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Orapa-Mine (Foto: F.Krüger)

Wirtschaft und Entwicklung

Bruttoinlandsprodukt (BIP) 16.542 Mrd. US-$ (2012)
BIP/Kopf : 13.851 US-$ (2012)
Human Development Index (HDI): Rang 118 (von 187)(2012)
Anteil Armut (<2$ / Tag):ca. 1 Drittel (unsichere Angaben!)
Einkommensverteilung:k.A.
Anteil alphabetisierter Erwachsener:87,6 % (2011)

Botswana

Landesflagge Botswana

Wirtschaft

Wirtschaftssystem und -entwicklung

Das Wirtschaftssystem Botswanas fußt auf marktwirtschaftlichen Prinzipien und ist relativ wenigen staatlichen Eingriffen unterworfen. Die botswanische Wirtschaft fußt auf zwei Säulen: Im traditionell-ländlichen Sektor dominiert die Rinderwirtschaft, die in weiten Teilen jedoch bereits global verflochten ist (die EU ist wichtiger Absatzmarkt für Rindfleisch!). Im Industriesektor nimmt die Diamantenproduktion eine herausragende Stellung ein - sie ist mit Abstand der größte Devisenbringer Botswanas. Im Dienstleistungsbereich spielt der Tourismus eine wichtige Rolle - er konzentriert sich vor allem auf das Okavangodelta. Hier setzt man auf das hochpreisige Marktsegment (dazu mehr auf Seite 5 dieser Webseiten).

Botswanas Wirtschaftsentwicklung ist mit ihrem rasanten Wachstum nicht nur ein afrikanischer Sonderfall, sondern auch im weltweiten Vergleich außergewöhnlich.

Für die ländliche Bevölkerung spielt die Agrarproduktion eine herausragende Rolle. Der Löwenanteil der Deviseneinnahmen wird aber im sog. "Sekundären Sektor" (Industrie) und zunehmend auch über den Dienstleistungssektor erwirtschaftet.

Verschaffen Sie sich zunächst einen Einblick in die wirtschaftlichen KenndatenÖffnet externen Link in neuem Fenster (Auswärtiges Amt).

Wirtschaftsindikatoren

Die Weltbank mißt das Wirtschaftswachstum mit dem Indikator Buttoinlandsprodukt/Kopf. Das durchschnittliche jährliche Wachstum des BIP/Kopf zwischen 1980 und 1993 lag in Botswana bei 6,2%. Weltweit wurde Botswana dabei nur von China (8,2%), Korea (8,2%) und Thailand (6,4%) übertroffen! Obwohl sich diese Zuwachsraten zu Beginn des 21. Jahrhunderts etwas abgeschwächt hat, gehört Botswana immer noch zu den Staaten mit dem höchsten ökonomischen Wachstum.

Der Human Development Report liefert zahreiche EinzeldatenÖffnet externen Link in neuem Fenster, darunter auch Angaben zur Wirtschaftsentwicklung.
Die Daten des Reports 2009 ermöglichen einen umfassenden Vergleich mit allen anderen Staaten der Erde. Sie liegen als PDF-DateiÖffnet externen Link in neuem Fenster vor, die Sie sich in Ruhe ansehen sollten.

Hinweis: Die Datentabellen befinden sich im hinteren Teil des Reports. Vorsicht, der Report ist sehr umfangreich (großer Download)!

Um die Wirtschaftskraft Botswanas mit anderen Staaten vergleichen zu können, liefert Ihnen auch die Weltbank neueste Daten aus dem WeltentwicklungsberichtÖffnet externen Link in neuem Fenster. (Bei "Country" Botswana eingeben! Einige der Daten können Sie nur lesen, sofern Sie das Programm "Acrobat Reader" auf diesem PC installiert haben.) Wählen Sie Botswana aus der Länderliste.

Zur Vertiefung können Sie auf den Seiten der Weltbank länderbezogene Daten nach IndikatorenÖffnet externen Link in neuem Fenster auswählen (sehr umfangreich, verlieren Sie sich nicht im Datendschungel!)

Die Weltbank liefert auch eine Sammlung mit weiterführenden LinksÖffnet externen Link in neuem Fenster zu ökonomischen Themenbereichen, die Botswana betreffen.

Diamantenbergbau

Diamanten
Diamanten (Bild von Debswana)

Fundament der soliden wirtschaftlichen Situation ist der Bergbau. Ursache des rasanten Wirtschaftswachstums ist dabei vor allem der Diamantenexport. Botswana ist z. Zt. der größte Schmuckdiamantenproduzent der Erde.

Hierzu einer kleiner Überblick: Afrika aktuell - Diamanten, der starke Ast...Öffnet externen Link in neuem Fenster .

Zum Diamantenbergbau in Botswana gibt es auch einen Artikel im HandelsblattÖffnet externen Link in neuem Fenster vom Januar 2006. Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise ist auch an der botswanischen Diamantenproduktion nicht spurlos vorüber gegangen - hierzu einen Beitrag der WeltÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Der Diamantenbergbau liegt in den Händen von DebswanaÖffnet externen Link in neuem Fenster, einem Gemeinschaftsunternehmen von De Beers und dem Staat Botswana. Debswana kommt für die botswanische Wirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Es ist das mit Abstand wichtigste Unternehmen in Botswana und der weltweit größte Produzent von Schmuckdiamanten.

Interessant ist, dass der botswanische Staat auch einen 15%igen Anteil an deBeersÖffnet externen Link in neuem Fenster hält.
Weitere Informationen zu deBeers finden sich auch

 

In jüngerer Zeit haben auch einige kleinere, vor allem kanadische, Unternehmen Prospektionslizenzen in Botswana erworben. Sie arbeiten aber oft eng mit deBeers zusammen. Firestone DiamondsÖffnet externen Link in neuem Fenster ist ein solches Unternehmen, andere kommen und gehen schneller als diese LIS überarbeitet werden kann... (vielleicht funktioniert daher auch dieser link schon nicht mehr!).
Auf den Seiten dieser kleineren Unternehmen finden Sie u.a. weitere Informationen zum Diamantenbergbau, Photoeindrücke aus Botswana usw.

Menschenrechtsorganisationen haben in jüngster Zeit darauf hingewiesen, dass in einigen Ländern die Erlöse aus dem Diamantenhandel und -schmuggel der Finanzierung von Waffenkäufen und Bürgerkriegsparteien dienen. Vor allem in Angola und Sierra Leone sei dies der Fall. Botswana distanziert sichÖffnet externen Link in neuem Fenster zu Recht vom Handel mit diesen "blood gems". Mehr Informationen und zahlreiche links zur Problematik der Konfliktdiamanten finden Sie beim Global Policy ForumÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Orapa
Debswana-Diamantenmine in Orapa. Die Tagebaugrube hat einen Längsdurchmesser von über 1 km. (Foto: F. Krüger)

(Vergrößern Sie das Bild per Mausklick!)

Investitionsklima, Wirtschaftsverbund

Die relativ günstigen makro-ökonomischen Rahmenbedingungen werden ergänzt durch ein gesundes Investitionsklima. Zur Übersicht:

  • Hinweise des U.S. State DepartmentÖffnet externen Link in neuem Fenster (PDF-Datei; benötigt Acrobat Reader!)
  • Ausführliche Informationen des U.S. Department of CommerceÖffnet externen Link in neuem Fenster (bei "Country" Botswana auswählen; funktioniert nur mit Browsern der neuesten Generation! Neuerdings Registrierung erforderlich!).

 

Botswana ist Mitglied der Southern African Development CommunityÖffnet externen Link in neuem Fenster (SADC), deren Hauptsitz Gaborone ist. Die SADC ist der wohl einzige Wirtschaftszusammenschluß in Afrika, dem man eine gewisse politische und ökonomische Schlagkraft attestieren kann.
Besuchen Sie auch die Homepage der SADCÖffnet externen Link in neuem Fenster.
 

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Millennium Development Goals und Armutsbekämpfung

Trotz der wirtschaftlichen Prosperität klafft in Botswana die Einkommensschere weit auseinander. Auf einen Teil dieser Entwicklungsprobleme wurde auf Seite 2 bereits hingewiesen - weitere Problemfelder, allen voran die HIV/AIDS-Krise, werden auf Seite 4 erläutert. Die Entwicklungszusammenarbeit versucht natürlich, diese Problembereiche gezielt anzugehen.

Das "Problem" ist, dass Botswana aufgrund seiner wirtschaftlichen Leistungskraft für viele Länder des "Nordens" zu reich geworden ist - die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit wurde in den letzten Jahren daher teilweise deutlich reduziert.

Hierbei wird natürlich übersehen, daß erstens ein großer Teil der Bevölkerung nicht am Wohlstand teilhaben kann, und daß zweitens die politische Stabilität und Rechtstaatlichkeit dazu beiträgt, daß Gelder der Entwicklungszusammenarbeit weniger häufig in "dunklen Kanälen" verschwinden als anderswo und daher in Botswana eigentlich gut angelegt wären!

Das BMZ führt Botswana gar nicht mehr in seiner Länderliste. Aber vielleicht hat sich dies ja seit Erstellung dieser LIS wieder kurzfristig geändert; schauen Sie mal beim BMZ nach!

Mit der Umsetzung der Millennium Development Goals setzt sich UNDP BotswanaÖffnet externen Link in neuem Fenster auseinander.

UNDP Goodwill Ambassador Kronprinz Haakon von NorwegenÖffnet externen Link in neuem Fenster besuchte Botswana und hob die Entwicklungsbemühungen der Regierung im Zusammenhang mit den Millennium Development Goals und dem Schutz der Biodiversität hervor.

Inländische Entwicklungsanstrengungen

Cash-for-Work-Programm
Sportplatzbau im Rahmen eines staatlichen Cash-for-Work-Programms zur Einkommenssicherung bei Dürre (Foto: F. Krüger)

Die botswanische Regierung versucht im Rahmen des Programms Vision 2016Öffnet externen Link in neuem Fenster, das Ziel ökonomischer und sozialer Prosperität für Alle umzusetzen. (Langsamer link, der manchmal nicht funktioniert. Verschaffen Sie sich in diesem Fall bei der Regierung BotswanasÖffnet externen Link in neuem Fenster einen Überblick über die Ziele des Programms, indem Sie im Suchfeld Vision 2016 eingeben. Lesen Sie außerdem bei der o.g. Seite von UNDP BotswanaÖffnet externen Link in neuem Fenster ganz unten die Hinweise zu MDGs und Vision 2016.)

Mit zahlreichen staatlichen Förderprogrammen, v.a. im Rahmen des Dürremanagements und der AIDS-Maßnahmen, wird versucht, die gesetzten Entwicklungsziele zu erreichen.

Botswana gehört zu den ganz wenigen Staaten der sog. "Dritten Welt", die nicht von Strukturanpassungsprogrammen oder Hilfsleistungen der Weltbank und des IWF betroffen sind. Im Gegenteil: Botswana hat einen Teil seiner beachtlichen Devisenreserven in Form von Sonderziehungsrechten beim Internationalen WährungsfondsÖffnet externen Link in neuem Fenster angelegt!

Ausländische Entwicklungsimpulse

Eine Übersichtsseite der Vereinten Nationen informiert über die UN-Aktivitäten in BotswanaÖffnet externen Link in neuem Fenster (Hinweis: gelegentlich langsamer link!).

Zum Sonderfall der HIV/AIDS-Programme lesen Sie bitte in der Rubrik "Gesellschaft" weiter!

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen

Deutschland unterstützt die SADC IntegrationsagendaÖffnet externen Link in neuem Fenster seit 1985 mit Technischer Zusammenarbeit (TZ) und seit 1985 mit Finanzieller Zusammenarbeit (FZ) und ist einer der größten bilateralen Kooperationspartner (ICP). Als Schwerpunkte der deutschen Zusammenarbeit mit SADC wurden in den jüngsten Regierungsverhandlungen von 2010 -2012 Prioritäten und Gestaltungsspielräume der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vereinbart. Im Auftrage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und EntwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster (BMZ) führt die Gesellschaft für Internationale ZusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster (GIZ) diese Kooperation aus, die sich für Botswana Öffnet externen Link in neuem Fensterin drei Bereichen vollzieht:

1.      Weltwärts-Freiwillige in Botswana

Der Weltwärts-Freiwilligen DienstÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet deutschen Schulabgänger und jungen Leuten die Möglichkeit, in sozialen Projekten und in Nicht-RegierungsorganisationÖffnet externen Link in neuem Fenster, (Nongovernment Organisationen - NGOs), mitzuarbeiten. Sie können dabei interkulturelle ErfahrungenÖffnet externen Link in neuem Fenster gewinnen und einen Einblick in Aspekte unserer globalisierten Welt nehmen sowie an sozialer Entwicklung in einem anderen Land teilhaben. Jedes Jahr sendet die GIZ 18 Freiwillige nach Botswana, die ihre soziale Dienste in NGOs  und glaubensorientierten Einrichtungen in folgenden Bereichen anbieten:

·        Kindergärten und Behinderteneinrichtungen

·        WaisenhäuserÖffnet externen Link in neuem Fenster und Kinderschutzeinrichtungen

·        HIV/AIDS Schutz KampagnenÖffnet externen Link in neuem Fenster

·        Umweltstudien und Erziehung

2.      Technische Assistenz und Beratung

Die GIZÖffnet externen Link in neuem Fenster setzt das entwicklungspolitische Engagement der Bundesrepublik Deutschland in Botswana fort, das in den vergangenen 35 Jahren u.a. von den früheren Organisationen GTZ Öffnet externen Link in neuem Fenster(Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), DED Öffnet externen Link in neuem Fenster(Deutscher Entwicklungsdienst), FESÖffnet externen Link in neuem Fenster (Friedrich-Ebert Stiftung) und CIM Öffnet externen Link in neuem Fenster (Centrum für internationale Entwicklung und Migration) vor allem in den Bereichen Berufsbildung, Transport u.a. geleistet wurde.

Die bis zu 20 Experten sind vornehmlich, aber nicht nur in der Berufsbildung des Erziehungsministeriums tätig, nämlich dem „Department of Technical und Vocational Education and TrainingÖffnet externen Link in neuem Fenster (DTVET)“ und seinen Berufsschulzentren. Zur Zeit sind Experten in folgenden Bereichen eingesetzt:

·        Dieselmechanik Straßen- und Baumaschinentechnologie

·        Mechatronics

·        Schmuckdesign und –herstellung

·        Beratung in Berufsbildung und –entwicklung

·        Monitoring und Evaluierung

Sollten die Verhandlungen mit der Regierung Botswana in den Jahren 2013/2014 erfolgreich sein, könnte dieser Technische Dienst auch auf den Bereich der halbstaatlichen und privaten Industrie ausgedehnt werden. In den nächsten fünf Jahren könnte sich dann die Zahl der technischen Experten verdoppeln.

3.      Entwicklungsexperten im Bereich SADC

Im regionalem Bereich SADC sind zur Zeit (2012) 30 Mitarbeiter (lokale Assistenz und Entwicklungsexperten) beschäftigt. Diese arbeiten an der Umsetzung der folgenden sechs ProjekteÖffnet externen Link in neuem Fenster:

·        Stärkung der Reformagenda und Managementstrukturen von SADC-Institutionen

·        Stärkung der wirtschafts- und handelspolitischen Kapazitäten und Kompetenzen  

·        Grenzüberschreitendes Wassermanagement in der SADC-Region

·        Programmberatung Nachhaltige Waldbewirtschaftung

·        Unterstützung von Frieden, Sicherheit und Guter Regierungsführung in der SADC

·        Unterstützung des Privatsektors in Afrika bei der Aids-Bekämpfung.

Im Rahmen der globalen Entwicklungszusammenarbeit und dem Aufbau von grenzüberschreitender Infrastruktur werden weitere GIZ ProgrammeÖffnet externen Link in neuem Fenster, Vorhaben der Kreditanstalt für WiederaufbauÖffnet externen Link in neuem Fenster (KfW) und Projekte diverser Experten der internationalen Zusammenarbeit mit dem SADC Sekretariat umgesetzt.

Über die Autoren

Fred Krüger

ist Professor für Geographie an der Universität Erlangen-Nürnberg und arbeitet seit vielen Jahren in Botswana.

Heribert Schmidt

ist Landestutor für Botswana bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ und Berufsbildungsexperte und -berater.

Trainingsangebote der AIZ

Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:

 

Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

 

Kontakt

Thorsten Hölzer
+49 2224 926144

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