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Bodhnath-Stupa in Kathmandu © Lisa Melnikova

Überblick

BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Demokratische Bundesrepublik Nepal
Fläche:147,181 km²
Einwohner: 30,4 Mio.    
Bevölkerungswachstum:1,8% pro Jahr
Regierungssitz:Kathmandu
Klima (für Hauptstadt):Monsunklima
                        
 

 

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Das LIPortal

Nepal

Lage und Größe

Der Staat Nepal umfasst ein Gebiet von 147.181 km². Der Binnenstaat liegt als schmaler Streifen im südlichen Himalaja zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde: China im Norden und Indien im Süden. Im Osten grenzt er an den indischen Unionsstaat Sikkim, im Süden an Bihar und im Westen an Uttaranchal. In den Hochgebirgsregionen des Nordens grenzt er an die chinesische autonome Region Tibet.

Nepal erstreckt sich über achthundert Kilometer von Nordwesten nach Südosten und ist im Schnitt zweihundert Kilometer breit. Das bergige Land reicht vom 80. bis zum 88. östlichen Längengrad und vom 26. bis zum 30. nördlichen Breitengrad.

Grunddaten

Die CIA, die Asian Development Bank, das Auswärtige Amt, Library of Congress und UNdata bieten Grundinformationen über Nepal.

Aktuelle Nachrichten über das Land werden von CNN News, News Reader Nepal, SPIEGEL Online sowie Nepalnews angeboten.

Naturraum

alternativ
Pokhara-Tal
Ganesh-Himal
Trisuli-Damm
Fluss Langtang-Khola
Weißer Yak
Yak im Hochgebirge
Mischwald

Nepal weist auf einer Horizontaldistanz von ca. 200 km unterschiedlichste Naturräume vom monsuntropischen Dschungel und Bergwald über die Hochgebirgstundra bis zu Gebirgswüsten und Schneegipfeln auf. 64 % des nepalischen Staatsgebiets liegen in über 1000 Meter Höhe, mehr als 28 % sogar höher als 3000 Meter.

Landschaftlich ist Nepal in drei Regionen gegliedert, die parallel zueinander von Nordwesten nach Südosten verlaufen. Im Süden dehnt sich am Rande der Gangesebene das fruchtbare Flachland des Terai aus, das nur bis etwa 100 m über dem Meeresspiegel liegt. Nördlich davon erheben sich die Himalaya-Vorgebirge: im Westen die Siwalik-Berge und östlich davon die Mahabharat- und Churia-Gati-Berge mit einer durchschnittlichen Höhe von 2.500 m. Diese Region wird durchzogen von großen Längstälern, u.a. dem Kathmandu-Tal. Nördlich der Vorgebirge steigt der Hochhimalaya mit einer durchschnittlichen Höhe von 4.500 m auf. Hier liegen acht der weltweit insgesamt zehn Achttausender, unter ihnen der mit 8.848 m höchste Berg der Welt, der Mount Everest, sowie der Kanchenjunga, mit 8.598 m dritthöchster Gipfel.

Alle im Himalaja entspringenden Flüsse münden in den Ganges. Die wichtigsten Flüsse sind der Karnali im Westen des Landes, der Kali Gandaki, der sich zwischen den Gipfeln von Dhaulagiri und Annapurna den Weg vom tibetischen Hochland in die Ebene bahnt und der Sun Kosi, der sich im Osten mit dem Arun vereinigt. Nepal hat großes Potential an Wasserkraft. Die große Sedimentfracht der nepalischen Flüsse macht den Bau von Dämmen und Brücken zu einem technischen Problem: Staubecken füllen sich innerhalb weniger Jahre mit Sediment, die Bauwerke können durch das mitgeführte Geröll zerstört werden. Der im August 2008 gebrochene Kosi Damm hat eine Flutkatastrophe ausgelöst.

Klima

Das Klima in Nepal ist durch Monsunwinde geprägt: Im Winter bringt der Nordwestmonsun kühle und trockene Luft aus Innerasien, im Sommer der Südostmonsun warme und feuchte Luftmassen.

Im Terai ist es tropisch heiß, die mittlere Jahrestemperatur liegt hier bei 25°C. In den Vorgebirgen herrscht gemäßigt-warmes, im Vorderhimalaja gemäßigt-kühles, im Hochhimalaja Hochgebirgsklima. In der Hauptstadt Kathmandu werden für den Januar Mittelwerte von 10°C angegeben, für Juli - 24°C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1.400 mm. Im Terai, weiter im Süden, werden bis zu 2.500 mm gemessen. Hauptregenzeit ist in den Monaten Juni bis September. Die Schneegrenze im Himalaja liegt bei 5.000 bis 5.800 Meter.

Flora und Fauna

Im Terai-Flachland, im Süden Nepals, wurden die ursprünglichen Bestände an feuchten Monsunwäldern, die Leoparden, Tigern, Affen, Nashörnern, Gaurs und fast 500 Vogelarten einen Lebensraum bieten, stark dezimiert. In den letzten Jahren wurden große Teile des Terai für den kommerziellen Anbau von Zuckerrohr, Reis, Weizen und Tabak kultiviert. In Richtung Norden geht die Vegetation in immergrünen Berg- und Nebelwald über. In höheren Lagen wachsen Mischwälder mit Eichen, Ahorn, Kiefern, Birken und Rhododendren.

In den Bergregionen hat die Landwirtschaft eine alte Kulturlandschaft geschaffen: an den stark terrassierten Hängen wird Reis, Mais, Weizen und Hirse angebaut. Die Baumgrenze liegt zwischen 3.700 m und 4.200 m. Bis zu einer Höhe von rund 5.000 m finden sich noch alpine Matten, Flechten und Moose, oberhalb kann in der Eiswüste keine Vegetation mehr bestehen. Die Wälder und die unbewohnten Hochgebirgsregionen Nepals bieten einen Lebensraum für viele verschiedene Tierarten. Im Hochgebirge findet sich eine vielfältige Vogelwelt (Schopffasan, Schneegeier, Rosenschwanztrogon). In den Bergwäldern leben Moschusochsen, Wildschafe, Rote Panda und Schneeleoparden, die eine vom Aussterben bedrohte Tierart darstellen. Über 23 Tierarten sind in Nepal unter Schutz gestellt.

Nepal besitzt ein Netzwerk von neuen Nationalparks (Chitwan, Sagramatha, Bardiya, Langtang, Rara, Shey-Phoksundo, Khaptad, Makalu-Barun und Shivapuri), 11 Pufferzonen, drei Wildparks (Suklaphanta, Koshi-Tappu und Parsa), drei Schutzgebiete (Annapurna, Manaslu und Kanchenjunga) und ein Jagd-Reservat (Dhorpatan). Die geschützte Fläche Nepals beträgt ca. 29000 qkm (19,70 Prozent der Landesfläche).

Die Nationalparks Sagarmatha und Chitwan gehören zum Weltnaturerbe. Der Chitwan wurde 1973 Nepals erster Nationalpark. Er liegt im Chitwan-Tiefland des inneren Terais. Mit einer Fläche von 932 qkm erstreckt sich der Park über laubbewaldete Gebirgsausläufer und Überschwemmungsgebiete. Es ist eins der letzten Rückzugsgebiete für vom Aussterben bedrohte Arten wie das Asiatische Nashorn und der Bengalische Königstiger. Der 1.148 qkm große Sagramatha Nationalpark befindet sich im Nordosten Nepals und wird vom höhsten Berg der Welt, dem Mount Everest, gekrönt. Rhododendren-Wälder, Birken, Blau- und Silbertannen wachsen hier bis auf einer Höhe von 4000 m.

Ökologische Probleme

Nepals Umwelt ist von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Bevölkerungswachstum stark bedroht. Die Waldfläche ist seit den 1960er Jahren um 40 bis 50% zurückgegangen. Brennholzeinschlag, die landwirtschaftliche Kultivierung und Überweidung sind die Hauptursachen. Neben dem Schrumpfen der Habitate für bedrohte Pflanzen- und Tierarten, führt die Entwaldung zur Bodenerosion: Bei den heftigen Mosunregenfällen wird der Mutterboden fortgeschwemmt und es kommt immer wieder zu Schlammlawinen und Erdrutschen. Viele Regionen sind von Überflutungen betroffen. Auch durch das Schmelzen der Himalaya-Gletscher in Folge des Klimawandels nimmt die Hochwassergefahr zu.

Die Verknappung von Ackerland wird zusätzlich verschärft durch die Degradation von Böden , außerdem kommt es zu Gewässerverschmutzung durch Pestizid- und Düngemitteleinsatz.

Das Kathmandu-Tal leidet unter mehreren ökologischen Problemen. Die hohe Luftverschmutzung durch Verkehr, Industrie sowie Müllverbrennung bedroht die Gesundheit der Bewohner. Die Abwässer aus Industrie und Haushalten werden mehr oder weniger ungesäubert direkt in die Flüsse geleitet. Mülldeponien an den Ufern gefährden die Qualität des Flusswassers zusätzlich. Es kommt zu ernsthaften Engpässen in der Wasserversorgung.

Die Himalaya-Region, eines der am dichtesten besiedelten Gebirgs-Ökosysteme der Erde, ist extrem anfällig für die Folgen von Degradierung und Klimawandel. Ihr ökologisches Gleichgewicht wird von den negativen Auswirkungen des Tourismus, wie dem gestiegenen Verbrauch von Ressourcen und den Müllhinterlassenschaften in entlegenen Regionen, zusätzlich beeinträchtigt.

Das Umweltbewusstsein in der Politik ist vergleichsweise groß: Die Interimsverfassung gibt dem Umweltschutz Priorität und weist dem Staat die Aufgabe zu, weitere Schäden zu verhindern. Zahlreiche Umweltschutzprojekte werden von den Nichtregierungsorganisationen umgesetzt.

Um das Abholzen der Wälder zu verhindern, setzt Nepal auf erneuerbare Energien. Etwa 7 % der ländlichen Bevölkerung werden mit Strom aus Mini-Wasserkraftwerken oder Solaranlagen versorgt.

Kimshung-Gletscher
Bhagmati-Fluss erstickt
Wasserverschmutzung in Kathmandu
Wasserfilter in Kathmandu

Sozialraum

Nepal hat 30,43 Mio. Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt durchschnittlich 209 Einwohner pro km² und ist durch die landschaftlichen Gegebenheiten sehr ungleich verteilt. Das Terai, der zur Gangesebene zählende tropische Landstreifen, auf dem vor fünfzig Jahren noch malariaverseuchter Dschungel stand, ist zur wichtigsten Wirtschafts- und Industriezone des Landes geworden. Dort leben inzwischen mehr Menschen als in den Bergregionen, obwohl dieses Gebiet nur ca. 17 % der Landfläche ausmacht. Im Hochgebirge leben nur 7 % der Landbewohner.

Am dichtesten besiedelt ist das Kathmandu-Tal mit der Hauptstadt Kathmandu (ca. 1,2 Mio. Einwohner) und ihren Schwesterstädten Patan (Lalitpur) und Bhaktapur. Weitere wichtige Städte sind das im Osten an der indischen Grenze gelegene Biratnagar (207.000 Einwohner) und Pokhara (235.000 Einwohner), in Zentralnepal, am Fuße der Annapurna-Kette, gelegen.

Die ungünstige Topographie des Landes erschwert die Erschließung durch Verkehrswege erheblich. Nepal verfügt über rund 17.300 km Straße, wovon nur etwa die Hälfte befestigt und das ganze Jahr über zu befahren ist. Wichtigste Ost-West Verbindung bildet der 1030 km lange East West Highway im Terai. Eine 190 km lange Bergstrasse, Tribhuvana Rajpath, verbindet Kathmandu mit Raxaul in Indien; der 119 km lange Arniko Highway führt von Kathmandu nach Kodari an die chinesische Grenze. Nur wenige Autostraßen durchdringen das Bergland, bei dem Gütertransport spielen hier Maultiere und Lastenträger eine wichtige Rolle.

Die einzige Bahnstrecke des Landes ist 29 km lang. Der Tribhuvan International Airport in Kathmandu ist der einzige internationale Flughafen des Landes. Seit Jahren wird geplant den Regionalflughafen in Pokhara als internationalen Flughafen auszubauen. Insgesamt gibt es 44 nationale Flugplätze, die teils planmäßig, teils saisonal angeflogen werden, sowie 96 Helikopterplätze. Die nationale Fluggesellschaft Nepal Airlines bedient 30 nationale und 10 internationale Strecken in Süd- und Südostasien.

Nationale Symbole

Staatswappen Nepals
Flagge Nepals

Die Nationalsymbole Nepals wurden nach dem Übergang von der Monarchie zur Demokratischen Republik verändert. Die alte Hymne, die ein Loblied auf den König darstellte, wurde vom Parlament untersagt und 2007 von der neuen HymneDie Hunderte von Blumen“ ersetzt.

Das heutige Staatswappen von Nepal wurde am 30. Dezember 2006 nach dem Ende des Bürgerkriegs eingeführt. Es zeigt innerhalb eines Kranzes von Rhododendrenblüten (Nationalblume) die Umrisse des Landes vor dem Mount Everest. Darunter sieht man einen Handschlag von Mann und Frau, ein Symbol der Gleichheit der Geschlechter. Unterhalb des Wappens ist ein Schriftband mit dem Nationalspruch angeordnet: „Das Heimatland ist mehr wert als das Himmelreich“.

Die Nationalflagge Nepals, die einzige nicht rechteckige Nationalflagge der Welt, wurde in ihrer heutigen Form 1962 eingeführt. Ihre Farben, Blau - Symbol des Friedens - und Karminrot - Farbe der blühenden Rhododendren - sind auch die Nationalfarben Nepals. Halbmond und Stern symbolisierten früher das Königshaus, die Sonne die adlige Rana-Dynastie. Heute stehen diese Symbole für die Hoffnung, die Nation möge so lange Bestand haben wie diese Himmelskörper.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2014 aktualisiert.

Über die Autorin

Lisa Melnikova

M.A., geb. 1982

ist Ethnologin und seit 2006 als Regionaltutorin für die Regionen Asien und Osteuropa bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ GmbH tätig.

Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Kommentare!

Literaturhinweise

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