemals das Haus verlassen sollte ohne Pass. Jederzeit sollte man darauf vorbereitet sein, ihn vorzuzeigen. Immer sollte man darüber hinaus ein geladenes Mobiltelefon bei sich haben, um bei einem Zwischenfall erreichbar zu sein oder auch mitteilen zu können, dass man später kommt. Außerdem ist es ratsam, eine Flasche Wasser mit sich zu führen für den Fall, dass die Reise länger dauert als geplant.

Bus Richtung Norden (zum Flüchtlingslager Shu'afat)
Bus Richtung Norden (zum Flüchtlingslager Shu'afat) © Petra Schöning

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Palästina sehr günstig, fahren jedoch in der Regel nur bis zum frühen Abend. Hat man es eilig, ist dieses Verkehrmittel ebenfalls weniger zu empfehlen. Straßensperren und israelische Kontrollen können dazu führen, dass man für eine kurze Strecke lange unterwegs ist.

In Ost-Jerusalem gibt es in der Nähe des Damaskus-Tores drei große Busbahnhöfe: einen an der Nablus Road vor dem Jerusalem Hotel, einen zwischen Damaskus-Tor und Herodes-Tor und einen neuen, dritten, der sich vom Damaskus-Tor kommend hinter dem Kreisel links befindet. Die Busse in Richtung Norden haben eine grüne Aufschrift und die Busse in Richtung Süden eine blaue Aufschrift.

Straßenschild, das vor "Huckeln" warnt
Hier wird mal ausnahmsweise auf die Huckel aufmerksam gemacht, die überall auf den palästinensischen Straßen zu finden sind. In der Regel ist dies nicht der Fall. Also beim Autofahren bitte aufpassen! © Petra Schöning

Beim Autofahren in Palästina reicht es nicht aus, eine StraßenkarteÖffnet externen Link in neuem Fenster zu besitzen. Nur eine genaue Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort wird einen ans Ziel bringen, wenn man woanders hin möchte als von Jerusalem nach Ramallah oder Bethlehem. Wichtig ist, sich im Vorfeld zu erkundigen, welche Straßen durch Erdwälle, Betonblöcke, Schranken oder sonstige Barrieren blockiert sind, an welchen Kontrollpunkten man lange warten muss und wo man am schnellsten durch kommt. Oder man fragt die Leute auf der Straße, wobei hier Arabischkenntnisse von Vorteil sind.

Landschaft in der Nähe von Jenin
Landschaft in der Nähe von Jenin © Petra Schöning

Bei dem Mieten eines Wagens ist zu berücksichtigen, dass man mit dem Mietwagen eines israelischen Unternehmens nicht in die besetzten Gebiete fahren darf. Hat man dies vor, sollte man sich ein Auto einer palästinensischen Firma aus Ost-Jerusalem nehmen. Mit diesem darf man sich sowohl in Israel als auch in den besetzten Gebieten bewegen. Adressen finden sich im PASSIA DiaryÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Landschaft in der Nähe von Bethlehem
Landschaft in der Nähe von Bethlehem © Petra Schöning

Sicherheit

Das Auswärtige Amt veröffentlicht laufend Reise- und Sicherheitshinweise für Palästina. Auf seiner WebsiteÖffnet externen Link in neuem Fenster und auch der des Vertretungsbüros der Bundesrepublik DeutschlandÖffnet externen Link in neuem Fenster in Ramallah kann und sollte man sich über die aktuelle Situation und die diesbezüglichen Ratschläge informieren.

Beim deutschen Vertretungsbüro in Ramallah wird eine KrisenvorsorgelisteÖffnet externen Link in neuem Fenster - die sogenannte "Deutschenliste" - geführt. Die EintragungÖffnet externen Link in neuem Fenster erfolgt mittlerweile passwortgeschützt im Online-Verfahren. Die Botschaft rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit sie in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen schnell Kontakt zu den im Land lebenden Deutschen aufnehmen kann. Im Not- oder Krisenfall bekommt man dann vom Vertretungsbüro aktuelle Sicherheitsempfehlungen per Mail oder auch per Telefon. Auch für einen Kurzzeitaufenthalt, z.B. als Tourist(in) oder Geschäftsreisende(r), kann man sich registrieren lassen. Dies geht frühestens 10 Tage vor Beginn des Aufenthalts.

Grundsätzlich wird empfohlen, die Berichterstattung in den Medien über sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu verfolgen.

Banksy-Grafitto in Bethlehem
Banksy-Grafitto in Bethlehem © Melanie Reinke

Gesund bleiben

Reisenden nach Palästina stellt das Centrum für ReisemedizinÖffnet externen Link in neuem Fenster umfangreiche und aktuelle Informationen und Empfehlungen zur Verfügung. Bei Reisen durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen und Langzeitaufenthalten werden hier neben den Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender (Tetanus und Diphtherie) auch Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut empfohlen. Auch wird empfohlen, rechtzeitig (ungefähr 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen, da im Einzelfall die unterschiedlichsten Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Telekommunikation und Internet

Palästina ohne Mobilfunk ist schon seit langem nicht mehr denkbar, inzwischen geht der eindeutige Trend zum Zweithandy.

Nicht alle Netzanbieter bieten alle Dienstleistungen in alle anderen Netze an, dies gilt besonders für SMS. Grundsätzlich sind die Dienste im Vergleich zu Deutschland günstiger, werden aber auch noch intensiver genutzt als hierzulande.

IsraelischeÖffnet externen Link in neuem Fenster NetzanbieterÖffnet externen Link in neuem Fenster haben in manchen Gegenden Palästinas, besonders dann wenn, was durchaus nicht sehr häufig vorkommt, einmal keine Siedlung in der Nähe liegt, EmpfangsproblemeÖffnet externen Link in neuem Fenster. Es gibt aber zwei palästinensische Anbieter: JawwalÖffnet externen Link in neuem Fenster, der seit mittlerweile mehr als dreizehn Jahren auf dem Markt ist und nach eigenen Angaben mehr als 2,5 Millionen Kunden hat, sowie Wataniya MobileÖffnet externen Link in neuem Fenster, der am 1. November 2009 von den israelischen Behörden Frequenzen frei geschaltet bekommen hat.

Wenn man vor Ort viel mobil telefoniert, kann es auch aus finanziellen Gründen sinnvoll sein, sich zwei lokale Mobiltelefonnummern (d.h. eine israelische und eine palästinensische) zuzulegen, da Anrufe innerhalb eines Netzes günstiger sind als Anrufe von einem Netz zum anderen und die Gebühren bei Nutzung von lokalen Prepaid-SIM-Karten häufig günstiger sind als die Roaming-Gebühren bei Nutzung einer deutschen SIM-Karte.

Internetzugang gibt es in zahlreichen öffentlichen Internetcafes, die oft auch in kleineren Gemeinden zu finden sind. Bei der Anmietung von Wohn- bzw. Büroräumen sollte auf das Vorhandensein eines Netzanschlusses geachtet werden, da Neuinstallationen zu einer Odyssee werden können.

Nützliche Adressen

Die Autorin

Petra Schöning

Petra Schöning, M.A., Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Soziologie mit Schwerpunkt Naher Osten, seit 1995 Mitglied bei amnesty international in der Koordinationsgruppe Israel/ Besetzte Gebiete/ Palästinensische Autonomiegebiete, 27monatige Tätigkeit in Jerusalem als Zivile Friedensfachkraft, seit 2006 freiberufliche Trainerin und Beraterin mit dem Schwerpunkt Israel/Palästina.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Anregungen!

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2013 aktualisiert.

Literaturhinweise

Palästina verstehen

Cover des SympathieMagazins Palästina
SympathieMagazin

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