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Bank in Tbilisi

Wirtschaft und Entwicklung

rsiAlle wichtigen Strukturdaten zu Wirtschaft und Entwicklung
BeschreibungInhalt
GDP (2013):16,126 Mio USD (Rang 112)
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität):3.596,6 USD (2013)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI):0,745 (Rang 72 von 186)
Anteil Armut (registriert):9,7 %
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient):0,43 (2012)
Anteil alphabetisierte Erwachsene:99,6 %

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Das LIPortal

Georgien

WIRTSCHAFT

Sieben Jahre die Georgien für immer veränderten - Bericht der Regierung 2011
Sieben Jahre die Georgien für immer veränderten - Bericht der Regierung 2011
Strategic “10-Point Plan” of the Government of Georgia for Modernization and Employment 2011-2015
Strategic “10-Point Plan” of the Government of Georgia for Modernization and Employment 2011-2015

Die Wirtschaft Georgiens erlebte in den neunziger Jahren einen jähen Absturz, von dem sich das Land nur allmählich erholt. Seit 2004 wurde von der neuen Regierung eine scharfe Reformpolitik eingeleitet, die Georgien lt. Doing Business 2012 zum businessfreundlichsten Land der Region machten (siehe auch Bertelsmann Tranformations Index 2012 (BTI 2012 Georgien; aktuelle statistische Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung stellt die neue Statistische Agentur Georgiens/ GeoStat) zur Verfügung.). 

Die neue georgische Regierung verfolgte seit 2004 eine eindeutig marktwirtschaftlich orientierte Politik. Schwerpunkte der über 70 Reformen liegen auf der Verbesserung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie im Finanz- und im Energiesektor gepaart mit einer teilweise radikalen Privatisierungspolitik und dem Vorgehen gegen die Schattenwirtschaft, was sich mit einem sprunghaften Anstieg ausländischer Investitionen positiv auf den Staatshaushalt und das Wirtschaftswachstum auswirkte. Einbrüche waren vor allem im Zusammenhang mit dem russisch-georgischen Krieg 2008 zu verzeichnen. 2012 wurde im Rahmen der Korruptionsbekämpfung die Offenlegung aller Einkommen von Politikern und hohen Beamten veranlasst. Die Datei, die unter anderem alle offiziellen Firmenbeteiligungen, Immobilien, Autos und Anlagevermögen und Einkommen von Politikern und hohen Beamten enthält, kann bei Transparency International Georgia unter declarations.ge heruntergeladen werden.

Das reale Bruttoinlandsprodukt lag in den Jahren 2005 bis 2007 stabil zwischen acht und zehn Prozent, erst im Jahr 2008 sackte es aufgrund des Krieges und der Weltwirtschaftskrise ab. Ende 2009 hatte sich Georgien wieder stabilisiert, 2010 und 2011 lag das BIP bei 6,4% und 6%. Infolge der politischen Machtkämpfe 2012/13 sank das BIP 2013 erneut auf 3,6%.

In der Beurteilung der EBRD werden die guten Rechts- und Steuerbedingungen sowie eine vernünftige Fiskalpolitik der Regierung als Grund für ein solides Wachstum aufgeführt. Die Wiederöffnung des russischen Marktes für Im-und Exporte sowie der Ausbau der georgisch-aserbaidschanischen und georgisch-türkischen Beziehungen sind entscheidende Faktoren wirtschaftlicher Stabilisierung.

Trotzdem lag das Pro-Kopf-Einkommen durchschnittlich unter 3.000 US-Dollar (GNI 2.860 USD - 2013). Das verdeutlicht den wirtschaftlichen Aufholbedarf Georgiens. Weite Teile der Bevölkerung, besonders in den ländlichen Regionen, leben in großer Armut. Die Zahl der Arbeitslosen wird offiziell mit 15% (inoffiziell bis 50%) und die der "Armen" mit 32% angegeben. Soziale Unzufriedenheit bleibt ein permanentes Problem.

Wirtschaftswachstum 2013* nach Sektoren (real, %): Verarb. Industrie: 16,4% Handel,Reparaturdienstleistungen: 7,3% Bauwirtschaft: 11,4% Landwirtschaft: -3,3% Transportsektor: 5,9% Gesundheitswesen: 1,0% Bildung: 2,4% Hotelgewerbe u. Gastronomie: 11,8% Telekommunikation: 9,6%              

Inflationsrate (Dezember gegenüber Dezember des Vorjahres):

2008: 5,5; 2009: 3,0; 2010: 11,2; Sept. 2011 (Sept. 2010): 4,6: 9,6;                                  * Schätzung; 

Arbeitslosigkeit (offiziell*, %) 2008: 16,5; 2009: 16,9; 2010: 16,3; 2013: 15 (*Der Wert erfasst nicht Eigentümer von Grund und Boden, die überwiegend Subsistenzwirtschaft betreiben und daher aus georgischer Sicht “selbständig“ sind. Auch werden dabei die vielen Tagelöhner, Kleinhändler und Ein-Mann-Unternehmer nicht berücksichtigt, die von der Hand in den Mund leben.)

Durchschnittslohn (nominal,GEL/Monat): 2008: 543,9; 2009: 556,8; 2010: 631,3; 2012: 743,5 2

Haushaltssaldo (% des BIP) 2008: -6,3; 2009: -9,2; 2010: -6,6; 2011: -3,6*;

Staatshaushalt 2012: Ausgaben 6 462,8 Mio. GEL (3 043,9 Mio. EUR) Einnahmen 7 565,7 Mio. GEL (3 563,4 Mio. EUR) Defizit 231 Mio. GEL (98 Mio. EUR) Staatsverschuldung international 6 617,2 Mio. GEL (3 116,0 Mio. EUR)

Umfang Staatshaushalt in % des BIP 28,4%

Chancen für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung ergeben sich vor allem auch durch die geopolitische Lage als Transportkorridor für diversifizierte Energielieferungen aus Zentralasien und Aserbaidschan nach Europa. Hier verlaufen u.a. die Ölpipeline Baku-Tiflis-Ceyhan (BTC) und die Gaspipeline Baku-Tiflis-Erzurum (BTE, "South Caspian Pipeline"-SCP), die Energierohstoffe aus dem Kaspischen Raum nach Europa liefern. Parallel zu diesen Pipelines ist auch der künftige Gastransport-Korridor "Southern Corridor" geplant.

Quelle: GTAI (Wirtschaftsdaten kompakt); Geostat

Aktuelle Wirtschaftsinformationen bietet die Deutsche Wirtschaftsvereinigung in Georgien, die auch regelmäßig einen aktuellen Newsletter verschickt.

Industrie

Das potential der georgischen Industrie ist gegrenzt.

Rohstoffe:      agrarisch Tee, Zitrusfrüchte, Wein, Getreide, Gemüse 

                       mineralisch Steinkohle, Mangan, Buntmetalle (Kupfer, Zink), Baryt, Erdöl, Sande und Erden

Ausfuhrgüter (Anteil in %) 2010:

Eisen u. Stahl und -erzeugn. 16,7; Kfz u. –teile 14,4; Eisenschrott 6,9; Gold 5,4; Düngemittel 4,6; Kupfererz 4,5; Nüsse 4,0; Spirituosen 3,4; Kupferschrott 2,6; Wein 2,5; Sonstige 35,0

 

 

Landwirtschaft

Traditionell ist Georgien ein Agrarland. 54% aller Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft tätig. Die natürlichen Bedingungen bieten gute Voraussetzungen für eine breite Palette von Obst-, Gemüse, Ackerbau und Viehzucht. Wie alle Wirtschaftsbereiche hat die Landwirtschaft in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich an Produktivität eingebüßt. Abwanderungen junger Arbeitskräfte, die Verschleiß der veralteten Technik, keine Finanzmittel für die Beschaffung von Saatgut und Düngemitteln oder verarbeitende Anlagen haben die Produktivität sinken lassen. das Staatsbudget hat seit 2011 eine deutliche Erhöhung der Investitionen vorgenommen und wird 2012 eine Steigerung um 60% gegenüber dem Vorjahr (von 75,160.00 auf 119,998.00 GEL/ 53,999 Mio. EUR)  realisieren. Der Großteil wird dabei in den Bereich der ländlichen Entwicklung investiert.   

Tourismus

Georgien ist ein Reiseland, welches aufgrund seiner geografischen und kulturellen Gegebenheiten zu jeder Jahreszeit attraktive touristische Angebote bereithält. Als sich am schnellsten entwickelnder Wirtschaftszweig der georgischen Wirtschaft, genießt die Förderung des Tourismus bei der georgischen Regierung höchste Priorität. Ende des Jahres 2010 lag die Besucherzahl bei 2 Millionen, das entsprach einem Anstieg um 33% innerhalb eines Jahres. 2011 wurden 3 Millionen Touristen erwartet. Das hohe Potenzial dieses Sektors und Investitionserleichterungen bieten gute Chancen für Investoren.

Neben dem Sommertourismus an der Küste des Schwarzen Meeres und dem Wintertourismus in den Skiregionen des Kaukasusgebirges bietet das Land mit dem Wein-, Kultur-, Öko- und Spa- Tourismus den Reisenden vielfältige Möglichkeiten der Urlaubs- und Freizeitgestaltung. Auch Abenteuertourismus wie Bergsteigen, Trekking, Wanderungen und Rafting ist in diesem touristisch attraktiven Land möglich. Die Regierung unterstützt die Entwicklung des Wirtschaftszweiges durch Strategien, Marketingaktivitäten und den Ausbau der touristischen Infrastruktur. Besonders die Schwarzmeerküste sowie die Gebirgsregionen, und hier hauptsächlich Swanetien (siehe Karte), werden gefördert.

Reiseveranstalter: Caucasus Travel; CGTT VOYAGES; Intertour (); OMNES TOUR;  Visit Georgia; EuroKaukAsia GmbH.

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

Minister Rößler trifft der georgischen Premier Gilauri
Minister Rößler trifft der georgischen Premier Gilauri

Schwerpunkte der internationalen Unterstützung bei der Umsetzung des State Programme on Poverty Reduction and Economic Development 2003-2005 (Strategiepapier 2003) waren der Ausbau des Energiesektors (über 80 % aller Investitionen), Wirtschaftsreformen, Armutsbekämpfung sowie das Gesundheits- und Bildungswesen.

Seit der Unabhängigkeit Georgiens finanzierte allein die EU-Kommission Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Höhe von 500 Mio. Euro. Gemeinsam mit den Mitteln der EU-Mitgliedstaaten liegt die europäische Unterstützung für Georgien seit 1992 bei ca. 1 Mrd. Euro. Bei der internationalen Geberkonferenz in Brüssel im Oktober 2008 sagte die EU-Kommission weitere 500 EURO Mio. für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau zu, für 2012 sind 50 Mio. angekündigt.

Im Rahmen der 2001 gestarteten Kaukasus-Initiative Deutschlands werden der Auf- und Ausbau des Rechtssystems, eine Stärkung der kommunalen Demokratie, der Energiesektor, die Privatwirtschaft, die Tbc-Bekämpfung sowie der Schutz von Bioreservaten Naturschutz Kaukasus unterstützt (BMZ Georgien).

Im Rahmen der bilateralen öffentlichen finanziellen Entwicklungszusammenarbeit (KfW) erhielt das Land bisher: (Mio. Euro) 2007: 29,782; 2008: 24,265; 2009*: 21,676 und der technischen Zusammenarbeit: 2007: 5,461; 2008: 6,174; 2009*: 6,252 (*letzte verfügbare Angabe)

Aktuelle Arbeitsgrundlage für die Zusammenarbeit zwischen der EU und Aserbaidschan ist das Nachbarschaftsabkommen vom 14. Nov. 2006 (Strategiepapier Ost 2007 – 2013) mit den Schwerpunkten Verkehrs- und Energietransportnetze, Umweltschutz, Forstwirtschaft, Grenzsicherung, Steuerung Migration, Zollwesen, Bekämpfung organisierter Kriminalität, Förderung Zivilgesellschaft und Austausch, Beseitigung explosiver Kriegsdelikte. Im Rahmen des ENPI-Abkommens 2007-2013 waren für Georgien 120,4 Mio. (Armenien 98,4 Mio.) vorgesehen. Ergänzt wurde das Instrument durch die „Östliche Partnerschaft“ (7. Mai 2009, Prag), in dessen Rahmen die Mittel für die Europäische Nachbarschaftspolitik für sechs Nachfolgestaaten der UdSSR (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine, Weissrussland) verdoppelt werden sollen. Mit Georgien ist ein Assoziierungsabkommen vorgesehen, das im wirtschaftlichen Bereich den Abschluss eines umfassenden Freihandelsabkommens zum Ziel hat. Zum aktuellen Stand der europäisch-aserbaidschanischen Zusammenarbeit siehe auch:

Am 14.11.2006 unterzeichneten die EU und Georgien (zeitgleich mit Armenien und Aserbaidschan) den Aktionsplan der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENPI - Info Center Georgia). Der Plan regelt die zukünftige Zusammenarbeit mit der EU. Zu den zehn Handlungsprioritäten zählen u.a. die Befriedung der Konfliktregionen Abchasien und Süd-Ossetien, die Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie die Korruptionsbekämpfung.

Im Dez. 2011 traf sich Bundesminister Rösler mit dem georgischen Premier und versicherte einen Ausbau der Zusammenarbeit. Als zukunftsweisende Felder benannte er: die Modernisierung der georgischen Landwirtschaft sowie die Bereiche Energieeffizienz und erneuerbare Energien. 

Deutschland ist für Georgien der größte Handelspartner in der EU. Derzeit engagieren sich rund 100 deutsche Firmen in Georgien. Der bilaterale Handelsumsatz beider Länder stieg in 2010 auf insgesamt 302 Mio. Euro. Im Zeitraum Januar bis August 2011 legten die deutschen Ausfuhren nach Georgien um 24 Prozent zu, die deutschen Einfuhren aus Georgien sogar um 179 Prozent. 

Auch die Kooperation zwischen der Europäischen Union (EU) und Georgien wird enger. So soll die im Mai 2009 zwischen der EU und sechs ehemaligen Sowjetrepubliken - u.a. Georgien - gegründete "Östliche Partnerschaft" die Beziehungen weiter verbessern und die wirtschaftliche Annäherung fördern. In diesem Rahmen ist auch ein Assoziierungsabkommen der EU mit Georgien vorgesehen, das im wirtschaftlichen Bereich den Abschluss eines umfassenden Freihandelsabkommens zum Ziel hat. Aktuelle Informationen zur wirtschaftlichen Situation verbreitet regelmäßig die Deutsche Wirtschaftsvereinigung (DWV) in Tiflis.

Today Georgia has reinvented itself as THE STAR OF THE CAUCASUS. It is less corrupt than most former Soviet republics and one of the easiest places in the world to dobusiness, according to the World Bank. Its liberalised economy has weathered Russian embargoes, and the state held together during the war with Russia. Its police do not take bribes and electricity is no longer a luxury. Most important, people are no longer surprised by such success. The biggest transformation is in their minds. […] THE MENTAL SHIFT WHICH HAS OCCURRED IN GEORGIA WILL MAKE IT HARD TO TURN THE COUNTRY BACKWARDS.„ —“Georgia’s mental revolution”, The Economist, August 19, 2010

Informationsportale zu Wirtschaft und Entwicklung Georgiens

Deutsche Wirtschaftsvereinigung Georgien - Wirtschaftsnews 

Statistische Quellen

Auswärtiges Amt (2014): Länderinformationen Georgien

Bertelsmann Stiftung (2014):BTI 2014 Georgien/ Georgia Country Report.

Freedom House (2013): Country Report Georgia

UN – Millennium Indicators Database

World Bank (2013): World Development Indicators

National Statistics Office of Georgia  - Statistisches Jahrbuch 2013

 

Verschuldung

European Network on Debt & Development
Pariser Club


PRSP-Dokumente

Government of Georgia (2003): Economic Development and Poverty Reduction Program of Georgia. EDPRP

Government of Georgia (2006): Progress Report. Economic Development and Poverty Reduction Programmehttp://siteresources.worldbank.org/INTPRS1/Resources/cr05113-Georgia.PDF.

Weitere PRS-Dokumente und darauf Bezug nehmende Stellungnahmen von IWF und Weltbank können hier eingesehen werden:

Literatur, Berichte und Analysen

Aprasidze, David (2010): Nations in Transit 2010 – Georgia

International Budget Partnership (2010): Open Budget Index 2010 – Georgia. 




Messetermine Georgien 2012

28.03.-29.03.2012  
GIOGIE - Georgian International Oil, Gas. Energy and Infrastructure Conference and Showcase  
6.- 8. April 2012: CTF - International Fair for Tourism and Leisure in Georgia

16. - 19. Mai 2012: Caucasus Build - Internationale Ausstellung für die Bauindustrie, Haushaltstechnik, Haus & Garten, Dekorationsmaterialien & Technik

24. - 27. Mai: Buchausstellung

7. - 9. Juni 2012: WinExpo Georgia - Weinausstellung

21.-24. Juni 2012: Caucasus Healthcare - Internationale Fachmesse für Medizin-, Labor- und Dentaltechnik, Pharmazeutika, Optik & Krankenhauseinrichtungen Tiflis (Georgien)

21. -24. Juni 2012: Tbilisi Beauty’12

4.- 6. Oktober 2012: Business Development Exhibition

19. - 21. Oktober: Tbilisi Auto Show

26. - 28. Oktober 2012: Elcom Caucasus

14. - 17. November 2012: Agro+Food+Drink+Tech Expo

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