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Im Unterschied zu vielen anderen Staaten des subsaharischen Afrika zeichnet sich die botswanische Gesellschaft durch ein vergleichsweise geringes Konfliktpotential aus. Von einer ethnischen Homogenität, die in der Literatur oft behauptet wird, kann zwar nicht gesprochen werden, aber Spannungen zwischen einzelnen Volksgruppen sind - mit Ausnahme der San-Problematik (vgl. Seite 2) - nicht gravierend.
Die letzte Volkszählung fand 2001 statt. Die wichtigsten Zensus-Ergebnisse liefert das C.S.O.
Auf dessen Homepage
können Sie weitere Statistiken abrufen.
Die gesellschaftlichen Konfliktpotentiale sind in Botswana also weniger stark ausgeprägt als in vielen anderen Staaten des subsaharischen Afrika. Dennoch befindet sich auch Botswanas Gesellschaft im Umbruch. In der Mediothek von InWent finden Sie hierzu ein Buch
, in dem verschiedene Autoren aus Deutschland und Botswana den sozialen Wandel dokumentieren und analysieren.
Der vom UNDP jährlich veröffentlichte Human Development Index
(HDI) zeigt, dass Botswana im Bereich der "menschlichen" (=sozialen) Entwicklung weit über dem Durchschnitt der subsaharischen Staaten liegt (Hinweis: Die Adressen der HDR-Unterseiten ändern sich häufig. Suchen Sie bitte ggfs. über die HDR-Startseite!). Siehe die Hinweise zum Human Development Report in der Rubrik "Wirtschaft" dieser Webseiten! Weitere interessante Detailinformationen dazu liefert das HDR Fact Sheet
.
Vergleichen Sie auch die Stellung Botswanas mit dem HDI anderer Staaten
im südlichen Afrika! Beachten Sie, dass sich der HDI-Rang Botswanas in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre deutlich verschlechtert hat und erst seit kurzem wieder erholt, was eine Graphik des HDR 2010
eindrucksvoll zeigt. Die Ursache liegt in den drastisch gestiegenen Sterberaten aufgrund der HIV/AIDS-Pandemie (s.u.).
Spricht man über Kultur und Gesellschaft in Botswana, so denkt man häufig an die San ("Buschmänner", "Buschleute")
. In der Literatur oft als letzte Wildbeuter verherrlicht, leben die San als kleine, benachteiligte Minorität in der Kalahariregion (siehe Seite 2 der LIP). Von einer ursprünglichen Lebensweise kann heute kaum noch die Rede sein!
Ein aus dem "Kuru Development Trust" hervorgegangener Verbund von nicht-staatlichen Entwicklungsprojekten in Botswana widmet sich der San-Problematik. Die Organisation, in mehrere Einzelprojekte
aufgefächert, versucht, den San neue Möglichkeiten der Existenzischerung zu eröffnen.
Ein zweite Webseite (es ist nicht ganz klar, welche die aktuellere ist!) stellt die Kuru Family
ausführlich vor. Eine wichtige Säule bildet die Förderung von Künstlern. Informationen hierzu bei Kalahari Crafts
und der schön gestalteten Seite Kuru Kalahari Art
.
Leider sind die Kuru-Projekte in jüngster Zeit (Anfang 2011) nicht mehr koordiniert weiterentwickelt worden. Es ist zu befürchten, dass einige Initiativen inzwischen eingegangen sind.

Die Palaver-Hefte
des Instituts für Soziologie der Universität Gießen vermitteln Hintergrundinformationen zu einigen aktuellen Botswana-Themen und vor allem zum gesellschaftlichen Wandel.
Felszeichnungen belegen eine Jahrtausende lange Besiedlung des Kalaharibeckens. National Geographic
führt Sie zu den Spuren dieser ersten Siedler.
Die sich rasant modernisierende Gesellschaft Botswanas stellt vor allem für Jugendliche eine besondere Herausforderung dar. Mit dem speziell für junge Menschen konzipierten Programm My Future Today
bereitet die auf Seite 2 bereits vorgestellte Menschenrechtsgruppe Ditshwanelo Jugendliche auf ihre Rechte, Pflichten und ein eigenverantwortliches Leben in der Welt der Erwachsenen vor. (Hinweis: Dieser Link scheint nicht mehr zu funktionieren.)
Informationen zur "My Future"-Initiative gibt es auch bei Soul Beat Africa
. Außerdem finden sich by YouTube drei zusammenhängende Videos:

Einen hervorragenden Überblick bietet der Abschnitt "Society" der Botswana History Pages. (Ggfs. Mirror Thuto benutzen!)
Ein kurzer Artikel der botswanischen Botschaft in Tokyo informiert über gesellschaftliche Moral- und Wertvorstellungen in Botswana.
Aufgrund der soliden gesamtwirtschaftlichen Lage hat die Bundesregierung die Entwicklungszusammenarbeit mit Botswana eingeschränkt (vgl. Seite 3 dieser LIS). Man darf jedoch nicht übersehen, dass in Botswana ein Großteil der Bevölkerung in Armut lebt bzw. stark verwundbar ist.
Gerade in den Städten ist der sozio-ökonomische Unterschied zwischen "Arm" und "Reich", zwischen Verwundbaren und weniger Verwundbaren besonders groß. Ohne Erwerbstätigkeiten im "informellen Sektor" wäre für viele Haushalte ein Überleben nicht möglich. Ein Forschungsprojekt am Institut für Geographie
der Universität Erlangen-Nürnberg beschäftigte sich mit gesellschaftlicher Verwundbarkeit in den Städten Botswanas. Die Seite bietet auch einige weiterführende links zu Botswana.
Wie Sie den Statistiken schon entnehmen konnten, sind Einschulungsquote und Alphabetisierung in Botswana hoch. Sie können die Webseiten des Ministry of Education
besuchen, deren Informationsgehalt jedoch nicht sehr hoch ist.
Die einzige Hochschule des Landes, die University of Botswana, genießt im südlichen Afrika einen hervorragenden Ruf.

Wenn man den aktuellen HDI mit den vorangegangenen Jahren vergleicht, wird man feststellen, dass der Wert nach jahrelangem rasanten Wachstum neuerdings wieder fällt. Dies hängt mit der gesunkenen Lebenserwartung in Botswana aufgrund von AIDS zusammen: Botswana gehört leider zusammen mit Namibia und Simbabwe zu den Staaten mit dem höchsten Anteil von HIV-Infizierten an der Gesamtbevölkerung. Nach zuverlässigen Schätzungen sind über 20% der Gesamtbevölkerung HIV-infiziert. Die AIDS-/STD-Unit
des Ministry of Health in Gaborone informiert auf ihren Webseiten über die Problematik. (Hinweis: Seite wurde länger nicht mehr erneuert!)
Die mittlere Lebenserwartung bei Geburt sank in Botswana von fast 70 Jahren auf inzwischen unter 40 Jahre! Seit die staatlichen Therapieprogramme (vgl. unten) Erfolg zeigen, steigt die Lebenserwartung allmählich wieder an.
Hilfsgelder von privaten Institutionen, etwa der Bill & Melinda Gates Foundation
, mögen zwar der medizinischen Forschung dienlich sein, über die gesellschaftlichen Hintergründe der Pandemie ist jedoch noch zu wenig bekannt. Hierzu arbeiten Gießener Soziologen
.
In einem Sonderbericht
informiert UNDP u.a. über HIV/AIDS in Botswana und die daraus resultierende Entwicklungsproblematik. Der Bericht ist allerdings nicht mehr ganz aktuell - offizielle Informationen hinken stets einige Jahre hinterher.
Bei UNAIDS
erhalten Sie weitere Informationen zur Situation in Botswana. Suchen Sie bitte auch über die Homepage von UNAIDS und über die Webseiten des UNAIDS-Büros in Botswana
nach aktualisierten Daten.

AIDS ist derzeit sicher der bedeutendste gesellschaftliche Einflussfaktor in Botswana! Lange Zeit waren HIV und AIDS in Botswana kaum für "jedermann" sichtbar. AIDS war eine Katastrophe im Verborgenen.
Inzwischen wandelt sich das Bild: MASA
, ein großflächiges staatliches Aufklärungs- und Therapieprogramm, ermöglicht seit einigen Jahren Tausenden von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken einen kostenlosen Zugang zu Beratung und Medikamenten. (Hinweis: Link funktioniert nicht immer - Sie gelangen evtl. auf die Seiten des Ministry of Health und müssen dort nach MASA suchen!)
MASA (Setswana für "Morgendämmerung") nutzt die fast flächendeckende, für einen Staat des subsaharischen Afrika geradezu vorbildliche Gesundheits-Infrastruktur Botswanas.
Die Regierung Botswanas hat AIDS den "Kampf mit allen Mitteln" angesagt. Der frühere Präsident Masire wurde in diesem Zusammenhang mit dem Ibrahim Prize for Achievement in African Leadership
ausgezeichnet.
Bei Avert, einer Wohlfahrtsorganisation aus Großbritannien, finden sich ausführlichere Informationen
zu HIV/AIDS in Botswana. Am Ende der Seite gibt es viele Hinweise zu (Fach-)Literatur und Webseiten.
Eine Liste mit weiterführenden links gibt es bei HIVInSight
.
Die ACHAP
(African Comprehensive HIV/AIDS Partnerships), eine Partnerschafts-Organisation zwischen der botswanischen Regierung, der Bill and Melinda Gates Foundation und der Merck Company Foundation, stellen auf Ihrer Webseite ihre Aktivitäten vor. Für näher Interessierte: Das Botswana Harvard AIDS Institute
widmet sich der HIV/AIDS-Forschung in Botswana.
Geographen der Universität Erlangen-Nürnberg führen ein Forschungsprojekt
(z.T.
) zur HIV/Aids-Krise durch.
Bei Interesse: Die Geographen der Uni Erlangen-Nürnberg haben im Heft 2 (2007) der Geographischen Rundschau Hintergrundinformationen zu HIV und AIDS und vor allem zum MASA-Programm zusammengestellt. Das Heft kann gegen Gebühr bestellt werden
.
Zusammenfassung: KLAUS GEISELHART, FRED KRÜGER: Die HIV/AIDS-Krise – Botswanas strategische Antwort als Vorbild?
Die HIV/AIDS-Krise im südlichen Afrika ist für die betroffenen Gesellschaften eine der stärksten Herausforderungen seit Ende der Kolonialzeit. Allein im Jahr 2005 starben in der Region über 1 Mio. Menschen an AIDS-bezogenen Krankheiten. Ein neues flächendeckendes Therapieprogramm in Botswana könnte im Kampf gegen AIDS nun eine Vorreiterrolle einnehmen.

Als kulturfördernde Institution gibt The Botswana Society
eine Vielzahl von Publikationen zu Kultur und Gesellschaft heraus und veranstaltet Vortragsreihen usw.
Die Botswana History Pages, die Sie schon kennengelernt haben, liefern einen ausgezeichneten Überblick bietet zur botswanischen Kultur
der Botswana History Pages. (Ggfs. Mirror Thuto
benutzen!)
In einigen Dörfern gibt es Projektinitiativen, die versuchen, vor allem über kunsthandwerkliche Aktivitäten Einkommen für lokale Bevölkerungsgruppen zu generieren. Nennenswert sind z.B. die Thamaga Pottery und die Pelegano Village Industries in Gabane. Informationen im Web sind spärlich, sehen Sie hier einen (nicht besonders guten) Kurzfilm
zur Töpferei in Gabane sowie einige Bilder eines Blogs zur Thamaga Pottery
.
John Bock hat eine umfangreiche Seite zu den Menschen im Okavango-Delta
zusammengestellt. Daneben wird auf die Problematik der Umweltzerstörung im Delta hingewiesen. Die Seite bietet darüber hinaus viele weitere Informationen über Botswana und ist daher sehr empfehlenswert!

BotswanaCraft
vermarktet die berühmten (ursprünglich gar nicht aus Botswana stammenden, sondern von angolanischen Flüchtlingen mitgebrachten) Körbe (baskets). Die Seite liefert auch einige Fotoimpressionen und einige wenige lokale links. (Hinweis: meistens sehr langsamer link!)
Setswana ist neben Englisch die offizielle Landessprache Botswanas.
Obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung verschiedenen Tswana-Stämmen angehört und die meisten Menschen Setswana sprechen, ist die Sprachenvielfalt doch erstaunlich hoch. Einige Sprachen werden allerdings nur von wenigen 1.000 Menschen gesprochen. Schauen Sie doch einmal in den Sprachenkatalog Ethnologue hinein. Die überarbeiteten Seiten dieses Katalogs liefern nun sehr ausführliche Informationen.
Möchten Sie einige Setswana-Klangeindrücke bekommen und dabei vielleicht gleich einige wichtige, im Alltagsleben unerlässliche Floskeln lernen?
Hören Sie mal! (auf die grünen Setswana-Sätze klicken!)
Fast alle Personen- und Ortsnamen auf Setswana bedeuten etwas und umschreiben konkrete Dinge. Informationen und Hintergründe zu wichtigen Ortsbezeichnungen sowie eine kurze Einführung in die Pluralbildung entnehmen Sie den Notes on Place Names.
Und was isst man/frau denn so in Botswana? Die kulinarischen Genüsse halten sich in Grenzen, Hirse- oder Maisbrei ("pap"), meist mit etwas Gemüse und Rindfleischstückchen, ist das häufigste Gericht.
Ab Ende Januar bis ca. Ende April aber gibt es eine Besonderheit: Mopane-Worms
!
Wer mehr über diese Raupen, ihr Ökosystem und ihre Bedeutung für die alltägliche Lebenshaltung der Bevölkerung wissen möchte, findet in einem ansprechenden DFID-Projektbericht
viel Wissenwertes.
Chibuku, ein Hirsebier, ist an jeder Ecke erhältlich und wird in milchtütenähnlichen Verpackungen verkauft. Eine kleine Übersicht über Speisen und Getränke
hat die botswanische Botschaft in Japan zusammengestellt. Wenn Sie mögen, schauen Sie sich bei dieser Gelegenheit nun auch die anderen, teilweise recht ansprechend gestalteten Seiten der Botschaft an!
In den letzten Jahren hat sich in Botswana eine kleine Musikszene etabliert. Zwei YouTube-Videobeispiele zeugen von Improvisation und Kreativität: Nisima Matatu
und Ronnie
. In der rechten Spalte von YouTube finden Sie weitere Filmchen.

Auch für das Thema "Religion" liefern die Botswana History Pages die besten, wenn auch nur knappen Informationen. Lesen Sie den Abschnitt "Religion". (Ggfs. Mirror Thuto benutzen!)
Zahlreiche Glaubensgemeinschaften und Sekten versprechen vor allem in den Städten den Menschen Seelenheil. Sie fungieren oft als Sozialgemeinschaften für den Notfall, sind mitunter aber auch dubiose, kurzlebige Einrichtungen.
Fred Krüger
ist Professor für Geographie an der Universität Erlangen-Nürnberg und arbeitet seit vielen Jahren in Botswana.
Heribert Schmidt
ist Landestutor für Botswana bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ und Berufsbildungsexperte und -berater.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!