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Die Bezeichnung "Kuba" geht auf den Namen der Insel zurück, wie er von den karibischen UreinwohnerInnen
verwendet wurde:"Cubagua", was soviel heißt wie: "Ort, an dem man Gold findet".
Ein Blick auf das Satellitenfoto
lässt erkennen, warum der kubanische Dichter Nicolás Guillén Kuba als "Grünen Kaiman" im blauen Meer der Karibik bezeichnete.
Die Republik Kuba ist naturräumlich ein Archipel, bestehend aus der Hauptinsel "Isla de Cuba", der südlich gelegenen "Isla de la Juventud" ("Insel der Jugend") sowie 1.600 kleineren, meist unbewohnten Inseln, den so genannten "Cayos". Der kubanische Archipel gehört zu den Großen Antillen und grenzt im Süden an das Karibische Meer, im Nordwesten an den Golf von Mexiko und im Nordosten an den Atlantischen Ozean. Die Hauptinsel hat eine Länge von 1.250km, die Breite schwankt zwischen 32 und 210km. Eine ganze Reihe der vorgelagerten Cayos wurde seit den 90er Jahren für den internationalen Tourismus erschlossen.
Kuba ist mit 109.886qkm etwa so groß wie die neuen Bundesländer und hat knapp 11,2 Mio. EinwohnerInnen. Das vom Nationalen Statistikamt herausgegebene Demografische Jahrbuch 2011
nennt zudem Daten die Migration: 2011 verließen demzufolge mehr als 39.000 Kubaner die Insel. Bemerkenswert ist auch die innerkubanische Migration: Trotz vielfältiger administrativer Hindernisse verzeichnet die Hauptstadt einen jährlichen Netto-Zustrom von 12.000 Kubanern aus den Provinzen.

Kuba gliedert sich seit der grundlegenden Verwaltungsreform von 1976 in 14 Provinzen
plus der Sonderverwaltungszone "Isla de la Juventud". Zu beachten ist die Unterscheidung zwischen "Ciudad de La Habana", die Hauptstadt Havanna
mit rund 2,5 Millionen EinwohnerInnen, und der Provinz "La Habana", die das vor allem ländlich geprägte Umland bis zur Südküste hin umfasst und lediglich 700.000 EinwohnerInnen zählt. Zum 1. Januar 2011 wurde die Provinz La Habana aufgelöst. An ihre Stelle traten zwei neue Provinzen namens Artemisa
(der westliche Teil) und Mayabeque
. Auf kommunaler Ebene bestehen 169 Gemeinden (Municipios)
.
Bis zur Verwaltungsreform 1976 gab es seit der spanischen Kolonialregierung erst drei und später sechs Provinzen. Umgangssprachlich geläufig ist immer noch der Name "Oriente
" für den Ostteil der Insel (die heutigen Provinzen Las Tunas, Holgúin, Guantánamo, Santiago de Cuba und Granma).
Eine Besonderheit stellt die US-amerikanische Marinebasis in der Bucht von Guantánamo dar ("Guantánamo Bay", nicht zu verwechseln mit der kubanischen Stadt Guantánamo). Legale Grundlage dafür ist ein 1903 abgeschlossener Pachtvertrag, dessen Gültigkeit die kubanische Regierung ablehnt. Schlagzeilen hat Guantánamo Bay insbesondere durch die Errichtung von Internierungslagern
nach den Anschlägen vom 11. September gemacht. Dabei nutzen die USA den besonderen rechtlichen Status der Basis, die - da formal nur gepachtet - weiterhin kubanisches Territorium ist, weshalb normales US-Recht dort nicht Anwendung finden muss.
Drei Viertel der KubanerInnen leben in Städten. Die Hauptstadt Havanna
ist mit 2,241 Millionen EinwohnerInnen die mit Abstand größte des Landes. Es folgen Santiago de Cuba (440.000), Camagüey (293.961), Holguín (242.085) und Guantánamo (207.796).
Von Ost nach West erschließt sowohl eine Autobahn wie eine Eisenbahnlinie
die Insel. Neben dem Hafen von Havanna haben insbesondere die Häfen
von Mariel (westlich von Havanna) sowie von Cienfuegos im Süden wirtschaftliche Bedeutung.

Kuba erstreckt sich auf 1250km Länge in Ost-West-Richtung und ist an seiner schmalsten Stelle gerade einmal 31km breit. 70% Kubas ist ebenes bis leicht hügeliges Flachland. Dieses besteht weithin aus Kalkstein und bietet nahezu ideale Voraussetzungen für die Anlage von Plantagenkulturen und Viehzucht. Auf fruchtbaren Böden im Zentrum der Insel wird vorwiegend Zuckerrohr angebaut, auf den roten Laterit-Böden, hauptsächlich im Westen, der weltberühmte Tabak. Ausgedehnte Zitrusplantagen finden sich besonders auf der Insel der Jugend.
Drei ausgedehnte Bergketten und -massive
mit einer Höhe zwischen 700 und 2.000m bestimmen die Topographie der Insel und machen rund ein Viertel der Landesfläche aus: Das größte dieser Gebirge ist die Sierra Maestra
im Osten der Insel, das internationale Berühmtheit erlangte, als die Rebellen unter Führung Fidel Castros von dort aus ihren Guerilla-Krieg begannen. Im Zentrum der Insel erhebt sich das Escambray-Gebirge
. Der dritte Gebirgszug schließlich erstreckt sich westlich von Havanna in der Provinz Pinar del Río. Hier findet sich mit dem Tal von Viñales
eine der schönsten Landschaften Kubas: Zwischen der roten Erde der Tabakfelder ragen einzeln stehende Kugelfelsen ("Mogotes") auf. In dieser Gegend finden sich auch teils spektakuläre Kalksteinhöhlen.
Im Süden der Insel erstrecken sich auf der Zapata-Halbinsel
große Sumpfgebiete, die inzwischen zu einem schützenswerten Ökosystem erklärt worden sind.
Kuba besitzt in seinen Karstgebieten ein ausgedehntes Netz unterirdischer Wasserläufe. Die mehr als 200 oberirdischen Flüsse
sind eher kurz und verlaufen in Nord-Süd-Richtung. In der Trockenperiode führen sie kaum Wasser, zur Regenzeit sind weite Überschwemmungen keine Seltenheit. Zur Sicherstellung der Bewässerung in der Landwirtschaft wurde eine Vielzahl von Stauseen angelegt. Der mit 340km längste und wasserreichste Fluss Kubas, Río Cauto
, entspringt in der Sierra Maestra. Die über 5.700km lange Küste ist gesäumt von Korallenriffen, Mangroven
-Buchten, Salzwiesen, Sümpfen und Schwemmländern. 54% der Küste ist ein bis zu 200km breiter, flacher Schelf vorgelagert.
Die kubanischen Korallenriffe
gehören zu den am besten entwickelten Riffen der Karibik und haben hohe wirtschaftliche Bedeutung, besonders für den Küstenschutz, die Fischerei und als Devisenbringer im internationalen Tauchtourismus. Sandstrände sind auf der Hauptinsel relativ selten, der bekannteste befindet sich auf der Halbinsel von Varadero. Für den Tourismus werden deshalb immer mehr Cayos erschlossen.
Zur Zeit der Eroberung durch die Spanier war Kuba zu 90% bewaldet. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Waldbestand für die Anlage landwirtschaftlicher Nutzflächen, den Anbau von Zuckerrohr und zur Deckung des Bedarfs an Edel- und Nutzhölzern um die Hälfte reduziert. Heute sind nur noch ca. 18% der Insel mit Wald bedeckt. Dennoch ist die Vegetation üppig und mit etwa 8.000 Pflanzenarten auch für karibische Verhältnisse sehr vielfältig.
In den südöstlichen Gebirgen wächst noch immergrüner Feuchtwald. Auf der Halbinsel Zapata
befinden sich große Mangroven- und Sumpfwälder. Die Ebenen im Landesinneren werden von der bis zu 40m hohen Königspalme
dominiert. Unter den rund 300 Palmenarten der Insel ist die seltene 100 Mio. Jahre alte Korkpalme
hervorzuheben, die vor allem im Valle de Viñales
wächst.

Die kubanische Tierwelt ist ebenfalls artenreich. Besonders attraktiv ist die Unterwasserwelt mit ihren 900 verschiedenen Fischarten. Weiterhin lassen sich auf Kuba 350 Vogelarten, 185 Schmetterlingsarten und über 7.000 Insektenarten zählen. Im Norden sind beeindruckende Flamingo-Brutkolonien anzutreffen. Die Mehrzahl der an Land lebenden Fauna zählt zur Gattung der Reptilien, darunter Krokodile, Leguane, Salamander, Schildkröten und 15 Spezies ungiftiger Schlangen. Aus Kuba stammt der kleinste Vogel der Welt: Der Schimmerkolibri
oder Zunzúncito ist kaum größer als eine Heuschrecke und wiegt nur zwei Gramm. Dank seines rot-weiß-blauen Gefieders - den Farben der kubanischen Flagge - wurde der Kuba-Trogon zum Nationalvogel erkoren. Er ist, wie der Aura Tiñosa
, ein schwarzer Geier mit rotem Kopf, nur auf Kuba zu finden.
Besonders markant ist generell die hohe Anzahl an endemischen Arten, die bei den Pflanzen über 50%, bei den Tieren
43% ausmachen. Im Land existieren mehr als 200 Naturschutzgebiete, die 22% des nationalen Territoriums einnehmen. Sechs Zonen wurden von der UNESCO zu Biosphärereservaten erklärt. Ein herausragendes Projekt ist der Alexander von Humboldt Nationalpark
im Osten der Insel. Hierzu ist eine umfangreiche Forschungsarbeit
im Netz verfügbar.
In Kuba herrscht ein wechselfeuchtes Randtropenklima
. Es gibt zwei Jahreszeiten: der schwül-heiße Sommer von Mai bis Oktober ist die Hauptregenzeit mit durchschnittlich 27°C. Die Luftfeuchtigkeit erreicht fast 100%. Die Durchschnittswerte im Winter von November bis April liegen bei 20°C und 77% Luftfeuchtigkeit. In diesen Monaten wurden aber auch schon Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gemessen.
Von Juni bis November ist die hurrikangefährdete Zeit, die auch heftige Überschwemmungen mit sich bringen kann. In den letzten Jahren traten in der Karibik vermehrt Hurrikans mit hoher Intensität auf. Kuba war mehrmals schwer betroffen. 2008 wurde Kuba gleich von drei Hurrikans heimgesucht. Die Hurrikans Gustav und Ike
richteten im Abstand von nur 8 Tagen schwere Verwüstungen an. Doch es gibt nur selten Todesopfer zu beklagen, da Kuba sich durch einen gut funktionierenden Zivilschutz auszeichnet.
Trotz der Luftfeuchtigkeit wird Kuba auch von Dürreperioden heimgesucht. Betroffen sind dabei insbesondere die östlichen Provinzen. Schwere Ernteschäden und Wasserknappheit sind die Folge
.
Aus ökologischer Sicht ist insbesondere der Tourismus
auf den kleinen vorgelagerten Inseln, den Cayos, problematisch. Neben dem hohen Wasserverbrauch der Hotels stehen insbesondere die oft bis zu 50km langen Dämme, die zur Erschließung der Inseln gebaut wurden, im Zentrum der Kritik. Sie verhindern die natürliche Zirkulation des Meerwassers mit schweren Schädigungen für die lokale Fauna.
Der globale Klimawandel bedeutet für Kubas Küstenräume eine existenzielle Bedrohung, wenn er zu einer spürbaren Erhöhung des Meeresspiegels
führt. Zudem gehen viele WissenschaftlerInnen davon aus, dass er eine Verstärkung der Hurrikan-Frequenz und Intensität bewirkt.

Die kubanische Flagge
wurde erstmals bei dem Aufstand gegen die spanische Kolonialherrschaft im Jahre 1850 benutzt. Am 20.5.1902 wurde sie offiziell als Nationalflagge gehisst. Das rote Dreieck und der weiße Stern stehen für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und das dafür im Unabhängigkeitskampf vergossene Blut. Die drei blauen und weißen Streifen stehen für die sechs damaligen Provinzen des Staates.

Das Staatswappen zeigt im Schildhaupt mittels eines goldenen Schlüssels (aus dem Wappen von Havanna) unter der aufgehenden Sonne die Lage der Insel am Golf von Mexiko. Darüber, als Freiheitssymbol, eine phrygische Mütze über einem Liktorenbündel, als Symbol der Autorität. Im gespaltenen Schild finden sich links Schrägbalken in Blau und Silber, und rechts eine Palmenlandschaft, als Symbol für die Agrarstruktur.

Der Nationalbaum ist die Königspalme
. Obwohl sie im gesamten karibischen Raum zu finden ist, dominiert sie in der Landschaft des Landes und liefert seit ewigen Zeiten Holz und Palmblattstiele für ländliche Konstruktionen. Die Früchte der Palme dienen zur Fütterung der Tiere und geben Öl für die Bevölkerung.
"La Bayamesa" (Das Bayamo-Lied) ist die Nationalhyme
der Karibikinsel. Sie wurde erstmals während der Bayamo-Schlacht im Jahre 1868 aufgeführt. Pedro Figueredo, der an der Schlacht teilnahm, schrieb und komponierte das Lied. Figueredo wurde zwei Jahre später durch die Spanier gefangen genommen und hingerichtet. 1902 übernahm man die Hymne, die auch nach der kommunistischen Revolution im Jahre 1959 erhalten blieb.
Der kubanische Nationalfeiertag ("Día de la Revolución") ist der 26. Juli. An diesem Tag im Jahr 1953 führte Fidel Castro einen bewaffneten Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba an. Obwohl dieser Angriff fehlschlug, wird dieser Beginn des revolutionären Kampfes als zentraler Feiertag begangen und nicht etwa der 1. Januar - der Tag, an dem fünfeinhalb Jahre später, im Jahr 1959, die siegreichen Revolutionäre in Havanna Einzug hielten.
Ausführliches Zahlenmaterial findet sich auf den Seiten des kubanischen Nationalen Statistikbüros
.
Die Kuba-Informationen des Auswärtigen Amtes
bieten aktuelle Übersichten insbesondere über Politik und Wirtschaft.
Aktuelle Grunddaten zur sozialen Entwicklung bietet der Human Development Index
des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP)
Einige Grunddaten liefert die kubanische Website Hicuba.com
.
Eine Auswahl thematischer Karten
hat die FAO ("Food and Agriculture Organization for the United Nations") veröffentlicht.
Auf dem Meere der Antillen
(auch Karibisches genannt),
hart vom Wellenschlag getroffen
und mit zartem Schaum geschmückt,
von der Sonne arg bedrängt
und im Wind, der es zurücktreibt,
schwimmt, mit wilder Träne singend,
Kuba hin auf seiner Karte:
Kaiman, lang und grün,
Augen ganz aus Stein und Wasser.
(...)
Diese Länderseite wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert.
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