LIPortal » Landesübersicht & Naturraum

Mönche im Wat Xieng Thong in Luang Prabang (© Anke Timmann)

Überblick

Alle wichtigen Strukturdaten zu Landesübersicht und Naturraum
BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao (Demokratische Volksrepublik Laos)
Fläche:236.800 km²
Einwohner:ca. 6,9 Mio. (geschätzt 2013)
Bevölkerungswachstum:ca. 1,68 % / Jahr
Regierungssitz:Vientiane
Klima (für Hauptstadt):Tropisch

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Das LIPortal

Laos

Lage und Größe des Landes, Übersichtskarten

Das Binnenland Laos (Quelle: www.lib.utexas.edu)

Mit 236.800 Quadratkilometern Fläche entspricht Laos in etwa der Größe der alten Bundesländer. Von Nord nach Süd erstreckt sich Laos über eine Länge von ungefähr 1200 Kilometern, von Ost nach West über eine Breite von circa 200 Kilometern. Der schmale langgestreckte südliche Teil des Landes liegt auf der indochinesischen Halbinsel zwischen Vietnam im Osten, Kambodscha im Süden und Thailand im Westen. Der nördliche Teil des Landes liegt auf dem eigentlichen südostasiatischen Festland und grenzt im Norden an die südchinesische Provinz Yunnan und im Nordwesten an Myanmar.

Übersichtskarten

 

Detailkarten

  • Ausgewählte weitere topographische Detailkarten im Maßstab 1:50.000
  • Laos komplett in 5 Karten im Maßstab 1: 1.000.000
  1. NE 47
  2. NF 47
  3. ND 48-49
  4. NE 48
  5. NF 48

 

Eine gute Kartensammlung zu Laos bietet die Bibliothek der University of Texas an.

Grunddaten und allgemeine Informationen zum Land

  • Bevölkerung: ca. 6,69 Millionen (geschätzt 2013) - anteilig etwa gleich auf Männer & Frauen aufgeteilt

  • Bevölkerungsdichte: Ø 24 Einwohner je Quadratkilometer

    (Vientiane ca. 200 Einwohner je Quadratkilomter) 

  • Durchschnittlich Lebenserwartung: 63 Jahre (Frauen: ca. 65, Männer: 61)

  • Bevölkerungswachstum: 1,68 % Jahr 

  • Anteil Bevölkerung unter 15 Jahre: 35,5 %, über 65 Jahre: 3,7 % 

  • Gesamtfruchtbarkeitsrate: 3 Kinder / Frau 

  • Kindersterblichkeit: 56 / 1000 Geburten      

  • AIDS-Rate: 0,2 %
    (Quelle CIA Factbook 2013/14)

Allgemeine Informationen zum Land

Daten & Fakten rund um Laos, u.a. demographischen Daten, Bodenschätze, Anbauprodukte, Deviseneinnahmequellen und Infrastruktur bietet das CIA Factbook

Das Southeast Asia Department der Library of Berkeley bietet weitere interessante Links & Informationen zu Laos.

Eine detaillierte Übersicht über die wirtschaftlichen Daten des Landes bieten das Fact Sheet Laos und die Laosseiten der Asian Development Bank (ADB).

Weitere aktuelle Informationen bietet das Auswärtige Amt, das U.S. Department of State und die United Nations (UN).

Einen vor allem touristischen Landesüberblick mit vielen Informationen zu allen Landesteilen bietet die Laotische Tourismusbehörde.

Beim Vergleich verschiedener Quellen, die Daten zu Laos liefern, wird schnell ersichtlich, dass die angegebenen Daten je nach Quelle entweder stark variieren oder fast exakt überein stimmen. Statistiken zu Laos und das "Sammeln" von Informationen sind immer noch mit erheblichem Aufwand verbunden, auch wenn sich die Informationslage in der letzten Zeit deutlich verbessert hat.

Naturraum

Laos erstreckt sich zwischen dem Mittellauf des Mekong und den Annamitischen Kordilleren und ist geprägt vom Wechsel zwischen steilen Bergketten und engen, tief eingekerbten Tälern, durch die sich der Mekong mit seinen vielen Nebenflüssen als Lebensader des Landes schlängelt. Der 1.835 km lange Strom ist jedoch durch eine ihn auf weiten Teilen begleitende Vielzahl von Stromschnellen und während der Trockenzeit nur teilweise und nicht ganzjährig schiffbar.

Ungefähr 50 Prozent des Landes sind dicht mit Regen- und Monsunwald bewaldet. Ein riesiges Gebirge mit Höhen von ca. 2000 Metern zieht sich in Nord-Süd-Richtung fast durchs ganze Land. Der höchste Berg ist der Phu Bia mit 2.819 m. Nur ca. 16 % des Landes liegen unter 2000 Metern. Im Süden und Norden des Landes gibt es Plateaus und Tiefebenen. Die Hauptstadt Vientiane liegt in einer solchen Tiefebene am Mekong.

Der Sommer- oder Südwestmonsun von Mai bis Oktober ist mit starken Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit verbunden. Die Niederschlagsmenge kann von Jahr zu Jahr und auch regional sehr stark differieren. So fallen auf dem Bolaven Plateau in der südlichen Provinz Champassak jährlich bis zu 3.700 Millimeter Niederschläge, in Vientiane bis zu 1.800 Millimeter.

Zwischen November und Februar ist durch den Nordostmonsun ein trockenes und kühleres Klima anzutreffen. Das ist der sehr angenehme „Laotische Winter". In den Monaten März und April herrscht ein feucht-heißes Klima.

Verschiedene Impressionen (© Anke Timmann) auf  einer Fahrt nach Luang Prabang:

Wasserfall bei Luang Prabang
Stelzenhaus in der Nähe von Luang Prabang
Berge auf dem Weg nach Luang Prabang
Wegstrecke nach Luang Prabang
Wasserbassin bei Vang Vieng
Bergimpression

Sozialraum

Beim letzten Zensus 2005 ergab sich eine Gesamtbevölkerung von 5,6 Millionen. Seitdem ist die Bevölkerung auf geschätzte knapp 6,5 Millionen Einwohner gewachsen. Davon leben ungefähr ein Drittel in Städten entlang des Mekong. Die fruchtbaren Ebenen entlang der Flüsse sind am dichtesten bevölkert, die Bergregionen sind nur spärlich besiedelt.

Die Provinz Savannakhet ist mit ungefähr 824.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste und gleichzeitig flächenmäßig größte (21.774 qkm) Provinz.

Die vier größten Städte in Laos sind:

Das Straßennetz in Laos ist im Ausbau, von 36.830 Kilometern Straße sind bisher knapp 4.800 asphaltiert. Flüsse stellen in vielen Landesteilen noch wichtige alternative Transportmöglichkeiten für Waren und Menschen dar. Sie verbinden Dörfer und Städte, die noch nicht ans Straßennetz angebunden sind. Vor allem im Norden sind die Flüsse wichtige Alternativen zu den schlecht ausgebauten Verkehrsverbindungen.

Der 448 Kilometer lange Nam Ou stellt eine wichtige Verkehrsader für den Nordteil von Laos dar. Er entspringt in der Provinz Phongsaly und fließt an der Flussmündung Pak Ou in den Mekong. Dort befinden sich die beiden bekannten Höhlen Tam Thing und Tam Phum.

Höhle Tam Thing an der Mündung des Nam Ou © Anke Timmann
Boote im Nam Khan © Anke Timmann

Wasserkraft - Dammprojekte

Die laotische Regierung verfolgt eine Reihe von Wasserkraftprojekten, mit denen das südostasiatische Land verstärkt Strom erzeugen und in die Nachbarländer exportieren will.

Nam Theun II

Nach zehnjährigen Verhandlungen mit der Regierung in Vientiane sagte die Weltbank 2005 einen Kredit über 1,3 Mrd. US-$ für den Bau eines Staudamms am Fluss Nam Theun zu, woraufhin internationale Banken weitere 1,6 Mrd. US-$ zusicherten. Die offizielle Eröffnung des Nam Theun 2 fand Ende 2010 statt.

Kritiker des Projekts befürchten, dass der 450 Quadratkilometer große Stausee das Ökosystem und die Lebensgrundlage der Menschen in der Region zerstört.

Xayaburi

Das Projekt in der nordwestlichen Provinz Xayaburi, etwa 150 Kilometer südlich von Luang Prabang ruft aktuell heftige Kontroversen hervor.  Der Damm ist mit 3,8 Milliarden US-Dollar veranschlagt und soll jährlich 1.206 MW Strom produzieren, 95 Prozent davon soll nach Thailand verkauft werden. Der Xayaburidamm wäre der erste am unteren Mekong, er gilt als „größter Test“ für die Regierungsübergreifende Mekong River Commission (MRC) seit ihrer Gründung 1995. Damit ein Dammprojekt umgesetzt werden kann, sieht der Entscheidungsprozess der MRC einen Konsens aller beteiligten Länder vor.

Chronologie der Ereignisse

  • April 2011: Thailand, Vietnam und Kambodscha stimmen für einen Aufschub und eine genauere Untersuchung der Auswirkungen des Damms. Die Entscheidung wird vertagt.
  • Dezember 2011: Beim jährlichen MRC-Ministertreffen beschließen die Minister der vier Länder, dass Projekt nochmals zu verschieben. In dieser gegenseitigen Abstimmungsphase bitten sie Japan und weitere internationale Geberländer um finanzielle Unterstützung, um weitere Studien durchzuführen und ziehen nationale Experten und Interessensgruppen hinzu.
  • Auch während der Abstimmungsphase werden die Bauarbeiten fortgeführt. Zusätzliche Arbeiter werden unter Vertrag genommen, um Straßen und andere Anlagen für das Projekt zu bauen. Gegner des Projektes sprechen von einem reinen Lippenbekentnis der laotischen Regierung.
  • Mitte April 2012: Das thailändische Unternehmen Ch. Karnchang, das zweitgrößte Bauunternehmen in Thailand und eines der beteiligten Unternehmen, informiert die thailändische Börse über den Abschluss eines 52 Milliarden Baht (1,7 Milliarden US-Dollar) Vertrages mit Xayaburi Power Co. Ltd, einem laotisch-thailändischen Joint Venture. Laut Vertrag ist der offiziell festgelegte Baubeginn Mitte März 2013. Ch Karnchang  puscht trotz möglicher negativer ökologischer, sozialer und ökonomischer Folgen die Vertragsunterzeichnung und vertritt ungeachtet der Proteste von Umweltschützern und Politikern die Meinung, die laotische Regierung hat den Dammbau bereits genehmigt.
  • August 2012: Thailändische Dorfbewohner reichen Klage gegen den Damm ein.
  • Mitte September 2012: Schon vor der endgültigen Entscheidung von Seiten der MRC sagt der laotische Energieminister auf einer Energiekonferenz in Pnom Penh Kambodscha Stromlieferungen zu. Er spricht davon, dass der Bau Ende 2012 beginnen soll.
  • November 2012: Trotz vieler Proteste beschließt die laotische Regierung den Baubeginn.
  • Umweltaktivisten und Politiker der drei unteren Mekong-Anrainerstaaten Thailand, Kambodscha und Vietnam verlangten, dass die Dammbaupläne eine Zeit lang verschoben bzw. ganz aufgegeben werden. Bisherige Studien sind weder mit internationalen Richtlinien vereinbar, noch beantworten sie die aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend.
  • Die Auswirkungen auf das Ökosystem sind nach dem Stand der jetzigen Planung nicht tragbar. Der geplante Damm könnte zu einem Minus von sechs Prozent des Fischfangs führen. Jährlich werden 2,5 Tonnen Fisch aus dem Mekong gefischt. Wird der Damm gebaut,  werden über 200.000 Menschen die Auswirkungen zu spüren bekommen.
  • Januar 2013:Auf einem Treffen der MRC finden die Vertreter der Nachbarländer Kambodscha und Vietnam "ihre Stimme wieder" und fordern einen einstweiligen Baustopp. In ihrem Joint Development Partner Statement bekräftigen die Geber (darunter Deutschland, die EU, ADB, WB) das Wasserkraftpotential in Laos, forden aber gleichzeitig auch transparente Entscheidungsprozesse, die Offenlegung des neuen Dammdesigns sowie eine stärkere Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Organsiationen.


Don Sahong Damm

Trotz der aktuellen Kontroversen beim Bau des Xayaburi-Damms, der bisher als der einzige direkt im Hauptstrom des Mekong gilt, ist im November 2013 mit dem Bau eines zweiten Damms begonnen worden, dem Don Sahong Dam im Süden des Landes. Dieser soll nach Fertigstellung 2018 zwischen 260-380 MW liefern.

Die Fischer dürfen ihre traditionellen Fischfangfallen nicht  mehr aufstellen. Aktivisten und Naturschützer sind der Meinung, Laos verletze das 1995 geschlossene Abkommen zum Schutz des Mekong, weil es die Antwort der MRC nicht abgewartet habe. Ein Dammprojekt am Hauptstrom des Mekong erfordert einen geregelten Abstimmungsprozess aller unteren Mekong-Anrainer-Staaten vor Baubeginn.

Viraponh Viravong, Vizeminister für Energie und Bergbau, ist gegenteiliger Meinung. Bei dem geplanten Dammprojekt am Fluss Hou Sahong handele es sich nicht um den Hauptstrom, sondern um einen der vielen Nebenarme des Mekong, durch den nur ca. 5 Prozent des Wassers Richtung Süden fließen. Von der Zuordnung des Flusses Hou Sahong ist abhängig, welche Abstimmungsmechanismen innerhalb des länderübergreifenden Konsortiums MRC ergriffen werden müssen.

International Rivers spricht von einem Trick der laotischen Regierung und fordert, dass alle Entscheidungen, auch Vorbereitungen eines Dammbaus in der MRC abgestimmt werden müssen. Thailand sieht seine Befürchtungen bestätigt, dass Laos mit der Durchsetzung des Baus des Xaignaboury-Damms einen Präzedenzfall geschaffen hat. Alle drei Nachbarländer, Thailand, Kambodscha und Vietnam, kritisieren das intransparente Verhalten der laotischen Regierung, die bereits mit dem Bau begonnen hat.

International Rivers warnt vor den negativen Auswirkungen auf die letzten Flussdelphine in Laos und die Bestände des großen Mekong-Wels. Die benachbarten Khonpaphaen-Wasserfälle, eine Touristenattraktion, werden nach dem Dammbau deutlich weniger Wasser führen.

Der Mekong an der laotisch-kambodschanischen Grenze ist ein besonders schützenswerter Teil des Ökosystems, weil hier Fischbestände hin- und her migrieren und laichen. Der Arm, an dem der Damm gebaut werden soll, ist der einzige, durch den ganzjährig Wasser fließt, er verbindet den oberen und unteren Teil des Mekong miteinander.

Von laotischer Seite wird daran gearbeitet, zwei weitere Nebenflüsse des Mekong ganzjährig mit Wasser zu versorgen und der Fischpopulation so weiterhin ein Durchkommen zu ermöglichen. Zurzeit sind 41 weitere Dammprojekte, die den Mekong betreffen, bei der MRC zur gegenseitigen Benachrichtigung eingereicht, drei Projekte aus Kambodscha, 17 aus Laos, zwei aus Thailand und 19 aus Vietnam.

 

 

 

 

Stromschnellen des Nam Leuk, © Anke Timmann
Nam Leuk, © Anke Timmann
Das Ökosystem Mekong, © Anke Timmann

Abholzung

Die Biodiversität in Laos bringt eine große Anzahl an einzigartigen Tier- und Pflanzenarten hervor, die durch die Erschließung des Landes vom Aussterben bedroht sind.

Die Abholzung der Wälder bedroht den Lebensraum der artenreichen Flora und Fauna und begünstigt Naturkatastrophen. Waren in den 1960er Jahren noch knapp zwei Drittel des Landes von Wald bedeckt, ging diese Fläche kontinuierlich auf 41 % im Jahr 2005 zurück. 

Wurden Menschen Mitte der 1990er Jahre noch unter dem Deckmantel der Entwicklung durch Umsiedelungsprogramme gezwungen, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen, wird illegaler Holzeinschlag im 21. Jahrhundert immer offener zu einem Problem.

Die in London ansässige NGO Environmental Investigation Agency (EIA) veröffentlichte 2011 einen umfangreichen undercover Report "Crossroads - The Illicit Timber Trade between Laos and Vietnam" über den illegalen Holzeinschlag und die Weiterverarbeitung. Im Bericht wird auch die Beteiligung des vietnamesischen Militärs deutlich. Fehlende Gesetze sind nicht der Grund für diese Machenschaften. Vielmehr begünstigen die Nichteinhaltung bis hin zur totalen Ignoranz der Gesetze sowie die hohe Korruption im Land den Holzhandel.

Als weitere treibende Faktoren der Abholzung nennt der Bericht die Erschließung von Land im Zusammenhang mit Wasserkraftprojekten, Industrieanlagen und der Vergabe von Landkonzessionen.

Massive soziale Probleme entstehen, wenn Angehörige ethnischer Gruppen im Zuge der Entwaldung von ihrem Land vertrieben werden. Gesetze zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt werden dabei weitestgehend ignoriert. Es fehlen internationale Rahmenstrukturen auf allen Ebenen, um mit den Herausforderungen des Landraubes im Zuge der Abholzung umzugehen.

Wald im Norden des Landes, © Anke Timmann

Bergbau

Die laotische Regierung setzt neben den Einnahmen aus Wasserkraftprojekten verstärkt auf Einnahmen aus dem Bergbausektor. Bisher werden abgebaut:

 

Unterhalb von Vientiane lagern große Mengen von Kalisalzen.

Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit (TZ) soll der Bergbausektor in Laos entwickelt werden. Übergeordnetes Ziel ist es, durch die Unterstützung der staatlichen Institutionen, der vom Bergbau betroffenen Bevölkerung, der Bergbauunternehmen und der Gewerkschaften die Steuerung und Aufsicht des Bergbausektors, insbesondere über den Aufbau eines Inspektionswesens, zu verbessern und damit langfristig zu einem ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Bergbau beizutragen.

Nicht nur Umweltschützer warnen vor Umweltverschmutzungen und negativen sozialen Konsequenzen, die sich durch den Bergbau ergeben. Die laotische Regierung verhängte Mitte 2012 ein Moratorium zur Prüfung von Landnutzungsrechten auch im Bereich von Bergbauprojekten.

UXO - Blindgänger

Mehr als 2 Millionen Tonnen Munition wurde zwischen 1964 und 1973 über Laos abgeworfen. Damit ist Laos das am heftigsten bombardierte Land (Munition pro Einwohner) der Geschichte. Von diesen etwa 270 Millionen "Bombies" (Einzelteilen von Streubomben) sind über ein Drittel nicht explodiert und stellen so eine Gefahr für die ländliche Bevölkerung dar. Jedes Jahr sterben noch immer ungefähr 300 Menschen durch Blindgänger.

  • Zwischen 1964 und 2008 wurden ca. 50.000 Menschen durch Blindgänger getötet - 40 Prozent davon waren Kinder.
  • In allen 17 Provinzen des Landes sind Blindgänger zu finden. Die am stärksten betroffenen Provinzen, befinden sich vor allem in Zentral- und Südlaos an der vietnamesischen Grenze. Darunter Xiengh Khouang mit 12 Prozent aller tödlichen Unfälle und die Provinz Savannaketh mit 25 Prozent aller tödlichen Unfälle.
  • Ungefähr ein Viertel aller laotischen Dörfer ist von Blindgängern betroffen, darunter auch 41 der 46 ärmsten Distrikte in Laos

                                                                      (Quelle: MAG Laos)

Bombenteile werden immer noch vielerorts als Nutzgegenstände wie Boote, Blumentröge, Zäune und zum Kochen im Haushalt verwendet. So bleibt es nach wie vor eine große Herausforderung, vor allem Kindern die Gefahr durch Blindgänger deutlich zu machen. Viele Kinder tragen u. a. durch den Verkauf von gesammelten Metallteilen zum Familieneinkommen bei.

Ist ein Minenfreies Laos in der Zukunft möglich?

Nein, Laos wird auch in Zukunft nie 100 Prozent Minenfrei sein.  Ein gewisses Risiko wird immer bleiben, da das Minenräumen nur sehr langsam vorangeht, gut ausgebildete Spezialkräfte erfordert und kostspielig ist.

Bisher sind seit 1996 nur 0,5 Prozent aller Blindgänger im Land geräumt worden. Die USA beteiligen sich zwar an Räumungskosten, erkennen jedoch bis heute nicht offiziell ihre Beteiligung am so genannten secret war in Laos an.

Die britische Nichtregierungsorganisation Mines Advisory Group (MAG) hat seit 1994 Programme zur Minenräumung in Laos. Das nationale Minenräumprogramm Unexploded Ordnance  (UXO) mit UN-Unterstützung existiert seit 1996. Die deutsche Organisation Solidaritätsdienst International e. V. baut seit Mitte 2009 ein Minenräumprogramm auf.

2008 unterzeichneten 107 Staaten die Convention on Cluster Munitions (CCM), die 2010 in Kraft trat. Das erste Treffen aller Beteiligten fand im selben Jahr in Vientiane statt.

Die folgenden Fotos (© Anke Timmann) sind im COPE Visitor Centre in Vientiane aufgenommen:

Boot aus Bombenbehältern
Typischer Blumentrog aus Bombenbehältern
Tablett und Gefäße aus Bombenresten
Kuhglocke aus einer Mörsergranate
Armprothesen
Bank aus Bombenbehältern
Figur aus Bombenfragmenten
UXO Warnschild
Mörsergranate

Nationale Symbole

Laotisches Staatswappen (Quelle: Wikipedia)

Das Staatswappen zeigt unter anderem das That Luang, das nationale buddhistische Heiligtum des Landes, das seit 1991 Hammer & Sichel ersetzt hat, umgeben von zentralen Symbolen. Als Symbol für die Entwicklung des Landes, lassen sich auf dem aktuellen Wappen die mittig verlaufende Straße und das Wasser deuten. Straßenbau und natürliche Ressourcen wie Wasser im Zusammenhang mit den vielen Dammprojekten des Landes sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Landes. Im rechten Teil des Bildes befindet sich die Abbildung von Wald sowie Reisfelder - immer noch das Hauptnahrunsgmittel in Laos.  Die große Bedeutung des Reisanbaus wird durch die beiden Reisähren rechts und links im Wappen verdeutlicht. Auf dem roten Band, das beide Reisähren verbindet ist in der Mitte der offizielle Staatsname Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao (Demokratische Volksrepublik Laos) sowie das Staatsmotto zu lesen: "Frieden, Einheit, Demokratie, Unabhängigkeit und Wohlstand".

Laotische Flagge (© 3dflags.com)

Die Landesflagge besteht aus rot-blau-roten Balken. Innerhalb des blauen Balkens befindet sich ein weißer Kreis. Rot steht für das im Unabhängigkeitskampf vergossene Blut, Blau symbolisiert wahlweise die "blühenden Landschaften" und den Wohlstand oder den Mekong. Auch der weiße Kreis im Zentrum der Flagge symbolisiert sowohl die einheitliche sozialistische Orientierung des Einparteienstaates als auch den Mond, der für die exakte Festlegung vieler religiöser Feierlichkeiten eine große Rolle spielt. 

Bis ins Jahr 1975 zierten drei weiße Elefanten die laotischen Flagge.

Die Nationalhymne wurde bereits 1947 komponiert, ihr Text wurde 1975 bei der Gründung der laotischen Volksrepublik geändert.

Die Autorin

Anke Timmann. Studium der Sprachen und Kulturen des südostasiatischen Festlandes in Kombination mit Kommunikationswissenschaft. Seit über 15 Jahren regelmäßige Arbeits-, Studien- und Rechercheaufenthalte in Laos und weiteren Ländern der Region Südostasien. Darunter die Mitarbeit bei der Vientiane Times und Deutschunterricht an der National University of Laos (NUOL) in Vientiane. Regelmäßige Veröffentlichungen, u. a. zum laotischen Mediensystem. Seit mehreren Jahren bereitet sie Ausreisende auf das Arbeiten, Wohnen & Leben in Laos vor. Die Herzlichkeit der Menschen in Laos sowie die unglaubliche Kreativität bei der Ermöglichung von Unmöglichem faszinieren sie nach wie vor noch immer.

Anregungen, Kommentare & konstruktive Kritik dieser Seiten gerne hier.

Filmtipps

Illegal logging

Die Entstehung des Undercover Berichts "Crossroads - The Illicit Timber Trade between Laos and Vietnam" (2011) ist in einem kurzen Film (ca. 10 Minuten) zu sehen.

UXO

"Laos: Explosives Erbe - wie mutige Frauen nach Blindgängern buddeln" (2013, 7 min)
Der Weltspiegel-Bericht portraitiert die Arbeit eines weiblilchen Bombenräumteams in Nordlaos. Das Making-Of des Berichts zeigt die Dreharbeiten hinter den Kulissen.

"Bomb Harvest" (2007, 54 min)
Der Film von Kim Mordaunt zeigt die Ausbildung & Arbeit eines Bombenräumteams nachdem hinter einer Schule ein Blindgänger gefunden wird. Der australische Ausbilder der Bombenräumteams geht das Thema Bombenräumung mit einer guten Portion australischen Humors an.

"Bombies" (2002, 57 min)
Der Film von Jack Silbermann zeigt vor allem die historischen Hintergründe der UXO-Problematik in Laos ausführlich auf. Der komplette Film ist im Internet zu sehen: Teil1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Literaturtipps

Weiterführende Literatur zu folgenden Themen:

  • Das Illegal Logging Portalbietet umfangreiche Informationen, darunter Aufsätze und aktuelle Studien, zum illegalen Holzeinschlag in Laos.

Weitere Tipps

Zum Thema UXO lohnt sich unbedingt ein Besuch des sehr informativ gestalteten COPE Visitor Centre in Vientiane. Das Zentrum der internationalen NGO COPE gibt mit seiner gut gemachten Ausstellung und sehenswerten Exponaten einen guten Einblick in die aktuelle UXO-Situation in Laos. Im Zentrum sind viele Informationsmaterialien (DVDs, Broschüren etc) erhältlich. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen u.a. Training & Unterstützung von Unfall- und Minenopfern und deren Familien. COPE gibt  Minenopfern eine Stimme.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juli 2014 aktualisiert.

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