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Palm-Weinzapfer im Regenwald © E. Ede

Wirtschaft und Entwicklung

Alle wichtigen Strukturdaten zu Wirtschaft und Entwicklung
BeschreibungInhalt
geschätztes BIP:509,9 Mrd. US-$
Pro-Kopf-Einkommen (Kaufkraftparität):3.000 US-$
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI):Rang 152 (von 187)
Anteil der Armut (unter 2  $ pro Tag):84,5%
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient):48,8
Anteil der alphabetisierten Erwachsenen:68 %

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Das LIPortal

Nigeria

Wirtschaftslage und -sektoren

Seit 2014 gilt Nigeria als die größte Volkswirtschaft Afrikas. Laut einer im April 2014 veröffentlichten Statistik des National Bureau of Statistics (NBS) belief sich das nigerianische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 auf 509,9 Milliarden US-Dollar und übertraf damit das BIP Südafrikas von 370,3 Millarden US-Dollar. Die zentralen Treibkräfte der nigerianischen Wirtschaft, die als Grundlage dieser Berechnung dienten, sind -neben der Ölindustrie- die Unterhaltungsindustrie (Nollywood), die Informationstechnologie und der Handel. Mit einem Wachstum des BIP von mehr als 6% im Jahr gehört Nigeria zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften des Kontinents.

Neben den Erdöl- und Erdgasvorkommen verfügt Nigeria über umfangreiche natürliche Ressourcen (z.B. Zinn, Eisen-, Blei-, und Zinkerz, Kohle, Kalk, Gesteine und Posphat), die gesamtwirtschaftlich gesehen jedoch von geringer Bedeutung sind.

Erdöl- und Erdgassektor

Der größte Wirtschaftssektor Nigerias ist die Erdöl- und Erdgasindustrie. Das Erdöl wurde 1958 im Nigerdelta entdeckt und ist seit den 1970er Jahren das wichtigste Exportgut des Landes. Nigeria ist der zehntgrößte Erdölproduzent der Welt und der zweitgrößte Erdölproduzent Afrikas. 

Der Erdölsektor trägt 80% zu den gesamten Staatseinnahmen Nigerias bei, stellt 95% der nigerianischen Exporte und erwirtschaftet derzeit einen Anteil von ca. 20% des nigerianischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Förderleistung beträgt derzeit zwischen 2,1 und 2,4 Mio. Barrel täglich.

Die nigerianische Wirtschaft ist also in einem besonders hohen Maße vom Erdöl abhängig und reagiert deshalb empfindlich auf negative Entwicklungen des Weltmarktpreises für Erdöl. Seit 2004 profitiert das Land von den sprunghaft ansteigenden Erdölpreisen.

Die Erlöse aus dem Geschäft mit dem Erdöl fließen zunächst der Bundesregierung in Abuja zu. Diese verteilt sie dann an die 36 Bundesstaaten, abhängig von der jeweiligen Einwohnerzahl der Bundesstaaten. Die Ölbundesstaaten im Delta (Akwa Ibom, Bayelsa, Delta, Edo, Rivers) erhalten nach der Verfassung vorweg einen Bonus von mindestens 13% (derivation principle).

Erdöl- und Erdgasförderung im Nigerdelta © waado.org
Erdöl- und Erdgasförderung im Nigerdelta © waado.org

Gefördert wird das Erdöl in Joint Ventures mit der "Nigeria National Petroleum Corporation (NNPC)" im Nigerdelta vor allem von Shell, ExxonMobilChevron Texaco, ENI/Agip und Total.

Für den Transport von Erdöl und Erdgas zieht sich ein kilometerweites Pipelinenetz von den Fördergebieten im Nigerdelta zu den vier Raffinerien - Port Harcourt I und II (im Südosten), Warri (im Südwesten) sowie Kaduna (im Norden) im Landesinneren.

Trotz der vier Raffinerien muss Nigeria nach wie vor einen Großteil des Benzins für den Eigenbedarf importieren. Um diese Problematik zu beheben hat der Nigerianer Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, jüngst ein Abkommen mit der Regierung über den Bau einer weiteren Raffinerie im Wert von neun Milliarden US-Dollar unterzeichnet.  

Das nigerianische Erdgas ist für den afrikanischen Markt von zentraler Bedeutung. Eine Westafrika-Pipeline "West African Gas Pipeline" von Nigeria nach Benin, Togo und Ghana wurde 2007 fertiggestellt. Für die Versorgung des europäischen Marktes wurde 2009 mit dem russischen Gazprom-Konzern eine Trans-Sahara Pipeline über Niger und Algerien nach Europa vereinbart.

In den letzten Jahren ist es durch das illegale Abzweigen von Öl der Pipelines zu schweren Unfällen mit zahlreichen Toten gekommen.

Weitere Informationen über die Erdgas- und Erdölförderung Nigerias gibt eine regelmäßig erscheinende Länderanalyse der US-Regierung.

Agrarsektor

Nigeria ist ein agrarisches Land, aber die Konzentration auf Erdöl und Erdgas hat zur Vernachlässigung der Landwirtschaft geführt. Über 70% der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Der Sektor erwirtschaftete 2013 etwa 35,4% des Bruttoinlandprodukts (BIP). Produziert werden Nahrungsmittel für den Eigenbedarf sowie sog. Cash Crops (Kakao, Erdnüsse, Kautschuk, Cassava, Yam) für den Export. Neben Millionen von Kleinbauern gibt es Großfarmen. In den letzten Jahren wuchs dieser Sektor mit 10% überdurchschnittlich, denn die Förderung der Landwirtschaft mittels finanzieller und technischer Anreize (Produktivitätssteigerung mittels Düngermittel und Ausbau des Transportnetzwerkes) stand im Mittelpunkt von Wirtschaftsreformen der Regierung.

Trotz positiver Entwicklungen des Agrarsektors ist Nigeria nach wie vor für die Ernährung seiner Bevölkerung auf Importe von Nahrungsmitteln angewiesen. Jährlich gibt das Land rund 4 Milliarden US Dollar für den Import von Reis aus.

Industrie-, Energie- und Telekommunikationssektor

Der Industriesektor (Stahl, Zement, Düngemittel) macht ca. 23,7% des Bruttoinlandprodukts (BIP) Nigerias aus. Neben der Verarbeitung von Erdölprodukten werden insbesondere Nahrungs- und Genussmittel, Farben, Reinigungsmittel, Textilien, Brennstoffe, Metalle und Baumaterial produziert.

Haupthindernis für die industrielle Entfaltung des Landes ist die unzureichende Infrastrukturversorgung (Energie und Transport). Von den landesweit insgesamt 200.000 Straßenkilometern sind ca. 50% instandsetzungsbedürftig. Die Eisenbahnlinie Lagos-Kano (ca. 1.300 km) wurde 2013 mit chinesischer Hilfe modernisiert (siehe auch Abschnitt "Verkehrswege" im Themenbereich "Überblick").

Während der Industriesektor erheblichen Krisen ausgesetzt ist, boomt der Telekommunikationssektor bereits seit einigen Jahren. Dank der Privatisierungspolitik der Obasanjo-Administration (1999 - 2007) besitzt Nigeria heute einen der dynamischsten Telekommunikationsmärkte der Welt. 2013 trug der Telekommunikationssektor rund 8,6% zur wirtschaftlichen Gesamtleistung des Landes bei. Vorreiter ist der Mobiltelefonmarkt: 2013 gab es in Nigeria bereits mehr als 126 Millionen Mobilfunkanschlüsse.

Im Bereich der Energieversorgung lassen die wirtschaftlichen Erfolge noch auf sich warten. Obwohl die ursprünglich staatliche Energiebehörde, die „National Electric Power Authority (NEPA)“ (von Nigerianern ironisch „Never Expect Power Always“ genannt), zwischen 1999 und 2003 privatisiert wurde und heute "Power Holding Company of Nigeria" (PHCN) genannt wird (von Nigerianern „Please Hold Candle Near“ genannt), leiden Millionen von Haushalten ebenso wie die Behörden mit ständigen Stromausfällen. Bislang haben nur ca. 40% der nigerianischen Bevölkerung überhaupt Zugang zur Stromversorgung durch Elektrizität. Die ständigen Stromausfälle werden durch den Gebrauch von Dieselgeneratoren abgefedert.

Grund für die ständigen Ausfälle ist die niedrige Produktionskapazität der Gas- und Wasserkraftwerke. Derzeit ist Nigeria in der Lage, insgesamt nur 4.000 Mega-Watt Strom zu generieren; 70% durch Gasturbinenanlagen und 30% durch Wasserkraftanlagen.

Für den Ausbau der Kapazität setzt Nigeria jetzt auf chinesische Hilfe. Zudem erhielt die SIEMENS AG im April 2012 den Auftrag für den Bau eines Gasturbinenwerkes. Darüber hinaus bemüht sich die Regierung seit einigen Jahren auch darum, einen Teil des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien zu generieren. Anfang 2014 ging die erste Photovoltaik-Fabrik Nigerias in Betrieb. Die Stadtverwaltung von Lagos versucht zudem, durch die Verbrennung von Abfällen Elektrizität zu erzeugen.

Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken

Seit 2010 befindet sich die nigerianische Wirtschaft auf einem soliden Wachstumskurs von rund 7% Wirtschaftswachstum jährlich.

Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes finden sich unter den folgenden Quellen:

Allgemeine Information über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes finden sich in den Länderinformationen des Auswärtigen Amtes, den Data Profiles der Weltbank, von Germany Trade and Invest (GTAI), des African Economic Outlook (AEO) 2014 und dem nigerianischen Finanzministerium. Einen Überblick über die wichtigsten nigerianischen Firmen und Banken finden sich im Africa Report. Eine Länderrisikobewertung von Global Edge gibt Auskunft über das Investionsklima. Statistiken zu den verschiedenen Wirtschaftssektoren Nigerias bietet das National Bureau of Statistics (NBS).

Wirtschaftspolitik

Reformprogramme

Unter der Regierung Obasanjo (1999 - 2007) wurde eine Reihe von Wirtschaftsreformen in Angriff genommen. Ziele waren u.a. die Bekämpfung der Korruption, die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation im Allgemeinen sowie die Schaffung von besseren Einkommen für die Mehrheit der Bevölkerung. Maßnahmen dafür waren u.a. die Privatisierung von Staatsbetrieben und die Eindämmung der Inflation. Zur Umsetzung der Reformprogramme präsentierte die Regierung 2004 in Zusammenarbeit mit dem IWF die "Nigeria Economic Empowerment Development Strategy (NEEDS I/ 2004 - 2007)" . Bei seiner Amtseinführung versprach Obasanjos Nachfolger Yar`Adua (2007 - 2010), die Wirtschaftsreformen mit dem Nachfolgeprogramm "NEEDS II/2007 - 2010" fortzusetzen. Zwischen 2007 und 2010 konnte die Regierung Yar`Adua  vor allem bei der Privatisierung des Energiesektors und der Konsolidierung des Bankensektors Fortschritte erzielen. Seit Mai 2011 ist Präsident Goodluck Jonathan als dritter Präsident Nigerias seit der Rückkehr zur Demokratie 1999 im Amt. Unter seiner Führung wurde das Reformprogramm "Vision 20:2020" verabschiedet, welches das Ziel proklamiert, Nigeria unter den zwanzig größten Volkswirtschaften der Welt zu positionieren.

Staatsverschuldung

Ab 2004 nutzte Nigeria den Ölgewinn, um seine Schulden zu bezahlen. Im Rahmen der wirtschaftlichen Reformen der Regierung Obasanjo konnte das Land 2005 mit dem Pariser Club, also den internationalen Gläubigern einen Schuldenerlass um 18 Mrd. US-Dollar von insgesamt 30 Mrd. USD aushandeln. Im Gegenzug zahlte die nigerianische Regierung 12 Mrd. USD zurück. Damit ist Nigeria das erste afrikanische Land, das gegenüber dem Pariser Club schuldenfrei geworden ist!

Handel

Nach dem "Doing Business Report" der Weltbank belegt Nigeria 2014 Platz 147 von 189 Länden. Die wichtigsten Abnehmerländer Nigerias sind die USA, China, Frankreich, Brasilien, Spanien und Deutschland.

Detaillierte Informationen zum Handel zwischen Nigeria und Deutschland bietet das Auswärtige Amt und German Trade & Invest. Ausführliche Informationen zu Investitionsmöglichkeiten in Nigeria bietet der in Hamburg ansässige Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft. Die Deutsche Auslandshandelskammer (DHK) in Lagos liefert die nötigen Auskünfte über deutsche Wirtschaftsinteressen in Nigeria.

Alle nigerianischen Staatsbudgets fußen auf den Einnahmen aus der Erdölförderung. Aufgrund des Verfalls der Ölpreise seit 2009 sanken die Devisenreserven. Der Bankensektor  war von der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 betroffen. Über 20 nigerianische Banken gerieten dadurch in Schieflage. Allein die Rettungsaktion der neun besonders stark Insolvenz gefährdeten Banken kostete die Regierung und die Zentralbank unter dem damaligen Zentralbankgouverneur Sanusi Lamido Sanusi rund vier Mrd. US-Dollar.

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Nnimmo Bassey © www.commondreams.org
Nnimmo Bassey © www.commondreams.org

Millennium Development Goals (MDGs)

Trotz des immensen Ölreichtums leben ca. 70% der Nigerianer/innen unter dem Existenzminimum und müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag überleben. Beim Kampf gegen die Armut bemüht sich die nigerianische Regierung im Rahmen der UN-Millenniumziele mit dem "National Poverty Eradication Programm (NAPEP)" und dem Armutsreduzierungsstrategiepapier "Poverty Reduction Strategy Paper (PRSP) - National Economic Empowerment Development Strategy (NEEDS)" voranzukommen. Darüber hinaus wurde von der UNDP  ein Bericht veröffentlicht, in dem die acht Millenniumziele und ihre Umsetzung in Nigeria festgehalten wurden.

Inländische Entwicklungsanstrengungen

Programme zur Armutsbekämpfung gibt es sowohl auf Länderebene, die "State Economic Empowerment Strategy (SEEDS)", als auch auf lokaler Ebene, die Community Economic Empowerment and Development Stratagy (CEEDS).

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen im Land sind in den Bereichen Armutsbekämpfung und Nachhaltige Entwicklung aktiv. Frauenorganisationen, von denen "Women In Nigeria (WIN)" die bekannteste ist, haben im traditionellen Leben Nigerias immer eine wichtige Rolle gespielt. Auch die Nigerianer/innen, die in der Diaspora leben (NIDO-Germany), engagieren sich für die Entwicklung in ihrer Heimat.

Am 6. Dezember 2010 bekam der nigerianische Umwelt- und Menschenrechtsaktivist Nnimmo Bassey den Alternativen Nobelpreis verliehen. Der Vorsitzende der Umweltschutzorganisation "Friends of the Earth International", der mit dem Wahlspruch "Leave the oil in the soil" („Lass das Öl in der Erde“ ) bekannt wurde, wurde damit für seine Enthüllungen zu den ökologischen und menschlichen Katastrophen, die durch die Ölförderungen im Nigerdelta ausgelöst wurden, sowie für seinen Einsatz für mehr Umweltbewusstsein in Nigeria ausgezeichnet. Seit mehr als 20 Jahren kämpft Nnimmo Bassey für bessere Lebensbedingungen im Nigerdelta.

Ausländische Entwicklungsanstrengungen

Zu den größten ausländischen Gebernationen und Geberorganisationen Nigerias gehören die Weltbank, die Europäische Union, die USA, Großbritannien, Kanada und Frankreich.

Andere internationale Organisationen wie der Internationale Währungsfond (IWF), das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) und der Commonwealth of Nations leisten durch die Zusammenarbeit mit Nigeria einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung des Landes.

Eine intensive Zusammenarbeit besteht auch zwischen Nigeria und den regionalen Organisationen wie der  "African Development Bank Group", der "African Union (AU)", der "New Partnership for Africa`s Development (NEPAD)" und der "Economic Community of West African States (ECOWAS)". Im Rahmen des African Peer Review Mechanism (APRM) - einem Kernelement des NEPAD-Programms - hat Nigeria 2008 den vierstufigen Prüfungsprozess erfolgreich abgeschlossen. Weitere Informationen zur internationalen Zusammenarbeit mit Nigeria entnehmen Sie bitte dem Verzeichnis der in Nigeria tätigen EZ-Organisationen.

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen

Nigeria ist seit 1999 - dank seiner demokratischen Entwicklung während der Amtszeit von Präsident Obasanjo - wieder zu einem Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit geworden. In den Jahren zuvor hatte man die Zusammenarbeit aufgrund der undemokratischen Regierung unter Abacha eingestellt. Seit der Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit gab es zahlreiche Projekte der deutschen staatlichen Zusammenarbeit.

Die Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form von technischer und finanzieller Zusammenarbeit durchgeführt. Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind insbesondere "nachhaltige Wirtschaftsförderung" (SEDIN) und "Energiepolitikberatung", v.a. in den Bereichen Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und die ländliche Elektrifizierung.

Auch die deutschen politischen Stiftungen sind im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit in Nigeria aktiv. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) arbeitet vor allem in den Bereichen „Stärkung der Demokratie und Pressefreiheit“ sowie der „Förderung der Gewerkschaften“ während sich die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Rahmen ihres Programms insbesondere für die „Stärkung der politischen Mitwirkung“, wie z.B. bei Wahlen engagiert. Die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) arbeitet hauptsächlich in den Bereichen „Demokratie“ und Good Governance“, „Frauenrechte und Empowerment von Frauen“ sowie „Krisenprävention und Konfliktbewältigung“.

Kirchliche Organisationen wie die Christian Blind Mission (CBM), Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH), Misereor und Kolping International sind überwiegend im Bereich ländlicher Entwicklungsprojekte und im interreligiösen Dialog in Nigeria tätig. Die Bundeswehr ist in Entwicklungsprojekten ebenfalls engagiert. Neben Beratungstätigkeiten im militärischen Bereich übernehmen deutsche Soldaten Aufgaben in Berufsausbildungszentren. Auch im universitären Bereich existiert eine Zusammenarbeit. Bei den Medien gibt es eine Kooperation mit der Deutschen Welle. Dazu bietet das Auswärtige Amt Informationen. Im Bereich Kultur und Sprache ist das Goethe-Institut sehr engagiert in Nigeria.

Eine große Anzahl weiterer Organisationen, z.B. aus dem Wirtschaftsbereich, Nichtregierungsorganisationen oder private Vereinigungen wie der Zusammenschluss von Vereinen und Krankenhausärzten, der u.a. das Noma-Hospital in Sokoto (im Norden Nigerias) finanziert haben, ist ebenfalls zu nennen. Individuen und Organisationen wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und SOS-Kinderdörfersind in unterschiedlichen landesspezifischen Aktivitäten tätig.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2014 aktualisiert.

Autor

Dr. Emmanuel I. Ede
Dr. Emmanuel I. Ede

Dr. Emmanuel I. Ede wurde 1955 in Agbani/Enugu-State, Nigeria, geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Neben seinem Beruf als selbstständiger Architekt ist er als Trainer für Interkulturelle Handlungskompetenzen mit den Schwerpunkten West- und Zentralafrika, als Tutor für Landesanalysen Nigeria sowie als Gutachter für politische Bildung tätig.

Der Autor freut sich über Ihre Kommentare und Anregungen.

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