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Familie (Sumatra)

Alltag

Alle wichtigen Strukturdaten zu Alltag & Praktischen Informationen
BeschreibungInhalt
Währung:Rupiah (IDR)
Wechselkurs:15135 IDR pro € (Stand 1.11.2014)
Zeitzone:UTC +7 bis UTC +9
Landesvorwahl (Telefon):+(62)
Klima (für Hauptstadt):tropisch- monsunal
Internationaler Flughafen (IATA):CGK (Jakarta)

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Indonesien

Reiseinformationen

Umfassende Reiseinformationen zu Reisezielen,  Kosten- und Geldfragen, und  Hotels vor Ort bietet vor allem die Internetplattform des Reiseführers 'lonely-planet'.   Zusätzliche Informationen und Fotos finden Sie unter der regierungseigenen Homepage des Tourismusministeriums

Ein Werbevideo des Tourismusministeriums liefert ihnen erste Eindrücke von der Vielfalt der Reiseziele. Die meisten dieser Ziele sind sowohl alleine als auch mit organisierten Touren gut zu erreichen.

Transport und Verkehr

Zweirädriger Schwertransport © Klaus Fuhrmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wahl des Verkehrsmittels richtet sich in Indonesien stark nach den regional stark unterschiedlichen Möglichkeiten. Der meiste Überlandverkehr findet per Bus statt. Komfortablere Überlandreisen mit Transport von Haus zu Haus sind mit einem sogenannten Travel möglich. Im öffentlichen Personennahverkehr kann man auf Mikrolet oder Bemos zurückgreifen. Alternativen zum Taxi bieten Becak, Ojek, Bajaj und Helicak.

In Indonesien ist die Verkehrsinfrastruktur häufig sehr mangelhaft. Das gilt sowohl für den Straßen- als auch für den Schiffs- und den (fast nur auf Java vorhandenen) Schienenverkehr. Insbesondere der Straßenverkehr ist von einem mangelnden Risikobewusstsein der Verkehrsteilnehmer geprägt. Die Sicherheitsanforderungen und -vorkehrungen liegen im Transportsektor deutlich unter europäischem Niveau. Der Straßenverkehr ist unfallträchtig. Das gilt insbesondere für die Hauptverbindungsstrecken zwischen größeren städtischen Zentren.

In den letzten Jahren häuften sich zudem schwere Flugzeug- und Schiffsunglücke. 

Die staatliche Reederei Pelni unterhält eine insgesamt 24 relativ sichere (in Deutschland gebauter) Schiffe, die nach einem festen Fahrplan das gesamte Archipel durchfahren. Eine Schiffsreise von Jakarta bis nach West-Papua dauert jedoch bis zu 7 Tage. Informationen über aktuelle Fahrpläne sind am Besten bei den lokalen Pelni- Büros zu erfragen.

Indonesische Flugunternehmen durften mehrere Jahre aufgrund einer Reihe von, u.a. durch mangelnde Sicherheitskontrollen hervorgerufenen schweren Flugzeugunglücken keine EU-Flughäfen anfliegen. Das Verbot wurde 2009 aufgehoben. Innerhalb Indonesiens gibt es, sofern man nicht über viel Zeit verfügt, aufgrund der riesigen Entfernungen allerdings selten Alternativen zum Luftverkehr.  Alle größeren Fluggesellschaften, (z.B. Garuda Indonesia, Lion Air, Silkair, AirAsia) sind online buchbar und fliegen die größeren Zentren in regelmäßigen Abständen an. 

Die in staatlichem Besitz befindliche Fluggesellschaft Merpati, die viele kleinere Flughäfen anfliegt hat am 1. Februar 2014 aufgrund hoher Schulden ihre Dienste eingestellt. Ob diese Airline weiter bestehen wird ist derzeit noch unklar.

Einreisebestimmungen

Indonesische Touristenvisa werden bei der Einreise für einen Zeitraum von 30 Tagen ausgestellt und sind seit Januar 2010 einmalig im Land um weitere 30 Tage verlängerbar. Für alle anderen Zwecke (z.B. Forschungstätigkeit, Studienaufenthalt, Seminarteilnahme als Redner), müssen bei der zuständigen indonesischen Auslandsvertretung Informationen darüber eingeholt werden, ob ein Sozial- Dienst- Geschäfts- oder Journalistenvisum erforderlich ist. Die diesbezüglichen Bestimmungen können sich von Zeit zu Zeit ändern. Erste Informationen erhalten Sie in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes und der Homepage der indonesischen Botschaft in Berlin.

Visa bzw. Einreisestempel des Staates Israel können, nach Angaben des Auswärtigen Amtes, unter Umständen zu Problemen bei der Einreise führen. Die indonesische Botschaft in Deutschland erklärte jedoch gegenüber dem Autor dieser Seite, dass es diesbezüglich keine offiziellen Bestimmungen gäbe.

Geld- und Geldfragen

Die indonesische Währung ist der Rupiah, der unterteilt ist in 100 Sen. Der geringe Wert des Rupiah bringt es jedoch mit sich, dass das kleinste derzeit noch übliche Geldstück die 50 Rupiah- Münze ist. Daneben gibt es noch Geldstücke zu 100, 500 und 1000 Rupiah. Außerdem sind Banknoten zu 500, 1000, 5000, 10.000, 50.000 und 100.000 Rupiah im Umlauf

Geldüberweisungen nach Indonesien funktionieren in der Regel, zumindest bei den größeren Banken, problemlos. Es ist aber auch möglich mit Kreditkarten (auch der EC-Karte) an vielen Geldautomaten gegen Gebühr Geld abzuheben. Meist können dort aber nur kleinere Beträge abgehoben werden.

Bargeld lässt sich bei Wechselstuben oder Banken wechseln. Außerhalb von Java und Bali geben Banken zum Teil sehr viel schlechtere Wechselkurse. Die Differenz kann bei bis zu 20% liegen.

Der aktuelle Rupiahkurs liegt (stark schwankend) bei etwa 15.000 Rupiah für einen Euro

Wohnen und Versorgung

Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland deutlich geringer, allerdings regional sehr unterschiedlich. Besonders preiswert lebt es sich vor allem wenn man lokalen Produkten den Vorzug gibt.

Große Unterschiede gibt es auch bei den jeweils üblichen Mietpreisen. Die Mietpreise für Wohnungen  von vergleichbarer Qualität können in den großen Metropolen um ein mehrfaches höher liegen wie z.B. in Mitteljava und der Region Yogyakarta.

In allen größeren Städten gibt es z.T. sehr große und luxuriöse Shopping Malls in dem sich mehr oder weniger das gleiche Angebot internationaler Konzerne findet wie in westlichen Ländern.

Mit Kindern in Indonesien

In allen größeren Metropolen gibt es internationale Kindergärten und internationale Schulen. Eine Deutsche Schule gibt es allerdings nur in der Region Jakarta. Die Schule ist in Tangerang nahe des German Centre.  Schüler die im Zentrum von Jakarta wohnen haben daher aufgrund der Verkehrssituation oft lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen.

Insbesondere Jakarta bietet für Kinder zahlreiche FreizeitmöglichkeitenUnter anderem gibt es mehrere Freizeitparks wie z.B. Dunia Fantasi oder Taman Mini , der auch für Erwachsene sehr interessant ist, da man dort ganz Indonesien in Kleinformat bestaunen kann.

Sicherheit

In Indonesien hat es in den letzten Jahren mehrfach Bombenanschläge islamischer Extremisten gegeben. Laut den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes gelten vor allem solche Orte in Jakarta und auf Bali als gefährdet, die bevorzugt von Ausländern frequentiert oder mit dem westlichen Ausland identifiziert werden, wie Hotels, Botschaften, Einkaufszentren und touristische Einrichtungen.

In einzelnen Regionen, wie z.B. den Molukken, Papua und Aceh kann sich die Sicherheitslage plötzlich anspannen.

In Aceh hat sich die Lage seit dem Friedensabkommen 2005 zwar deutlich verbessert, dennoch hat es seit 2007 auch vereinzelt Bombenanschläge gegeben.

Grundsätzlich sind die Gefahren des indonesischen Straßenverkehrs jedoch um ein vielfaches höher als die Gefahren die durch Bombenanschläge oder religiös motivierten Extremismus drohen. Insgesamt hat auch die Kriminalität seit der Asienkrise (1997/1998) zugenommen.

Besonders in großem Gedränge und in öffentlichen Bussen, ist die Gefahr Opfer eines Taschendiebstahls zu werden relativ hoch. Auch in anderen von Touristen stark frequentierten Verkehrsmitteln gibt es relativ viele, teilweise in Banden organisierte Diebe. Gewaltkriminalität gegenüber Ausländern ist jedoch sehr selten.

Gesund bleiben

In Indonesien sind grundsätzlich die gleichen Vorkehrungen zur Gesundheitsvorsorge  zu treffen wie in vielen anderen tropischen Ländern auch. So sollte z.B. Wasser grundsätzlich kein Leitungswasser getrunken werden.

Lassen Sie sich über die erforderlichen Maßnahmen zur Gesundheitsvorbeugung von einem erfahrenen Tropenarzt eines Tropenmedizinischen Zentrums beraten - auch weil die an ihrem Einsatzort sinnvollen Impfmaßnahmen stark davon abhängen in welcher Region Indonesiens Sie vornehmlich eingesetzt werden.
In Jakarta gibt es eine Reihe von recht guten privaten Krankenhäusern. Außerhalb der großen Zentren muss jedoch mit einer eher lückenhaften Gesundheitsversorgung gerechnet werden.

Bei leichteren Beschwerden kann es lohnend sein auch mal die Jamu genannte indonesische Kräutermedizin zu versuchen

Jamu- Kräutermedizin © Klaus Fuhrmann

Indonesische Literatur in deutscher Sprache

Sie müssen nicht unbedingt Indonesisch lesen können, um sich über die Literatur einen weiteren Zugang zur indonesischen Gesellschaft ermöglichen zu können. Übersetzungen von Schriftstellern wie Mangunwijaya, Mochtar Lubis, Umar Kayam, Pramoedya Ananta Toer, Rendra und Armijn Pane liegen auch in deutscher Sprache vor. Da Indonesien 2015 Gastland der Buchmesse ist, werden in den nächsten Monaten weitere Übersetzungen auf den Markt kommen.

Die Lyrik ist ein besonders populäres Genre der indonesischen Literatur. Lyriklesungen, oft mit viel Pathos verbunden,  sind in Indonesien sehr populär und finden nicht selten vor mehreren hundert Zuhörern statt.

Lassen sie diese Möglichkeit, Ihr zukünftiges Gastland besser zu verstehen, nicht aus.

 

 

Deutsch-Indonesische Kontakte

Mehr als 20 Vereinigungen bemühen sich in Deutschland um die Förderung deutsch-indonesischer Kontakte. Goethe-Institute gibt es in Jakarta, Bandung und Surabaya. Deutsche Kultur wird in der Regel sehr positiv wahrgenommen. 

Um den wissenschaftlichen Austausch bemühen sich unter anderem der DAAD, und eine Vereinigung von Alumni, die in Deutschland studiert haben. 

Die heute wohl einflussreichste deutschstämmige Persönlichkeit Indonesiens ist Pater Franz Magnis Suseno, der sich seit vielen Jahren für die Förderung des interreligiösen Dialogs einsetzt.

Deutsche Küche ist eher selten anzutreffen, findet aber auch in Indonesien vereinzelte Liebhaber.

Kulinarische Verbindungen © Klaus Fuhrmann
Kulinarische Verbindungen © Klaus Fuhrmann

Auch der deutsche Fußball findet in Indonesien Anklang...

Bayern-München Fanclub  Jakarta © Klaus Fuhrmann
Bayern-München Fanclub in Jakarta © Klaus Fuhrmann

...ebenso wie vereinzelte deutsche Schriftsteller.

Karl May Comics in indonesischer Sprache © Klaus Fuhrmann

Kenntnisse über deutsche Geschichte sind bei der indonesischen Bevölkerung wahrscheinlich ähnlich "stark" verbreitet wie Kenntnisse über indonesischer Geschichte bei der deutschen Bevölkerung.

Straßenstand in Yogyakarta © Klaus Fuhrmann

Internet, Telefon und Post

Da nur wenige Indonesier einen eigenen Internetanschluss besitzen sind Internetcafes in den letzten Jahren zu einer rasant wachsenden Dienstleistungssparte geworten.

In den großen Städten gibt es meist Internetcafes mit relativ schnellen Verbindungen. In den eher entlegenen Regionen außerhalb der Hauptinseln sind gute Internetverbindungen über Festnetz noch eine Rarität. 

Vor allem die junge urbane Mittelklasse nutzt das Internet mit großer Begeisterung. Das Mitteilungsbedürfnis über Internet ist außergewöhnlich groß. Nirgendwo in ganz Asien wird so viel getwittert wie in Indonesien (ca. 21% der über 15-jährigen Anwender). Schätzungen des Internetdienstes "Inside Facebook" gingen davon aus, dass 2011 Indonesien die zweitgrößte Facebook- Gemeinde (nach den USA) stellte.  Inzwischen ist Indonesien mit 69 Millionen monatlichen Usern bei Facebook auf dem vierten Rang. Facebook ist mittlerweile auch ein wichtiges Medium für den politischen Protest geworden.

2013 nutzten rund 65 Millionen Indonesier das Internet.

Mehr als die Hälfte der Indonesier geht über Mobilfunk ins Internet da Festnetzverbindungen oftmals sehr unzuverlässig und z.T. sogar teurer sind.

Auch viele Menschen der ärmeren Bevölkerungsschichten besitzen heute ein Mobiltelefon. Die Zahl der Mobiltelefone wird auf 170 Millionen geschätzt. Mobilverbindungen nd nach Deutschland sind ab 15 Cent pro Minute möglich.

Briefe nach Deutschland brauchen, je nachdem von wo sie abgeschickt werden, unterschiedlich lange. Von Jakarta oder Bali sind es meist 3-5 Tage, von entlegenen Inseln jedoch bis zu mehreren Wochen.

Seefracht braucht 2-3 Monate. Generell ist die indonesische Post jedoch relativ zuverlässig.

Über den Autor

© Klaus Fuhrmann

Seit 2003 führe ich für die GIZ Landesvorbereitungskurse für Indonesien durch. Nach meinem Ethnologiestudium (u.a. in Yogyakarta) habe ich mehrere Jahre in Indonesien geforscht. Später habe ich in Indonesien im Rahmen eines Tsunami-Wiederaufbauprojekts sowie als Dokumentarfilmer, Radioreporter und Studienreiseleiter gearbeitet. Derzeit bin ich vor allem als interkultureller Trainer für das Institut für Migration, Kultur und Gesundheit (Amiko) tätig.

 Für Anregungen und Kommentare bin ich Ihnen dankbar.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2014 aktualisiert.

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