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Die Republik Botswana gilt als afrikanisches Musterland seit mehr als zwei Jahrzehnten mit - für afrikanische Verhältnisse – bemerkenswerter politischer und wirtschaftlicher Stabilität. Sie ist von der Weltbank als ein Land mit mittlerem Pro-Kopf-Einkommen klassifiziert und hat diesen Rang vor allem dem Bergbau, insbesondere der Diamantenförderung zu verdanken. Durch gute Regierungsführung ist es dieser Präsidialdemokratie gelungen, ein für jeden Bürger zugängliches Gesundheits- und Erziehungswesen aufzubauen. Dennoch gibt es zahlreiche gesellschaftliche, wirtschaftliche und umweltbezogene Probleme, die einer weiteren wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Wege stehen. Ein drückendes Problem ist die immer noch dramatische Ausbreitung von HIV-Infektionen und AIDS. Die kostenintensive AIDS-Bekämpfung wird vom Staat und von internationalen Organisationen finanziert und wird in Afrika als vorbildlich angesehen.
Die Übersichtskarte zeigt die neun Distrikte und wichtige Verkehrswege. Die Hauptstraßenverbindungen sind inzwischen ausgebaut und erweitert. Der Trans-Kalahari-Highway
verbindet Botswanas Straßennetze
mit denen der umliegenden Staaten und erleichtert das Anfahren von abseits gelegenen z.T. schwer zugänglichen Siedlungen sowie Zielen in Nationalparks.
Mit rund 600.000 qkm ist Botswana etwa so groß wie Frankreich.
Botswana liegt im südlichen Afrika und besitzt als Binnenland keinen Zugang zum Meer. Es ist eingekreist von vier Ländern: Namibia
im Nordwesten und Westen , Südafrika
im Süden und Südosten, im Osten von Simbabwe
und im Norden von Sambia.
Hinweis: Die offizielle deutsche Schreibweise lautet "Botsuana". Die vor Ort verwendete und auch im deutschen Sprachraum gebräuchliche ist "Botswana". Sie wird auch auf diesen Webseiten verwendet.

Weite Teile Botswanas sind nahezu menschenleer. Die fast ebene, nur gelegentlich von flachen, breiten Trockentälern durchzogene Kalahari sowie Savannen und Busch prägen den größten Teil der Landschaft. Die Weite der Landschaft wird im Norden durch das Okavangodelta, im Osten durch Hügelketten und Baumbestände unterbrochen.
Phantastische Bild- und Klangimpressionen und dazu noch interessante Informationen bietet die von Geographie-Studierenden der Universität Erlangen-Nürnberg gestaltete Seite Botswana - Facetten eines afrikanischen Landes
.
| Bevölkerung | (2013 geschätzt) | 2,1 Mio. | |
| Bevölkerungswachstum | 1,35 % | ||
| Sterberate | 1,29 % | ||
| Lebenserwartung | 54 J. | ||
| Infektionsrate HIV/AIDS | 24,8 % | ||
| Armutsanteil der Bevölkerung | ca. 30 % | ||
| Alphabetisierungsrate | 84 % | ||
| BIP pro Kopf | 8000 US-$ | ||
| Migrationsrate | (ohne Berücksichtigung der hohen illegalen Immigration aus Simbabwe) | 0,5 % | |
| Religionen | Christen (vorwiegend protestantische und pentecostale Kirchen) | 71,6 % | |
| Traditionelle Religionen (u.a. Badimo-Kult der Batswana) | 30 % | ||
| Ethnien | Tswana/Setswana | 79 % | |
| Kalanga | 11 % | ||
| Barsarva | 3 % | ||
| Weiße und andere | 7 % |
Aktuelle Grunddaten zu Botswana liefern zahlreiche Internetseiten, wie z.B.

Botswana ist im wesentlichen eine ebene, sandgefüllte Fläche mit einer durchschnittlichen Höhe von 1000 m über NN, die weltweit als Kalahari-Wüste
bekannt ist. Sie ist jedoch - im Gegensatz zu vielen Behauptungen in der Literatur - keine Wüste, sondern eine Gras- und Buschsavanne. Allerdings fehlen perennierende (ganzjährig wasserführende) Gewässer. Es herrschen tiefgründige Sandböden (Arenosole) vor. In Botswana wird das Kalaharibecken auch als sand veld bezeichnet. Das Land steigt in Richtung Westen nach Namibia leicht an. Die höchste Erhebung sind die Tsodilo-Felsen
im Nordwesten mit 1489 m. 2/3 der Landesgrenzen Botswanas werden von Flüssen und Flusstälern gebildet, die mit einigen Ausnahmen nur während der Regenzeit Wasser führen. Das ökologisch sensible Okavango-Binnendelta
im Norden (9000 bis über 16000 qkm) wird von dem 1600 km langen Okavangofluss aus Angola beflutet, der drittgrößte Fluss im südlichen Afrika und kann in seiner Ausdehnung mit Schleswig-Holstein verglichen werden. Botswana steigt in Richtung Westen nach Namibia an. Zum Osten hin wird es von niedrigen Gebirgsketten und felsigen Hügelgruppen umsäumt, die eine höhere Niederschlagsmenge während der Regenzeit verursachen. Der dadurch entstandene Grüngürtel erstreckt sich von Südafrika in Richtung Norden über Botswana bis nach Simbabwe und Sambia. Bemerkenswert sind die ausgedehnten Regionen mit Mopane-Büschen und -Bäumen
, deren gespaltenen Blätter während der Regenzeit Myriaden von Mopane-Raupen
ernähren. Die Mopane-Raupen gelten im südlichen Afrika als Delikatesse, vornehmllich zum Bier. Botswana ist bekannt für den Schutz und der Plege der ziemlich unberührten Natur und hat ein Drittel des Landes für Wildparks reserviert. Der Tierreichtum Botswanas umfasst alle aus Afrika bekannten Wildtiere und wird in großen z.T. durch Wildkorridore miteinander verbundenen Wildreservate
gesichert.

Das Okavangodelta im Nordwesten und die riesigen, vegetationslosen Magkadigkadi-Salzpfannen in der nödlichen Mitte bilden eigene ökologische Großeinheiten.
Im Osten begrenzen Hügelketten das Kalaharibecken. Diese als hard veld bezeichnete Region erhält mehr Niederschläge; die Böden sind fruchtbarer.
Das Klima ist von insgesamt nur geringen Niederschlägen geprägt, die zudem in der einzigen Regenzeit (Oktober bis März) auch nur sehr unregelmäßig fallen. Botswana zählt zu den dürregefährdetsten Ländern Afrikas!
Dürre als Entwicklungshemmnis?
Die ländliche Bevölkerung ist vor allem durch die sehr häufigen Dürreereignisse bedroht. Einen Überblick finden Sie beim SADC Drought Monitoring Center (langsamer link!). Auch bei FEWS gibt es gelegentlich Berichte zur Dürre-Situation im südlichen Afrika.
Als jüngeres Beispiel kann die schlechte Regenzeit 2006/2007 dienen: Hier bahnte sich eine neue, das gesamte südliche Afrika umspannende Dürre an. Informationen hierzu liefert ein Artikel des EO. Die braunen Flächen auf der Satellitenkarte zeigen das durch die Trockenheit stark beinträchtigte Pflanzenwachstum.
Es darf dabei nicht übersehen werden, dass z.B. in Zimbabwe Dürre ganz andere Ursachen hat als in Botswana. Während in Zimbabwe die Repressionspolitik Mugabes hauptverantwortlich für die Ernährungskrise zeichnet, greift in Botswana ein ausgeklügeltes staatliches Dürre-Management, dem es zu verdanken ist, dass Hungersnöte in den letzten Jahrzehnten verhindert werden konnten.
Seit 2008 kommt es insbesondere im Norden Botswanas zu ungewöhnlich langen, intensiven Regenfällen. Ob diese größer werdenden jährlichen Schwankungen bereits Zeugen des Klimawandels sind, ist noch nicht gesichert.
Die Vereinten Nationen liefern ausführliche Hinweise zu den staatlichen Dürre-Hilfsprogrammen in Botswana.

Zur Vertiefung: Der gerade genannte Abschnitt zu Dürre ist Teil eines sehr umfangreichen Reports zum Spannungsfeld zwischen natürlichen Ressourcen, Ökonomie und nachhaltiger Entwicklung. Nehmen Sie sich bei Interesse viel Zeit für diese Informationen!
Das Department of Environmental Affairs (DEA) des Ministry of Environment, Wildlife and Tourismus widmet sich der Palnung und Umsetzung von Umwletschutzprogrammen. Hervorzuheben ist hier insbesondere der Okavango Delta Management Plan (ODMP), der die derzeit wohl wichtigste Planungsgrundlage für die künftige Entwicklung des Deltas an der Schnittstelle Natur-Gesellschaft darstellt.
Generelle Informationen zum Ressourcenprofil finden Sie einem Botswana Report der FAO.
Umweltprobleme und Umweltschutz sind in Botswana von großer politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Die verschiedenen Ökosysteme in Botswana reagieren auf Eingriffe des Menschen sehr empfindlich. Die Kalahari, vor allem aber das Okavango-Delta sind zunehmend durch solche Eingriffe bedroht.
Die National Geographic Society
liefert Informationen zum Okavangodelta. Folgen Sie den verschiedenen Links!
Die südafrikanische Okavango Wildlife Society
widmet sich dem Schutz des Deltas. In ihrem Newsletter finden Sie hierzu weitere Informationen. (Diese Organisation befindet sich in Auflösung, unterhält aber noch ihre Webseiten.)
Die Menschen im Delta nutzen die natürlichen Ressourcen dort ebenso wie z.B. Tourismusbetriebe. Solche Aktivitäten stehen dem Wildtier- und naturschutz oft entgegen. Das Biokavango-Projekt
versucht, einen Beitrag dafür zu leisten, den Schutz der Biodiversität im Delta mit den Nutzungsinteressen (Wasser, Fischerei, Tourismus) zu vereinbaren.
Eine Bildergalerie
vermittelt Eindrücke vom Delta.
Die namibische Regierung möchte ein Kraftwerk bauen und dazu den Okavango stauen. Dem empfindlichen Ökosystem Delta droht damit der scheichende Tod - hierzu ein etwas älterer, aber teilweise noch aktueller und recht ausführlicher Bericht bei Scinexx
. ![]()

Heftiger Streitpunkt innerhalb der Reihen der Umweltschützer ist das Problem der Elefanten-Überpopulation. Eine Seite plädiert für eine maßvolle Begrenzung der Elefantenpopulation, um die von den Tieren verursachten gravierenden Vegetationsschäden einzudämmen, die andere Seite ist generell gegen einen wie auch immer kontrollierten Abschuß.
Zur Vertiefung: Nicht zuletzt aufgrund des Elefantenproblems ist es Botswana, Namibia und Südafrika gelungen, auf der letzten CITES-Konferenz in Santiago de Chile das weltweite Handelsverbot mit Elfenbein zu lockern.
Hierzu Hintergrundinformationen von Cites
.
Während die drei Staaten argumentieren, die Elfenbeinvorräte abbauen zu müssen, um mit dem Erlös die Naturschutzbemühungen finanzieren zu können, lehnen viele Umweltschutzorganisationen die Cites-Entscheidung ab (z.B. Greenpeace
). Andere versuchen kritisch abzuwägen (WWF)
. Hierzu weitere Informationen vom WWF: Elefantenschutz
, WWF Species Action Plan (PDF)
.
Ein weiterer Überblicksartikel zur Problematik findet sich bei National Geographic
.
Da Botswanas Elefantenpopulation in den letzten Jahren auf über 100.000 Tiere angewachsen ist, deren Lebensraum jedoch immer weiter eingeschränkt wird, häufen sich die Zwischenfälle mit Menschen und die Schäden, die die Elefanten auf den Feldern anrichten. Die botswanische Living with Elephants Foundation
widmet sich diesem Problemfeld.
Verfolgen Sie anhand eines Blogs die Aktivitäten des Projekts Elephants of Botswana
. Die Beiträge liefern nicht nur Einblicke in das Vorhaben, sondern auch eine Vielzahl von Eindrücken im Ökosystem Okavangodelta.
Die Problematik der Viehzäune, die ganz Botswana durchziehen und die Übertragung von Krankheiten (v.a. Maul- und Klauenseuche) von Wildtieren auf Rinder verhindern sollen, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Ein sehr ausführlicher Artikel
setzt sich mit dieser ökologischen Problematik auseinander.
Die Kalahari Conservation Society
ist eine in Botswana ansässige, sehr rege Umweltinitiative, die u.a. maßgeblich an der Einrichtung von Schutzgebieten beteiligt ist.
Trotz des rasanten Städtewachstums sind die Alltagswelten der Menschen in Botswana sehr stark von ländlichen Lebensweisen geprägt. Die Rinderzucht ist die wichtigste traditionelle Existenzgrundlage und Einkommensquelle. Feldbau wird - aufgrund der ungünstigen Niederschlags- und Bodenverhältnisse - überwiegend nur für den Eigenbedarf betrieben.
Die beiden größten Städte sind Gaborone (ca. 200.000 Einwohner) und Francistown (ca. 90.000 Einwohner); sie wachsen um ca. 8 % pro Jahr und besitzen als einzige Siedlungen einen wirklich urbanen Charakter.

Typisch für Botswana sind die traditionellen ländlichen Großsiedlungen der Tswana. Zu ihnen zählen u.a. Molepolole, Maun, Kanye und Mochudi. Trotz ihrer Einwohnerzahlen (20.000 - 40.000) und einiger zentraler Versorgungseinrichtungen sind sie in ihrem Wesen stark ländlich, denn traditionelle Gehöfte (Compounds) prägen das Bild.

Fast alle größeren Siedlungen besitzen jedoch Stromversorgung und Mobilfunknetz. Auch die Schul- und Medizininfrastruktur ist hervorragend ausgebaut. Alle Fernstraßen sind inzwischen geteert.


Trotz dieser für subsaharische Verhältnisse sehr guten Rahmenbedingungen können viele Menschen ihren Lebensunterhalt kaum decken. Sie sind auf landwirtschaftliche Aktivitäten für den Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft) angewiesen, erhalten aber teilweise auch Unterstützungsleistungen von staatlicher Seite. Die Einkommensschere ist weit geöffnet: Die Einkommensunterschiede zwischen Ärmsten und Reichsten in Botswana zählen weltweit zu den höchsten! Darauf weist eine Untersuchung von BIDPA
hin.
Eine ausführlichere Auseinandersetzung mit der Einkommensthematik und anderen entwicklungsrelevanten Aspekten in Botswana finden sich in verschiedenen Publikationen Human Development von UNDP
. Aktuelle UNDP-Daten liefert eine Seite zu den International Human Development Indicators
.
Bitte beachten Sie, dass UNDP die Adressen dieser Seiten häufig ändert. Ggfs. suchen Sie bitte auf der Startseite der HDR Reports
nach Daten und Artikeln zu Botswana.

Die Flagge Botswanas (siehe oben auf dieser Seite) ist von einer wunderbaren Symbolkraft:
Die hellblauen Streifen symbolisieren Wasser (im dürregefährdeten Botswana von zentraler Bedeutung), die weißen und der schwarze Streifen das friedvolle Miteinander weißer und schwarzer Menschen.
Das Staatswappen besteht aus einem Schild, welcher von zwei Zebras flankiert wird. Der Schild trägt als Symbole drei Zahnräder (Industrie), drei blaue, wellenförmige Bänder (Wasser, Regen) und einen Rinderkopf (Land-, vor allem Viehwirtschaft). Die Zebras und der Elefantenstoßzahn symbolisieren den natürlichen Reichtum, Sorghum die Bedeutung des Getreides als Nahrungsgrundlage.
Das Staatsmotto lautet "Pula", was soviel heißt wie "Regen", gleichzeitig aber auch ein feierlicher Willkommensgruß ist (etwa: "Es möge Regen kommen!"). Auch Botswanas Währung heißt "Pula". Dies verdeutlicht, wie wichtig Wasser und Regen den Menschen in Botswana sind. Regen und Reichtum sind untrennbar miteinander verknüpft.
Die Nationalhymne in zwei elektronischen Klang-Varianten:
ziemlich feierlich...
oder etwas zarter besaitet
.
Und dazu den Text:
auf Setswana: | auf Englisch: |
Fred Krüger
ist Professor für Geographie an der Universität Erlangen-Nürnberg und arbeitet seit vielen Jahren in Botswana.
Heribert Schmidt
ist Landestutor Botswana bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ und Berufsbildungsexperte und -berater.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!