LIPortal » Landesübersicht & Naturraum

Kronenkraniche; © Nils Lotz

Überblick

Alle wichtigen Strukturdaten zu Landesübersicht und Naturraum
BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Republik Kamerun
Fläche:475.440 km²
Einwohner:22.25 Millionen (2013)
Bevölkerungswachstum:3,13% (2013 est.)
Regierungssitz:Yaoundé
Klima (für Hauptstadt):Tropisches Savannenklima

Inhalte dieser Seite

Das LIPortal

Kamerun

Kamerun in der Region
© tubs (CC BY-SA 3.0); Wikipedia

"Kamerun erscheint wie eine Kreuzung, an der sich der ganze schwarze Kontinent ein Stelldichein zu geben scheint: das Afrika des Regenwalds und das der Savanne; das Afrika der Bantu- und der Sudanvölker; das Afrika der Moslems, der Christen und der Animisten; das französischsprechende, das englischsprechende, ja sogar das arabischsprechende Afrika." (Jean-Claude Bruneau, frz. Geograph)

Mit seinen rund 475.000 km² ist das Staatsgebiet der Republik Kamerun um ein Drittel größer als das der Bundesrepublik Deutschland. Es erstreckt sich zwischen 2° und 13° nördlich des Äquators vom Golf von Guinea bis zum Tschadsee, was einer Entfernung von über 1200 km entspricht. Die größte Ost-Westausdehnung beträgt ca. 800 km. Zugang zum Meer besitzt Kamerun über seine 400 km lange Küste entlang der Bucht von Bonny (ehemals Bucht von Biafra), die Teil des Golfs von Guinea ist.
Der Nachbarstaat mit der längsten gemeinsamen Grenze ist Nigeria, dann folgen der Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Kongo, Gabun und Äquatorialguinea.
Wie bei vielen afrikanischen Ländern veränderten sich die Staatsgrenzen vor allem im Laufe der Kolonialgeschichte. Für Grenzkorrekturen gibt es aber auch Beispiele aus jüngster Zeit wie die unlängst, vor allem in der Tschadseeregion, vorgenommenen "Grenzbereinigungen" zwischen Nigeria und Kamerun und auch der Bakassikonflikt belegen.

Kartenmaterial

Landeskarten, politisch und topographisch

Politische Karte von Kamerun
Politische Karte Kamerun; © Domenico-de-ga (CC BY-SA 3.0); Wikipedia
Reliefkarte von Kamerun
Reliefkarte; © CIA (public domain)
Satellitenbild von Kamerun
Satellitenkarte; © Nasa (public domain)

Eine physische Karte von Kamerun.

Diese interaktive Karte ermöglicht es, sich in bestimmte Landesregionen "hineinzuzoomen".

Andere thematische Karten

Die FAO bietet diverseste thematische Landeskarten zu Topografie, Verwaltung, Bevölkerung, Klima, natürlicher Vegetation, landwirtschaftlichen Fragestellungen etc.

Ein interaktiver Forstatlas bietet interaktive Karten zu verschiedenen forstlichen Themen.

OCHA (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) bietet Karten zur humanitären Situation des Landes.

Von IRD (Institut de Recherche et de Développement, Paris) und INC (Institut National de Cartographie, Yaoundé) wurde ein Atlas de la province Extrême Nord Cameroun herausgegeben, mit Spezialkarten zu den Themen: Geomorphologie, Archäologie, Böden und Bodennutzung, Infrastruktur etc. Außerdem wurde einiges älteres Kartenmaterial wieder neu aufgelegt wie der Atlas régional Sud-Cameroun, der z.B. soziokulturelle Karten und Karten zu Bevölkerungsentwicklung und der Raumnutzung Yaoundés bietet.

Impressionen

Bilder

Einen Eindruck von der Vielfältigkeit Kameruns geben folgende Seiten:

Hier eine Fotoreise vom Süden in den Norden Kameruns:

Küste bei Limbe
Limbé, Küste; © www.kamerun-tourismus.de
Bergregenwald am Mount Cameroon
Bergregenwald; © www.kamerun-tourismus.de
Küste bei Kribi
Kribi, Küste; © www.bp-reiseberichte.de
Tieflandregenwald an der Grenze zu Äquatorial Guinea
Tieflandregenwald; © www.bp-reiseberichte.de
Feuchtsavanne am Pangar
Feuchtsavanne; © www.kamerun-tourismus.de
Trockensavanne im Adamoua Hochland
Trockensavanne; © www.kamerun-tourismus.de
Dorngrassavanne im Waza Nationalpark
Dorngrassavanne; © www.kamerun-tourismus.de
 

Grunddaten

Eine Übersicht zu aktuellen Landesdaten gibt index mundi oder das CIA Factbook oder auch das Auswärtige Amt. Originallandesstatistiken liefert das INS(Institut National de la Statistique du Cameroun), wo auch die Jahresstatistik 2011 einzusehen ist. Vergleiche mit anderen, vorwiegend frankophonen, Ländern Afrikas lassen sich auf der Seite von AFRISTAT (Observatoire Economique et Statistique d´Afrique Subsaharienne) ziehen. Die Weltbank Länderdatenbieten Vergleichsdaten der letzten Jahre. Allgemein ist davon auszugehen, dass statistische Daten für Kamerun eher relative und keine absolute Gültigkeit haben. Wenn nicht anders vermerkt, stammen die in den Landesinformationsseiten verwendeten Daten aus den Angaben des INS (Institut National de la Statistique du Cameroun).

Naturraum

Landschaftsräume

Topografie Kamerun; © Sadalmelik (public domain); Wikipedia

Das Relief Kameruns gliedert sich in eine, räumlich mehr oder weniger ausgeprägte, flache Küstenregion, die sich in einzelnen Schichtstufen zum Südkamerunplateauerhebt. Nördlich anschließend steigt das Niveau zur Adamaouahochfläche nochmals an. Weiter Richtung Norden fällt dieses zentrale Hochland zur Tschadseeebene hin wieder ab. Im Westen des Landes erhebt sich ein vulkanisches Bergland, dessen Ausläufer bis in die nördlichen Mandaraberge reichen. Höchster und imposantester Gipfel dieses Gebirgszugs ist der 4095 m hohe Kamerunberg (Mont Cameroun, Mount Cameroon, Mount Fako, Mongo ma Ndemi), dessen Vulkanmassiv direkt aus dem Meer aufragt und der in den Jahren 1999 und 2000 mit Ausbrüchen in die Schlagzeilen geriet.

Vulkanische Risiken Buea
Infotafel zu vulkanischen Risiken/Buea; © Gudrun Riedel
Ekom/Nkam Wasserfall
Ekom/Nkam Wasserfall; © Gudrun Riedel

Die bedeutsamsten Wasserreservoirs Kameruns sind die westliche Bergregion und das Adamaouaplateau. Hier entspringen wichtige Flüsse Kameruns wie Sanaga, Wouri und Benoué. Sanaga und Wouri münden in den Atlantik, der Benoué bietet eine, in der Regenzeit bis Garoua schiffbare, Verbindung zum Niger. Während der wasserreiche Süden von vielen Flüssen durchzogen wird, sind die temporär wasserführenden "Mayos" (fulfulde: Fluss) für den Norden des Landes typisch. Die großen Flüsse Sanaga und Benoué, wie auch deren Zuflüsse, sind für die Elektrizitätsgewinnung des Landes von großer Bedeutung, aber gerade die unzähligen mittleren und kleinen Wasserläufe sind für Fischfang, Kleintransporte oder Sandgewinnung unschätzbar wichtig.

An natürlichen Seen sind die Kraterseen des westlichen Berglandes und der Tschadsee zu nennen. Die beiden Vulkanseen Monoun und Nyos wurden durch plötzliche Kohlendioxidaustritte in den Jahren 1984 und 1986, die zu zahlreichen Opfern unter der Bevölkerung führten, als sogenannte "killer lakes" berühmt und berüchtigt. Über die Geschichte dieser beiden Seen und den Stand des derzeit laufenden Entgasungsprojekts berichtet eine Seite des Physikers Michel Halbwachs von der Universität von Savoyen.
Die Zukunft des Tschadsees, zu dem Kamerun momentan noch einen Wasserzugang hat, gerät aufgrund der zunehmenden Diskussion zum Klimawandel wieder stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Kamerun verfügt über viele große Stauseen, deren Aufgabe zum einen in der Regulierung der Wasserstände von Sanaga und Benoué für die Elektrizitätsgewinnung liegt, zum anderen dienen sie vor allem im Norden als Wasserreservoirs für Bewässerungsprojekte und die Trinkwasserversorgung.

Videos zum Thema:

Fluss Nyong in der Regenwaldzone;
Fluss Nyong in der Regenwaldzone; © www.kamerun-tourismus.de
Flußbett (Mayo Kaliao) während der Trockenzeit in Nordkamerun
Mayo Kaliao Nordkamerun; © www.kamerun-tourismus.de

Klima- bzw. Ökozonen

Kameruns Klima ist tropisch, mit Anteilen an Äquatorialklima und tropischem Wechselklima (Klimaklassifikation nach Neef), hinzu kommen die Höhenstufen, die am Kamerunberg bis in die alpine Stufe reichen.
Eine differenziertere Klimaklassifikation (nach Koeppen) ergibt für Kamerun einen Bereich, der von immerfeuchtem tropischem Regenwaldklima im Süden (Douala) mit einer Trockenzeit 0-2 Monate, über sommerfeuchtes Savannenklima im Zentrum (Yaoundé) mit einer Trockenzeit von 3-5 Monaten,  bis zum tropischen Trockensavannenklima im Norden (Ngaoundéré, Garoua) mit 5-8 Monaten Trockenzeit reicht.
Darüber hinaus gibt es klimatische Extremstandorte wie die Region westlich des Kamerunbergs, die mit enormen Regenmengen von über 11 000mm/Jahr zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Welt zählt.
Die lokalen Klimabedingungen sind von geografischer Breite, der Entfernung zum Meer und der Höhenlage abhängig.

Als Ökozonen sind die immerfeuchten Tropen mit tropischem Regenwald, die wechselfeuchten Tropen mit Feuchtsavanne und Trockensavanne und die tropischen Trockengebiete mit Dornsavannen vertreten.

Die Vulkanschlote von Rhumsiki zur Regenzeit
Rhumsiki, Regenzeit; no ©, public domain; Wikipedia
Die Vulkanschlote von Rhumsiki zur Trockenzeit
Rhumsiki, Trockenzeit; © www.bp-reiseberichte.de

Vegetationszonen, Flora und Fauna

Die Vielfalt der Öko- und damit auch Vegetationszonen spiegelt sich in der reichen Tier- und Pflanzenwelt Kameruns wider. Einen Beitrag zum Erhalt dieses faszinierenden Artenreichtums Kameruns leisten viele Schutzgebiete, Biosphärenreservate und Nationalparks. Das Biosphärenreservat Dja, das schon 1987 ins UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen wurde, der Korup und der Waza Nationalpark  sind nur einige Beispiele.
Die Mangrovensäume an der Küste zeichnen sich durch hochspezialisierte Pflanzen- und Tiergesellschaften aus.
Tiefland- und Bergregenwälder beherbergen zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. verschiedene Primaten oder Baumarten.
Je nach Feuchteregime finden sich unterschiedliche Savannenformen: von der feuchten Baumsavanne über Hochgras- und Kurzgrassavanne bis zur kargen Dorngrassavanne, die nur noch vereinzelt Bäume wachsen lässt. In den Nationalparks der Savannengebiete finden Elefanten, Giraffen, Löwen und verschiedene Antilopenarten Zuflucht.

Ökologische Probleme

Übernutzung der natürlichen Waldressourcen

Kamerun gilt noch als waldreiches Land, ca. 40% des Landes sind waldbedeckt. Aber: jedes Jahr geht dem Land 1% der Waldfläche verloren! Und: Primärwald wird immer seltener. 
Kameruns Tiefland- und Bergregenwälder werden zerstört. Einerseits durch die kommerzielle Holzernte, die, trotz Maßnahmen wie z.B. der Einführung eines Rückverfolgungssystem (FLEGT Aktionsplan der EU), sowohl durch  illegalen Einschlag, als auch durch "informellen Einschlag" für den Binnenmarkt, geprägt ist, - zum anderen durch die Umwandlung von Wald- in Agrarfläche und die Jagd auf "bushmeat".
Auch die ca. 900 km lange Erdölpipeline von den tschadischen Ölfeldern bei Doba durch den tropischen Regenwald nach Kribi birgt Risiken für große Waldgebiete.

Aber nicht nur der Wald der feuchten Tropen ist bedroht. Brennholznutzung, Überweidung und Ackerbau lassen auch die Baumbestände der Savannengegenden schrumpfen.
Eine "neue" (1994) Forstgesetzgebung sollte eine nachhaltige Waldnutzung sicherstellen. Im Hinblick auf eine Eindämmung des Raubbaus am Tropenwald muss von einem Scheitern des Forstgesetzes gesprochen werden.
Die Folgen sind, um nur einige Aspekte zu nennen, der Verlust von Lebensraum für Mensch (z.B. die existenzbedrohende Situation der Pygmäenvölker) und Tier, Erosion, Bodendegradation und Klimaveränderungen.

Trotz oder gerade wegen dieser prekären Situation gehen die Bemühungen weiter, diese Entwicklung zu bremsen, wie der jüngst abgeschlossene Kooperationsvertrag zwischen Kamerun und CIFOR (Center for International Forestry Research) deutlich macht.

Videos zum Thema:

Desertifikation

Ökologisches Hauptproblem des Nordens ist die Boden- und Vegetationsdegradation, die teils anthropogen bedingt ist (Übernutzung durch Beweidung, Zerstörung der Baumbestände für Feuerholznutzung oder Viehfuttergewinnung, Ackerbau mit immer kürzeren Brachezeiten), teils durch Klimaveränderungen (Häufung von Dürreperioden, Nachlassen bzw. andere Verteilung der Niederschläge, Verkürzung der Regenzeitdauer) hervorgerufen wird.
Immer wiederkehrende Überschwemmungen, wie 2012 im Norden, stellen nur die andere Seite der gleichen Medaille dar. Nachlassende Bodenfruchtbarkeit, Bodenversalzung und Erosion führen zu regelmäßigen Hungerkrisen, Armut und Bevölkerungsmigration sind die Folgen.

Mögliche Auswirkungen des Klimawandels für Kamerun werden bereits erörtert. Ein Grundsatzpapier des CEEPA (Centre for Environmental Economics and Policy in Africa/World Bank Institute) zur Anfälligkeit der Wasserressourcen Nordkameruns gegenüber dem Klimawandel geht u.a. davon aus, daß der Tschadsee im Jahre 2060 nicht mehr existieren wird. Eine Prognose für die Wasserversorgung des gesamten Landes gibt das CEEPA Diskussionspapier zu Klimawandel, Hydrologie und Wasserressourcen Kameruns .

Artenrückgang

Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind in Kamerun vom Aussterben bedroht. Die nur noch in Kamerun vorkommende Nashornunterart, das Westliche Spitzmaulnashorn, wurde 2011 für ausgestorben erklärt.
Die Mangrove, ein Ökosystem mit wichtiger Funktion sowohl als Laichgebiet und "Fischkinderstube", als auch für den Küstenschutz, der im Zeitalter des Klimawandels immer wichtiger wird, ist durch Feuerholznutzung stark gefährdet.
Arten des Berg- und Flachlandregenwalds, aber auch der Savanne, werden durch Abholzung oder Jagd bzw. Wilderei an den Rand des Aussterbens gedrängt.
Ein Programm zum Schutz und Management der Biodiversität soll die in den Pufferzonen von Schutzgebieten lebende Bevökerung in den Artenschutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen einbinden.

Bushmeat (Affe) und Holztransporter
Bushmeat und Holzraubbau; © Steve Morgan

Umweltverschmutzung

Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden sowie das Müllaufkommen nehmen in den dichtbesiedelten Regionen Kameruns stetig zu und stellen, insbesondere in den städtischen Gebieten, inzwischen ein beträchtliches Problem und Gesundheitsrisiko dar.

Abgasgeschwängerte Allee in Maroua
Abgasgeschwängerte Allee in Maroua; © Gudrun Riedel

Sozialgeografische Gegebenheiten

Demografie, Bevölkerungsstruktur

Laut Jahresstatistik 2011des INS (Institut National de la Statistique) wurde 2012 die 20 Millionenmarke (geschätzt) bereits erreicht. Über 50% der Bevölkerung leben inzwischen in Städten, wobei der große Urbanisierungsschub bereits in den 90-er Jahren erfolgte. Mit Urbanisierungsraten um 3 % hält die Migration in die städtischen Zentren nach wie vor an, - mit allen damit verbundenen Problematiken.
Aber auch außerhalb der Städte ist die Bevölkerungsverteilung je nach Region sehr unterschiedlich. So gibt es im Norden sowohl dichtbesiedelte Gebiete mit Einwohnerzahlen von 90 E/km², wie z.B. in den Mandarabergen, als auch dünnbesiedelte Gebiete, wie das Adamaouaplateau, mit durchschnittlich weniger als 5 Einwohnern/km². Das Bevölkerungswachstum beträgt 2%. Die Lebenserwartung liegt für Männer bei ca. 53, für Frauen bei ca. 55 Jahren. Die Kindersterblichkeit liegt bei 60 Todesfälle/1000 Lebendgeborenen. Der Anteil der "unter 20-Jährigen" an der Gesamtbevölkerung beträgt über 55%. Der "Durchschnittskameruner" ist somit knapp über 18 Jahre alt.

Prognose Bevölkerungspyramide Kamerun 2025
Prognose Bevölkerungspyramide 2025

Städte und andere Siedlungsformen

Hauptstadt des Landes und zweitgrößte Stadt ist Yaoundé  mit über 1 Mill. Einwohnern. Wirtschaftsmetropole und größte Stadt Kameruns ist die Hafenstadt Douala  mit ca. 2 Mill. Einwohnern. In beiden Millionenstädten sind ganz spezifische infrastrukturelle Probleme anzutreffen.

Weitere wichtige Städte Kameruns mit Bevölkerungszahlen über 100 000 sind zumeist gleichzeitig auch die Hauptstädte der insgesamt 10 Landesprovinzen bzw. Landesregionen. Außerdem gibt es über 50 Städte mit Einwohnerzahlen zwischen 10 000 und 100 000.
Obwohl die Städter oft etwas hochnäsig auf die Dörfler herunterschauen, ist für die meisten Kameruner immer noch "das Dorf", "le village", "the village" Heimat und Zentrum der Familie.

Neben der sesshaften Bevölkerung gibt es in Kamerun (teilweise auch nur saisonal) nomadisierende Bevölkerungsgruppen wie die Mbororo oder die Pygmäen.

Hauptstadt Yaoundé
Yaoundé; © Gudrun Riedel
Gehöft, Mandaraberge; © Gudrun Riedel

Verkehrswege

Die Straßen Kameruns (ca. 50 000km) sind nur zu 10% befestigt. Asphaltstraßen finden sich vor allem in und um die wichtigen Städte, regional konzentrieren sie sich im Süden. Auf den gut ausgebauten Strecken sind die Expressbusverbindungen für den Personenverkehr sehr wichtig. Bis jetzt gibt es keine durchgehend asphaltierte Fernverbindung zwischen dem Süden und Norden des Landes. Das erschwert die Versorgungslage im Norden, vor allem während der Regenzeit, wenn die LKWs in den aufgeweichten Pisten steckenbleiben.

Videos zum Thema:

Piste im Regenwald während der Trockenzeit
Piste, Trockenzeit; © www.kamerun-tourismus.de

Eine weitere, relativ verlässliche Verbindung zwischen den beiden Landesteilen ist die Eisenbahn. Das Schienennetz umfasst ca. 1000 km. Hauptverbindung der inzwischen privatisierten CAMRAIL ist die Schmalspurstrecke, die von Douala über Yaoundé nach Ngaoundéré führt und für einige Landesteile die einzige Verbindung zur "Außenwelt" darstellt. Besonders wichtig ist die Eisenbahnverbindung für den Frachtverkehr, ca. 40% des Frachtverkehrs Kameruns findet über den Güterverkehr der Bahn statt.

Videos zum Thema:

Kamerunische Eisenbahn CAMRAIL
Kamerunische Eisenbahn Camrail; © www.kamerun-tourismus.de

Flugverbindungen in Kamerun sind seit Jahren sehr unzuverlässig, da sich die nationale staatliche Fluggesellschaft CAMEROON AIRLINES in permanenten Schwierigkeiten befand. Im März 2008 wurde der Flugbetrieb von CAMEROON AIRLINES endgültig eingestellt. Inzwischen hat die Nachfolgelinie CAMAIR-Co ihren Betrieb aufgenommen. Die Krise betrifft vor allem die kamerunischen Binnenverbindungen zwischen dem Süden (Douala, Yaoundé) und dem Norden (Ngaoundéré, Garoua, Maroua), aber auch die internationalen Flugverbindungen von Douala und Yaoundé.

Wichtige Schifffahrtswege, auch für etwas größere Schiffe, sind der Unterlauf des Benoué (bis Garoua) und der Unterlauf des Sanaga (bis Edea). Für kleinere Boote sind viele Flüsse des Landes von regionaler Bedeutung. Hervorzuheben sind Sanaga, Wouri und Logone, der eine schiffbare Verbindung nach N´Djamena bietet.
Wichtigster Seehafen ist der Hafen der Wirtschaftsmetropole Douala. Über ihn wird fast der ganze Import und Export des Landes abgewickelt.

Blick auf den Holzhafen von Douala
Holzhafen, Douala; © Markus Mauthe

Landesname, Nationale Symbole

Landesname

Der Name Kamerun hat portugiesische Wurzeln.
Als die Portugiesen im garnelenreichen Wouri vor Anker gingen, nannten sie den Fluß "rio dos camarões", also Krabbenfluss. Diese Bezeichnung übernahmen die Spanier und übersetzten zu "rio dos camerones".  Die Briten anglisierten "camerones" zu "cameroon" und bezeichneten damit die ganze Küstengegend um den Wouri-Ästuar. Letztendlich übernahmen die Deutschen den Namen als "Kamerun", dieser galt zuerst nur für die Region um die Wourimündung, später für das ganze Land.

Nationalflagge

Nationalflagge von Kamerun
Nationalflagge Kamerun; no ©, public domain; Wikipedia

Die Nationalflagge veränderte sich im Laufe der kamerunischen Geschichte mehrfach. In ihrer jetzigen Form, als Trikolore, mit den drei senkrechten Streifen in den panafrikanischen Farben Grün, Rot und Gelb, mit einem gelben Stern im roten Feld, existiert sie seit dem 20.Mai 1975 (20.Mai 1972 Gründung der Vereinigten Republik Kamerun). Grün steht wahlweise für die Hoffnung bzw. den Regenwald, Rot für die Souveränität bzw. das Blut der "Märtyrer" (der kamerunischen Unabhängigkeit), Gelb für den Reichtum bzw. den Sahel, der "goldene" Stern steht für die Vereinigung von anglophonem und frankophonem Landesteil.

Nationalwappen

Wappen von Kamerun
Wappen von Kamerun; no ©, public domain; Wikipedia

Ebenso wie die Flagge, wurde auch das Wappen mehrmals umgestaltet. Das aktuelle Staatswappen stammt aus dem Jahr 1986. Das Wappen zeigt einen Schild in den Landesfarben, eine blaue Landeskarte, den Stern der Vereinigung und die Waagschalen der Gerechtigkeit. Hinter dem Schild kreuzen sich zwei Liktorenbündel. Das Landesmotto: "Frieden, Arbeit, Vaterland" ist in den zwei offiziellen Landessprachen in einem Halbkreis oberhalb des Wappens angeordnet. Unterhalb des Wappens die Landesbezeichnung in Französisch und, etwas kleiner darüber, in Englisch.

Nationalhymne

Der "Chant de Ralliement" bzw. "Rallying Song" wurde schon 1957 offiziell eingeführt und bereits lange vor der Unabhängigkeit verwendet. Die Melodie der Nationalhymne und deren Text waren eine Gemeinschaftsarbeit von Samuel Minkio Bamba (1911-?), René Djam Afame (1910-1981), Moïse Nyatte Nko´o (1910-1978) und anderen: Das Ergebnis einer Schulaufgabe, die den Schülern der Ecole Normale de Foulassi (bei Sangmelima) von ihrem französischen Lehrer im Jahr 1928 gestellt wurde. Danach wurde der Text nur noch einmal leicht verändert (1978). Der englische Text stammt von Bernard Nsokika Fonlon (1924-1986). 

Fußballnationalmannschaft

Fussballspiel zwischen der kamerunischen und der deutschen Nationalmannschaft
BRD-Kamerun; © www.borussiafotos.de

Fußball ist der kamerunische Nationalsport. Egal ob im abgelegenen Regenwalddorf der Ostprovinz oder unter der brennend heißen Sonne des Nordens, überall findet sich ein Platz, um dem Ball nachzujagen. Und bei den Spielen der "Lions Indomptables" , der "unzähmbaren Löwen" werden Anglophone und Frankophone, "Nordisten" und "Südisten" tatsächlich zu Kamerunern.

Über die Autorin

Gudrun Riedel
Gudrun Riedel

Gudrun Riedel
arbeitete mit dem DED acht Jahre in Rwanda und Kamerun (Ländliche Entwicklung und Organisations-förderung).
Seit 1999: freiberufliche Referentin in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der GIZ u.a.
Seit 2003: Tutorin für Kamerun und Trainerin für Interkulturelle Handlungskompetenz (Afrika) bei der GIZ/ AIZ.

Reiseleiterin für Kamerun bei Projekt- und Begegnungsreisen  

Ich freue mich über Ihre Anregungen und Kommentare.

Literaturhinweise

    Weitere Literatur finden Sie hier:

    Letzte Aktualisierung

    Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im September 2014 aktualisiert.

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