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Industrie und Landwirtschaft. © Collage, Honorat Badiel

Wirtschaft und Entwicklung

BeschreibungInhalt
BIP:
BIP/Kopf:
24 Mrd US$ 
570 US$
BIP/Kopf  (Kaufkraftparität):1.202 US$
Rang menschl. Entwicklung (HDI):Rang 183 (von 187)
Anteil Armut (unter 1,25  $ pro Tag):44,6%
Wirtschaftswachstum:4,2 %
Anteil alphabetisierte Erwachsene:28,7 %

Burkina Faso

Landesflagge Burkina Faso

=> System und Sektoren

Wirtschaft

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Human Development Index  HDI 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) rangiert das Land mit einem Index von 0,343 auf Platz 183 von insgesamt 187 Länder. Über 50% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 US$ pro Tag (LexasÖffnet externen Link in neuem Fenster). Das Bruttonationaleinkommen (BNE)  betrug 2012  1.202 US$ pro Kopf . In Deutschland liegt es 30-mal höher, nämlich bei 34.854 US$. Sehr schwankende Wetterbedingungen (Überschwemmungen 2009, 2010, Dürre 2011), ungünstige Binnenlage mit hohen Transportkosten, Mangel an abbaubaren Rohstoffen und preisgünstigen Energiequellen sowie sehr geringes Ausbildungs- und Produktivitätsniveau sind neben zunehmender Korruption einige von zahlreichen Standortnachteilen, die die WirtschaftsentwicklungLeitet Herunterladen der Datei ein beeinträchtigen und auch in absehbarer Zukunft in erheblichem Maße beeinträchtigen werden.
Seit 1991 folgt Burkina Faso einem mit dem IWFÖffnet externen Link in neuem Fenster ausgearbeiteten makroökonomischen Programm.

Agrarsektor

Burkina Faso ist ein AgrarlandÖffnet externen Link in neuem Fenster. Mehr als 80 % der Bevölkerung leben und arbeiten in ländlichen Gebieten. Insgesamt trägt der Primärsektor (LandwirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster, ViehzuchtÖffnet externen Link in neuem Fenster, Fischerei und Forsten) mit 30 bis 35 % zum BIP bei. Er stellt die Haupteinnahmequelle des Landes dar.

Der landwirtschaftliche Sektor verfügt über Potentiale, deren Ausschöpfung von zahlreichen Problemen behindert wird:

  • ungünstige klimatische Bedingungen (u.a. starke Regenabhängigkeit, die lediglich durch Bewässerungsmaßnahmen und Erosionsschutz abgemildert werden kann),
  • wenig ertragreiche Böden,
  • unzulängliche Anbaumethoden und Viehzuchttechniken der traditionellen Subsistenzwirtschaft,
  • unzureichende Managementkapazitäten bzw. -kompetenzen zur optimalen Nutzung der vorhandenen Potenziale.

Die Anbautechnik (mit der DabaÖffnet externen Link in neuem Fenster = traditionelle Hacke) ist weitgehend rudimentär. Traktor und Pflug - wenn überhaupt erschwinglich - können auf Böden mit zu dünner Humusschicht oft mehr schaden als nutzen.
Sollten die Böden nicht ausreichend gegen Erosion geschützt werden, droht langfristig die Degradierung der natürlichen Ressourcen. Damit stehen die Produktionsgrundlagen insgesamt in Frage. Die etwas ertragreicheren Böden im Süden, Südwesten und Südosten werden für den Baumwollanbau unter Einsatz von Pestiziden intensiv genutzt, was unter Umweltgesichtspunkten weitere schwerwiegende Probleme darstellt.

Getreide- und Gemüseproduktion

Über 75% der Anbauflächen werden für die Getreideproduktion genutzt, die im Wesentlichen der Eigenversorgung dient. Im trockenen Norden dominiert die Kultur der kleinkörnigen Perlhirse, während im übrigen Land Sorghum (großkörnige rote und weiße Hirse) und Perlhirse gleichermaßen angebaut werden. In den sudano-guineischen Vegetationsgebieten werden zusätzlich ReisÖffnet externen Link in neuem Fenster, MaisÖffnet externen Link in neuem Fenster und Wurzelknollen (Yams, Maniok, Süßkartoffeln) angebaut. Reis und Mais werden auch zunehmend in anderen Teilen des Landes in Bewässerungsperimetern angebaut. Der Anbau von Gemüse wird hauptsächlich in der Trockenzeit aus Brunnen, Rückhaltebecken oder Flüssen intensiv betrieben. Durch moderne Methoden wie die TröpfchenbewässerungÖffnet externen Link in neuem Fenster konnten die Erträge in den letzten Jahren erhöht werden. Weitere Kulturen, die sowohl der eigenen Ernährung dienen, als auch für den Export bestimmt sind, sind SesamÖffnet externen Link in neuem Fenster, Erdnüsse, Fonio, Karité- und Cashewnüsse.

Die Bilanz für die Getreideproduktion war in den Jahren 2000-2010 überdurchschnittlich, wie aus dem Bericht der "Direction Générale der Prévisions et Statistiques Agricoles" (DGPSA)Öffnet externen Link in neuem Fensterhervorgeht. Ausnahme bleibt der seit eh und je defizitäre Anbau von Reis. Die jüngste Getreideproduktion von 2011 ist aber in vielen Gegenden defizitär. Nach vorläufigen Bilanzen der Bourse Céréalière NationaleÖffnet externen Link in neuem Fenster waren im Jahr 2012 1,4 Millionen Menschen in Burkina Faso vom HungerÖffnet externen Link in neuem Fenster bedroht. Die Getreidepreise waren bereits im Februar 2012 Öffnet externen Link in neuem Fensterungewöhnlich hoch. In der Sahelzone sind zurzeit 10 – 15 Millionen Menschen von einer HungerkriseÖffnet externen Link in neuem Fenster betroffen. Zahlreiche humanitäre OrganisationenÖffnet externen Link in neuem Fenster sind in Burkina Faso im Einsatz.

Hirse
Perlhirse Ende September © Jörg Lange

Baumwolle

Baumwolle ist neben Gold Hauptexportware. Seit Schließung der Fabrik Faso Fani (früher Voltex) 2000 wird Baumwolle kaum noch im eigenen LandÖffnet externen Link in neuem Fenster verarbeitet. Das Ziel, hinter Ägypten zweitgrößtes Anbauland für Baumwolle in Afrika zu werden, konnte Burkina Faso tatsächlich erreichen. Zu diesem Erfolg hat die seit 10 Jahren andauernde NeuorganisationÖffnet externen Link in neuem Fenster und Teilprivatisierung des BaumwollsektorsÖffnet externen Link in neuem Fenster, der zuvor ein Monopol der Vertriebsgesellschaft "Société burkinabè des Fibres Textiles" SOFITEXÖffnet externen Link in neuem Fenster war, beigetragen.

Baumwollverarbeitung in Fada N´Gourma
Société cotonière du Gourma - Usine degrenage de Fada N´Gourma Foto: Jörg Lange

Zunehmend wehren sich Bauern gegen den jährlich von den Baumwollgesellschaften diktierten Preis für ein Kilo Baumwolle. Trotz steigenden Preises auf dem Weltmarkt wurden den Bauern 2011 kaum mehr Renditen bezahlt (insgesamt etwa 12 % des Weltmarktpreises). Diese werden sogleich von teurem Ankauf von Saatgut und Pestiziden aufgesogen. Es kam zu Anbauboykott und zu vorher nie erlebten gewaltsamen AuseinandersetzungenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Burkina Faso hat als erster Staat Westafrikas Versuche mit gentechnisch veränderter BaumwolleÖffnet externen Link in neuem Fenster zugelassen und damit heftige Verunsicherungen bei den Bauern hervorgerufen. Nach den ersten, sogenannten erfolgreichen Testergebnissen hat der Minister für Landwirtschaft beschlossen, die Kultur der gentechnisch veränderten Baumwolle ab 2007 zu verbreiten. Dies soll helfen, die Produktionskosten zu senken. Die NRO CV-OGM/BFÖffnet externen Link in neuem Fenster, Hauptgegner der genmanipulierten KulturenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Burkina Faso, versuchte vergeblich, diese vorschnelle Entscheidung auch mit rechtlichen Mitteln zu verhindern. StrittigÖffnet externen Link in neuem Fenster ist auch der gesundheits- und umweltschädliche Einsatz der Pestizide, die von den drei Baumwollgesellschaften auf Kredit verkauft werden.

Unter dem Gesichtspunkt globalen Handels beschreibt der österreichische mit dem Deutschen Dokumentarfilm Preis 2009 ausgezeichnete Film "Let´s make Money"Öffnet externen Link in neuem Fenster den Baumwollhandel als Symbol des unfairen Handels.

Im Januar 2012 wurde der Baumwollsektor von internationalen Banken mit einem KreditÖffnet externen Link in neuem Fenster in Höhe von 50 Mrd. F CFA unterstützt.

Baumwollpflücker in Tapoa © Jörg Lange

Viehzucht

Die ViehzuchtÖffnet externen Link in neuem Fenster ist die zweitwichtigste Wirtschaftsaktivität des primären Sektors. Der Norden ist das Hauptgebiet der Viehwirtschaft. Vorherrschend ist traditionelle Wanderviehwirtschaft oder Transhumanz. Eine ModernisierungÖffnet externen Link in neuem Fenster dieses Sektors ist noch nicht weit fortgeschritten. Rinder und Häute werden exportiert, hauptsächlich in die Elfenbeinküste. Als Tierbestand wird geschätzt:

  • Rinder                               8 Millionen
  • Schafe,Ziegen                15 Millionen
  • Geflügeltiere                    36  Millionen

Viehmarkt in Fada N'Gourma.
© Charles Bakyono

Industrielle Produktion

Der Anteil des sekundären Sektors am BIP liegt bei 19 %. Dieser Sektor ist noch weitgehend von staatlichen Unternehmungen (ElektrizitätÖffnet externen Link in neuem Fenster und WasserÖffnet externen Link in neuem Fenster) und dem Bausektor geprägt. Das Telekommunikationsunternehmen ONATELÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde 2006 zu 49 % privatisiert. Nahrungsmittelverarbeitung, Montage von Mopeds und Getränkefabrikation sind weitere Industriezweige. Daneben umfasst der schwer messbare informelle Bereich über 60%.

Eine Reihe negativer Standortfaktoren stehen einer nennenswerten industriellen Entwicklung im Wege. Zu nennen sind:

  • die ungünstige Binnenlage mit hohen Transportkosten
  • der Mangel an preisgünstigen Energiequellen
  • geringes Ausbildungs- und Produktionsniveau

 

Mineralindustrie

In Burkina Faso spielt die MineralindustrieÖffnet externen Link in neuem Fenster zunehmend eine herausragende Rolle im Exporthandel. Das Land steht in Afrika in der Rangfolge des höchsten Rohstoffvorkommens an 6. Stelle (laut Institut Fraser 2011).  Die Revision der BergbaugesetzgebungÖffnet externen Link in neuem Fenster 2003 hat den Sektor anscheinend belebt. Zahlreiche BodenforschungsunternehmenÖffnet externen Link in neuem Fenster haben sich inzwischen im Land niedergelassen. Etwa 700 Sondierungszulassungen wurden bisher ausgestellt. Nach ersten Schätzungen verfügt Burkina Faso neben den reichen Gold- und Manganvorkommen auch über Kupfer, Eisenerz, Kassiterit (Zinnstein) und Phosphate in den etwa 75.000 km² birimischen Sedimenten. Produziert werden bereits Dolomit, Gold, Granit, Marmor, Phosphate, Bimsstein und andere Vulkangesteine sowie Salze.
Einseitige Konzentration auf Mineralvorkommen haben in der Vergangenheit in Burkina Faso falsche Erwartungen geweckt. Davor warnen auch jetzt Vertreter der WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Gold

Seit 2005 steigen zunehmend kommerzielle GesellschaftenÖffnet externen Link in neuem Fenster in die GoldförderungÖffnet externen Link in neuem Fenster ein und steigern den Exporthandel. Zu ihnen gehören Axmin Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Semafo Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Orezone Resources Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster, High river Gold Mines Ltd.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Goldcrest Resources Ltd.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Ampella MiningÖffnet externen Link in neuem Fenster, Searchgold Recource Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster., Etruscan Resources Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Cluff GoldÖffnet externen Link in neuem Fenster, IamgoldÖffnet externen Link in neuem Fenster, Volta Ressources Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Riverston Resources Inc.Öffnet externen Link in neuem Fenster, Gryphon MineralsÖffnet externen Link in neuem Fenster und GoldplatÖffnet externen Link in neuem Fenster. Im Jahre 2009 entthronte GoldÖffnet externen Link in neuem Fenster die Baumwolle als wichtigstes Exportgut des Landes, wie der Minister für Bergbau und Energie bei einem interministeriellen TreffenÖffnet externen Link in neuem Fenster verkündete.
Den von den beteiligten Firmen veröffentlichten Zahlen zufolge produzierte Burkina Faso

  • 2008                         5,5 t
  • 2009                       11,7 t
  • 2010                       25,6 t
  • 2011                       32,6 t
  • 2012    geschätzte 40,0 tÖffnet externen Link in neuem Fenster Gold.


Damit verdrängt Burkina Faso Tansania vom 4. Platz der afrikanischen Goldexporteure. Im Februar 2013 nahm NordgoldÖffnet externen Link in neuem Fenster den Betrieb der Bissa-Mine auf mit einer jährlichen Produktion von bis zu 200.000 Unzen Gold.

Es gibt in Burkina Faso 6 industrielle Minen (Mana, Youga, Kalsaka, Taparko, Belahouro et EssakaneÖffnet externen Link in neuem Fenster), zwei halbindustrielle und etwa 200 "wilde" Goldgräberstätten.

Obwohl 2011 durch den Goldexport 127 Milliarden F CFA vom Staat eingenommen wurden, wächst in der Bevölkerung der UnmutÖffnet externen Link in neuem Fenster darüber, dass sich das enorme Wachstum in diesem Sektor nicht auf die Gesamtwirtschaft auswirktÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Eine Expertentagung im Februar 2012 kam zu dem Schluss, dass der Abbau von Rohstoffen in Afrika nicht der afrikanischen Bevölkerung zugute käme. Burkina Faso würde derzeit von Mineralkonzernen geplündertÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Weitere negative Folgen des Goldabbaus sind die Zerstörung der UmweltÖffnet externen Link in neuem Fenster, die GefährdungÖffnet externen Link in neuem Fenster der GesundheitÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Verschmutzung des Wassers, der Verlust landwirtschaftlicher Anbauflächen sowie die Vertreibung ansässiger Menschen.

Daneben existiert weiterhin die traditionelle GoldwäschereiÖffnet externen Link in neuem Fenster, an der einige lokale Chefs oder ElitenÖffnet externen Link in neuem Fenster verdienen. Institutionen des RechtsÖffnet externen Link in neuem Fenster sind in diesem Milieu oft nicht wirksam. Ein Teil der harten Arbeit wird von KindernÖffnet externen Link in neuem Fenster erledigt (FilmÖffnet externen Link in neuem Fenster). Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen und VerschüttungenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Goldminen.

Dienstleistungen

Der tertiäre Sektor ist regelmäßig mit 40 bis 45% am BIP beteiligt. Er wird geprägt durch Export - und ImporthandelÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie den weit verbreiteten Kleinhandel, vom Transport und der Gastronomie. Auch in diesem Sektor ist der Anteil der informellen Tätigkeit (z.B. der weit verbreitete Kleinhandel) beträchtlich.

Kreativität im informellen Sektor - Selbstgebastelter Kompressor einer Zweiradwerkstatt © Jörg Lange

Wanderarbeit

Als Folge der schwach entwickelten Wirtschaft und der klimabedingt schwankenden Ernteerträge arbeiten 2 bis 3 Mio. burkinische ArbeitnehmerInnen im AuslandÖffnet externen Link in neuem Fenster, hauptsächlich in der Elfenbeinküste. Der Bürgerkrieg im Nachbarland hatte starke negative Auswirkungen auf die Wirtschaft Burkina Fasos befürchten lassen. Diese sind jedoch weniger dramatisch ausgefallen als ursprünglich erwartet.

=> Indikatoren und Statistiken

In Burkina Faso sind die WirtschaftsindikatorenÖffnet externen Link in neuem Fenster sehr schlecht. Mehrere Gründe dürften dies erklären. Die WirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster leidet maßgeblich unter schwankenden Weltmarktpreisen für die Hauptexportprodukte. Manche Experten führen die desolate Wirtschaftslage auch auf das niedrige Bildungsniveau und das verhältnismäßig schnelle Bevölkerungswachstum zurück. Die ungünstige geographische Lage als Binnenland und der fehlende Anschluss an Wirtschaftsmärkte wirkten sich zuletzt nicht weniger negativ aus. Obwohl das Land über großes Potential im Hinblick auf Bodenschätze (Mangan, Silber, Gold, Zink, Kupfer, Phosphat, Titan, Nickel, Blei und Bauxit) verfügt, fehlen dort noch die Infrastrukturen zum Abbau.  Die sehr schwankenden Wetterbedingungen wirken sich stark auf das jährliche Wirtschaftswachstum aus. Subventionen, Billigimporte und Geschenke führender Industrie- und Schwellenländer (USA - Baumwolle, Textilien aus Asien, EG - Milchpulver und Fleisch, Japan - Reis...) sorgen dafür, dass Burkina Faso in seinen ureigensten Bereichen als Agrarland nicht nur nicht mehr für den Export produzieren kann, sondern selbst auf dem Binnenmarkt nicht mehr konkurrenzfähig ist. Dass Korruption, Oligarchiebildung und schlechte Regierungsführung ebenfalls Hemmnisse für Wirtschaftsentwicklung sind, zeigt die Lizenzvergabe für den GoldabbauÖffnet externen Link in neuem Fenster. Es ist nicht transparentÖffnet externen Link in neuem Fenster, in wie weit die enormen GewinneÖffnet externen Link in neuem Fenster, die in diesem Sektor eingefahren werden, in angemessener WeiseÖffnet externen Link in neuem Fenster zur Erhöhung des Bildungsniveaus beitragen oder die InfrastrukturÖffnet externen Link in neuem Fenster aufbauen und somit die Wirtschaftsindikatoren verbessern. 

Das Wirtschaftswachstum liegt 2011 wie im Vorjahr bei 5,6 %, woran der steigende Goldpreis seinen Anteil hat. Angesichts der Inflationsrate von 5,3 %, des Bevölkerungswachstums von 3,1 % und dem hohen Grad an Unterentwicklung bedeutet eine solche Ziffer Stagnation und Rückschritt statt Entwicklung.

Dass Burkina Faso wirtschaftlich zu den "Verdammten dieser Erde" gehört, darüber sind sich alle Statistiken einig. Die Zahlen fallen dennoch unterschiedlich aus und die Angaben, die erhältlich sind, werden nicht immer regelmäßig aktualisiert. Hier einige Quellen:

Wirtschaftspolitik

Das Finanzsystem unterliegt dem "Plan de renforcement de la gestion budgétaire" - PRGBÖffnet externen Link in neuem Fenster, einem strengen Reformpaket, dessen Umsetzung allgemein als positiv beurteilt wird.

Die PrivatisierungÖffnet externen Link in neuem Fenster staatlicher Unternehmen stieß in den letzten Jahren an ihre Grenzen. Nach negativen Erfahrungen mit ONATEL wurde die Privatisierung der für Wasser, Strom und Gas zuständigen Unternehmen ONEA, SONABEL und SONABHY gestrichen. Sie wirtschaften zufriedenstellend und bleiben wegen ihrer Schlüsselfunktion in der Hand des Staates. Im Zuge der Erhöhung der Kraftstoffpreise wird eine Privatisierung oder Reform der SONABHYÖffnet externen Link in neuem Fenster von Opposition und Verbraucherverbänden neu diskutiert.

Zu Erreichung der Millenniumsziele OMD (Objectifs du millénaire pour le développement) und zur Umsetzung des Programms zur Bekämpfung der Armut CSLPÖffnet externen Link in neuem Fenster (Cadre stratégique de lutte contre la pauvreté) ließ Wirtschafts- und Finanzminister Lucien Marie Noël BembambaÖffnet externen Link in neuem Fenster als Orientierung der Wirtschaftspolitik die SCADD 2011-2015Öffnet externen Link in neuem Fenster (Stratégie de croissance accélérée et de développement durable) ausarbeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Ziel ist ein zweistelliges Wirtschaftswachstum. SCADD orientiert sich auf vier Achsen:

  • Fördern der wachstumsrelevanten Bereiche und Verminderung wirtschaftlicher Hemmnisse,
  • Entwickeln einer wirtschaftlichen Infrastruktur,
  • Fördern menschlicher Potentiale,
  • die Rahmenbedingungen für Entwicklung nachhaltig verstärken.

Das Programm wurde im Oktober 2011 vom Minister der WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster und dem IWF vorgestellt, wobei auf einige Punkte besonders eingegangen wurde: Im Vordergrund steht ein umfangreiches Beschäftigungsprogramm, insbesondere für Frauen und Jugendliche. Weiterer Punkt ist die Subventionierung von Benzin. Die Landwirtschaft soll durch Subventionierung von verbessertem Saatgut, Dünger, Mechanisierung und Verarbeitung der Produkte gefördert werden. Der Bergbau soll besser und gewinnbringender organisiert werden. Ferner sollen Tourismus, Infrastruktur und Energie gefördert werden. Neue Großprojekte werden in Angriff genommen. Zurzeit werden Studien zum weiteren Ausbau der Eisenbahn bis Accra und bis Niamey erstellt. Für den Bau des neuen Flughafens Donsin (35 km nord-östlich von Ouagadougou) ist ein Ausschuss gebildet worden, der in Kürze eine Delegation der Weltbank in Ouagadougou erwartet. Weiterhin sind Straßenrehabilitierung und ElektrifizierungÖffnet externen Link in neuem Fenster im ländlichen Raum geplant. 

Von 1.-3. Februar 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster kam es unter Leitung des Regierungschefs von Burkina Faso in Paris zu einem runden TischÖffnet externen Link in neuem Fenster mit etwa 200 Teilnehmern. Der Geberrunde wurde das Programm "Bâtir ensemble un pays émergent" (="Gemeinsam ein aufblühendes Land errichten") zur FinanzierungÖffnet externen Link in neuem Fenster der SCADD in den Jahren 2011-2015 vorgestellt. Die Finanzierung beläuft sich auf 7.000 Milliarden F CFA, von denen 63,3 % aus eigenen Ressourcen gedeckt werden sollen und für die verbleibenden 36,7 % ausländische Quellen gesucht werden. Zu den geplanten Großprojekten zählen dabei neben dem neuen Flughafen in DonsinÖffnet externen Link in neuem Fenster u.a. auch die Rehabilitierung bzw. der Neubau der Eisenbahnstrecke von Abidjan nach Niamey, eine Autobahn zwischen Yamoussoukro und Ouagadougou, ein neues Zementwerk und der Bau von 10.000 Sozialwohnungen.
Bei der jährlichen Bilanz zur SCADD verbreitete der Wirtschaftsminister im Mai 2012Öffnet externen Link in neuem Fenster Optimismus.

KritikerÖffnet externen Link in neuem Fenster werfen der Wirtschaftspolitik und der SCADD vor, sie wären zu sehr an Wachstumszahlen und deren Mystifikation interessiert, viel zu wenig aber an den reellen Grundbedürfnissen der Bevölkerung.

Wirtschafts- und Währungsunion

Die Geld-, Kredit und Währungspolitik liegt in der Hand der Zentralbank der Westafrikanischen Staaten (Banque Centrale des Etats de l'Afrique de l'Ouest - BCEAOÖffnet externen Link in neuem Fenster). Seit der Einführung des Euro steht der FCFA (Franc de la Communauté Financière Africaine) in festem Wechselkurs zum Euro. Dieses System scheint sich - trotz der Krise in Côte d'Ivoire - bewährt zu haben.

Sitz der BCEAO in Ouagadougou © Wegmann

Die Außenwirtschaftspolitik Burkina Fasos ist auf den Prozess der regionalen Integration gerichtet. Das Land ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, UEMOAÖffnet externen Link in neuem Fenster, sowie der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten, ECOWASÖffnet externen Link in neuem Fenster/CEDEAOÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Karte der UEMOA
UEMOA: Die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion umfasst acht Länder. © UEMOA
Karte von ECOWAS
Logo ECOWAS: Die Wirtschaftsgemeinschaft wurde 1975 gegründet. Ihr gehören fünfzehn Länder an. © ECOWAS

Im Rahmen der UEMOA sind die Handelsschranken weitgehend abgebaut worden. Die Mitgliedsstaaten haben zum 01.01.2000 einen gemeinsamen Außentarif eingeführt. Langfristig haben ECOWAS und UEMOA das Ziel, einen einheitlichen Markt mit einer Währung zu schaffen.

Handel

Über den Binnenhandel liegen selten zuverlässige Statistiken und Analysen vor.

Der Außenhandel erhöhte sich in den letzten 5 Jahren um etwa 40 %. Während 2007 die Exporte bei 617,8 Mio. US$ lagen, erreichten sie im Jahr 2010  812,9 Mio. US$. Die Importe lagen 2010 bei 1.235,2 Mio. US$, davon etwa 25 % AgrarprodukteÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die HandelsbilanzLeitet Herunterladen der Datei ein lag 2010 somit bei – 422,3 Mio. US$. Hauptabnehmerländer waren 2008 Singapur (12,4 %), Belgien (9,5 %), VR China (8,3 %), Thailand (6,7 %), Ghana (4,1 %).

Quelle: EIU, Country Report (Die Zahlen unterscheiden sich erheblich von denen bei Afribiz.)

Auf Grund des geringen Zuflusses  von privatem Kapital schließt Burkina Faso die Finanzierungslücke hauptsächlich durch bilaterale und multilaterale Zuschüsse und Darlehen. Im Jahre 2010 hatte der Anteil ausländischer Zuschüssen zur Finanzierung des Staatshaushalts eine Höhe von 219,9 Mrd. FCFA, das sind 335,2 Mio. EURO. Das macht 22,7 % aus. Zusätzlich kam es zu ausländischen Finanzierungen in Höhe von 153,6 Mrd. FCFA, das sind ca. 234 Mio. Euro. 

Quelle: IMF, Country Report

Staatsverschuldung

Laut Angaben von Country Reports der EIU beliefen sich die Auslandsschulden von Burkina Faso im Jahr 2010 auf fast 2,2 Mrd. US$. Burkina Faso zählt damit zu den hoch verschuldeten Ländern der Welt.

Im April 2002 hatte Burkina Faso den "Completion PointÖffnet externen Link in neuem Fenster" unter der HIPC-Initiative erreicht. Ein umfassendes Entschuldungsprogramm wurde damit wirksam. Insgesamt wurden dem Land mehr als 500 Mio. $US Schulden erlassenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Aufgrund der im Juni 2005 getroffenen EinigungLeitet Herunterladen der Datei ein der acht führenden Industriestaaten (G-8) wurden Burkina Faso (zusammen mit vorerst 17 weiteren HIPC-Staaten) sämtliche Schulden bei Weltbank, IWF und Afrikanischer Entwicklungsbank erlassen. Die Schulden erreichten damit im Jahre 2006 einen Tiefstand von 700 Mio. US$ und hatten sich bis 2011 wieder verdreifacht. 

Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Burkina Faso lag Ende 2007 bei 770 Mio. US$.

Entwicklung und Entwicklungspolitik

=> Armutsbekämpfung und Millenniumsziele

Seit dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September 2000 läuft das ArmutsbekämpfungsprogrammÖffnet externen Link in neuem Fenster (Objectifs du millénaire pour le développement OMDÖffnet externen Link in neuem Fenster) von Burkina Faso in enger Abstimmung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster (WB) und den Gebern von Entwicklungshilfegeldern.

Es besteht darin, bis 2015 Armut und Hunger zu halbieren und sichtbare Fortschritte im Bildungswesen zu machen. Weitere Punkte sind die Gleichstellung und Unabhängigkeit der Frau, gesundheitlicher Schutz für Mutter und Kind, AIDS-Bekämpfung und Umweltschutz. 2003/04 wurde das Programm überarbeitetÖffnet externen Link in neuem Fenster und fortentwickeltÖffnet externen Link in neuem Fenster. Nach dem ersten Fortschrittsbericht 2003 hat Burkina Faso 2010 einen zweiten vorgelegt. Darin wurden ermutigende Fortschritte in den Bereichen Grundbildung, Trinkwasserversorgung, Gesundheitsversorgung und AIDS-Bekämpfung hervorgehoben. Von den Vereinten Nationen wurden vor allem die Fortschritte in der Trinkwasserversorgung auf dem Gipfel September 2010 gelobt. Bei einigen Zielen ist die BilanzÖffnet externen Link in neuem Fenster negativ. Es scheint, dass sie bis 2015 nicht erreicht werden können. Das gilt für die Abwasserentsorgung, die Bekämpfung der monetären Armut und den Hunger und der Verringerung der Mütter- und Kindersterblichkeit.  Die Regierung reagierte mit „Beschleunigungsprogrammen“, die seit 2011 umgesetzt werden:

  • Stratégie nationale d’accélération de l’atteinte des OMD (SNAO)
  • Cadre d’accélération pour les OMD (CAOÖffnet externen Link in neuem Fenster)
  • Stratégie de croissance accélérée et de développement durable (SCADDÖffnet externen Link in neuem Fenster)

=> Deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Burkina Faso

Burkina Faso ist ein Schwerpunktland der bilateralen deutschen EntwicklungszusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster (EZ) des BMZ. Am 30.11. und 01.12.2011 fanden in Ouaga­dou­gou turnusgemäß die ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Re­gie­rungs­ver­hand­lungenÖffnet externen Link in neuem Fenster zwi­schen beiden Ländern statt. Dabei wurden für einen Zeit­raum von drei Jahren Mittel von ins­gesamt 82 Millionen Euro für die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit in den nächsten drei Jahren zugesagt, davon 5 Millionen Euro pro Jahr direkte BudgethilfeÖffnet externen Link in neuem Fenster. Am 14.06.2012 wurde ein KooperationsabkommenÖffnet externen Link in neuem Fenster über 59,5 Millionen EURO unterschrieben. Für August 2012 ist ein Besuch von Bundesminister Dirk Niebel in Burkina Faso geplant.

Mit seiner Finanziellen Zusammen­arbeit (FZ) fördert das BMZ dabei In­ves­ti­tionen durch güns­tige Kre­dite, Be­tei­ligungs­kapital oder Zu­schüsse, die nicht zurück­ge­zahlt wer­den müs­sen. Ver­ant­wort­liche Orga­ni­sa­tion für die Fi­nan­zielle Zu­sam­men­arbeit ist die KfW Ent­wick­lungs­bankÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Die Technische Zusammenarbeit (TZ) berät, liefert in begrenztem Umfang Sachgüter, erstellt Anlagen, Studien und Gutachten. Die Vor­habenÖffnet externen Link in neuem Fenster der TZ werden über­wie­gend im Auf­trag des BMZ von der Deut­schen Gesell­schaft für Inter­natio­nale Zu­sam­men­arbeit (GIZ)Öffnet externen Link in neuem Fenster durchgeführt, die seit Anfang 2011 die Tätigkeit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) und der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung (Inwent) vereint. Tech­nische Zu­sam­men­arbeit er­folgt immer als Direkt­leistung, die vom Empfän­ger­land nicht zurück­er­stattet werden muss.

Mit der Regierung von Burkina Faso wurden drei Schwerpunkte der Zusammenarbeit verabredet. Sie ergänzen das Engagement anderer Geber in Burkina Faso:

  • Landwirtschaft
  • Dezentralisierung
  • Wasser

In weiteren Bereichen engagiert sich Deutschland in den Bereichen Förderung der Menschen-, besonders der Frauenrechte, Verbesserung der sexuellen Gesundheit besonders von Jugendlichen, Bekämpfung von HIV/AIDS und Engagement gegen Kinderarbeit. Mehrere Projekte zu Demokratie- und Zivilgesellschaftsförderung werden durchgeführt, insbesondere in den Bereichen Medien-, Menschenrechts- und Jugendförderung. Eine länderübergreifende Entwicklungspartnerschaft mit der Wirtschaft wird durchgeführt.

Gegenwärtig laufen folgende Programme und Projekte:

Die Aktivitäten der deutschen EZ konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf den Südwesten und den Osten des Landes sowie auf die Hauptstadt Ouagadougou.

Nichtstaatliche Entwicklungszusammenarbeit

Einige größere professionelle Hilfsorganisationen führen Projekte in Burkina Faso durch. Zu ihnen gehören:

Weit näher an der Basis und mit unvergleichbar effizienterem Kosten-Nutzen-Verhältnis  kooperieren nichtstaatliche Initiativen, die sich aus Spenden und ZuschüssenÖffnet externen Link in neuem Fenster finanzieren und deren Träger ehrenamtlich tätig sind. Bei ihnen steht die menschliche Begegnung im Mittelpunkt.

Im deutschsprachigen Raum gibt es mehr als 200 Partnerschaften zwischen Gruppen, Vereinen, Orten oder Schulen mit solchen in Burkina Faso. Am bekanntesten ist die inzwischen über 20-jährige Initiative von Katrin RohdeÖffnet externen Link in neuem Fenster: Sahel e.V.Öffnet externen Link in neuem Fenster. Mit ihrem Verein AMPOÖffnet externen Link in neuem Fenster hat die ehemalige Buchhändlerin aus Plön, "Mama TengaÖffnet externen Link in neuem Fenster", in Ouagadougou und Umgebung mehrere Zufluchts-, Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnstätten für Waisenkinder, Straßenkinder, Behinderte und Jugendliche, die von bestehenden sozialen Netzen nicht aufgefangen werden können, geschaffen. Seit sechs Jahren ist die Nachhaltigkeit der Einrichtungen durch die Katrin Rohde-StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster gesichert.

Die Arbeit des "Solidaritätskreis WestafrikaÖffnet externen Link in neuem Fenster" unter Leitung von Notar "Charly" SimonisÖffnet externen Link in neuem Fenster besticht durch die enorm hohe Zahl an Schulbauten, die aus ihrer privaten Initiative entstanden ist.

Die Vereine "FATHIMA e.V.Öffnet externen Link in neuem Fenster" mit Sitz in Bad Honnef und Kinderhilfe-Westafrika e.V.Öffnet externen Link in neuem Fenster in Thüringen unterstützen gezielt Ausbildung für Mädchen in Burkina Faso.

Einige weitere Initiativen sind:

Gerade wegen ihrer Basisnähe wird den Nichtregierungsorganisationen (NROÖffnet externen Link in neuem Fensters) ein hohes Maß an Sensibilität und Verständnis der fremden Mentalität abverlangt, zumal private Aufbauhilfen mit der Zuverlässigkeit der Partner vor Ort stehen und fallen. Naive Unbedarftheit, die nicht über die eigenen mitgebrachten Standards und den eigenen guten Willen hinausdenkt, führt dabei häufig zu Enttäuschungen und Abkehr.
Der Zugang zu staatlichen ZuschüssenÖffnet externen Link in neuem Fenster wird den meisten Vereinen trotz guter und erfolgreicher Zusammenarbeit durch zu hohe bürokratische Hürden verbaut.

Katrin Rohde, Gründerin sozialer Einrichtungen © Katrin-Rohde-Stiftung

=> Andere bilaterale Entwicklungsorganisationen

Das Binnenland Burkina Faso ist sehr stark auf ausländische Hilfe angewiesen. Nach wie vor ist Frankreich mit der Agence Française de DéveloppementÖffnet externen Link in neuem Fenster noch der wichtigste Partner der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit.

Der niederländische EntwicklungszusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster ist seit 1970 in Burkina Faso tätig  und konzentriert sich auf

  • Bekämpfung der Armut
  • Gute Regierungsführung und Menschenrechte
  • Gender
  • Bildung
  • Gesundheit.

Der niederländische Entwicklungsdienst SNVÖffnet externen Link in neuem Fenster operiert in den Bereichen:

  • Landwirtschaft
  • Erneuerbare Energie
  • Wasser

Daneben  sind

die in Burkina Faso am stärksten engagierten Partnerländer.

Im Jahre 2005 hat sich Burkina Faso für den Millennium Challenge AccountÖffnet externen Link in neuem Fenster (MCA), ein neues Instrument der Entwicklungszusammenarbeit der USA, qualifiziert. Dieses neue Instrument zeichnet sich durch besonders strenge, aber transparente Vergabebedingungen aus. In dieser Hinsicht bringt die Qualifizierung für Burkina Faso ein gutes Ansehen auf internationaler Ebene. 

=> Multilaterale Entwicklungspolitik im Lande

Burkina Faso nimmt seit 2001 am Prozess NEPADÖffnet externen Link in neuem Fenster (New Partnership for Africa´s Developement) teil, einem Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union, in dem sich afrikanische Staaten der Eigenverantwortung, der Transparenz und der Rechenschaftspflicht verschreiben. Cord JakobeitÖffnet externen Link in neuem Fenster fasst das bisher Erreichte zusammen.

Weitere wichtige Partner in der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind:

Autor

Jörg LangeÖffnet externen Link in neuem Fenster, Mag., Dipl.-Ing., geb. 1959, wohnhaft in Bad Honnef, Theologe und Wasserbauingenieur, seit 1985 mehrjährige Aufenthalte in Burkina Faso, 17 Jahre lang in der EZ in Westafrika, 11 Jahre mit dem DED, seit 2009 selbständige Fachkraft in der EZ.

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Diese Länderseite wurde zum letzen Mal im Mai 2013 aktualisiert.

Literaturhinweise

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