LIPortal » Alltag & Praktische Informationen

Fahrt nach Lassin in der Ringroad Region; © Ernst Herold

Alltag

Alle wichtigen Strukturdaten zu Alltag und Praktischen Informationen
BeschreibungInhalt
Währung:F CFA BEAC (XAF)
Wechselkurs:656 pro € (fester Wechselkurs)
Zeitzone:UTC+1
Landesvorwahl (Telefon):00237
Klima (für Hauptstadt):tropisches Höhenklima
Internationaler Flughafen (IATA):DLA (Douala), NSI (Yaoundé), GOU (Garoua)

Inhalte dieser Seite

Das LIPortal

Kamerun

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Die Botschaft der Republik Kamerun befindet sich in Berlin.

Wohnen und Versorgung

Versorgung mit Public Transport
Versorgung mit Public Transport; © Gudrun Riedel

Preiswerte und qualitativ akzeptable Wohngelegenheiten in den Großstädten sind rar. Selbst in den Provinzstädten ist Wohnraum nicht sonderlich günstig zu bekommen, allerdings sind dort Häuser mit Hof bzw. Garten einfacher zu mieten.


In Städten wie Douala oder Yaoundé ist die Versorgung vergleichbar mit europäischen Standards. Das Einkaufsangebot reicht vom Straßenverkauf fliegender Händler über den kleinen Stadtviertelmarkt bis zur großen Supermarktkette. Es gibt so gut wie alles! In kleineren Städten ist das Angebot beschränkter, auf dem Land gibt es, vor allem in den Nordprovinzen, nur auf den Wochenmärkten Güter des täglichen Bedarfs. Im Norden sind viele Produkte wegen des längeren Transportweges teurer, dies gilt für Importgüter, soweit diese nicht aus Nigeria stammen, aber auch für Obst- und Gemüsearten, die aus dem Süden herantransportiert werden müssen. Bei Strom und Wasser besteht nicht die gleiche Versorgungssicherheit wie in Deutschland, allerdings ist die Versorgungssicherheit regional sehr unterschiedlich ausgeprägt und auch jahreszeitabhängig.

Freizeitsportangebote reichen in den großen Städten vom Kartsport übers Reiten bis zum Golfen. Ansonsten verfügen viele Hotels oder Sportclubs über Swimming Pools oder Tennisplätze.  Mannschaftssportarten wie Handball oder, selbstverständlich, Fußball werden allerorts betrieben und auch Jogger sind, vor allem in urbanen Gegenden, fast überall anzutreffen. Sportarten mit regionalen Schwerpunkten sind Wassersport an der Küste und Reiten im Norden Kameruns. Viele Gegenden Kameruns bieten sich für Wanderungen und Radfahren an. Generell ist Sport einer der besten Wege soziale Kontakte aufzubauen. 

Kulinarisches

Globale Würze
Globale Würze; © Gudrun Riedel

Die regionale Vielfalt des Landes spiegelt sich auf dem Teller bzw. in der Schüssel wieder. Jeder Kameruner,- und erst recht jede Kamerunerin, ist stolz auf die Besonderheiten der eigenen Küche.
Nord und Süd, Küste und Binnenland, Bergland, Regenwaldregion und Savannengebiet, aber auch Stadt und Land, unterschiedliche Ethnien... - alle diese verschiedenen Einflüsse prägen Zutaten und Zubereitung der mannigfaltigen Gerichte, von denen hier nur eine kleine Auswahl genannt werden kann:
♦   "Beignets oder Ça va se savoir", "Porc braisé avec Frites de Plantains", "Poulet DG (Directeur Général)",- charakterisieren die urbane Küche.
♦   "Kono Ngond (Mets de pistache)"", "Ndole" (= kamerunischer "Klassiker"), "Poisson braisé à la camerounaise",- haben ihre Heimat im Süden.
♦   "Ndomba", "Bobolo (Bâton de manioc)", "Nnam Owondo (Pâte d'arachide)",- stammen aus dem Zentrum.
♦   "Koki (Gâteau de haricot)", "Nah Poh (Sauce jaune)", "Nkui" ("Il faut aimer la personne qui l'a préparé pour le consommer"; Zitat H. Fotso),- stehen für die Westküche.
♦   "Bouillie de mil", "Kilichi", "Brochettes de Soya",- repräsentieren die Nordregion.
♦   "Waterfoufou, "Njama-Njama", "Eru",- sind unverkennbar anglophone Gerichte.

Videos/Audiodateien zum Thema:

Geld und Geldtransfer

Kameruns Währung ist der F(ranc) CFA BEAC (XAF) (Umrechnungstabelle)
1 Euro entspricht ca. 656 F CFA, 1000 F CFA entsprechen 1,52 Euro.
Inzwischen gibt es in allen größeren Städten die Möglichkeit Geld am Automaten abzuheben, dies ist in der Regel nur mit einer Kreditkarte möglich. Geldtransfer über Banken ist teuer, fehleranfällig und dauert u.U. auch einige Zeit.

Reisen, Transport und Verkehr

Straßenunterspülung
Straßenunterspülung; © Gudrun Riedel

Reisen mit dem Auto/Bus:
Die Hauptverbindungen zwischen den Provinzhauptstädten sind asphaltiert, eine Ausnahme bildet (noch) die Süd-Nordverbindung nach Ngaoundere.
Die Straßenverbindungen zwischen kleineren Städten sind häufig unbefestigt, die Passierbarkeit ist damit stark witterungsabhängig.

Größere und kleinere Überlandbusse verkehren auf fast allen Strecken. Allerdings sollte bei der Auswahl des Transportunternehmens auf die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge geachtet werden.

Der Straßenverkehr in Kamerun birgt viele Risiken: Schlechter Straßenzustand, Fahrzeuge mit technischen Mängeln, unvorhersehbare Hindernisse auf und an den Straßen, unberechenbare Reaktionen von Verkehrsteilnehmern,- um nur einige zu nennen. Die Anzahl der Verkehrstoten auf Kameruns Straßen ist beträchtlich, konnte aber in den letzten Jahren gesenkt werden, auch mit Hilfe staatlicher Maßnahmen.

Reisen mit dem Zug:
Die Zugstrecke führt von Douala über Yaoundé nach Ngaoundéré und stellt damit die einzige, mehr oder weniger zuverlässige Verkehrsverbindung von Süd nach Nord dar. Allerdings gibt es auch bei CAMRAIL immer wieder Schwierigkeiten mit unterspülten Gleisen oder Zugentgleisungen.

Reisen mit dem Flugzeug:
Binnenflüge werden momentan von der seit März 2011 wieder fliegenden staatlichen Gesellschaft, CAMEROON AIRLINES CORPORATION bedient. Binnenflüge sind teuer und werden es mit Sicherheit bleiben.

Allgemein sollte bedacht werden, dass vor allem zu Beginn und am Ende der großen Ferien besonders die Bus- und Zugverbindungen stark ausgebucht sind.

Preisliste Transcamerounais
Preisliste Transcamerounais; © Gudrun Riedel

Sicherheit

Die Sicherheitslage in Kamerun hat sich innerhalb der letzten Jahre immer mehr verschlechtert. Die Zunahme der Gewaltbereitschaft, selbst bei Bagatelldiebstählen, ist erschreckend. Opfer sind sowohl Ausländer, vor allem aber auch die einheimische Bevölkerung. Raubüberfälle auf Reisende durch "Coupeurs de routes" sind in vielen Regionen verbreitet. Vorsicht bei nächtlichem Ausgang ist selbst in kleineren Städten empfehlenswert.

Eine Zuspitzung der Sicherheitslage ist seit Februar 2013 zu beobachten:
In Limbe wurden in letzter Zeit mehrere Raubüberfälle auf Hotels in Folge verübt.

In der Region Extrême Nord wurden in letzter Zeit mehrfach französische Staatsbürger durch Anhänger der nigerianischen Boko Haram entführt. Im Februar 2013 kam es auf der Strecke zwischen dem Waza Nationalpark und N'Djamena  zur Entführung von 7 französischen Touristen . Nachdem sie nach Nigeria verschleppt wurden, kamen sie im April wieder frei. Ein weiteres Entführungsopfer gab es im November 2013, diesmal ein französischer Priester, der in den Mandarabergen zwischen Mokolo und Mora arbeitete. Er wurde Ende 2013 freigelassen.
Anfang April 2014 wurden zwei italienische Priester und eine kanadische Nonne aus einer Kirchengemeinde ca. 20 km nordwestlich von Maroua entführt.
Übergriffe auf nordkamerunische Dörfer mit Toten und Entführten sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.
Konsequenz: Die gesamte Region Extrême Nord wurde zur "Zone rouge" erklärt, westliche Staatsangehörige wurden aufgefordert das Gebiet zu verlassen.

Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Reiseinformationen des US-State-Departments.
Die Sicherheitshinweise des französischen Außenministeriums für Kamerun.

Gesund bleiben

Malaria ist in ganz Kamerun ein wichtiges Gesundheisthema: in Nord und Süd, Tiefland und Hochland, Stadt und Land. Durch den Klimawandel weitet sich die Gefahr eher aus.
Cholera tritt vor allem im Norden des Landes regelmäßig auf. Ein Problem ist diese Krankheit für Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.
Auch Polio und Meningokokken-Meningitis treten immer wieder auf.
Im August wurden die Grenzen zu Nigeria geschlossen um ein Übergreifen von Ebola auf Kamerun zu verhindern. Das Vorkommen des Virus in den Regenwäldern Kameruns ist schon seit längerem gesichert.

Eine medizinische Beratung im Vorfeld der Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle, insbesondere zu Impfungen und Malariaprophylaxe, ist zu empfehlen. Zumindest sollte man die aktuellen reisemedizinischen Informationen einholen, die aus unterschiedlichen Quellen zu beschaffen sind. Wichtig ist auch eine zweckmäßige Zusammenstellung der Reiseapotheke.
Das Einhalten allgemeiner gesundheitsförderlicher Verhaltensregeln ist angebracht und erspart Unannehmlichkeiten...

Telekommunikation, Internet

"Telefonzelle"
"Telefonzelle"; © Gudrun Riedel

Vorwahl Kamerun: 00237

Das Festnetztelefon (CAMTEL) verliert zunehmend an Bedeutung gegenüber den Mobiltelefonbetreibern (Orange und MTN; GSM 900).

Öffentliche Telefone werden immer von Privat betrieben. Es gibt sie in verschiedensten Ausführungen: Téléboutique/Taxiphones (Festnetz und Mobil) oder auch die ganz einfache call box (Mobil). Die Kosten belaufen sich für Inlandsgespräche auf ca. 250 F CFA/min, für internationale Gespräche auf ca. 500 F CFA.

Einerseits nimmt die Bedeutung des Internets ständig zu, andererseits ist das Internet in ländlichen Gegenden "fast" unerreichbar, der individuelle Internetzugang für die meisten Kameruner unerschwinglich und Frauen sind hinsichtlich der Nutzung dieser Technologie marginalisiert. Erfahrungsberichte zur Einrichtung eines Internetzugangs sind bemerkenswert.
Internetverbindungen funktionieren (meistens) recht gut. Größere Städte verfügen über Internetcafés und auch die großen Hotels bieten Internetanschlüsse.

Adressen

Aktuelle Informationen zu Reise und Aufenthalt:

 

Botschaft der Bundesrepublik DeutschlandNouvelle Route Bastos, Bastos Usine
B.P. 1160, Yaoundé
Telefon: (00237) 2221 0056 oder 2220 0566
Telefax: (00237) 2220 7313
In Notfällen: Telefon: (00237) 7770 0705 oder 9950 0766

Französische Botschaft Yaoundé:
In Notfällen: Telefon: (00237) 222.79.08

Telefonnummern Garoua, Yaoundé, Douala:
Polizei: 17
Gendarmerie: 13 für Festnetz; 113 für Mobiltelefon

Rund um Kultur, Geschäftliches u.a.:

Über die Autorin

Gudrun Riedel
Gudrun Riedel

Gudrun Riedel
arbeitete mit dem DED acht Jahre in Rwanda und Kamerun (Ländliche Entwicklung und Organisations-förderung).
Seit 1999: freiberufliche Referentin in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der GIZ u.a.
Seit 2003: Tutorin für Kamerun und Trainerin für Interkulturelle Handlungskompetenz (Afrika) bei der GIZ/ AIZ.

Reiseleiterin für Kamerun bei Projekt- und Begegnungsreisen  

Ich freue mich über Ihre Anregungen und Kommentare.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2014 aktualisiert.

Literaturhinweise

Weitere Literatur finden Sie hier:

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