Direkt zum Seiteninhalt oder zur Haupt-Navigation oder zur Meta-Navigation oder zum Seitenabschluss.
Sie befinden sich hier: GIZ Start / Webangebote / LIPortal > Iran / Überblick


Weitere Karten:
Naher Osten
(politische Karte)
Iran
(Reliefkarte)
StadtplanTeherans
Zudem liefert das Internet verschiedenste Sammlungen
topographischer, politischer und thematischer Karten zu Iran. Eine große Zahl weiterer Karten, sowohl historische als auch aktuelle, stellt die Seite der University of Texas
zur Verfügung.
Es gibt verschiedenste Quellen, die einführende Informationen zu Iran liefern. Die statistischen Daten variieren dabei immer etwas. Informationen von offizieller Seite finden sich auf den Seiten des Auswärtigen Amtes
und des Statistischen Zentrums Irans
. Eine sehr große Menge an Daten bergen das CIA World Factbook
, die Iranseite der Vereinten Nationen
und des US-Außenministeriums
. Im Länderprofil der Library of Congress
kann man sich ebenfalls sehr umfassend informieren. Die Bibliographia Iranica
bietet eine kaum überschaubare Menge an Literatur zu Iran. Dank ihrer sehr guten Gliederung ist sie dennoch einfach zu handhaben und ermöglicht eine sehr zielgerichtete Suche nach Literatur.
Eine wissenschaftliche Quelle zur iranischen Geschichte und Kultur stellt die inzwischen online verfügbare Encyclopaedia Iranica
der Columbia University dar. Die Artikel sind von ausgewiesenen Fachleuten geschrieben und bieten dem Interessierten die Möglichkeit, sich sehr genau zu informieren.
Iran liegt zwischen dem Kaspischen Meer im Norden und dem Persischen Golf im Süden. Mit 1.648.195 km² ist das Land etwa viereinhalb Mal so groß wie Deutschland. Sein westlicher Nachbarn ist der Irak (1609 km gemeinsame Grenze), die Türkei
(511 km), Aserbaidschan
(759 km) und Armenien (48 km) liegen im Nordwesten. Im Nordosten grenzt Iran an Turkmenistan (1205 km), im Osten an Afghanistan
(945 km) und Pakistan
(978 km). Einige Inseln im Persischen Golf gehören ebenfalls zum iranischen Staatsgebiet: Qeschm, Kisch, Khark, Farsi, Abu Musa sowie Groß- und Klein Tonb. Der Besitz der letzten drei ist allerdings zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten
umstritten.
Bedingt durch seine Geographie
hat Iran mehrere Klimazonen
, die sich teilweise stark unterscheiden. Sie bestimmen auch die Flora und Fauna
des Landes. Ihre Grenzen verlaufen vor allem entlang der beiden großen Gebirge, dem Zagros
(von Norden nach Süden parallel zur irakischen Grenze) und dem Alborz
(von Westen noch Osten parallel zur Küste des Kaspischen Meeres).
Das zentraliranische Hochland ist extrem trocken und wird von den beiden Wüsten
Dascht-e Kavir und Dascht-e Lut dominiert. Es herrscht arides Klima
. Die Sommer sind lang und relativ warm, im Winter kann es aber auch schneien. An den Rändern des Hochlandes, wo die meisten großen Städte liegen, kommt es hingegen zu ausgiebigen Regenfällen. Dank der Höhenlage wird es etwa in Teheran, das im Mittel auf 1600 Metern liegt, auch im Sommer selten unangenehm heiß, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 18° C.
Der Südwesten Irans liegt im Tigrisbecken. Aufgrund der Nähe zur irakischen Wüste sind hier im Sommer Temperaturen bis zu 50° C keine Seltenheit, im Winter bleiben die Temperaturen fast immer über 0° C. Gleiches gilt für die Küsten des Persischen Golfes. Die Stadt Bandar-e Abbas etwa kommt auf eine Durchschnittstemperatur von 29,6° C.
Im Norden des Landes, im dünnen Küstenstreifen zwischen dem Kaspischen Meer und dem Alborz-Gebirge, herrschen teilweise subtropische Klimaverhältnisse. Da die feuchte Meeresluft an den Gebirgsrändern hängenbleibt, sind Niederschlagsmengen bis zu 2000 mm möglich. Die Berghänge sind von dichten Wäldern bewachsen.
Der Iran verfügt über große Mengen an Erdöl
und -gas. Der genaue Umfang der Vorkommen kann bisher nur geschätzt werden, darf aber zu den größten der Welt gezählt werden. Darüber hinaus werden Eisenerz, Kohle, Magnesium, Gips, Kupfer und Blei abgebaut. Einer der für den iranischen Staat bedeutsamsten Rohstoffe ist das Uranerz, das im Iran in nicht geringen Mengen vorkommt und seit den 1990er Jahren gefördert wird.
Generell genießt - wie in vielen anderen Schwellenländern der Welt auch - der Klimaschutz in Iran keine Priorität. Das Umweltbewusstsein ist bei den meisten Iranern nicht sehr ausgeprägt. Dies führt in der immer noch rapide wachsenden Gesellschaft eines Landes, dessen Wirtschaft vor allem auf der Förderung fossiler Brennstoffe basiert, zu einer Vielzahl von ökologischen Problemen
. Eines der Hauptprobleme Irans ist die Beschaffenheit des Bodens und dessen Nutzung. Da schon in der Antike die meisten Wälder der Region abgeholzt wurden, ist die dünne Humusschicht längst verschwunden, so dass heute 53 % des Landes aus Wüstengebieten bestehen, in denen keine Landwirtschaft möglich ist. Durch Überweidung sind viele Gebiete Irans zusätzlich belastet. So überstrapaziert die im 20. Jahrhundert explosionsartig gewachsene Bevölkerung weiterhin ihre natürlichen Ressourcen und produziert nebenbei immer mehr Müll.
Zudem ist es dem Iran durch das weltweite Embargo kaum möglich, seine Erdölindustrie zu modernisieren. So sind weitestgehend noch die Förderanlagen und Raffinerien in Betrieb, die die USA in den 1970er Jahren an den Schah geliefert haben. Diese können sich weder im Wirkungsgrad noch in der Umweltverträglichkeit mit heutigen Anlagen messen. Dies führt gerade in den ölreichen Provinzen im Südwesten des Landes zu immensen Verschmutzungen des Bodens.
Ein zentrales Problem in den Städten, das vermutlich in den nächsten Jahren noch zunehmen wird, ist die Luftverschmutzung
, die zu einem großen Teil durch den Straßenverkehr verursacht wird. Denn auch die iranische Automobilindustrie ist von den Sanktionen betroffen. Wegen der dadurch zusätzlich angespannten wirtschaftlichen Situation beherrscht weiterhin der Peykan das Straßenbild, ein nach einem englischen Modell seit 1967 gefertigter Wagen der unteren Mittelklasse. Dank seiner robusten wie einfachen Konstruktion wird er jahrzehntelang gefahren, die ältesten Modelle dürften inzwischen ebensoviel Öl wie Benzin verbrauchen. So ist vor allem er verantwortlich für die teilweise gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung in iranischen Großstädten, allen voran in Teheran.
Vor allem in den 1990er Jahren gab es verstärkte Anstrengungen der Regierung, diese Probleme zu beheben. So sollte unter anderem durch Wiederaufforstungsprojekte der Raubbau an der Vegetation eingeschränkt werden. Fahrverbote, Modernisierung der Autoindustrie und ein Ausbau der Metro in Teheran sollten helfen, dem Verkehrsinfarkt entgegenzusteuern und die Luftverschmutzung zu verringern. In den letzten Jahren ist der Elan der Regierung Ahmadinedschad in diesem Bereich allerdings wieder spürbar erlahmt.
Das Bild der iranischen Gesellschaft hat sich im 20. Jahrhundert stark gewandelt. Seit den Reformen Reza Schahs zu Beginn des Jahrhunderts gibt es, mit einigen Ausnahmen in den Bergregionen im Südwesten, kaum noch Nomaden. Zusätzlich setzte in den 1960er Jahren durch die beginnende Industrialisierung eine verstärkte Landflucht ein. Heute leben etwa 68 % der Iraner in den Städten, die explosionsartig gewachsen sind und weiter wachsen. Neben der Hauptstadt Teheran
, die - je nachdem ob man die Vorstädte einbezieht - zwischen sieben und 14 Millionen Einwohner hat, hat Iran mit Maschhad
, Esfahan
, Tabriz
, Karadsch und Schiraz
fünf weitere Millionenstädte. Diese waren und sind dem Zustrom oft nicht gewachsen, es fehlt häufig an einer adäquaten Infrastruktur. Eine Ausnahme bilden hier die breiten Stadtautobahnen, die der Schah als Zeichen seiner Modernisierung schachbrettartig durch die Städte ziehen ließ. Sie wurden in den 90er Jahren noch einmal erneuert und erweitert.
Da weite Teile vor allem des zentralen Hochlandes kaum bewohnbar sind, konzentriert sich ein Großteil der Bevölkerung in den Ballungsräumen an dessen Rändern. So wachsen auch die kleineren Städte teilweise rasant und die Anbaufläche für landwirtschaftliche Produkte, die aufgrund des Klimas ohnehin beschränkt ist, nimmt weiter ab.
Iran verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Eisenbahnnetz. Von dem insgesamt 172 927 km langen Straßennetz sind 125 908 km befestigt. Außerdem gibt es ein 8442 km langes Schienennetz, das inzwischen fast alle größeren Städte miteinander verbindet. Schließlich hat Iran 850 km Wasserstraßen, vor allem auf dem Karun und dem Urmia See im Westen des Landes, der allerdings nach Angaben der iranischen Regierung bis 2014 ausgetrocknet sein wird.
Vor kurzem wurde der Imam Khomeini Flughafen
südlich von Teheran in Betrieb genommen, der bei weitem größte des Landes. Auch die meisten anderen großen Städte verfügen über internationale Flughäfen, aber der größte Teil des internationalen Flugverkehrs wird weiterhin über Teheran abgewickelt. Da immer mehr Städte über nationale Flughäfen verfügen, stieg die Zahl privater Fluglinien für Binnenflüge in den letzten Jahren stark an. Die internationalen Verbindungen sind allerdings nach wie vor unter dem Monopol der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air
.
Das wichtigste Verkehrsmittel in den Städten sind Busse und Taxis. Einzig Teheran verfügt seit 2001 über ein U-Bahn-Netz
, allerdings sollen Esfahan und Ahvas folgen. Die Teheraner Metro steht zwar vor allem wegen der großen Höhenunterschiede innerhalb des Stadtgebietes vor enormen geographischen Hindernissen, doch ihr Ausbau, der mit enormem technischen und finanziellen Aufwand betrieben wird, schreitet trotzdem von Jahr zu Jahr voran.
Die wichtigsten Häfen des Landes sind Bandar-e Anzali am Kaspischen Meer und Assaluyeh
, Bandar-e Imam Khomeini und Bandar Abbas am Persischen Golf.
Flagge:
Die Flagge der Islamischen Republik Iran, gültig seit dem 29.07.1980, hat drei gleich breite Querstreifen. Der oberste ist grün, die Farbe des Islam. Der mittlere Streifen ist weiß, die Farbe des Friedes und der Freundschaft. Der untere rote Streifen symbolisiert Mut, Tapferkeit und vergossenes Blut. An den Übergängen der Streifen steht 22 Mal "Allahu Akbar", Gott ist groß. Die Zahl steht für den 22. Bahman (11.02.1979), den Tag des Sieges der Islamischen Revolution. Das Symbol in der Mitte zeigt ein Schwert und vier Halbmonde. Es symbolosiert die Macht des Islam, den Globus und den weltweiten Kampf der unterdrückten Völker. Zudem zeigt das Symbol das Wort "Allah".
Die heutige Flagge enthält viele Elemente, die aus früheren
iranischen Flaggen
übernommen wurden.
Nationalhymne:
Die neue Nationalhymne
der Islamischen Republik wurde im März 1980 eingeführt, nachdem in den Monaten zuvor noch die Nationalhymne des Schahs
benutzt wurde.
Nationalfeiertag:
Der Nationalfeiertag ist der 22. Bahman (10./11. Februar). An diesem Tag wurde 1979 der Sieg der islamischen Revolution erklärt.
Gerade zu einem Land, das so stark polarisiert wie die Islamische Republik Iran, findet sich im Internet eine große Bandbreite an Meinungen. Die Seiten offizieller Einrichtungen wie die des Auswärtigen Amtes oder der Stiftung Wissenschaft und Politik
bieten intentionsungebundene Daten und qualitativ hochwertige wissenschaftliche Analysen. Da diese per definitionem auf politische Themen beschränkt sind, finden andere Aspekte dieses Landes und seiner Kultur hier keine Beachtung.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weit weniger seriöser Seiten sowie einige mit eindeutig tendenziösen Absichten. Während viele der momentan im Fokus der Weltöffentlichkeit stehenden arabischen Staaten noch eine eher traditionelle Medienpolitik verfolgen, indem sie versuchen, den Informationsfluss aus dem Land so weit wie möglich zu unterbinden, verfolgt die Islamische Republik hier eine andere Linie.
Sie bietet – direkt und indirekt – Informationen an, die auf den jeweils zu erreichenden Leserkreis abgestimmt werden, sprachlich sowie inhaltlich. So soll die eigene Sicht der aktuellen Entwicklungen, aber auch Hintergrundanalysen, verbreitet werden. Eines der wichtigsten Instrumente dazu ist der Staatliche Nachrichtensender PressTV
, der alleine für die englischsprachige Welt konzipiert ist. Innerhalb Irans ist der Sender nicht zu empfangen.
Darüber hinaus finden sich gerade in den letzten Jahren eine Vielzahl privater Seiten im Netz, deren Intention eindeutig zu erkennen ist. Die Vorstellung, hier technisch veraltet umgesetzte eindeutige Propaganda vorzufinden, trifft längst nicht mehr zu. Vieler dieser Seiten sind sehr professionell gemacht, übersichtlich gestaltet und meist in perfektem Deutsch.
Vor allem ist hier irananders
zu nennen. Die Seite, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut, liefert nach eigener Aussage einen alternativen Blick auf die Auseinandersetzungen mit der Islamischen Republik, innen- wie außenpolitische. Auf der Seite finden sich durchaus auch Beiträge, die auf den ersten Blick Kritik enthalten, so etwa der Bericht über die Verurteilung des iranischen Regisseurs Dschafar Panahi
. Die Intention ist dabei allerdings klar: Die Seite steht Mahmud Ahmadinedschads Politik sehr nahe. Wird Kritik geübt, dann nicht an ihm sondern an seinen Gegnern, allen voran der „Grünen Bewegung“. Darüber hinaus ist der Seite an der Darstellung der Islamischen Republik als einem pluralistischen System gelegen, das es so de facto nicht gibt. Zahlreiche weitere Seiten haben andere Schwerpunktsetzungen wie Wirtschaft
oder Religion
, funktionieren aber nach demselben Prinzip.
Auch andere Stimmen sind keinesfalls still im Netz. Exiliraner verschiedenster politischer Ausrichtung betreiben eine Vielzahl von Blogs, die die Islamische Republik, nicht selten auch den Islam als Religion verunglimpfen, seien es nationalistische
, anti-islamische
oder eher monarchistische
. Die Übergänge sind dabei häufig fließend, die Verbindungen eng, etwa auch zwischen einigen dieser Gruppen und Organisationen deutscher Islamkritiker, etwa von Politically Incorrect
.
Einen ausführlichen Internetauftritt hat der Nationale Widerstandsrat Irans.
Die in Paris ansässige Organisation sieht sich als einzig legitime Vertretung der Opposition gegen die Islamische Republik und hat ihre Vorsitzende Maryam Radschavi zur Übergangspräsidentin für die Zeit nach der Islamischen Republik gewählt. Allderdings gibt es immer wieder Kritik an dieser Organisation, unter anderem, da ihr die von der EU als terroristische Organisation eingestuften Volksmodschahedin
abgehören.
Letzten Endes muss es dem Leser überlassen bleiben, die zahlreichen Informationen des Netzes zu werten. Da es aber interessant sein kann, sich mit der Sicht des anderen auseinanderzusetzen, lohnt ein Blick auf diese Seiten in jedem Fall, solange man sich nur ihrer Intentionsgebundenheit bewusst ist.
Die Links sollen dem an Iran interessierten Leser weitergehende Informationen zu Land und Leuten liefern. Dabei ist allerdings auf drei Dinge zu achten:
1) Der iranische Staat hat generell ein gespanntes Verhältnis zur Idee des freien Zugangs zu Informationen im Internet, was sich im Allgemeinen durch Zensur ausdrückt. Besonders seit den Unruhen im Zuge der vermutlich gefälschten Präsidentschaftswahlen von 2009 schränkt der Staat zusätzlich dazu den Zugang zum Internet immer wieder ein und verlängert dadurch die Ladezeiten oder schaltet es ganz ab. Es kommt dadurch immer wieder vor, dass Links auf iranische Seiten nicht funktionieren. Diese sind aber in aller Regel nach einer gewissen Zeit wieder erreichbar.
2) Die meisten Seiten offizieller iranischer Stellen gibt es auch auf Englisch, allerdings lässt sich die Sprachauswahl oft nicht speichern. Links auf Seiten iranischer Ministerien etwa werden häufig zunächst auf Persisch angezeigt. Das lässt sich allerdings leicht umstellen, das einzige Wort in lateinischen Buchstaben ist "English".
3) Die Meinungen, die auf den hier verlinkten Internetseiten vertreten werden, sind ausdrücklich nicht die des Autors. Seiten großer Organisationen wie die des Auswärtigen Amtes oder des British Museum sind davon natürlich ausgenommen.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Januar 2013 aktualisiert.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!