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Mönche im Wat Xieng Thong in Luang Prabang (© Anke Timmann)

Landesübersicht und Naturraum

BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao (Demokratische Volksrepublik Laos)
Fläche:236.800 km²
Einwohner:ca. 6,6 Mio. (geschätzt 2012)
Bevölkerungswachstum:ca. 1,68 % / Jahr
Regierungssitz:Vientiane
Klima (für Hauptstadt):Tropisch

Laos

Landesflagge Laos

Lage & Größe

Mit 236.800 Quadratkilometern Fläche entspricht Laos in etwa der Größe der alten Bundesländer. Von Nord nach Süd erstreckt sich Laos über eine Länge von ungefähr 1200 Kilometern, von Ost nach West über eine Breite von circa 200 Kilometern. Der schmale langgestreckte südliche Teil des Landes liegt auf der indochinesischen Halbinsel zwischen Vietnam im Osten, Kambodscha im Süden und Thailand im Westen. Der nördliche Teil des Landes liegt auf dem eigentlichen südostasiatischen Festland und grenzt im Norden an die südchinesische Provinz Yunnan und im Nordwesten an Myanmar.

Kartenmaterial

Das Binnenland Laos (Quelle: www.lib.utexas.edu)

Grunddaten

  • Bevölkerung: ca. 6,69 Millionen (geschätzt 2013) - anteilig etwa gleich auf Männer & Frauen aufgeteilt

  • Bevölkerungsdichte: Ø 24 Einwohner je Quadratkilometer
    (Vientiane ca. 200 Einwohner je Quadratkilomter)
     
  • Durchschnittlich Lebenserwartung: 62 Jahre (Frauen: ca. 64, Männer: 60)

  • Bevölkerungswachstum: 1,68 % Jahr
     
  • Anteil Bevölkerung unter 15 Jahre: 36,1 %, über 65 Jahre: 3,7 %
     
  • Gesamtfruchtbarkeitsrate: 3 Kinder / Frau
     
  • Kindersterblichkeit: 58 / 1000 Geburten     
     
  • AIDS-Rate: 0,2 %

    (Quelle CIA Factbook 2012/13) 

Generelle Informationen

Daten & Fakten rund um Laos, u.a. demographischen Daten, Bodenschätze, Anbauprodukte, Deviseneinnahmequellen und Infrastruktur bietet das CIA FactbookÖffnet externen Link in neuem Fenster

Einen guten LandesüberblickÖffnet externen Link in neuem Fenster mit vielen Informationen zu allen Landesteilen bietet die Laotische Tourismusbehörde.

Das Southeast Asia DepartmentÖffnet externen Link in neuem Fenster der Library of Berkeley bietet weitere interessante Links & Informationen zu Laos.

Eine detaillierte Übersicht über die wirtschaftlichen Daten des Landes bieten das Fact Sheet LaosÖffnet externen Link in neuem Fenster und die LaosseitenÖffnet externen Link in neuem Fenster der Asian Development Bank (ADB).

Weitere aktuelle Informationen bietet das Auswärtige AmtÖffnet externen Link in neuem Fenster, das U.S. Department of StateÖffnet externen Link in neuem Fenster und die United NationsÖffnet externen Link in neuem Fenster (UN).

Beim Vergleich verschiedener Quellen, die Daten zu Laos liefern, wird schnell ersichtlich, dass die angegebenen Daten je nach Quelle entweder stark variieren oder fast exakt überein stimmen. Statistiken zu Laos und das "Sammeln" von Informationen sind immer noch mit erheblichem Aufwand verbunden, auch wenn sich die Informationslage in der letzten Zeit deutlich verbessert hat.

Naturraum

Laos erstreckt sich zwischen dem Mittellauf des MekongÖffnet externen Link in neuem Fenster und den Annamitischen Kordilleren und ist geprägt vom Wechsel zwischen steilen Bergketten und engen, tief eingekerbten Tälern, durch die sich der Mekong mit seinen vielen Nebenflüssen als Lebensader des Landes schlängelt. Der 1.835 km lange Strom ist jedoch durch eine ihn auf weiten Teilen begleitende Vielzahl von Stromschnellen und während der Trockenzeit nur teilweise und nicht ganzjährig schiffbar.

Ungefähr 50 Prozent des Landes sind dicht mit Regen- und Monsunwald bewaldet. Ein riesiges Gebirge mit Höhen von ca. 2000 Metern zieht sich in Nord-Süd-Richtung fast durchs ganze Land. Der höchste Berg ist der Phu BiaÖffnet externen Link in neuem Fenster mit 2.819 m. Nur ca. 16 % des Landes liegen unter 2000 Metern. Im Süden und Norden des Landes gibt es Plateaus und Tiefebenen. Die Hauptstadt Vientiane liegt in einer solchen Tiefebene am Mekong.

Der Sommer- oder SüdwestmonsunÖffnet externen Link in neuem Fenster von Mai bis Oktober ist mit starken Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit verbunden. Die Niederschlagsmenge kann von Jahr zu Jahr und auch regional sehr stark differieren. So fallen auf dem Bolaven Plateau in der südlichen Provinz Champassak jährlich bis zu 3.700 Millimeter Niederschläge, in Vientiane bis zu 1.800 Millimeter.

Zwischen November und Februar ist durch den Nordostmonsun ein trockenes und kühleres KlimaÖffnet externen Link in neuem Fenster anzutreffen. Das ist der sehr angenehme „Laotische Winter". In den Monaten März und April herrscht ein feucht-heißes Klima.

Verschiedene Impressionen (© Anke Timmann) auf  einer Fahrt nach Luang Prabang:

Wasserfall bei Luang Prabang
Stelzenhaus in der Nähe von Luang Prabang
Berge auf dem Weg nach Luang Prabang
Wegstrecke nach Luang Prabang
Wasserbassin bei Vang Vieng
Bergimpression

Sozialraum

Beim letzten Zensus 2005Öffnet externen Link in neuem Fenster ergab sich eine Gesamtbevölkerung von 5,6 Millionen. Seitdem ist die Bevölkerung auf geschätzte knapp 6,5 Millionen Einwohner gewachsen. Davon leben ungefähr ein Drittel in Städten entlang des Mekong. Die fruchtbaren Ebenen entlang der Flüsse sind am dichtesten bevölkert, die Bergregionen sind nur spärlich besiedelt.

Die Provinz SavannakhetÖffnet externen Link in neuem Fenster ist mit ungefähr 824.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste und gleichzeitig flächenmäßig größte (21.774 qkm) Provinz.

Die vier größten Städte in Laos sind:

Das StraßennetzÖffnet externen Link in neuem Fenster in Laos ist im Ausbau, von 36.830 Kilometern Straße sind bisher knapp 4.800 asphaltiert. Flüsse stellen in vielen Landesteilen noch wichtige alternative Transportmöglichkeiten für Waren und Menschen dar. Sie verbinden Dörfer und Städte, die noch nicht ans Straßennetz angebunden sind. Vor allem im Norden sind die Flüsse wichtige Alternativen zu den schlecht ausgebauten Verkehrsverbindungen.

Der 448 Kilometer lange Nam OuÖffnet externen Link in neuem Fenster stellt eine wichtige Verkehrsader für den Nordteil von Laos dar. Er entspringt in der Provinz Phongsaly und fließt an der Flussmündung Pak Ou in den Mekong. Dort befinden sich die beiden bekannten Höhlen Tam Thing und Tam Phum.

Höhle Tam Thing an der Mündung des Nam Ou, © Anke Timmann

Wasserkraft - Dammprojekte

Die laotische Regierung verfolgt eine Reihe von Wasserkraftprojekten, mit denen das südostasiatische Land verstärkt Strom erzeugen und in die Nachbarländer exportieren will.

 

Nam Theun II

Nach zehnjährigen Verhandlungen mit der Regierung in Vientiane sagte die Weltbank 2005 einen Kredit über 1,3 Mrd. US-$ für den Bau eines Staudamms am Fluss Nam TheunÖffnet externen Link in neuem Fenster zu, woraufhin internationale Banken weitere 1,6 Mrd. US-$ zusicherten. Die offizielle Eröffnung des Nam Theun 2Öffnet externen Link in neuem Fenster fand Ende 2010 statt.

Kritiker des Projekts befürchten, dass der 450 Quadratkilometer große StauseeÖffnet externen Link in neuem Fenster das ÖkosystemÖffnet externen Link in neuem Fenster und die LebensgrundlageÖffnet externen Link in neuem Fenster der Menschen in der Region zerstört.

Xayaburi

Das Projekt in der nordwestlichen Provinz XayaburiÖffnet externen Link in neuem Fenster, etwa 150 Kilometer südlich von Luang Prabang ruft aktuell heftige KontroversenÖffnet externen Link in neuem Fenster hervor.  Der Damm ist mit 3,8 Milliarden US-Dollar veranschlagt und soll jährlich 1.206 MW Strom produzieren, 95 Prozent davon soll nach Thailand verkauft werden. Der Xayaburidamm wäre der erste am unteren Mekong, er gilt als „größter Test“ für die Regierungsübergreifende Mekong River Commission (MRC)Öffnet externen Link in neuem Fenster seit ihrer Gründung 1995. Damit ein Dammprojekt umgesetzt werden kann, sieht der Entscheidungsprozess der MRC einen Konsens aller beteiligten Länder vor.

Chronologie der Ereignisse

  • April 2011: Thailand, Vietnam und Kambodscha stimmen für einen Aufschub und eine genauere Untersuchung der Auswirkungen des Damms. Die Entscheidung wird vertagtÖffnet externen Link in neuem Fenster.

  • Dezember 2011: Beim jährlichen MRC-MinistertreffenÖffnet externen Link in neuem Fenster beschließen die Minister der vier Länder, dass Projekt nochmals zu verschieben. In dieser gegenseitigen AbstimmungsphaseÖffnet externen Link in neuem Fenster bitten sie Japan und weitere internationale Geberländer um finanzielle Unterstützung, um weitere Studien durchzuführen und ziehen nationale Experten und Interessensgruppen hinzu.

  • Auch während der Abstimmungsphase werden die BauarbeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster fortgeführt. Zusätzliche Arbeiter werden unter Vertrag genommen, um Straßen und andere Anlagen für das Projekt zu bauen. Gegner des Projektes sprechen von einem reinen Lippenbekentnis der laotischen Regierung.

  • Mitte April 2012: Das thailändische Unternehmen Ch. Karnchang, das zweitgrößte Bauunternehmen in Thailand und eines der beteiligten Unternehmen, informiert die thailändische Börse über den Abschluss eines 52 Milliarden Baht (1,7 Milliarden US-Dollar) VertragesÖffnet externen Link in neuem Fenster mit Xayaburi Power Co. Ltd, einem laotisch-thailändischen Joint Venture. Laut Vertrag ist der offiziell festgelegte Baubeginn Mitte März 2013. Ch Karnchang  puscht trotz möglicher negativer ökologischer, sozialer und ökonomischer Folgen die Vertragsunterzeichnung und vertritt ungeachtet der Proteste von UmweltschützernÖffnet externen Link in neuem Fenster und Politikern die Meinung, die laotische Regierung hat den DammbauÖffnet externen Link in neuem Fenster bereits genehmigt.

  • August 2012: Thailändische Dorfbewohner reichen KlageÖffnet externen Link in neuem Fenster gegen den Damm ein.

  • Mitte September 2012: Schon vor der endgültigen Entscheidung von Seiten der MRC sagt der laotische Energieminister auf einer Energiekonferenz in Pnom Penh Kambodscha StromlieferungenÖffnet externen Link in neuem Fenster zu. Er spricht davon, dass der Bau Ende 2012 beginnen soll.

  • November 2012: Trotz vieler Proteste beschließt die laotische Regierung den BaubeginnÖffnet externen Link in neuem Fenster.

  • UmweltaktivistenÖffnet externen Link in neuem Fenster und Politiker der drei unteren Mekong-AnrainerstaatenÖffnet externen Link in neuem Fenster Thailand, Kambodscha und Vietnam verlangten, dass die Dammbaupläne eine Zeit lang verschoben bzw. ganz aufgegeben werden. Bisherige Studien sind weder mit internationalen Richtlinien vereinbar, noch beantworten sie die aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend.

  • Die AuswirkungenÖffnet externen Link in neuem Fenster auf das ÖkosystemÖffnet externen Link in neuem Fenster sind nach dem Stand der jetzigen Planung nicht tragbar. Der geplante Damm könnte zu einem Minus von sechs Prozent des Fischfangs führen. Jährlich werden 2,5 Tonnen Fisch aus dem Mekong gefischt. Wird der Damm gebaut,  werden über 200.000 Menschen die AuswirkungenÖffnet externen Link in neuem Fenster zu spüren bekommen.

  • Januar 2013: Auf einem Treffen der MRC finden die Vertreter der Nachbarländer Kambodscha und Vietnam "ihre StimmeÖffnet externen Link in neuem Fenster wieder" und fordern einen einstweiligen Baustopp. In ihrem Joint Development Partner StatementÖffnet externen Link in neuem Fenster bekräftigen die Geber (darunter Deutschland, die EU, ADB, WB) das Wasserkraftpotential in Laos, forden aber gleichzeitig auch transparente Entscheidungsprozesse, die Offenlegung des neuen Dammdesigns sowie eine stärkere Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Organsiationen.

Don Sahong Damm

Trotz der aktuellen Kontroversen beim Bau des Xayaburi-Damms ist in Laos mit dem Bau eines zweiten DammsÖffnet externen Link in neuem Fenster begonnen worden, dem Don Sahong DamÖffnet externen Link in neuem Fenster im Süden des Landes. Dieser soll nach Fertigstellung 260-380 MW liefern. Ab 2014 dürfen die FischerÖffnet externen Link in neuem Fenster nicht mehr ihre traditionellen FischfangfallenÖffnet externen Link in neuem Fenster aufstellen.

International Rivers spricht von einem Trick der laotischen Regierung und fordert, dass alle Entscheidungen, auch Vorbereitungen eines Dammbaus in der MRC abgestimmt werden müssen.

 

Stromschnellen des Nam Leuk, © Anke Timmann
Nam Leuk, © Anke Timmann

Abholzung

Die BiodiversitätÖffnet externen Link in neuem Fenster in Laos bringt eine große Anzahl an einzigartigen Tier- und Pflanzenarten hervor, die durch die Erschließung des Landes vom Aussterben bedroht sind.

Die AbholzungÖffnet externen Link in neuem Fenster der Wälder bedroht den Lebensraum der artenreichen Flora und Fauna und begünstigt Naturkatastrophen. Waren in den 1960er Jahren noch knapp zwei Drittel des Landes von Wald bedeckt, ging diese Fläche kontinuierlich auf 41 % im Jahr 2005 zurück. 

Illegaler HolzeinschlagÖffnet externen Link in neuem Fenster wird immer offensichtlicher zum Problem. Die in London ansässige NGO Environmental Investigation Agency (EIA)Öffnet externen Link in neuem Fenster veröffentlichte 2011 einen umfangreichen undercover ReportÖffnet externen Link in neuem Fenster "Crossroads - The Illicit Timber Trade between Laos and Vietnam" über den illegalen Holzeinschlag und die Weiterverarbeitung. Im Bericht wird auch die Beteiligung des vietnamesischen Militärs deutlich. Fehlende Gesetze sind nicht der Grund für diese Machenschaften. Vielmehr begünstigen die Nichteinhaltung bis hin zur totalen IgnoranzÖffnet externen Link in neuem Fenster der Gesetze sowie die hohe Korruption im Land den Holzhandel. Als weitere treibende Faktoren der Abholzung nennt der Bericht die Erschließung von Land im Zusammenhang mit Wasserkraftprojekten, Industrieanlagen und der Vergabe von Landkonzessionen. Die Entstehung des Berichts ist in einem kurzen FilmÖffnet externen Link in neuem Fenster (ca. 10 Minuten) zu sehen.

Eine Kooperation britischer staatlicher und Nichtstaatlicher Organisationen stellt auf ihrer Webseite "Illegal Logging"Öffnet externen Link in neuem Fenster weitere Aufsätze und aktuelle Studien zum illegalen Holzeinschlag in LaosÖffnet externen Link in neuem Fenster bereit.

Zusätzlich entstehen diverse soziale Probleme, wenn Angehörige ethnischer Gruppen im Zuge der Entwaldung durch UmsiedelungsprogrammeÖffnet externen Link in neuem Fenster ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen.

Noch fehlt in Laos die entsprechende Expertise auf allen Ebenen, um mit den Herausforderungen der Entwaldung umzugehen.

Wald im Norden des Landes, © Anke Timmann

Bergbau

Die laotische Regierung setzt neben den Einnahmen aus Wasserkraftprojekten verstärkt auf Einnahmen aus dem Bergbausektor. Bisher werden abgebaut:

 

Unterhalb von Vientiane lagern große Mengen von KalisalzenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit (TZ) soll der Bergbausektor in Laos entwickelt werden. Übergeordnetes Ziel ist es, durch die Unterstützung der staatlichen Institutionen, der vom Bergbau betroffenen Bevölkerung, der Bergbauunternehmen und der Gewerkschaften die Steuerung und Aufsicht des Bergbausektors, insbesondere über den Aufbau eines Inspektionswesens, zu verbessern und damit langfristig zu einem ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Bergbau beizutragen.

Nicht nur Umweltschützer warnen vor Umweltverschmutzungen und negativen sozialen KonsequenzenÖffnet externen Link in neuem Fenster, die sich durch den Bergbau ergeben. Die laotische Regierung verhängte Mitte 2012 ein Moratorium zur Prüfung von Landnutzungsrechten auch im Bereich von Bergbauprojekten.

UXO - Blindgänger

Mehr als 2 Millionen Tonnen Munition wurde zwischen 1964 und 1973 über Laos abgeworfen. Damit ist Laos das am heftigsten bombardierte Land (Munition pro Einwohner) der Geschichte. Von diesen etwa 270 Millionen "Bombies" (Einzelteilen von Streubomben) sind über ein Drittel nicht explodiert und stellen so eine Gefahr für die ländliche Bevölkerung dar. Jedes Jahr sterben noch immer ungefähr 300 Menschen durch BlindgängerÖffnet externen Link in neuem Fenster.

  • Zwischen 1964 und 2008 wurden ca. 50.000 Menschen durch Blindgänger getötet - 40 Prozent davon waren Kinder.
  • In allen 17 Provinzen des Landes sind Blindgänger zu finden. Die am stärksten betroffenen Provinzen, befinden sich vor allem in Zentral- und SüdlaosÖffnet externen Link in neuem Fenster an der vietnamesischen Grenze. Darunter Xiengh Khouang mit 12 Prozent aller tödlichen Unfälle und die Provinz Savannaketh mit 25 Prozent aller tödlichen Unfälle.
  • Ungefähr ein Viertel aller laotischen Dörfer ist von Blindgängern betroffen, darunter auch 41 der 46 ärmsten Distrikte in Laos

                                                                      (Quelle: MAG LaosÖffnet externen Link in neuem Fenster)

Bombenteile werden immer noch vielerorts als Nutzgegenstände wie Boote, Blumentröge, Zäune und zum Kochen im Haushalt verwendet. So bleibt es nach wie vor eine große Herausforderung, vor allem Kindern die Gefahr durch Blindgänger deutlich zu machen. Viele Kinder tragen u. a. durch den Verkauf von gesammelten Metallteilen zum Familieneinkommen bei.

Ist ein Minenfreies Laos in der Zukunft möglich?

Nein, Laos wird auch in Zukunft nie 100 Prozent Minenfrei sein.  Ein gewisses Risiko wird immer bleiben, da das Minenräumen nur sehr langsam vorangeht, gut ausgebildete Spezialkräfte erfordert und kostspielig ist.

Bisher sind seit 1996 nur 0,5 Prozent aller Blindgänger im Land geräumt worden. Die USA beteiligen sich zwar an Räumungskosten, erkennen jedoch bis heute nicht offiziell ihre Beteiligung am so genannten secret warÖffnet externen Link in neuem Fenster in Laos an.

Die britische Nichtregierungsorganisation Mines Advisory GroupÖffnet externen Link in neuem Fenster (MAG) hat seit 1994 Programme zur Minenräumung und auch zwei DokumentationszentrenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Laos. Das nationales Minenräumprogramm Unexploded OrdnanceÖffnet externen Link in neuem Fenster  (UXO) mit UN-Unterstützung existiert seit 1996. Die deutsche Organisation Solidaritätsdienst International e. V.Öffnet externen Link in neuem Fenster baut seit Mitte 2009 ein Minenräumprogramm auf.

2008 unterzeichneten 107 Staaten die Convention on Cluster Munitions (CCM)Öffnet externen Link in neuem Fenster, die 2010 in Kraft trat. Das erste TreffenÖffnet externen Link in neuem Fenster aller Beteiligten fand im selben Jahr in Vientiane statt.

Die folgenden Fotos (© Anke Timmann) sind im COPE Visitor Centre in Vientiane aufgenommen:

Armprothesen
Bank aus Bombenbehältern
Boot aus Bombenbehältern
Tablett und Gefäße aus Bombenresten
Kuhglocke aus einer Mörsergranate
UXO Warnschild
Typischer Blumentrog aus Bombenbehältern
Mörsergranate
Figur aus Bombenfragmenten

Nationale Symbole

Die NationalhymneÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde bereits 1947 komponiert, ihr Text Öffnet externen Link in neuem Fensterwurde 1975 bei der Gründung der laotischen Volksrepublik geändert.

Staatswappen

Das Staatswappen zeigt unter anderem das That LuangÖffnet externen Link in neuem Fenster, das nationale buddhistische Heiligtum des Landes, das seit 1991 Hammer & Sichel ersetzt hat, umgeben von zentralen Symbolen. Als Symbol für die Entwicklung des Landes, lassen sich auf dem aktuellen Wappen die mittig verlaufende Straße und das Wasser deuten. Straßenbau und natürliche Ressourcen wie Wasser im Zusammenhang mit den vielen Dammprojekten des Landes sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Landes. Im rechten Teil des Bildes befindet sich die Abbildung von Wald sowie Reisfelder - immer noch das Hauptnahrunsgmittel in Laos.  Die große Bedeutung des Reisanbaus wird durch die beiden Reisähren rechts und links im Wappen verdeutlicht. Auf dem roten Band, das beide Reisähren verbindet ist in der Mitte der offizielle Staatsname Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao (Demokratische Volksrepublik Laos) sowie das Staatsmotto zu lesen: "Frieden, Einheit, Demokratie, Unabhängigkeit und Wohlstand".

Laotisches Staatswappen (Quelle: Wikipedia)

Bis ins Jahr 1975 zierten drei weiße Elefanten die laotischen FlaggeÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Landesflagge

Die Landesflagge besteht aus rot-blau-roten Balken. Innerhalb des blauen Balkens befindet sich ein weißer Kreis. Rot steht für das im Unabhängigkeitskampf vergossene Blut, Blau symbolisiert wahlweise die "blühenden Landschaften" und den Wohlstand oder den Mekong. Auch der weiße Kreis im Zentrum der Flagge symbolisiert sowohl die einheitliche sozialistische Orientierung des Einparteienstaates als auch den Mond, der für die exakte Festlegung vieler religiöser Feierlichkeiten eine große Rolle spielt. 

Laotische Flagge (© 3dflags.com)

Die Autorin

Anke Timmann. Studium der Sprachen und Kulturen des südostasiatischen Festlandes in Kombination mit Kommunikationswissenschaft. Seit 15 Jahren regelmäßige Arbeits-, Studien- und Rechercheaufenthalte in Laos und weiteren Ländern der Region Südostasien. Darunter die Mitarbeit bei der Vientiane TimesÖffnet externen Link in neuem Fenster und Deutschunterricht an der National University of LaosÖffnet externen Link in neuem Fenster (NUOL) in Vientiane. Regelmäßige Veröffentlichungen, u. a. zum laotischen Mediensystem. Sie arbeitet als Koordinatorin der Graduate School Media and Communication an der Uni Hamburg. Seit mehreren Jahren bereitet sie Ausreisende auf das Arbeiten, Wohnen & Leben in Laos vor. Die Herzlichkeit der Menschen in Laos sowie die unglaubliche Kreativität bei der Ermöglichung von Unmöglichem faszinieren sie nach wie vor noch immer.

Anregungen, Kommentare & konstruktive Kritik dieser Seiten gerne hier.

Filmtipps

Der Film "Bombie"Öffnet externen Link in neuem Fenster (2002) von Jack Silbermann stellt die UXO-Problematik umfassend und ausführlich dar und zeigt u.a. die Ausbildung weiblicher Bombenräumerinnen.

Filmausschnitt BombieÖffnet externen Link in neuem Fenster

 

Der Film "Bomb Harvest"Öffnet externen Link in neuem Fenster (2007) von Kim Mordaunt zeigt die Ausbildung & Arbeit eines Bombenräumteams nachdem hinter einer Schule ein Blindgänger gefunden wird. Der australische Ausbilder der Bombenräumteams geht das Thema Bombenräumung mit einer guten Portion australischen Humors an.

Literaturtipps

Weiterführende Literatur zu folgenden Themen:

Weitere Tipps

Zum Thema UXO lohnt sich unbedingt ein Besuch des sehr informativ gestalteten COPE Visitor CentreÖffnet externen Link in neuem Fenster in Vientiane. Das Zentrum der internationalen NGO COPEÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt mit seiner gut gemachten Ausstellung und sehenswerten Exponaten einen guten Einblick in die aktuelle UXO-Situation in Laos. Im Zentrum sind viele Informationsmaterialien (DVDs, Broschüren etc) erhältlich. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen u.a. Training & Unterstützung von Unfall- und Minenopfern und deren Familien. COPE gibt  MinenopfernÖffnet externen Link in neuem Fenster eine Stimme.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im April 2013 aktualisiert.

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