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Forschungslabor in Gaborone (Foto: F.Krüger)

Gesellschaft

Alle wichtigen Strukturdaten zu Gesellschaft und Kultur
BeschreibungInhalt
Amtssprache(n):Englisch und Setswana
Regionalsprachen:Setswana, Kalanga, Kgalakgadi
Religionen (% geschätzt):indigene 35 %, christliche 63 %,
einige islamische Gemeinden.
Städtische Bevölkerung:61,7% (2013)
Lebenserwartung:54 Jahre (2014 geschätzt))
Geburtenrate:21,3 je 1000 Einw. (2014 geschätzt)
Sterberate:13,3 je 1000 Einw. (2013) (UNAIDS)

Inhalte dieser Seite

Das LIPortal

Botswana

Gesellschaftliche Grundstrukturen

Merkmale der Gesamtgesellschaft, Konflikte

Im Unterschied zu vielen anderen Staaten des subsaharischen Afrika zeichnet sich die botswanische Gesellschaft durch ein vergleichsweise geringes Konfliktpotential aus. Die Gründe liegen in der dünnen Besiedlung, in den noch relativ eigenständigen Besiedlungsorten der Ethnien, ihrer traditionellen Rechts- und Respektsstruktur mit einem Chief an der Spitze jeder Ethnie, einem nationalen "House of Chiefs" (Ntlo ya Dikgosi) sowie die friedvollen auf Ausgleich bedachten Bantugruppen, die annähernd 80 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, im letzten Jahrhundert Träger der Souveranitätsbewegung waren und sich überwiegend im Grüngürtel im Osten und Süden des Landes und in der Region des Okavangodeltas angesiedelt haben.

Die Ethnien Botswanas

Das Binnenland im Süden Afrikas mit seinen rund 2 Mio. Einwohnern, ist zu 79 % von Tswana (oder auch Batswana), zu 11 % von Bakalanga (Shona) im Raum um Francistown, zu 2,5 % von San und KhoiKhoi und zu 2,5 % von Weißen und Indern besiedelt. Die restlichen 5 % der Bevölkerung setzen sich aus den Volksgruppen Herero, Bakgalakgadi sowie der Hambukushu und Bayei zusammen.

Die Bantu-Majorität hat sich in den letzten Jahrhunderten durch Abspaltung vom Hauptstamm und Neusiedlungen dörflicher Stammesgründungen in folgende Stämme unterteilt: Bamangwato als mächtigster Stamm, aus dem auch der Staatsgründer und erste Präsident Sir Seretse Khama und der jetzige Präsident, sein Sohn Seretse Khama Ian Khama hervorgegangen sind; weiterhin Bakwena, Bangwaketse, Batawana, Bakgatla, Bamalete, Barolong und Batlokwa. Diese Stämme sind als Hauptstämme von der Verfassung anerkannt und werden von sogenannten Paramount-Chiefs geführt.

Gewisse Spannungen rühren daher, dass die kleinen Stammesgruppen wie die Herero, Bakgalakgadi, Hambukushu und Bayei um ihre volle politische Anerkennung als eigenständige Stämme ringen. Dazu zählen auch die San (Buschmänner), die allerdings traditionell keine örtlich permanente Siedlungen gegründet haben, sondern als Jäger und Sammler Wildbewegungen in der Kalahari folgten. Alle diese Volksgruppen haben gemeinsam, dass ihre Ansiedlungen bis zu 1000 km weg von der Hauptstadt liegen. Ihre Emanzipationsbestrebungen in den letzten 3 Jahrzehnten gehen auf den Ausbau des Straßennetzes, den Zugang zu Medien und der Entwicklung der Infrarstruktur zurück, die das politische Geschehen aus der Hauptstadt auch in ihre Dörfer und Siedlungen bringen.

Die Ethnie San (Buschleute) verdient besondere Aufmerksamkeit und wird auch heute noch als Sonderfall einer Volksgruppe in Botswana, aber auch in Namibia und Südafrika, angesehen. Sie gelten als die Ureinwohner des südlichen Afrikas. Steinfunde und Felszeichungen sollen belegen, dass die San schon vor 200 000 Jahren, mindestens schon vor 50 000 Jahren, als Jäger und Sammler in der Kalahari gelebt haben.

Die Regierung Botswanas hat zwischen 1997 und 2005 ca. dreitausend Barsarwa (San) aus dem Kalahari-Nationalpark, den sie als das Land ihrer Ahnen bejagen und als ihren Lebensraum ansehen, zwangsumgesiedelt. Bohrungen und weitere Explorationen nach Mineralien in diesem Gebiet sollen auf Diamanten und riesige Gasvorkommen gestoßen sein. Botswana wird vorgeworfen die San aus ökonomischen Gründen zu vertreiben und ihnen damit die Lebensgrundlage als Jäger und Sammler zu nehmen. Nach jahrelangem Rechtsstreit sprach 2006 der High Court, mit damaligem Sitz in Lobatse, den Basarwa ein Rückkehrrecht und 2011 Wasserrechte zu. Roy Sesana, der San-Aktivist und offizielle Vertreter der Barsarwa, erhielt für seinen gewaltfreien Einsatz 2005 den alternativen Nobelpreis.

Ein aus dem "Kuru Development Trust" hervorgegangenes Entwicklungsprojekt
stellt die Kuru Family mit Kuru Kalahari Logo vor.

Weitere Aspekte dieser Ethnie San sind im Kapitel "Geschichte und Staat" angeführt.

Künstlerin des Kuru-Projekts
Künstlerin des Kuru-Projekts bei ihrer Arbeit (Foto: F.Krüger)

Bevölkerungsstruktur und Entwicklung

In Botswana, einem Land anderthalbfach so groß wie Deutschland, leben gemäß statistischer Fortschreibung ca. 2,1 Mio. Menschen. Das entspricht 2013 einer Bevölkerungsdichte von 3,6 Einwohnern pro 1 qkm. Lebten im Protektorat Betschuanaland 1904 ungefähr 120 000 Menschen, so wuchs die Bevölkerung innerhalb von 60 Jahren bis zur Unabhängigkeit 1966 auf das Vierfache mit mehr als einer halben Mio. Einwohner an. Inzwischen hat sie sich in den letzten knapp 50 Jahren noch einmal vervierfacht, trotz hunderttausend Todesfällen aufgrund der HIV/AIDS Pandemie. Vermehrte Landflucht und Urbanisierung bestimmen die Bevölkerungsstruktur in Botswana. 2013 leben bereits 61 % der Bevölkerung in den Städten. Und dieser Trend hält an. Mehr als dreiviertel der Bevölkerung konzentriert sich sich im Osten des Landes. Jeder 8. Bürger lebt in der Haupstadt Gaborone. Weitere rasante Urbanisierung findet in Francistown, Molepolole, Lobatse, Maun, Palapye, Selebi Phikwe, Serowe, Kanye, Jwaneng u.a. Ortschaften statt. Die Urbanisierung steht für wirtschaftlichen Aufschwung und Wachstum und hebt den Lebensstandard weiter Bereiche der Bevölkerung. Sie bringt aber auch unerwünschte Begleiterscheinungen wie Steigerung der Arbeitslosigkeit und die Vernachlässigung von Jugendlichen mit sich. Randerscheinigungen wie die Zunahme der Kriminalität und mit ihr eine zunehmende Zahl von Diebstahl, Einbrüchen, Gewalttätigkeiten wie Raub, Überfälle und Vergewaltigungen über die letzten zwanzig Jahre sind Folgen davon. Damit einher gehen auch gelegentlich Bildungen von Gangs und Banden Jugendlicher, ein bis vor Jahrzehnten noch unbekanntes Phänomen in Botswana. Auch wenn Botswana als ein Land mit guter Sicherheit gilt, sind Sicherheitsüberlegungen und bestimmte -maßnahmen zu empfehlen.

Botswana hat eine jugendliche Bevölkerungsstruktur: Der Anteil der 0 - 14 Jährigen macht knapp 34 %, der Anteil der 15 bis 24 Jahren wird auf 22 % hochgerechnet; der erwachsene Bevölkerungsanteil  von 25 - 59 Jahren wird auf 38 % geschätzt.

Das Bevölkerungswachstum Botswanas hat sich nach einer negativen Entwicklung um das Jahr 2004 aufgrund der erfolgreichen HIV-Medikation wieder positiv entwickelt und liegt 2012 bei 1,46 %.

Auch wenn die gesellschaftlichen Konfliktpotentiale in Botswana weniger stark ausgeprägt sind, befindet sich die Gesellschaft Botswanas im Umbruch. Das allgemeine Bildungswesen hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine Lawine arbeitsloser Jugendlicher mit Schulbildung und auch Universitätsabschlüssen abgetreten, die nach Berufs- und Lebensperspektiven suchen.

Mit dem speziell für junge Menschen konzipierten Programm My Future Today bereitet  Menschenrechtsgruppe Ditshwanelo Jugendliche auf ihre Rechte, Pflichten und ein eigenverantwortliches Leben in der Welt der Erwachsenen vor.

Lebensauffassungen und Identiätsfindungen von Jugenlichen stellen Repräsentanten von Ditshwanelo drei zusammenhängende Videos bei Youtube vor:

Video 1, Video 2, Video 3

Logo von My Future Today
Logo von My Future Today

Gender

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frau und zu einer emanzipierten Veränderung des traditionellen Rollenverständnisses von Frau und Mann hat Botswana beachtliche Erfolge aufzuweisen. Die Zentralregierung Botswanas unterstützt diese Genderentwicklung aktiv. Schon 1981 hat die Regierung die "Women's Affair Unit" unter dem Ministerium "Labour and Home Affairs" etabliert, welche 1997 zu einer Regierungsabteilung unter der Leitung einer Direktorin erweitert und aufgewertet wurde. Das beschlossene nationale Gender Programm enthält Strategien und Umsetzungspläne für die Themenfelder Armutsbekämpfung, ökonomische Förderung und Kapazitätsbildung, Laufbahnplanung und Leitungsstellen für Frauen. Besonders gefördert werden Frauen in u.a. in Bereichen Erziehung, Ausbildung und Gesundheit, in denen sie benachteiligt bzw. unterrepräsentiert sind. Weiterhin werden Maßnahmen entwickelt, um häusliche Gewalt bei Kindern und besonders Mädchen zu mindern. Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, wird Schutz und Hilfe geboten. Es werden Sensibilisierungskurse zum Abbau geschlechterspezifischer Diskriminierung und rechtlicher Benachteiligung veranstaltet.

Heute besuchen etwa gleich viel Jungen und Mädchen Schulen und Universität. Frauen sind sogar in traditionelle Männerdomänen wie der Position des "Paramount Chiefs" (Stammesführer) vorgedrungen. Die Benachteiligungen in der Arbeitswelt und im politischen Bereich sind aber weiterhin groß. So beträgt der Frauenanteil im Parlament lediglich 11%, lag aber von 1999 - 2004 schon bei 18 %.

Obwohl die Verfassung Botswanas den Frauen die gleichen Rechte wie den Männer zugesteht, werden auf der Ebene des "customary laws" (traditionelle Regelungen und Rechtsprechung), vor allem bei Erbschaften von Haus- und Grundbesitz, Frauen benachteiligt. Im Oktober 2012 hat das Oberste Gericht erstmals in einem Urteil festgestellt, dass Teile des traditionellen Erbrechts dem in der Verfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz widersprechen und einen Angriff auf die Würde der Frau darstellen. Die Eigentumsrechte von Frauen und ihre Möglichkeiten wirtschaftlich unabhängig zu werden, waren besonders in den ländlichen Gebieten beschränkt.

Auch verantwortlichen Stammesführer erkennen mittlerweile an, dass die benachteiligten Rechtspositionen von Frauen auf dem Lande und in traditionellen Ortschaften einer Revision zu unterziehen sind. Sie rufen zu entsprechenden Initiativen auf, um althergebrachte Regelungen und Rechtsprechungen zu modernsieren.

Die Regierung arbeitet eng mit dem UNDP zusammen, um das nationale Gender-Programm zu implementieren. Der Focus liegt in der Förderung der Arbeitskapazität und -effizienz der Genderabteilung, um sie zu befähigen, die Gender-Entwicklung in Schlüsselministerien und Zivilgesellschaften wie z.B. des National Council on Women, Ditshwanelo und Botswana Family Welfare Association (BOFWA) zu initiieren und zu unterstützen.

Katlholo
Katlholo singt in den Marginalvierteln Gaborones vom Zerfall der Gesellschaft (Foto: F. Krüger)

Bildung

Bildungspolitik

Botswana hat seit seiner Unabhängigkeit 1966 und der Vermarktung seiner Diamanten ab 1970 mehr als jedes andere afrikanische Land die politische Erkenntnis ernst genommen, dass zukünftiger Staatsaufbau, Nationalitätsbewusstsein und Wohlstand der Bevölkerung nur über die Alphabetisierung und Schulbildung zu erreichen ist.  Auch der Aufbau der beruflichen Bildung wurde zehn Jahre später dieselbe Priorität für eine erfolgreiche Wirtschaft  in Botswana zugesprochen. Neben den primären,  sekundären und beruflichen Schulsystemen wurde tertiäre und der universitäre Bereich etabliert. Die Kommunen und der Staat haben diese Aufgaben mit Vehemenz übernommen, Schulen im gesamten Land aufgebaut und Erziehung für alle Kinder und Jugendliche propagiert. Obwohl es keine Schulpflicht in Botswana gibt, hat der Staat mit seiner Bildungsoffensive bis heute umfassenden Erfolg. Die Alphabetisierungsrate wird 2011 mit 96 % angegeben. 2013 hat die Regierung Botswanas 23 % ihres Haushaltes für die Erziehung ausgegeben, liegt damit an der Spitze der afrikanischen Länder und erreicht westliches Niveau.

Kindergarten- und Vorschulerziehung liegen allerdings ausschließlich in privater Hand.

Der beschleunigte Aufbau des Bildungswesens mit dem Lokalisierungsdruck, d.h. dass ausländische Lehrkräfte (Expatriates) so schnell wie möglich zu ersetzen sind, hat allerdings zur weitverbreiteten Beschäftigung minderqualifizierten pädagogischen Personals geführt. Die Folge davon ist mangelhafte Unterrichtsqualität, die sich seit Jahrzehnten in einem niedrigen Leistungsniveau der Schüler niederschlägt und sich, mit einer gewissen Zeitverzögerung, dann auf die Beschäftigten im öffentlichen Dienst auswirkt. Dort verschuldet dieses niedrige Leistungsniveau den immer wieder beklagten gravierenden Leistungsmangel beim mit Abstand größten Arbeitgeber, dem Staat.

Daher haben sich in allen Bereichen des Erziehungswesen private Schulen und Ausbildungsinstitute, sogar eine private Universität etablieren können, die überwiegend internationale Standards in der Lehre erreichen.

Bildungssystem

Botswana kennt im Gegensatz zu den meisten Ländern keine Schulpflicht.  Alle Kinder haben aber das Recht auf zehn Jahre Schulbildung, davon sieben Jahre in der staatlichen Grundschule und drei Jahre auf einer staatlichen Mittelschule. Sie schließt mit der Mittleren Reife (Junior Secondary Certificate) ab. Etwa die Hälfte der Schüler besucht daran anschließend die Oberschule (Senior Secondary School), die mit dem „Botswana General Certificate of Education“ den Zugang zur Universität ebnet. Nach Schulabschluß können die Studenten auch eine der acht Technischen Oberschulen (Technical Colleges) besuchen und ausgewählte Berufsqualifikationen erwerben oder sogar einen Diplomabschluss erreichen. Weiterhin bieten auch Oberschulen (Teacher Training Colleges) Studiengänge für Lehrer und Krankenschwestern an. Studenten, die sich für Agrarwirtschaft interessieren, können sich in das „Botswana College of Agriculture“ einschreiben oder können einen Studiengang am "Botswana College of Administration and Commerce“ wählen.

Die Schulausbildung war bis 2007 in Botsuana kostenlos, seitdem wurden Schulgebühren eingeführt, die etwa 50 Euro pro Kind und Jahr ausmachen. Studiengebühren werden von der Universität nicht erhoben.

Für eine Anzahl von Studienrichtungen, die in Botswana nicht angeboten werden, vergibt der Staat Stipendien für Studien ins Ausland, z.B. Südafrika, Großbritannien, USA, Australien, Russland, Japan u.a.

Gesundheit: die HIV/AIDS-Krise

AIDS-Plakat
AIDS-Aufklärung (Foto: F. Krüger)

HIV und AIDS als Herausforderung

Botswana gehört leider zusammen mit zehn weiteren Staaten der südafrikanischen Region zu jenen, die einen Anteil von weit über 10 % an HIV-Infizierten der Gesamtbevölkerung aufweisen. Die offizielle AIDS-Studie zu Botswana von 2010 schätzt die durchschnittliche HIV-Infektionsrate auf 17,6 % der Gesamtbevölkerung.

Die Dramatik dieser HIV/AIDS-Epidemie wird erst recht deutlich, wenn die HIV-Prävalenz über die Altersgruppen dargestellt wird:

  • Alter 15 - 19 Jährige haben eine HIV-Prävalenz von  6,6 %
  • Alter 20 - 24 Jährige haben eine HIV-Prävalenz von 19,0 %
  • Alter 25 - 29 Jährige haben eine HIV-Prävalenz von 33,0 %
  • Alter 30 - 34 Jährige haben eine HIV-Prävalenz von 40,2 %
  • Alter 35 - 39 Jährige haben eine HIV-Prävalenz von 35,9 %

Die mittlere Lebenserwartung sank in Botswana von fast 70 Jahren auf inzwischen unter 40 Jahre! Als Folge der HIV/AIDS Epidemie blieb in den Jahren von 2000 bis 2004 die Bevölkerungszahl annähernd konstant auf 1,5 Mill. Einwohner. Das Bevölkerungswachstum war rückläufig und erreichte 2004 sogar einen  negativen Wert von -0,9 %. Das erfolgreiche staatliche Therapieprogramm MASA für HIV/AIDS- Patienten, das 2002 beschlossen wurde, ließ ab 2004 die Geburtenraten, das Bevölkerungswachstum und die Lebenserwartung allmählich wieder ansteigen.

Reetsang!
Hört zu! AIDS-Aufklärungstafel (Foto: F. Krüger)

AIDS ist derzeit sicher der bedeutendste gesellschaftliche Einflussfaktor in Botswana!

Die Regierung Botswanas hat AIDS den "Kampf mit allen Mitteln" angesagt. Der frühere Präsident Mogae wurde in diesem Zusammenhang mit dem Ibrahim Prize for Achievement in African Leadership ausgezeichnet.

Inzwischen wandelt sich das Bild: MASA, ein großflächiges staatliches Aufklärungs- und Therapieprogramm, ermöglicht seit einigen Jahren Tausenden von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken einen kostenlosen Zugang zur erfolgsversprechenden Therapie. Das mehrstufige Präventions- und Therapieprogramm begleitet den einzelnen HIV-Infizierten von den Stadien der Erkrankung über die Absenkung der Viruslast bis zur Zurückgewinnung von stabiler Gesundheit.

MASA (Setswana-Wort für "Morgendämmerung") nutzt die fast flächendeckende, für einen Staat des subsaharischen Afrika geradezu vorbildliche, Gesundheitsinfrastruktur Botswanas. Im Jahre 2012 konnten 95 % der für dieses Programm geeigneten Patienten zur Behandlung aufgenommen werden. 194 Kliniken über das ganze Land verteilt begleiten die antiretrovirale Medikation.

Eine Liste mit weiterführenden links gibt es bei HIVInSight.

Die ACHAP (African Comprehensive HIV/AIDS Partnerships), eine Partnerschafts-Organisation zwischen der botswanischen Regierung, der Bill and Melinda Gates Foundation und der Merck Company Foundation, unterstützen das Programm der teuren antiretroviralen Medikation, das für die infizierten Bürger Botswanas kostenlos ist. Das Botswana Harvard AIDS Institute widmet sich der HIV/AIDS-Forschung in Botswana und dokumentiert den Therapieverlauf.

Botswana hatte in den Jahren um die Jahrtausenwerde über Hunderttausend AIDS-verursachte Todesfälle zu beklagen. Auch wenn Botswana 2013 die Zahl der HIV-Infizierten auf 300 000 Personen schätzt, sind die Todesfälle auf ca. 5 000 Personen pro Jahr zurückgegangen. Die Infektionsrate ist dank des MASA-Programms rückläufig und die Kontinuität des Leistungsprozesses in der Wirtschaft konnte weitgehend gesichert werden.

Wieder einmal hat der Staat Botswana in Afrika eine staatliche Vorbildrolle übernommen und eine neue Erfolgsgeschichte geschrieben.

Kultur

Töpferei
Herstellung von Töpferwaren (Foto: F. Krüger)

Botswanas Kultur ist reich an traditionellen Tänzen mit stundenlangem Trommeln, Singen und rhythmischem Klatschen der Hände und Stampfen der Füße, die mit Bohnenrasseln umwunden sind. Feste werden zu bestimmten Gelegenheiten wie Inauguration des Chiefs, Hochzeiten, Einweihungen von Gebäuden, Vollmond, Besuch von Verwandten, religiösen Anlässen, Beerdigungen in Gehöften und im Dorf gefeiert. Zu den wichtigsten Feierlichkeiten gehört das Go Ntsha Botsesi, zu dem die junge Mutter das Baby einige Wochen nach der Geburt allen männlichen Familienmitgliedern zeigt. Dabei wird auch feierlich der Name vergeben. Danach folgt ein großes gemeinsames Essen, das mit traditionellen Tänzen abgerundet wird.

Die wichtigsten Feiertage sind der Unabhängigkeitstag, der Tag des Präsidenten, Weihnachten, Neujahr und Ostern.

Kogtla

Die Konsensbildung in den einzelnen Stämmen und dörflichen Gemeinschaften erfolgt in der Kgotla, dem tradtionellen Versammlungs- und Gerichtsort einer Stammessiedlung. Es ist der Sitz der traditionellen basisdemokratischen Regierung. In der Kgotla werden alle entstehenden Themen und Vorfälle von persönlicher bis nationaler Art verhandelt, entschieden und beschlossen. Kriminelle und andere Fälle werden von dieser traditionellen Gerichtsbarkeit abgeurteilt. Wichtige Themen des Stammes sowie nationale Themen werden durch den Kgosi (=Chief) und seinen Beratern in der Vollversammlung behandelt und zum Konsens gebracht.

Seit der Unabhängikeit 1966 hat das Kgotla-System parallel und alternativ zum demokratischen Mehrparteiensystem der Zentralregierung operiert und eine akzeptale Kooperation etabliert.

Kgosi

Der Kgosi ist der traditionelle Führer eines Stammes oder Dorfes kraft Abstammung und Vererbung. Ein Kgosi genießt großen Respekt seiner Stammesangehörigen und wird mit ausgesuchter Zuvorkommenheit und Würde behandelt, selbst außerhalb seiner Stammeszugehörigkeit. Der Kgosi ist verantwortlich für die Pflege von Recht und Ordnung im Dorf. Dabei greift er auf die Unterstützung von Beratern aus seiner royalen Familie und auf den Ältestenrat zurück.

Cattle Posts

45,2 % des zugänglichen Landes in Botswana werden für extensive Viehzucht genutzt. Der Tierbestand betrug 2009 u.a. 2,5 Mio. Rinder, 2 Mio. Ziegen, 0,2 Mio. Schafe, 5 Mio. Hühner und ca. 13 000 Schweine. Die Rinder, Schafe und Ziegen werden auf sogenannten "Cattleposts" gehalten, die über das ganze Land verteilt sind. An diesen Orten gibt es drei oder mehrere Rundhütten, eine Wasserstelle, die meist von einer Dieselpumpe betrieben wird, und einen umzäunten Rinderpferch, der nachts das Vieh vor wilden Tieren schützt. Tagsüber weidet das Vieh wild. Diese Art der Viehhaltung hat in Botswana jahrhunderlange Tradition und bestimmte Handwerke und Gebräuche sowie soziale und kulturelle Gewohnheiten und Lebensstile haben sich entwickelt. 

Ein Grund für die große Bedeutung der Rinder liegt in ihrer vielfältigen Nutzung. Sie stellen Nahrung im Sinne von Fleisch und Milch bereit, liefern Leder für die Kleidung oder Haushaltsgegenstände, ihr Kot kann zum Verputzen der Hütten verwendet werden. Die Zahl der Rinder bestimmt Wohlstand, Ansehen und Bedeutung des Eigentümers im Stamm. Darüberhinaus werden Rindern Kontakt zu überirdischen Wesen, Geistern und Ahnen zugesprochen. Werden Ahnen durch Lebende erbost, wurden sie durch Rinderopfer beschwichtigt. Das Fleisch wird dann von der gesamten Gemeinschaft verspeist. An der offenen Feuerstelle in dem Gehöft erzählen die Großeltern Geschichten, denen die Enkel gebannt lauschen. Diese über Generationen überlieferten Geschichten handeln von Riesen, geheimnisvollen Tieren wie z.B. Kgogomodumo (ein Riesenvogel), Maruarua (Waale), dem Hasen und seiner Klugheit, vom Fuchs und seiner Schläue; die kleinen Mutigen besiegen die Giganten und weitere Geschichten.

Es ist erstaunlich, dass Botswanas Tier-Mythologien Ähnlichkeiten mit unserer eigenen deutschen Märchenkultur haben.

Batswana sind kulturbedingt Liebhaber des gesprochenen Wortes. Sie benötigen Zeit und Training, um sich an geschriebene Wörter zu gewöhnen.

Die soziale und kulturelle Bedeutung der Rinderhaltung drückt sich unter anderm auch im Brautpreis aus.

Lobola/Bogadi (Brautpreis)

"Wieviel Rinder kostet die Braut?" (Danielle Motlhokathari-Schmidt, afrika post, Heft 2 / 2012 / Juni, S. 77) Lobala ist eine Tradition, die schon seit Jahrhunderten nicht nur in Botswana, sondern auch in anderen Ländern des südlichen Afrikas wie Südafrika und Simbabwe unter verschiedenen Bezeichnungen gepflegt wird - "Bogadi", "Mahadi" oder "Roora". Sie vereint zwei größere Familien zu einer noch größeren und festigt den Zusammenhalt des neu verheirateten Paares, indem die Familie des Bräutigams einen zuvor ausgehandelten Brautpreis an die Familie der Braut zahlt. Dieses geschieht traditionell in Form von Rindern, kann aber heutzutage auch mit Geld oder anderen Gütern, wie z.B. mit einem Haus beglichen werden. Aufgrund der modernen Lebensweise in den Städten stellen allerdings Brautpaare diesen Brauch zunehmend häufiger in Frage.

 

Einstellungen, Werte und Gebräuche

Vision 2016 : Botho

Zum 50-jährigen Gründungstag hat Botswana vor knapp 20 Jahren ein politisches Zielsystem, die Vision 2016, konzipiert, in dem es Einstellungen und Werte definiert, von denen sie hofft, dass sie 2016 realisiert sein werden.

Der wichtigste Wert wird Botho genannt. Mit diesem traditionellen Wert verbindet jeder Bürger die Einstellung von höchstem Respekt, Ehrbezeugung, Selbstachtung und Achtung des Lebens des Anderen. Die Bürgergemeinschaften erwarten und fordern von ihren Mitgliedern Botho ein, der sich in gutem Benehmen, Bescheidenheit, Mitgefühl, Freundlichkeit, Respekt, Sanftheit und Beachtung der traditionellen Normen und Verhaltensweisen manifesiert. Botho bildet das Gerüst, aus dem das Wertesystem Botswanas besteht.

Weitere Werte sind nationale Prinzipien der Demokratie, Entwicklung und Wachstum, Selbstverantwortung und Einigkeit.

Morero (Kommunikationsfreude und -austausch sowie Konsensbildung)

Die Bürger Botswanas sind fest davon überzeugt, dass Kommunikationsbereitschaft in der Gesellschaft Ausgleich durch Konsensstiftung bewirkt. Der Prozess des MORERO (Konsultation) auf zwischenmenschlicher, familiärer und gesellschaftlichen Ebenen wird als unschätzbarer Wert angesehen, die Fähigkeit zu entwickeln, um Übereinkünfte zu erzielen und aufrechtzuerhalten. Selbst Gemeinschaften und Regierung stellen sich dem Beratungsprozess in der Kgotla.

Dingaka (Traditioneller Doktor)

Der Dingaka hat eine solide, umfassende Kenntnis von medizinischen Kräutern und Pflanzen. Mit ihnen kann er eine Reihe von Krankheiten wie Schlangenbisse, Schmerzen, Grippe, Impotenz u.a. heilen. Er greift auf medizinische Kräuter zurück, die über Jahrhunderte angewandt wurden, um Krankheiten zu heilen.

Indigenous Art

Die Verzierungen und Dekorierungen an traditionellen Hütten sind beeindruckend und wurden über Generationen weitergegeben. Allerdings sterben sie allmählich aus, da die Lehmhütten durch Zementhäuser ersetzt werden.

Basarva (Buschmänner), deren Vorfahren die Felszeichnungen erstellt hatten, wenden auch heute noch diese Kunst an. Einige Leinwandgemälde von diesen Künstlern, die niemals eine Schule besucht haben, offenbaren beträchtliches künstlerisches Talent, das weiterentwicklet werden könnte.

Pottery

In einigen Dörfern gibt es Projektinitiativen, die versuchen, vor allem über kunsthandwerkliche Aktivitäten Einkommen für lokale Bevölkerungsgruppen zu generieren. Nennenswert sind z.B. die Thamaga Pottery und die Pelegano Village Industries in Gabane.

Weaving, Beadwork, Wood Carving und Leather Crafts werden als Kunsthandwerk an einzelnen Orten betrieben.

BotswanaCraft vermarktet die berühmten (ursprünglich gar nicht aus Botswana stammenden, sondern von angolanischen Flüchtlingen mitgebrachten) Körbe (baskets). 

Sprachen

Setswana ist neben Englisch die offizielle Landessprache Botswanas.

Obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung verschiedenen Tswana-Stämmen angehört und die meisten Menschen Setswana sprechen, ist die Sprachenvielfalt doch erstaunlich hoch. Einige Sprachen werden allerdings nur von wenigen 1.000 Menschen gesprochen. 

Möchten Sie einige Setswana-Klangeindrücke bekommen und dabei vielleicht gleich einige wichtige, im Alltagsleben unerlässliche Floskeln lernen?
Fast alle Personen- und Ortsnamen auf Setswana bedeuten etwas und umschreiben konkrete Dinge. Informationen und Hintergründe zu wichtigen Ortsbezeichnungen sowie eine kurze Einführung in die Pluralbildung entnehmen Sie den Notes on Place Names.

Alltagskultur

Traditionen und Bräuche

Die Menschen in Botswana haben über die Jahrhunderte die Kultur des Wortes, der Rede und der Erzählung in ihren Familien und Sippschaften, bei religiösen Veranstaltungen, Hochzeiten und Kgotla Sitzungen gepflegt. Traditionell entspricht es nicht ihrer Kultur, Informationen über Broschüren und Faltblätter zu verteilen. Auch  Förderungsprogramme der Regierung werden von der überwiegenden Zahl der Betroffenen nicht gelesen, sondern durch das gesprochene Wort in persönlicher Begegnung  und in Informationsveranstaltungen weitergegeben.  Diese Kulturorientierung der Batswana führt bei Experten, die im internationalen Entwicklungszusammenhang in Botswana arbeiten und Projekte implementieren, nicht selten zu Missverständnissen und Frustrationen, die darauf zurückgehen, dass exzellente Projektbroschüren und Briefe von lokalen Kollegen nicht zur Kenntnis genommen werden. Diese schriftliche Dokumentation und Berichterstattung sind zwar notwendig und für die Geberorganisationen das  „A und das O“. Dringend angeraten aber ist, Inhalte im interaktiven Gespräch partnerschaftlich mit dem lokalen Mitarbeiter zu entwicklen. Diese interkulturelle Erfordernis verlangt die Entwicklung einer kommunikativen, repektvollen sozialen Kompetenz.

Die häufig praktizierte oberflächliche und beschleunigte Art westlicher Begrüßungsriten, vielleicht sogar mit der mentalen Einstellung des „Multitasking“ durchsetzt, liegt nicht im „Mainstream“ der Botswana-Kultur und kränkt möglicherweise den lokalen „Counterpart“.

In Botswana ist das Händeschütteln, neben den anderen Höflichkeitsgesten wie einem Lächeln und einer persönlichen Begrüßung mit Worten oder per Handschlag, guter und willkommener Stil. Sie sind Eisbrecher und Herzöffner. Die Begrüßungen, die Übergabe und Entgegennahme von Gegenständen, und besonders Geschenken, sind davon begleitet die linke Hand unter den rechten Ellenbogen zu führen. Dieser Ritus ist mehr als nur eine Geste. Sie hilft Ihnen, Ihre Aufmerksamkeit ungeteilt auf den Gegenüber zu bündeln.

Bei Ankunft in einer traditionellen Dorfsiedlung empfiehlt es sich, zunächst dem Chief des Dorfes einen Besuch abzustatten und zu fragen, ob man dort campen oder Wasser aus dem Dorfbrunnen schöpfen darf.

Kulinarische Genüsse

Und was isst man/frau denn so in Botswana? Die kulinarischen Genüsse halten sich in Grenzen, Hirse- oder Maisbrei ("pap"), meist mit etwas Gemüse und Rindfleischstückchen, ist das häufigste Gericht.
Ab Ende Januar bis ca. Ende April aber gibt es eine Besonderheit: Mopane-Worms!

Die Mopane-Raupen sind eine nationale Delikatesse. Zu bestimmten Jahreszeiten sind sie ein willkommener Ersatz für Fleisch und besonders beliebt, da sie kostenlos verfügbar sind.  

Chibuku, ein Hirsebier, ist an jeder Ecke erhältlich und wird in milchtütenähnlichen Verpackungen verkauft. Eine kleine Übersicht über Speisen und Getränke hat die botswanische Botschaft in Japan zusammengestellt.

Poetry

Auf dem jährlichen internationalen Poesiefestival in Berlin 2013 war lediglich ein Repräsentant aus Afrika eingeladen, eine Poetin aus Gaborone in Botswana: T. J. Dema, 1981 geboren in Gaborone/Botswana, repräsentierte Botswana-Poeten auf dem internationalen Poesiefestival in Berlin 2013. Es bedarf keiner großen prophetischen Gabe, um vorauszusagen, dass Poeten aus Botswana zukünftig auf internationalen Bühnen konkurrieren können.

Musik, Tanz und Theater

Musik, Tanz und Theater sind ein Teil der Tradition und Kultur Botswanas. Sie haben sich westlichen Einflüssen geöffnet und und suchen durch Experimentieren neue Wege, durch die sich die Entwicklung in Botswana musikalisch ausdrücken lässt. In den letzten Jahren hat sich eine kleine Musikszene etabliert. Zwei YouTube-Videobeispiele zeugen von Improvisation und Kreativität:Nisima Matatu und Ronnie.

Ein weiteres Beispiel liefert das kulturelle Zusammentreffen der deutschen Musikgruppe "Celtic Fusion" mit lokalen Musikern in 2011 und 2012 auf der Bühne von BotswanaCraft in Gaborone. Das erfolgreiche Zusammentreffen dieser Künstler brachte einen Folklore "Merger" zustande, aus dem eine CD hervorging, die als musikalischer Wegweiser gelten kann. Initiiert wurde dieser "Merger" aus europäischer und lokaler Folklore von dem ehemaligen in Botswana tätigen GIZ-Experten Dr. Norbert Völker und war im Sept. 2013 unter dem Namen "Kalahari Roses" auf Deutschlandtournee.

Es gibt auch eine verbreitete Kultur des Chorsingens. Anlass sind öffentliche Feiertage für Chöre, sich zu Wettbewerben zu treffen und auf diese Weise mit der dörflichen Bevölkerung die entsprechenden Anlässe zu feiern.

Traditioneller Tanz ist sehr poulär und Auftritte finden bei Schul- und politischen Veranstaltungen regelmäßig statt. Jede Schule, ob Grund, Mittel- oder Oberschule praktizieren den traditionellen Tanz. Das "Kuru Dance Festival" wird in der Gantsi-Region abgehalten und zieht landesweit Tanzgruppen an, die miteinander um die ersten Preise wetteifern.  Das "Dombashaba Dance Festival" in Masunga nördlich von Francistown findet jährlich im September statt und zieht auch Tanzgruppen zum Wettbewerb aus der nördlichen Region an.

Das größte kulturelle Ereignis von Musik und Theater findet jedes Jahr im März/April als "Maitisong Festival" in Gaborone an der Maru-a-Pula Highschool statt. Es zieht Künstler nicht nur aus Botswana, sondern aus der gesamten Region des südlichen Afrikas an.

Museen, Kunstgalerien und historische Stätten

Gaborone beherbergt das Nationale Museum und die Kunstgalerie. Diese ständige Ausstellung gilt als kulturelles Erbe und Geschichte Botswanas. Jeder Stamm ist stolz darauf am Sitz seines Paramount Chiefs im Museum die eigene Geschichte zu zeigen.

Botswana pflegt auch historische Stätten wie z.B. das Livingstone Memorial oder die Felszeichnungen der San in den Tsodilo Hills. Besucher, Reisende und Expatriates werden nicht enttäuscht sein, wenn sie an afrikanischer Kultur Interesse finden. 

Religion (Tumelo)

Angel Seakers
Angel Seakers - Eine der vielen Sekten in Gaborone (Foto: F. Krüger)

Christliche Religionen aller Konfessionen und Spielarten erfassen annähernd 70 % der Bevölkerung. Vor der Christianisierung der beseelten christlichen Missionare des 18. und 19. Jahrhunderts übten sich die Einheimischen in intensivem Glauben an die unsichtbare Präsenz der verstorbenen Vorfahren (ancestors), die eine beschützende, beratende oder auch bestrafende Rolle von guten oder auch bösen Engeln spielen, z.T. auch noch heutzutage. So begraben die Alteingesessenen in Tlhoweng, einem Vorort von Gaborone, ihre verstorbenen Angehörige an der Hauswand oder im Hof, um in ihrer Nähe zu sein. Traditionell wurden auch während der Erntezeit den verstorbenen Angehörigen als Danksagung ein Ernteanteil aufs Grab gelegt, verbunden mit dem Wunsch, dass sie für Regen und eine weitere gute Ernte sorgen.

Dem Ahnenglauben ist auch die Rückführung und Bestattung eines Leichnams, der vor 170 Jahren aus dem Süden des heutigen Botswana nach Europa geschafft und im Naturhistorischen Museum von Banyoles (Spanien) ausgestellt worden war, geschuldet. "El Negro of Banyoles" erhielt in Gaborone eine Gedenkstätte.

Viele Batswana pflegen auch heute noch zwischen Christentum und traditioneller Verehrung eine duale religiöse Praxis.

Zahlreiche Glaubensgemeinschaften und Sekten versprechen vor allem in den Städten den Menschen Seelenheil. Sie fungieren oft als Sozialgemeinschaften für den Notfall, sind mitunter aber auch dubiose, kurzlebige Einrichtungen.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im April 2014 aktualisiert.

Über den Autor

Heribert Schmidt

Berufsbildungsexperte und Pädagoge; langjährige EZ/TZ Erfahrung als Leiter staatlicher Oberstufenzentren und Technischer Fachhochschulen in Botswana; Ländertutor für Botswana und der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrikas (SADC) bei der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) in Bad Honnef.

Der Autor freut sich über Ihre Anregungen und Kommentare!

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