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Nationalmuseum in San José (ehemals Militärkaserne)

Geschichte, Staat und Politik

BeschreibungInhalt
Tag der Unabhängigkeit:15. September 1821
Staatsoberhaupt:Präsidentin Laura Chinchilla
Regierungschef:Präsidentin Laura Chinchilla
Politisches System:Präsidiale Republik
Demokratie Status- Index (BTI):Rang 10 (von 128) (2012)
Korruptionsindex (CPI):Rang 48 (von 176) (2012)
(Foto: © SE)

Costa Rica

Landesflagge Costa Rica

Historische Entwicklung

Nicht nur das Fehlen von Rohstoffen die man hätte ausbeuten können, auch die relativ stabile Lage im 20. Jahrhundert in einer Region von Bürgerkriegen hat Costa Rica zu seiner immer wieder zitierten Sonderrolle in Zentralamerika verholfen: Costa Rica kann auf eine über 100 jährige Demokratie zurückblicken, die nur zwei Mal kurz durchbrochen wurde. Nach dem sechswöchigen Bürgerkrieg von 1948 wurde die Armee abgeschafft und Anfang der 1980er Jahre die Neutralität erklärt.

Das Nationalmonument Guayabo beherbergt die wichtigste und größte archäologische Stätte Costa Ricas
© SE
Der Nationalheld Juan Santamaria im Vorgarten des Parlaments in San José
© SE

ca. 9.000 v.Chr.

erste (nachweisbare) Zeichen menschlicher Besiedlung

800 - 1200 n.Chr.

Die Chorotegas errichten auf der Halbinsel Nicoya das wohl größte Staatsgebilde der Region.
Die Huetares leben vor allem in der Zentralregion und der Atlantikküste, die Bruncas überwiegend in der Talamanca und der südlichen Pazifikregion.
Costa Rica lag auf den Wanderwegen, und damit auch in den kulturellen Einflüssen, aus dem mittelamerikanischen Norden (Nahuatl-Stämme) und den indigenen Gruppen aus dem nördlichen Südamerika (Chibcha-Stämme).

1502

Columbus landet bei seiner vierten Reise auf der Insel Uvita vor Limón, überwältigt von der Üppigkeit des Landes nannte er es "Reiche Küste" (Costa Rica).

1524

erste spanische Siedlung

1564

Gründung von Cartago

1640 - 1820

Piraterie durch die zambo-miskitos in der Karibik

1808

die erste Kaffeepflanze wird in Costa Rica gepflanzt

1820

Ein "Goldrausch" ermöglich erste Kapitalbildung

15.09.1821

Unabhängigkeit von Spanien und Guatemala (UnabhängigkeitserklärungÖffnet externen Link in neuem Fenster)

1823/25

Erste Verfassung, San José wird Hauptstadt, Beitritt zur zentralamerikanische KonföderationÖffnet externen Link in neuem Fenster, Beitritt Guanacastes (bis dahin zu Nicaragua gehörend) zu Costa Rica

1848

Erklärung der Unabhängigen Republik durch den Diktator Braulio Carrillo, Abschaffung des Zehnten, das Militär wird zur Miliz umgebaut

1855

Die filibusteros invadieren unter der Leitung des Freibeuters William WalkerÖffnet externen Link in neuem Fenster in Zentralamerika, Juan Santamaría wird durch seine Heldentat zum costaricanischen Nationalheld, endgültiger Sieg über die filibusteros 1857

1870 - 1889

'liberale' Militärs regieren das Land und ebnen den Weg zur Demokratie, Trennung von Kirche und Staat
Minor KeithÖffnet externen Link in neuem Fenster (hieraus entwickelt sich später die United Fruit Company - Chiquita) baut die Eisenbahnen und beginnt mit der Anlage von Bananenplantagen, die ersten Schwarzen werden aus Jamaika geholt, mit ausländischem Kapital werden Kaffee- und Bananenproduktion angekurbelt, vorherrschende Wirtschaftsform ist nach wie vor die landwirtschaftliche Subsistenz

1871

neue Verfassung (Freiheitsrechte, Gleichheit vor dem Gesetz, kostenlose Grundschulbildung, Abschaffung der Todesstrafe etc.)

1880 - 1915

Phase intensiver Erschließung und Besiedlung des Landes

seit 1889

demokratische Regierungen

1917 - 1919

Putschregime des ehemaligen Verteidigungsministers Tinoco

1936 - 1948

Regierungen von Cortes, Calderon und Picado, Weltwirtschaftskrise führt zu Schulden, Arbeitslosigkeit und sozialen Spannungen

08.02.1948

Annullierung der Wahlen führt zu einem sechswöchigen BürgerkriegÖffnet externen Link in neuem Fenster

1949

Die zweite Republik ist geboren, das Militär wird abgeschafftÖffnet externen Link in neuem Fenster

1950er

importsubstituierende Industrialisierung

1960er

Beitritt zum zentralamerikanischen Markt (MCCA), Verfall der Kaffeepreise und Beginn der Verschuldung, Durchführung von Bodenreformen

1970er

Neufassung der Indigenenschutzgesetze, Bau der Straße nach Limón, Verstaatlichung der Eisenbahn
Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Nicaragua unter Somoza, Unterstützung der Sandinisten

1980er

Wirtschaftskrise, Handelsdefizit, hohe Inflation, Verschuldung, Höhepunkt der Bananenarbeiterstreiks, anhaltende soziale Spannungen

1983

Präsident Monge erklärt Costa Ricas Neutralität angesichts anhaltender Bürgerkriege in Mittelamerika

1986/87

Für die Friedensinitiative zur Beilegung der Bürgerkriege in Nicaragua, Salvador und Guatemala erhält Präsident Oscar Arias den FriedensnobelpreisÖffnet externen Link in neuem Fenster

1990er

Beginnende wirtschaftliche Erholung, Tourismus wird zum starken Wirtschaftszweig

2000er

Die Wahlen von 2002 machen einen zweiten Wahlgang notwendig und signalisieren das Ende des Zwei-Parteien-Systems
Verhandlungen über Freihandelsabkommen und Privatisierungsabsichten von staatlichen Unternehmen rufen viele Demonstrant/-innen auf die Straßen

Staat

Costa Rica ist eine präsidiale Republik mit einer zentralistischen Verwaltung. 1889 erfolgte erstmals die gewaltfreie Übertragung des Präsidentenamtes an die in der Wahl siegreiche Oppositionspartei. Nach dem sechswöchigen Bürgerkrieg von 1948 wurde 1949 die noch heute gültige VerfassungÖffnet externen Link in neuem Fenster erstellt. Ihr Beitrag zu einer stabilien Demokratieentwicklung und ein Vergleich mit dem GrundgesetzÖffnet externen Link in neuem Fenster der Bundesrepublik Deutschland bietet die Analyse von Benedict Weiß.

An der Spitze der ExekutiveÖffnet externen Link in neuem Fenster steht der Staatspräsident, der gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef ist. Er wird alle vier Jahre direkt vom Volk gewählt. Die Ernennung der Minister/-innen erfolgt durch den Präsidenten. Von ihm werden sowohl Gesetze veröffentlich und die Ressorts überwacht als auch der Staatshaushalt aufgestellt. Der Präsident ernennt die Gouverneure der sieben Provinzen. Seit April 2003 ist die einmalige Wiederwahl eines Präsidenten - nach einer 8jährigen Pause - möglich.

Die LegislativeÖffnet externen Link in neuem Fenster wird vom Parlament (Asamblea legislativa) ausgeübt. Die 57 Abgeordneten werden alle vier Jahre vom Volk gewählt. Die Abgeordneten können nach einer 4jährigen Pause einmal wiedergewählt werden. Durch das Stimmensplitting vieler Wähler/-innen hatten die meisten Präsidenten keine parlamentarische Mehrheit hinter sich. Der Kongress kann die Entscheidungen der Regierung mit einer 2/3 Mehrheit widerrufen. Er verabschiedet den Staatshaushalt und ernennt die obersten Richter.

Die JurisdiktionÖffnet externen Link in neuem Fenster wird vom obersten Gerichtshof ausgeübt. Er ist das höchste Rechtssprechungsorgan und letzte Instanz in Zivil- und Strafsachen. Seit 1989 ist er auch Verfassungsgerichtshof. Die Rechtsordnung beruht im Wesentlichen auf französischen und spanischen Vorbildern. Die sieben Provinzhauptorte haben Gerichte erster Instanz.

Die Verwaltung ist in 7 Provinzen, 81 Kantonskreisen und 421 Distrikte (Gemeindebezirke) gegliedert. Die Provinzgouverneure und Kreisdirektoren wurden bis 2002 vom Staatspräsidenten ernannt; die ehrenamtlichen Sprecher der Unterbezirke sind wählbar. Auf beiden Ebenen bestehen gewählte Ratsversammlungen.
Im Dezember 2010 fanden die dritten KommunalwahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster statt (2006 fanden die BürgermeisterdirektwahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster zum zweiten Mal nach vier Jahren statt). Die Wahlbeteiligung lag mit 28% zwar höher als vier Jahre zuvor, aber im Vergleich zu fast 70% Beteiligung bei den Nationalwahlen immer noch sehr gering. Auf der gemeinsamen Seite der lokalen RegierungenÖffnet externen Link in neuem Fenster können Sie sich über die Arbeit der Gemeinden informieren.

Beim Demokratie IndexÖffnet externen Link in neuem Fenster (spanische VersionÖffnet externen Link in neuem Fenster), den die Konrad-Adenauer-Stiftung erstellt, lag Costa Rica in 2011 auf dem dritten Platz hinter Chile und Uruguay, mit denen es zusammen die Ländergruppe mit hohem Entwicklungsstand darstellt. Der Bertelsmann-Transformations-IndexÖffnet externen Link in neuem Fenster, der den Stand der Transformation zu Demokratie und Marktwirtschaft abbildet, setzte Costa Rica in 2012 auf den 10. Platz (von 128).

Wahlen und Parteien

Es besteht ein allgemeines Wahlrecht ab dem 18. Lebensjahr, seit 1959 besteht Wahlpflicht. Das aktive und passive Wahlrecht für Frauen und Schwarze wurde 1949 mit der neuen Verfassung eingeführt. Alle vier Jahre werden gleichzeitig Präsident, Kongress und Gemeinderäte in einer allgemeinen und geheimen Wahl gewählt. Der unabhängige Wahlgerichtshof, Tribunal Supremo Electoral (TSE)Öffnet externen Link in neuem Fenster, bereitet die Wahlen vor, leitet und überwacht sie. Die leitenden Richter waren mit ihren Kollegen aus Guatemala und Panama auf Besuch in DeutschlandÖffnet externen Link in neuem Fenster, wo sie sich unter anderem über die Organisation von Wahlen und Parteienfinanzierung mit ihren deutschen Kollegen austauschten. Durch die WahlreformÖffnet externen Link in neuem Fenster wird es ab 2014 auch für im Ausland lebende Costaricaner die Möglichkeit geben zu wählen, zudem müssen dann die zu vergebenden Posten nach alternierend nach Geschlecht aufgestellt werden. Seit 1996 gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote von 40%. Der Artikel "Die Repräsentation von Frauen in der Politik LateinamerikasÖffnet externen Link in neuem Fenster" analysiert die weibliche Präsenz in der Politik und die reale Macht die sie haben.

Die staatliche Parteienfinanzierung mittels Wahlkampfkostenerstattung ist an eine 4%-Klausel (bzw. mindestens einen Abgeordnetensitz) gebunden. Viele kleinere Parteien müssen nach dem Wahlkampf ihren Bankrott erklären und werden damit aus dem Register gestrichen. Seit Anfang der 1980er Jahre gab es ein festes Zwei-Parteien-System aus den beiden großen Volksparteien PLN (Mitte/Links, Sozialdemokraten) und PUSC (Konservativ/Liberal, Christdemokraten), die meist abwechselnd die Regierung stellten. Seit der Wahl 2002 wurde dieses System durch die unerwartet starke Partei PAC durchbrochen und zum ersten mal musste per StichwahlÖffnet externen Link in neuem Fenster in einem zweiten Wahlgang der Präsident gewählt werden. Nur wer im ersten Wahlgang die Mehrheit und mehr als 40% der Stimmen auf sich vereinigt, geht ohne Stichwahl als Sieger hervor. Nach den Wahlen vom Februar 2006 und 2010 ist das Zwei-Parteien-System wohl endgültig durchbrochen, die Christdemokraten sind 2010 nur fünft stärkste Kraft im Parlament geworden.

Am 07. Februar 2010 fanden die letzten Wahlen für den Präsidenten und die zwei Vizepräsidenten sowie für das Parlament statt. Gab es noch bei den Wahlen 2006Öffnet externen Link in neuem Fenster ein ganz enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Oscar Arias von der PLN (40,5%) und Ottón Solís von der PAC (40,3%), siegte 2010 Laura Chinchilla MirandaÖffnet externen Link in neuem Fenster von der PLN (46,91%) mit weitem Abstand vor ihren Mitbewerbern Ottón Solís (25,06%) und Otto Guevara (20,92%). Sie ist als erste FrauÖffnet externen Link in neuem Fenster in das costaricanische Präsidentenamt eingezogen.

Die Ergebnisse für die gleichzeitig stattgefundenen Wahlen für die Parlamentsabgeordneten, zu denen 18 Parteien zugelassen waren, sind:

  • PLNÖffnet externen Link in neuem Fenster (Partido Liberación Nacional, sozialdemokratisch): 37,27%
  • PACÖffnet externen Link in neuem Fenster (Partido Acción Ciudadana, mitte-links, sozialdemokratisch): 17,61%
  • MLÖffnet externen Link in neuem Fenster (Partido Movimiento Libertario, rechts-liberal): 15,5%
  • PASEÖffnet externen Link in neuem Fenster (Partido Accesibilidad Sin Exclusión, Partei für Barrierefreiheit, links): 9,05%
  • PUSC (Partido Unidad Social Cristiana, christdemokratisch): 8,16%
  • Renovación CostarricenseÖffnet externen Link in neuem Fenster (christlich-konservativ): 3,85%
  • Partido Frente AmplioÖffnet externen Link in neuem Fenster (links): 3,36%
  • Partido Restauración Nacional (religiös-konservativ): 1,55%
  • Alianza Patriótica: 1,49%
  • weitere 9 angetretene Parteien haben jeweils weniger als 1% der Stimmen auf sich vereinigen können

 

Die Wahlbeteilung war mit rund 67% nur leicht höher als vor vier Jahren. Der Vertrauensverlust in die Politik durch die Korruptionsskandale von Ex-Präsidenten haben hierzu sicherlich beigetragen haben. Detaillierte Ergebnisse können beim WahlgerichtshofÖffnet externen Link in neuem Fenster abgerufen werden.

Eine Analyse der WahlkampagnenÖffnet externen Link in neuem Fenster liefert der Artikel von Astrid Bothmann. José Maria Villata, der als Abgeordneter für die Frente Amplio ins Parlament zieht, analysiert im Interview: "Die Linke hat ihr Ziel verfehlt, und die Rechte ist erstarkt"Öffnet externen Link in neuem Fenster. So zieht Torge Löding auch den Schluss aus dieser Wahl: Rechts ist TrumpfÖffnet externen Link in neuem Fenster in Costa Rica.


Die jetzige Regierung

Foto der Präsidentin Laura Chinchilla
Präsidentin Laura Chinchilla (public domain, Fotograph: Moiso Araya, modificated by Taichi)

Laura Chinchilla hat am 08. Mai 2010 als erste Frau das Präsidentenamt von Costa Rica übernommen. Sie folgt als stramme Konservative ihrem Mentor, dem jetzigen Präsidenten Oscar Arias, die beide zur sozialdemokratischen Partei PLN gehören. Dieser war vor 20 Jahren schon einmal Präsident von Costa Rica und hat für seine Friedensinitiativen in Mittelamerika den Friedensnobelpreis bekommen. Die Seite der von ihm gegründeten Stiftung Oscar Arias für Frieden und menschliche EntwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet hierzu ausführliche Informationen. Arias steht für wirtschaftliche Öffnung und Modernisierung des Landes und hat sein wesentlichen Ziel für seine Amtszeit von 2006 bis 2010, die Ratifizierung des Freihandelsabkommens mit den USA, durchgesetzt.

Der Amtsantritt des 65jährigen Präsidenten Arias am 08. Mai 2006 im Nationalstadion wurde von großen Protesten auf der Straße begleitet: mehr als 15 Tausend Costaricanerinnen und Costaricaner gingen auf die Straße, um vor allem gegen den möglichen Beitritt Costa Ricas zum Freihandelsabkommen mit den USA zu protestieren. In der Geschichte des Landes ist es das erste Mal, dass ein Amtsantritt eines Präsidenten von Protesten gegen ihn begleitet wurde.

Die sehr neoliberale und katholisch-konservatie Chinchilla wird manchmal auch als "Eiserne Lady" bezeichnet. Wahrscheinlich wird es eine weitgehende KontinuitätÖffnet externen Link in neuem Fenster mit der wirtschaftsliberalen Politik Arias geben. Die Themen innere Sicherheit und Kampf gegen den DrogenhandelÖffnet externen Link in neuem Fenster, die sie stark ins Zentrum ihrer Wahlkampagnen rückte, werden sicherlich auch in ihrer Amtszeit eine große Rolle spielen. Ebenso scheint sie auf Konfrontationskurs mit den sozialen BewegungenÖffnet externen Link in neuem Fenster aus zu sein. So hat sie beispielsweise den Mann als Transportminister nominiert, der schon bei der Privatisierung der Karibikhäfen eine wichtige Rolle spielte. Der Kurs auf einen weiteren SozialabbauÖffnet externen Link in neuem Fenster scheint eingeschlagen zu sein, die soziale Bewegung nach dem Rechtsruck in der DefensiveÖffnet externen Link in neuem Fenster. Eine Bilanz der ersten 100 RegierungstageÖffnet externen Link in neuem Fenster zieht die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Im neuen Parlament, das am 01. Mai seine Arbeit aufnahm, hat die PLN zwar keine Mehrheit, aber zusammen mit den anderen konservativen, christlichen und eher rechten Partein verfügt Laura Chinchilla über eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Die Casa PresidencialÖffnet externen Link in neuem Fenster informiert über Schwerpunkte der Regierungsarbeit und gibt Links zu den einzelnen Ministerien und Institutionen. Laura Chinchilla hat fast ihr halbes Kabinett (9 von 21 Regierungsmitgliedern) mit Frauen besetztÖffnet externen Link in neuem Fenster. Ende 2010 wurde der Nationale EntwicklungsplanÖffnet externen Link in neuem Fenster (2011-2014) veröffentlicht. Schwerpunkte sind sozialer Wohlstand, Frieden und Sicherheit, Umwelt und Territorialpalnung sowie Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Kritik kommt u.a. von indigener SeiteÖffnet externen Link in neuem Fenster, da er Ihre Rechte nicht berücksichtigen würde.

Die Sitzverteilung im neuen Parlament sieht wie folgt aus:

Sitzverteilung im Parlament
Sitzverteilung im Parlament 2010-2014 (Daten vom Tribunal de Supremo Costa Rica)

Während bei der Regierung unter Abel Pacheco von der PUSC (2002-2006) vor allem die ökonomische Reaktivierung und Armutsminderung auf dem Plan der RegierungspolitikÖffnet externen Link in neuem Fenster stand, so lag der Schwerpunkt der Regierung Arias vor allem in den Freihandelsabkommen, der Armutsbekämpfung und der Bildungspolitik. Die wichtigsten Leitlinien der Regierungspolitik fasst der folgende ausführliche ArtikelÖffnet externen Link in neuem Fenster zusammen. Das Freihandelsabkommen zwischen den Mittelamerikanische Ländern und der Europäischen Gemeinschaft war auch Thema beim Besuch von Präsident Arias in DeutschlandÖffnet externen Link in neuem Fenster anlässlich des Eröffnungsspiels der Fußball Weltmeisterschaft. In dem Artikel Öko-Avantgarde oder grüne Schummelpackung?Öffnet externen Link in neuem Fenster wird der Umweltpolitik Costa Ricas schlechte Noten gegeben.

Außenpolitik

In der Außenpolitik gibt es immer wieder Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland NicaraguaÖffnet externen Link in neuem Fenster über die Nutzung des Grenzflusses Río San Juán, da die Grenze unüblicherweise nicht in der Flussmitte verläuft. So gestattet Nicaragua zwar, dass costaricanische Grenzpolizisten auf dem Fluss (der zur Gänze zu Nicaragua gehört) patrouillieren dürfen, aber unbewaffnet. Costa Rica hält diese Form aber für ungeeignet die immer wieder vorkommenden illegalen Grenzübertritte einzudämmen. Zu den ungelösten Problemen der illegalen Einwanderungen kommen die nicht rückkehrwilligen Flüchtlinge aus den 1980er Jahren hinzu.Die unerwünschte Goldmine in Las Crucitas war erneut Anlass für kritische Töne zwischen den Ländern. Im März 2011 hat der internationale Gerichtshof nun ein erstes UrteilÖffnet externen Link in neuem Fenster in dem neu aufgeflammten Streit gefällt - beide Seiten müssen nun ihre Truppen aus dem Grenzgebiet abziehen. Die Entscheidung des Zentralamerikanischen GerichtshofesÖffnet externen Link in neuem Fenster von Mitte 2012 über den parallel zum Grenzfluss verlaufenden Straßenbau zugunsten Nicaraguas hat u.a. dazu geführt, dass Costa Rica nun die Mitarbeit an der regionalen Integration für ein halbes Jahr einstelltÖffnet externen Link in neuem Fenster.  Die Grenzstreitigkeiten haben aber oft auch noch andere HintergründeÖffnet externen Link in neuem Fenster. Auch der alte Traum Nicaraguas von einem eigenen KanalÖffnet externen Link in neuem Fenster - der den Río San Juán nutzen würde und damit weitere Konflikte vorprogrammiert - erhält immer wieder Aufwind. Mitte 2012 hat nun das nicaraguanische Parlament das Bauvorhaben genehmigtÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Während des Irak-Krieges hat sich Costa Rica auf die Liste der Befürworter eingetragen und so die Politik von G.W. Busch unterstützt. Diese Entscheidung, die gegen die eigene Verfassung verstößtÖffnet externen Link in neuem Fenster  (Neutralitätsgebot), wurde von vielen Protesten und Streiks im Land begleitet.

© SE Als sich Costa Rica auf die Liste der Befürworter des Irakkriegs setzen ließ, gab es auf den Straßen von San José viele Proteste und Demonstrationen.

Die Verhandlungen für das Freihandelsabkommen Zentralamerikas mit den USA liefen zur gleichen Zeit.
Traditionell bestehen enge Beziehzungen zu den USA, die Costa Rica während der mittelamerikanischen Krisenjahre als "letzte demokratische Bastion" stark unterstützten. Ebenso bildete dieser Ruhepool in der Region mit über 50 Jahren stabiler Demokratie die Basis für Auslandsinvestitionen.
In Anbetracht der Finanzkriese rief Arias im Frühjahr 2009 die USA zu einem Waffenembargo gegen die Länder Lateinamerikas aufÖffnet externen Link in neuem Fenster, um das Wettrüsten einzuschränken und mehr Geld für die Lösung der sozialen Probleme zur Verfügung zu haben.

Trotz der guten Beziehungen zu den USA ist Costa Rica inzwischen auch PetroCaribeÖffnet externen Link in neuem Fenster beigetreten, einem Verbund von inzwischen 19 Mitgliedern aus dem Raum Zentralamerika und Karibik, nachdem der venezolanische Präsident Hugo Chávez Öl zu Sonderpreisen angeboten hat. Dieser versucht den USA ihren HinterhofÖffnet externen Link in neuem Fenster streitig zu machen. Beim Regionalbündnis ALBAÖffnet externen Link in neuem Fenster, das sich als alternatives Integrationsmodell Öffnet externen Link in neuem Fensterversteht, hat Costa Rica einen Beobachterstatus. Die vorsichtigen Annäherungen an diese beiden Bündnisse werden wohl mit der neuen Regierung von Chinchilla der Vergangenheit angehören. Nach dem Militärputsch in HondurasÖffnet externen Link in neuem Fenster hat Präsident Arias zwischen den Parteien vermittelt und dem Wahlsieger Lobo seine Unterstützung zugesagt.

Die diplomatischen Beziehungen zu KubaÖffnet externen Link in neuem Fenster - die einseitig von Costa Rica 1961 beendet wurden - sollen wieder aufgenommen werden.

Die besonders enge Beziehung zur Republik Taiwan wurde nach über 60 Jahren wohl auf Druck ChinasÖffnet externen Link in neuem Fenster Mitte 2007 beendetÖffnet externen Link in neuem Fenster. Nun stehen der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zur VR China Öffnet externen Link in neuem Fenster und einer verstärkten wirtschaftlichen ZusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster nichts mehr im Wege (siehe auch den Artikel "Costa Rica: China kommtÖffnet externen Link in neuem Fenster"). Inzwischen wurde zwischen der staatlichen Öl-Raffinerie RECOPE und dem chinesischen Staatskonzern CNPC eine Joint Venture VereinbarungÖffnet externen Link in neuem Fenster getroffen, um die Machbarkeit eines neuen Raffinerieprojektes zu prüfen.
Der Bau einer Öl-RaffinerieanlageÖffnet externen Link in neuem Fenster durch China wurde im Herbst 2007 von Präsident Arias bekannt gegeben. Chinas Fußballstadion-DiplomatieÖffnet externen Link in neuem Fenster steht dabei auch immer wieder in der Kritik. Ob China und LateinamerikaÖffnet externen Link in neuem Fenster ein Verhältnis auf Augenhöhe haben wird immer wieder hinterfragt. Die etwas andere Art der Entwicklungshilfe durch ChinaÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie Chancen und Grenzen des zunehmenden Einflusses Chinas in LateinamerikaÖffnet externen Link in neuem Fenster werden von zwei GIGA-Papieren analysiert.

Enttäuscht hat Israel auf die Ankündigung regiert, Costa Rica wolle Beziehungen zum "Staat Palästina"Öffnet externen Link in neuem Fenster aufnehmen.

Die Beziehungen zu Deutschland sind "herzlich und vertrauensvoll"Öffnet externen Link in neuem Fenster. Gegenseitige Staatsbesuche finden immer wieder statt. Bundespräsident WulffÖffnet externen Link in neuem Fenster hat Costa Rica während seines Besuchs im Frühjahr 2011 als weltweites ökologische Vorbild genannt. Im Mai 2012 kam Laura Chinchilla zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Deutschland, wo der Bundespräsident zu ihren Ehren ein StaatsbankettÖffnet externen Link in neuem Fenster abhielt. Ebenso besuchte sie den Wirtschaftstag Costa Rica in StuttgartÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die AußenministerÖffnet externen Link in neuem Fenster diskutierten über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
"Die bilateralen Beziehungen sind vor allem geprägt durch den Handels- und Wirtschaftsaustausch, die langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit, Kooperation bei Umwelt- und Klimaschutzthemen und die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen." (Auswärtiges AmtÖffnet externen Link in neuem Fenster)

Aktuelle politische Themen

Verschiedene costaricanische Analysten progostizieren dem Land schon ein schwieriges Jahr 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster - mit neuen sozialen Spannungen und einer sich weiter verschlechternden wirtschaftlichen Konjunktur. Die neusten Entwicklungen im Umgang mit sozialen Bewegungen lassen auf zunehmende RepressionenÖffnet externen Link in neuem Fenster und ein hartes Vorgehen schließen. Viele Demonstrationen v.a. um Arbeiterrechte wurden inzwischen oft gewaltsam beendet.

In das Thema Steuerreform ist Anfang 2011 seit über 15 Jahren wieder Bewegung gekommen. Die Regierung präsentierte ein umfassendes Steuerpaket bei dem u.a. die Verkaufssteuer von 13 auf 14 erhöht unt gleichzeitig in eine Mehrwertsteuer umgewandelt werden sollte - wodurch beispielsweise aus Dienstleistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich erfasst werden können. Im März gingen Tausende auf die Straßen und protestiertenÖffnet externen Link in neuem Fenster gegen die Pläne der Steuerreform und Lohnpolitik. Die DiskussionenÖffnet externen Link in neuem Fenster über dauern weiter an. Die FiskalpolitikÖffnet externen Link in neuem Fenster vieler lateinamerikanischer Länder steht in der Kritik. Im Sommer 2011 streikten viele Angestellte des öffentlichen GesundheitswesenÖffnet externen Link in neuem Fenster über Leistungskürzungen im Gesundheitswesen und Lohnzusätze.

Im Rahmen der Antidrogenhandelspolitik der neuen Regierung von Chinchilla hat das costaricanische Parlament im Juli 2010 den Beschluss gefasst, der die massive Präsenz von US-MilitärÖffnet externen Link in neuem Fenster im Land erlaubt: bis zu 7.000 Marine-Soldaten, 200 Helikopter, 46 Kriegsschiffe sowie Düsenjets und Flugzeugträger dürfen nun - ersteinmal auf 6 Monate befristet - in die Gewässer und Lüfte von Costa Rica. Die EmpörungÖffnet externen Link in neuem Fenster ist bei vielen groß, die Opposition legte Verfassungsbeschwerde ein. Und für viele ist klar, dass es wohl weniger um die Bekämpfung des Drogenhandels geht als um eine neue strategische BasisÖffnet externen Link in neuem Fenster im Hinterhof der USA. Die Präsidentin stellte allerdings klar, dass der Kampf gegen die Drogen nicht militarisiert würdeÖffnet externen Link in neuem Fenster. US-Außenministerin Clinton bestätigte, dass eine energische US-Präsenz in MittelamerikaÖffnet externen Link in neuem Fenster notwendig sei, um Drogenkartelle bekämpfen zu können. Im August 2012 konnten in Panama und Costa Rica fast zwei Tonnen Kokain sichergestelltÖffnet externen Link in neuem Fenster werden.

Eine Aufrüstung im militärischen Bereich ist seit einigen Jahren in verschiedenen mittelamerikanischen Ländern zu beobachten - und auch Costa Rica macht hier keine Ausnahme und will ein flächendeckendes RadarsystemÖffnet externen Link in neuem Fenster aufbauen.

Das beherrschende Thema von Politik und Öffentlichkeit sind die Freihandelsabkommen. Ausführlicheres hierzu siehe im Kapitel unter Wirtschaft und Entwicklung. Die Proteste und Demonstrationen, die diese in vielen Teilen der Bevölkerung hervorrufen, wurden unter der Regierung von Friedensnobelpreisträger Oscar Arias mit einem verstärkten Polizeieinsatz begegnet.
Die geplanten Privatisierungen der HäfenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Limón und Moin, die schon von Oscar Arias bei seinem Amtsantritt im Mai 2006 verkündet wurden und auch von seiner Nachfolgerin so befürwortet werden, sind weiter Anlass für harte MachtkämpfeÖffnet externen Link in neuem Fenster zwischen Gewerkschaft und Politik.
Die Kündigungen von hohen GewerkschaftsführenÖffnet externen Link in neuem Fenster - entgegen internationalem Recht - soll ebenfalls in Verbindung mit den Protesten gegen die Privatisierung stehen. Das Verfassungsgericht hat nun überraschend den Privatisierungsgegner den Rücken gestärktÖffnet externen Link in neuem Fenster und die Gerichtsentscheidung vom Februar rückgängig gemacht, in deren Folge der Vorstand der Hafenarbeitergewerkschaft SINTRAJAP abgesetzt wurde.

Der amerikaweite Zusammenschluss von Gewerkschaftsdachverbänden zum CSAÖffnet externen Link in neuem Fenster könnte den Gewerkschaften insgesamt wieder AufwindÖffnet externen Link in neuem Fenster geben.

Der Costarricanische WiderstandÖffnet externen Link in neuem Fenster der Zivilgesellschaft hat deutlich an Kraft gewonnen. Nicht nur die Privatisierung der Telefon- und Elektrizitätsgesellschaft musste 2000 wegen anhaltender Proteste beiseite gelegt werden, auch der Kampf gegen das Freihandelsabkommen CAFTA hat zu einem Bürgerentscheid geführt.

 

Material der costaricanischen attac-Gruppe: Protestplakat gegen die Goldmine in Crucitas
Material von preserve planet: Aufruf zur Demonstration am 22. April 2010 gegen die Goldmine

Die umstrittene GoldmineÖffnet externen Link in neuem Fenster im Norden des Landes sorgte seit über 15 Jahren immer wieder für ProtesteÖffnet externen Link in neuem Fenster. Bis April 2008 war Goldabbau im offenen Tagebau auf Grund seiner Umweltgefahren in Costa Rica nicht erlaubt. Oscar Arias hob dieses Verbot gemeinsam mit dem Umweltminister auf. Dieser ist inzwischen über einen KorruptionsskanalÖffnet externen Link in neuem Fenster im Zusammenhang mit dieser Goldmine gestolpert und musste im März 2009 seinen Hut nehmen. Wegen Amtsmissbrauch in diesem Zusammenhang wird auch gegen den Präsidenten AriasÖffnet externen Link in neuem Fenster ermittelt. Im April 2010 gab es zum Tag der ErdeÖffnet externen Link in neuem Fenster wieder große Proteste auf der Straße gegen die Mine. Die neue Präsidentin hat während des Wahlkampfes erklärt, den Goldtagebau abzulehnen, so wie es rund 80% der costarrianischen Bevölkerung tut. Im Sommer 2010 fand ein weiterer großer Protestmarsch von Crucitas zur Hauptstadt statt. Danach begannen mehrere Minen-Gegnerinnen einen HungerstreikÖffnet externen Link in neuem Fenster vor der Präsidenten-Residenz und Ende 2010 kam dann das historische Gerichtsurteil gegen den GoldminentagebauÖffnet externen Link in neuem Fenster - EntwarnungÖffnet externen Link in neuem Fenster bedeutet dies aber noch lange nicht.

Im Sommer 2011 hat die Regierung einen dreijährigen Stopp für die ErdölförderungÖffnet externen Link in neuem Fenster erlassen. Auch der WiderspruchÖffnet externen Link in neuem Fenster des US-Amerikanischen Unternehmens wurde erst einmal abgelehnt - das Erdölmoratorium sei aber eine ungenügende RegelungÖffnet externen Link in neuem Fenster finden viele Umweltorganisationen.

Seit Ende 2004 ist die costaricanische Öffentlichkeit schwer erschüttert: in dem sonst so ruhigen Land gibt es schwere Korruptionsvorwürfe, und das gleich gegen mehrere (Ex-)Präsidenten. Der ehemalige Präsident Rafael Calderón (1990-1994) soll Millionen veruntreut haben, die zum Kauf von medizinischen Geräten gedacht waren und in die auch das staatliche Sozialversicherungsinstitut CCSS verwickelt ist. Nachdem er dafür schon ein Jahr in Untersuchungshaft saß wurde er im Oktober 2009 vom Gericht zu fünf Jahren Haft verurteiltÖffnet externen Link in neuem Fenster. Seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Februar 2010 zog er daraufhin zurück. Im Mai 2011 verkürzte das oberste Berufungsgericht nun die Haftstrafe auf 3 Jahre mit einer BewährungsfristÖffnet externen Link in neuem Fenster von 5 Jahren. Miguel Ángel Rodriguez (Präsident von 1998-2002) wurde im Frühjahr 2011 vom Gericht zu fünf Jahren Haft verurteiltÖffnet externen Link in neuem Fenster da er bei der Vergabe zur Modernisierung des Telefonnetzes Bestechungsgelder von der französischen Telekommunikationsgesellschaft Alcatel angenommen hatte. José María Figueres, Präsident von 1994-98, stand ebenfalls lange unter Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit der französischen Telekommunikationsgesellschaft Alcatel. Im Oktober 2007 wurde er von den Vorwürfen freigesprochen und kann nun auch wieder einreisen ohne Gefahr zu laufen ebenfalls in Untersuchungshaft zu kommen. Der Präsident Abel Pacheco (2002-2006) ist in einen Korruptionsskandal um nicht deklarierte Wahlkampfspenden verwickelt. Der folgende Artikel aus der Tageszeitung La Nación fasst den Stand der Dinge zusammen. Ein deutschsprachiger Artikel über das Politische ErdbebenÖffnet externen Link in neuem Fenster finden sie hier.

Transparency International hat Costa Rica beim KorruptionsindexÖffnet externen Link in neuem Fenster für 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster mit 54 (je höher die Zahl, die zwischen 1 und 100 liegt, desto korrupter) auf Platz 48 von 176 gesetzt.

Zentralamerikanische Integration

Waldbedeckung in Zentralamerika

Das zentralamerikanische Integrationssystem SICAÖffnet externen Link in neuem Fenster (Sistema de la Integración Centroamericana) ist 1991 gegründet worden und bildet den institutionellen Rahmen zur Koordinierung aller politischen Integrationsbestrebungen in Zentralamerika. Es baut auf die lange gemeinsame Geschichte und Erfahrungen auf.
Vertreten sind hier die Staaten von El Salvador, Honduras, Nicaragua, Guatemala, Costa Rica, Panama und Belize. Die Dominikanische Republik hat einen Beobachterinnenstatus.
Die umfassenden und anspruchsvollen Ziele sind die Errichtung einer Region von Frieden, Freiheit, Demokratie und Entwicklung, Solidarität und zentralamerikanischer Identität, aufgebaut auf der Grundlage von Achtung, Schutz und Förderung der Menschenrechte, Rechtssicherheit, Fairness und Gegenseitigkeit sowie verstärkter Berücksichtigung des Umweltschutzgedankens. Das gemeinsame Auftreten nach Außen ist für die politische Zukunft richtungweisend.
Costa Rica übt eine starke Zurückhaltung bei den Integrationsbestrebungen, verfolgt aber eine pragmatische, auf wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgerichtete Politik.
Als Reaktion auf die Finanzkrise haben die Präsidenten im Dezember 2008 beschlossen, eine Einheitswährung einzuführenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Das SICA besteht aus verschiedenen Hauptorganen, u.a.:

  • Versammlung der Präsidenten
  • Ministerrat (Beschlüsse sind für die Mitgliedsstaaten unmittelbar bindend)
  • Exekutiv-Komitee
  • Generalsekretariat mit Sitz in San Salvador, El Salvador
  • Comité Consultivo in dem die Zivilgesellschaft vertreten ist

 

Eingebunden in SICA sind ferner u.a.:

  • Zentralamerikanischer Gerichtshof (CCJÖffnet externen Link in neuem Fenster): seit 1994 in Funktion, Sitz ist Managua, Nicaragua; Costa Rica und Panama sind zurzeit nicht integriert
  • Zentralamerikanisches Parlament (PARLACENÖffnet externen Link in neuem Fenster): seit 1990 in Kraft, Sitz Guatemala-Stadt, die rechtlichen Kompetenzen sind aber noch unklar; Costa Rica hat zwar den Gründungsvertrag mit unterzeichnet aber das Abkommen nicht ratifiziert und entsendet auch keine Abgeordneten in das Parlament
  • Banco Centroamericano de Integración Económica (BCIEÖffnet externen Link in neuem Fenster): Sitz ist Tegucigalpa, Honduras
  • Sekretariat für die ökonomische Integrierung (SIECAÖffnet externen Link in neuem Fenster): seit 1960 in Funktion, Sitz ist Guatemala-Stadt


Die Zentralamerikanische Tourismusagentur CATAÖffnet externen Link in neuem Fenster fördert einen nachhaltigen Tourismus in der Region. Sie verleiht z.B. ECO PreiseÖffnet externen Link in neuem Fenster für journalistische Arbeiten und hat auf der ITB 2009Öffnet externen Link in neuem Fenster Baumsetzlinge verschenkt.

Weitere politische Strukturen, Organisationen und Themen

In Costa Rica gibt es eine Vielzahl von autonomen staatlichen Einrichtungen die eine relative Unabhängigkeit genießen. Hierzu zählen z.B. die Institute für Telekommunikation und ElektrizitätÖffnet externen Link in neuem Fenster, SozialversicherungenÖffnet externen Link in neuem Fenster, AgrarwirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster, TourismusÖffnet externen Link in neuem Fenster, VersicherungenÖffnet externen Link in neuem Fenster oder für Lernen und WeiterbildungÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Seit 2007 können die Costaricaner per Volksinitiative einen Gesetzentwurf einbringen, wenn sie mehr als fünf Prozent der Wahlberechtigten mit einer Unterschrift hierfür mobilisieren können. Im September 2009 haben sie so einen Entwurf für ein neues WassergesetzÖffnet externen Link in neuem Fenster einbringen können um einer Privatisierung, mit meist negativen Auswirkungen für die lokale Bevölkerung, vorzubeugen.

Ein unabhängiger Ombudsmann (Defensor de los habitantesÖffnet externen Link in neuem Fenster) ist wichtiger Ansprechpartner der Einwohner/-innen und berichtet jährlich dem Parlament.

In Costa Rica befindet sich der Sitz des interamerikanischen Gerichtshofs für MenschenrechteÖffnet externen Link in neuem Fenster, der 1979 auf der Basis der Amerikanischen MenschenrechtskonventionÖffnet externen Link in neuem Fenster gegründet wurde. Bisher haben 25 amerikanische Staaten die Konvention ratifiziert. Die USA hat diesen Schritt bisher nicht getan. Bisher sind über 100 Streitfälle bearbeitet worden.

Die Menschenrechtssituation wird im Allgemeinen als stabil angesehen. Die Länderkurzinformation von amesty internationalÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt einen guten Überblick über die allgemeine Situation und über die Pressefreiheit sowie über die spezielle Lage von Frauen, Kindern und indigenen Ethnien. Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder wird zu einem immer größeren Problem im Land. Kinder werden häufig Opfer von sexueller Ausbeutung, auch wenn das Bewusstsein in der Bevölkerung steigt. Eine sehr detaillierte Übersicht gibt der costaricanische BerichtÖffnet externen Link in neuem Fenster über die Umsetzung der Kinderrechtskonvention and das UN-Komitee. Der letzte nationale Bericht des Projektes "Informe Nacional" für Costa Rica beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema SicherheitÖffnet externen Link in neuem Fenster und Entwicklung.

Presse und Medien

Tageszeitungen

 

Wochenzeitungen


Fernsehsender mit online-Präsenz

  • Tele TicaÖffnet externen Link in neuem Fenster, mit den Kanälen 7, 33 und dem Kabelkanal
  • RepretelÖffnet externen Link in neuem Fenster, mit den Kanälen 4, 6 und 11
  • SinartÖffnet externen Link in neuem Fenster, nationales Kulturfernsehen (Kanal 13) und -radio
  • UCRÖffnet externen Link in neuem Fenster, Kanal 15 der staatlichen Universität von Costa Rica


Der Lanic-Server bietet weitere Links zu ZeitungenÖffnet externen Link in neuem Fenster, auch regionale, sowie Radio- und Fernsehsendern.
laXXI.net bietet eine Zusammenstellung von aktuellen NachrichtenlinksÖffnet externen Link in neuem Fenster zu Costa Rica und Lateinamerika.
Journalistische und analytische Artikel über gesellschaftliche und politische Themen bietet der womblogÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Die Friedrich Ebert Stiftung bietet mit ihrer Seite "Stimmen aus Lateinamerika und der KaribikÖffnet externen Link in neuem Fenster" Kommentare und Standpunkte zu aktuellen Ereignissen.

Auch bei YouTubeÖffnet externen Link in neuem Fenster findet man viele Beiträge zu Costa Rica. Neben eher touristischen Videos gibt es auch viele Videos zu spezifischen Themen, wie z.B. zum Ananasanbau oder über politische Debatten.
Die costaricanische Tourismusbehörde hat inzwischen auch beim sozialen Netzwerk facebookÖffnet externen Link in neuem Fenster eine Präzens.

Autorin

Stefanie EißingÖffnet externen Link in neuem Fenster

Dipl. Biologin und freiberufliche Gutachterin

Langjährige Erfahrungen im Bereich Naturschutz und Entwicklung (Kommunikation, Management und Training) mit regionalem Schwerpunkt Lateinamerika

Ich freue mich über Öffnet internen Link in neuem FensterKommentare und Anregungen.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Januar 2013 aktualisiert.

Literaturhinweise

Die Dokumentation und BibliothekÖffnet externen Link in neuem Fenster der GIZÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet Informationen zu Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungsländern und Globaler Strukturpolitik:

Online-Trainings E-Academy

Unsere E-Academy bietet zahlreiche Online-Trainingskurse auf Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch an: 

Hier finden Sie eine Auswahl unserer Online-Trainingskurse:

 

Weitere Informationen finden Sie unter E-Academy GIZ.

Trainingsangebote der AIZ

Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:

 

Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

 

Kontakt

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+49 2224 926144

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