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Georgien erstreckt sich auf einer Länge von ca. 450 km südwestlich der steil abfallenden Berge des Großen Kaukasus
über Zwischengebirge bis zum Hochland des Kleinen Kaukasusgebirges. Während der Große Kaukasus das Land vor dem rauhen Kontinentalklima Russlands schützt, teilt es das Lichi-Gebirge in einen West- und einen Ostteil. Zwei Drittel der Gesamtoberfläche des Landes (ungefähr wie Bayern oder Irland oder M-V plus Schleswig-Holstein und Brandenburg) ist bei einer Bevölkerung von 4,5 Mio. mit Bergen über 600 m bedeckt. Gern vergleichen sich die Georgier deshalb mit der Schweiz.
Auf kleinstem Raum finden sich acht verschiedene Klima- und Vegetationszonen, die eine Vielzahl von Kulturlandschaften hervor brachten (wer auch einen optischen Eindruck von den Regionen erhalten möchte, wird auf der website von tedsnet
fündig):
An der Schwarzmeerküste herrscht subtropisches, feuchtwarmes Klima. Hier - in der Zone des Tees, der Zitrusfrüchte und eines früher blühenden Tourismus - liegen (von Nord nach Süd) - Abchasien, Mingrelien
, Gurien
und Adscharien
.
Weiter landeinwärts schliessen sich die Gebirgslandschaften Swanetien, Raschta und Letschchumi an - berühmt durch Wehrdörfer und Gesangeskunst.
Davon südlich schließt sich das westgeorgische Kernland Imeretien
mit Kutaisi als Zentrum an.
Östlich des Lichi-Gebirges liegt die zentrale Senke Ostgeorgiens - die Region Kartli
, geprägt durch trockene Sommer und kalte Winter.
Südlich von Kartli erhebt sich der Kleine Kaukasus mit den Regionen Mes'cheti und Dschawacheti
, stark besiedelt von Armeniern (Zensus 2002 über 50 %) und aus der Deportation zurück gekehrten turksprachigen Mes'cheten
.
Im äußersten Osten - im Grenzgebiet zu Aserbaidschan - schließlich kommt man in das Weinanbaugebiet Kachetien
.
Nördlich davon liegen im zerklüfteten Großen Kaukasus Talschaften mit ihrer eigenen Tradition: Chewsureti, Chewi, Tuscheti, Pschawi und Mtiuleti.
Die ehemalige Autonome Region Südossetien
(georg. historische Provinz Samatschablo) untersteht - ebenso wie die frühere Autonome Republik Abchasien)
- derzeit nicht der georgischen Staatsgewalt. Hintergründe zum georgisch-abchasischen Konflikt
mit weiterführenden Links und Literaturangaben finden sich u.a. auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung.
Fotoreportagen über Abchasien (und andere Regionen Georgiens) von Timo Voigt findet sich unter traxx-net
und in der Bilddatenbank Virtueller Kaukasus
von Heiner Buhr.
Grunddaten und aktuelle Informationen über Georgien bietet die Internetagentur von Irma Berscheid-Kimeridze
(Köln).


Weitere Impressionen finden sich auf einer der zahlreichen bebilderten websites zu Georgien: www.georgien-fotos.de/gallery2/main.php



Wichtige Städte: Tbilisi
/Tiflis (1,16 Mio Einwohner) Kutaisi (230.000 ), Rustavi (150.000), Batumi (130.000), Suchumi (120.000), Gori (68.000)
Berge: Shchara (5.086 m), Jangi-tou (5.058 m), Kasbegi (5.047 m).
Flüsse: Mtkvari (Kura) – 1.515 km (davon 351 in Georgien), Alazani 407 km (davon 390 in Georgien).
Seen: Paravani (38 qkm, 3,3 m tief, auf 2.073 m gelegen), Tabatskuri (14 qkm, 40 m tief, 2.000 m hoch gelegen), Keli (1,3 qkm, 63 m tief, liegt in 2.900 m Höhe), Ritsa (1,5 qkm, 101 m tief, 880 m hoch gelegen).
Wetter: Georgien zwischen 41°07' - 43°05 nördl. Breite und 40°05 - 46°44 östl. Länge. Die Klimazonen reichen von einem subtropisch-feuchten Klima im Westen bis hin zu einem trockenen und gemäßigten Kontinentalklima im Osten. Die durchschnittliche Lufttemperatur schwankt zwischen 15 °C im West- und 11 bis 13 °C im Ostteil. Der durchschnittliche Niederschlag im Westen beträgt 3.000 mm, im Osten 400 mm. Der Frühling in Georgien ist kurz mit abrupten Klimaschwankungen, der Sommer oft sengend heiß. Der Herbst ist sonnig-warm, der Winter schneearm. Vorhersagen
für die Hauptstadt und andere Städte auf der website von Sakartwelo.de.
Natürliche Ressourcen: Wald (ca. 3 Mio ha), Wasserkraft, "Nischenprodukte" wie Nüsse, Rosenöl, Heilkräuter; das subtropische Klima am Schwarzen Meer ermöglicht den Anbau von Zitrusfrüchten und Tee (insgesamt nur 11,51 % LNF, 3,79 % Ackerland, aber 55,6 % der Erwerbstätigen leben von der Landwirtschaft!); ca. 450 Fundstätten von 27 verschiedenen Bodenschätzen, darunter hochwertiges Manganerz (Tschiaturia Vorräte — 200 Mio t, Förderung jährlich bis 6 Mio t), Steinkohle (Tkibuli, Vorräte — 400 Mio t), Kupfererze (Marneuli — 250 T. t), Erdöl (Samgori, Patardzeuli, Vorräte ca. 30 Mio. t); Baurohstoffe; ca. 2 Tausend 2 тыс. Wasserquellen, darunter Heilquellen mit ca. 40 Mrd. L im Jahr.
Georgien hat dank unterschiedlicher Klimazonen eine hohe Artenvielfalt. Abgeschlossene Täler begünstigten die Entwicklung endemischer, nur in dieser Region beheimateter, Pflanzen und Tierarten. Der WWF zählt Georgien zu den 238 wichtigsten Ökoregionen der Erde. Die IUCN ((,internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen‘)
hat es als globales Zentrum der Pflanzenvielfalt benannt und BirdLife International
als weltweites endemisches Vogelgebiet ausgewiesen.
Wirtschaft: Stahl, Flugzeuge, Werkzeugmaschinen, elektrische Geräte, Bergbau (Mangan und Kupfer), Chemikalien, Holzprodukte, Wein. Wichtistger Wirtschaftsfaktor war im 20. Jh. neben der Landwirtschaft der Tourismus.
Georgien gehört zu den Gebieten mit der größten Biodiversität
Europas. Dem gegenüber stehen zahlreiche noch unzureichend gelöste Proble des Natur- und Umweltschutzes
.Bereits 1974 wurde in Georgien eines der ersten Staatlichen Komitees für den Naturschutz geschaffen, 1991 übernahm ein Ministerium für Umweltschutz und Naturressourcen dessen Aufgaben. 2011 wurde es in Ministerium für Umweltschtz umbenannt. 15 internationale Konventionen des Umwelt- und Naturschutzes wurden bisher unterzeichnet und ratifiziert, sieben stehen noch aus.
Zwar konnte die Luft- und Wasserverschmutzung in den letzten Jahren reduziert werden, aber die Problemzonen um die Eisenhüttenstadt Rustawi, die Verschmutzung von Kura und Schwarzem Meer, die Kontaminierung von Böden mit giftigen Chemikalien sind wie Fragen der Abfallbeseitigung und des Wassermanagements zu lösende Aufgaben. Gearbeitet wird auch an Landnutzungsplänen, die die geschützte Natur von landwirtschaftlichen und industriellen Flächen trennt. Zwar werden Probleme der Abholzung von Waldgebieten und Überweidung als Probleme genannt, aber in den letzten sieben Jahren konnte die Fläche der Schutzgebiete
von 4,2% auf 13,5% des Staatsterritoriums erweitert werden.
Der größte von 9 Nationalpark ist Bordshomi-Charagauli
(76.000 Hektar). Er wurde mit deutscher Hilfe
und Unterstützung des WWF 2001 eröffnet und gilt auch als touristisches Ausflugsziel. Er ist eines der größten zusammenhängenden Naturschutzgebiete in Asien. Der Nationalpark Tuscheti umfasst 83.007 Hektar, der Nationalpark Waschlowani 25.112 Hektar und das Schutzgebiet Tuscheti 27.903 Hektar. Ältester Nationalpark Georgiens ist der Lagodechi Nationalpark (1912) mit 17.688 Hektar.
Bevölkerung
: 4,586 (Juli 2011)
Davon 83.8% Georgier, 6.5% Aserbaidschaner, 5.7% Armenier, 1.5% Russen, 'andere' 2.5% (letzte Volkszählung von 2002)
Sprachen: 23 Sprachen aus sechs verschiedenen Sprachfamilien
Georgisch 71%, Russisch 9%, Armenisch 7%, Aserbaidschanisch 6%, 'andere' 7%
in Abchasien ist das Abchasische offizielle Sprache.
Religionen:
orthodoxe Christen: (offiziell nach Volkszählung 2002) 83.9%, Muslime 9.9%, Armenisch-Gregorianisch 3.9%, Katholiken: 0.8%, 'andere' 0.8%,
Altersstruktur:
0-14 Jahre: 15.6% (männlich 383,856/weibl. 333,617)
15-64: 68.3% (male 1,511,844/female 1,620,727)
65 Jahre und älter: 16%
Durchschnittsalter (2011): 39.1 (Männer: 36.6/ Frauen 41.6)
Die Bevölkerungsentwicklung weist einen negativen Trend aus. Seit der staatlichen Unabhängigkeit 1991 und den Bürgerkriegen hat rund eine Million Menschen das Land verlassen, ca. 500 Tausend sollen in GUS-Staaten leben. Zwischen 2000 und 2005 ging die georgische Bevölkerung jährlich um etwa ein Prozent zurück, nach einer relativen Stabilisierung, lag der Rückgang 2011 bei 0,3%.
Bürgerkriege in Abchasien und Südossetien in den 1990er Jahren führten dazu, dass etwa 250.000 Menschen flohen oder vertrieben wurden. Nach dem russischen-georgischen Konflikt um Südossetien 2008
erhöhte sich die Zahl drastisch. Ende 2011 registrierte der UNHCR in Georgien
über 335 Tausend Flüchtlinge und Zwangsvertriebene
; 7195 Menschen wurden als Asysuchende und 1900 als "Staatenlose" registriert.
G. galt bis zum Zweiten Weltkrieg als ein Agrarland, heute leben 52 Prozent der Einwohner in den städtischen Ballungsgebieten, 48 Prozent in Dörfern und ländlichen Gebieten. Im landwirtschaftlichen Bereich (Ackerbau, Gemüseanbau, Viehzucht) sind vor allem Aserbaidschaner (mit 6,5% der Bevölkerung die größte ethnische Minderheit vor den Armenier mit 5,7%) tätig. Sie siedeln vor allem in den (süd)östlichen Regionen; Armenier vor allem in den Gebieten Achalziche, Achalkalaki. Viele Griechen und Juden haben inzwischen das Land verlassen.



Flagge: Die Flagge
zeigt im Zentrum ein allein stehendes rechtwinkliges Kreuz auf einem silbernen (weißen) Hintergrund sowie vier kleinere Kreuze in den Ecken. Es handelt sich um das Jerusalemkreuz, ursprünglich ein Symbol für Christus und die vier Evangelisten oder die fünf Wunden Christi. Der silberne (weiße) Hintergrund steht für Unschuld, Keuschheit, Reinheit und Weisheit. Das Rot der Kreuze symbolisiert Mut, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Liebe.
Wappen: Das große Staatswappen
zeigt einen roten Schild, auf dem Georgiens Schutzpatron, der Heilige Georg als silbernen Reiter mit einem goldenen Heiligenschein abgebildet ist. Er bezwingt einen silbernen Drachen mit silbernem Speer. Über dem Schild steht die georgisch-iberische Krone. Er wird von zwei goldenen Löwen gehalten. Unter dem Schild befindet sich ein stilisierter Weingarten, in den ein Spruchband mit dem Nationalmotto und zwei roten Kreuzen der Flagge Georgiens geflochten ist: "Kraft durch Einheit".
Hymne Georgiens: Tawisupleba
(თავისუფლება; deutsch Freiheit) ist der Titel der georgischen Nationalhymne. Sie wurde am 20. Mai 2004 vom georgischen Parlament verabschiedet und im September des gleichen Jahres uraufgeführt. Der Text stammt von Davit Maghradse, die Melodie von S. Paliaschwili. Es handelt sich um ein Arrangement von Motiven aus den Opern Abesalom und Eteri (1919) sowie Daisi (1923). Das Arrangement hat Joseb Ketschaqmadse vorgenommen.
Tawisupleba ersetzt die frühere Nationalhymne Dideba, die bereits von der Ersten Republike 1918-1921 verwendet worden war. Weil sich Georgien in der Rechtsnachfolge dieses Staates sieht, wurde sie 1991 zunächst übernommen.
Der deutsche Text der Nationalhymne lautet:
Meine Heimat ist meine Ikone,
und die ganze Welt ist ihr (Ikonen-) Schrein,
glänzendes Berg- und Tiefland
teilen wir mit Gott.
Unsere heutige Freiheit
lobpreist unsere Zukunft,
der Stern der Morgenröte erscheint
und erleuchtet zwischen den zwei Meeren,
gepriesen sei die Freiheit,
die Freiheit sei gepriesen.
Als Gott das Land an die Völker verteilte, verspäteten sich die Georgier. Zuerst zürnte der Herr, denn alles Land war bereits verteilt. Doch die Fröhlichkeit und der Charme der Abgesandten dieses Volkes versöhnten ihn, und er schenkte den Georgiern den Flecken Erde, den er eigentlich sich selbst vorbehalten hatte - so die Legende über die Schönheit einer Landschaft und den Charme ihrer Bewohner.
Regionen Georgiens:
Autonomous Republic of Abkhazia
Autonomous Republic of Adjara
Administrative centre: Batumi
Region Guria
Region Imereti
Administrative centre: Kutaisi
Region Samegrelo-Zemo Svaneti 
Administrative centre: Poti

Deutschsprachige Blogs zu Georgien:
http://www.kaukasuskonflikt.blogspot.com
georgien.blogspot.com/2008/10/off-europa-art-group-laboratory.html
http://georgienblogspotcom.wordpress.com/2006/10
Deutschsprachige Links zu Georgien:
http://www.kaukasische-post.de
http://kunstkamera.livejournal.com/
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